Die Feuerwehr Stuttgart ist als Teil der Branddirektion ein Organ der kommunalen Brandschutzbehörde der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart.

Organisation Die Branddirektion ist als Amt 37 dem Referat Sicherheit, Ordnung und Sport (Geschäftskreis III) ein Teil der Stadtverwaltung.

Die Amtsleitung hat Stadtdirektor Georg Belge inne, sein Vertreter ist Markus Heber (zugleich Abteilungsleiter Strategisches Management).

Die Branddirektion gliedert sich seit 2020 in fünf Abteilungen: Verwaltung Einsatz Sachgebiet Einsatzvorbereitung Sachgebiet Einsatzlenkung Sachgebiet Einsatzdurchführung Sachgebiet Aus‐ und Fortbildungszentrum Technik Sachgebiet Feuerwehrtechnik und Service Sachgebiet Informations‐ und Kommunikationstechnik Sachgebiet Atemschutz, Messtechnik, Dienst‐ und Schutzbekleidung Vorbeugender Brandschutz Sachgebiet Baulicher Brandschutz und S21 Sachgebiet Anlagentechnischer Brandschutz Sachgebiet Veranstaltungssicherheit und Feuerwehrpläne Strategisches Management Fachbereiche Grundsatzangelegenheiten, Projekt- & Prozessmanagement, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Projektleitung, Neubauten / Sanierung, Feuerwachen, Digital MoveS, Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Aufbauorganisation wurde im Rahmen des Feuerwehrbedarfplans von 2021 verändert. Die Abteilung 5 (Strategisches Management) wurde eingerichtet, um verschiedene Stabsstellen zu bündeln. Die Abteilungen 1 (Verwaltung), 3 (Technik) und 4 (Vorbeugender Brandschutz) wurden in ihren Sachgebieten neu organisiert. Bis zum Ende der Laufzeit des Plans 2031 sollen die Abteilung 2 ebenfalls umstrukturiert werden.

Amtsleiter +NameAmtszeitAmtsbezeichnungHans Hertel1966 - 1992StadtdirektorFrank Knödler1992 - 09.2019StadtdirektorGeorg Belgeseit 09.2019Stadtdirektor

Nach dem Feuerwehrgesetz ist der Leiter der Einsatzabteilung der Berufsfeuerwehr, also der Amtsleiter, Feuerwehrkommandant der gesamten Feuerwehr. Die Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehr haben aber eigene Abteilungskommandanten, die die Abteilungen leiten.

Geschichte Vor Gründung der Berufsfeuerwehr Stuttgart im Jahr 1891 bestanden im Stadtgebiet die Freiwillige Feuerwehr Stuttgart und in den Vororten Karlsvorstadt Heslach, Vorstadt Berg und Vorort Gablenberg jeweils selbstständige Freiwillige Feuerwehren mit eigenen Ausrückebezirken. Im Jahr 1873 wurde die erste reine Feuerwache in Stuttgart für die im Jahr 1852 gegründete Freiwillige Feuerwehr erbaut. Im Jahr 1855 fand der 2. Deutsche Feuerwehrtag in Stuttgart statt. Bereits im Jahr 1888 wurde die heutige Feuerwache 1 noch vor der eigentlichen Gründung der Berufsfeuerwehr für das I. Bataillon der Freiwilligen Feuerwehr Stuttgart gebaut. Nachdem 1891 die Berufsfeuerwehr gegründet worden war, diente das Gebäude als Herberge für 31 Feuerwehrmänner, sechs Pferde und eine Ausstattung von einer Handdruckspritze, einem Hydrantenwagen, einer Maschinenleiter und einem Mannschaftswagen. Nach drei Jahren nahm die Berufsfeuerwehr den Krankentransport auf und hielt ihn bis 1943, wo er kriegsbedingt an das Deutsche Rote Kreuz abgegeben werden musste, aufrecht.Feuerwache 1 (Süd) auf der Website der Feuerwehr Stuttgart

Im Jahr 1897 wurde mit der Auflösung der Freiwilligen Feuerwehr und der damit verbundenen Inbetriebnahme einer zweiten Berufsfeuerwache das Stadtgebiet in zwei Wachbezirke unterteilt. In der Feuerwache 1, die nun Städtische Hauptfeuerwache genannt wurde, erhöhte man das Personal und stationierte zudem eine Dampfspritze.

Im Oktober 1906 wurde, nach der Eingemeindung von Cannstatt im Jahr davor, die 3. Feuerwache der Berufsfeuerwehr in Betrieb genommen. Kurze Zeit später wurde dort auch der Wasserrettungsdienst eingeführt. Die Besatzung bestand aus 16 Mann, sechs Pferden, einem Mannschaftswagen, einer Drehleiter, einer Dampfspritze und einem Gefängniswagen.Feuerwache 3 (Bad Cannstatt (Hauptfeuerwache)) auf der Website der Feuerwehr Stuttgart

Im Jahr 1913 wurde die erste Automobilspritze im Königreich Württemberg beschafft. Bis ins Jahr 1920 wurde der komplette Fuhrpark auf Löschfahrzeuge umgerüstet.

Wegen des stetigen Personal- und Fahrzeugzuwachses musste in Cannstatt eine größere Feuerwache gebaut werden, welche im Jahr 1938 als größte und modernste Feuerwache eingeweiht wurde.

Die vierte Berufsfeuerwache wurde am 10. März 1943 in Betrieb genommen. Bereits im Jahr 1927 wurde das Gebäude als städtisches Elektrizitätswerk gebaut. Die Besatzung der Wache mit dem Namen Feuerschutzpolizeiwache 4 in Feuerbach wurde während des Zweiten Weltkriegs stark dezimiert. Im Jahr 1948 wurden die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Feuerbach aus Mangel an Mitgliedern geschlossen, die restlichen wurden an die Berufsfeuerwehr überstellt.

Als letzte der fünf Stuttgarter Feuerwachen wurde im Jahr 1944 die Feuerschutzpolizeiwache 5 in Möhringen in Betrieb genommen. Die Besetzung von 25 Mann musste aus anderen Wachen herausgelöst werden. Sie residierten in einem provisorisch eingerichteten landwirtschaftlichen Betriebsgebäude. In den 1960er Jahren stellte dann der Gemeinderat den dringenden Bedarf für den Neubau fest, der im Jahr 1966 eingeweiht wurde.

Im Jahr 1976 wurde die Feuerwache 5 zur Feuer- und Rettungswache (FRW 5). Der erste Rettungswagen wurde dort stationiert. Im Jahr 1998 kam die Höhenrettung ebenfalls zur Feuerwache 5 hinzu.

Berufsfeuerwehr Der Löschzug der Berufsfeuerwehr hat im Stuttgarter Modell eine Sollstärke von zwölf Einsatzkräften. Er weicht damit, wie bei vielen Berufsfeuerwehren in Deutschland, von der Festlegung in der entsprechenden Feuerwehrdienstvorschrift ab. Der Löschzug besteht in Stuttgart aus einem Einsatzleitwagen, zwei Hilfeleistungslöschfahrzeugen und einer Drehleiter. Er ist auf allen fünf Wachen stationiert.

Feuerwache 1 Standort: Heusteigstraße 12 in Stuttgart-Mitte.

Die am Rande der Altstadt liegende Feuerwache 1 (auch Feuerwache 1 Süd genannt) verfügt über einen Löschzug aus einem Einsatzleitwagen, zwei Hilfeleistungslöschfahrzeugen und einer Drehleiter DLK 23/12 mit Hinterachszusatzlenkung. Außerdem ist hier ein Kleineinsatzfahrzeug Technische Hilfeleistung, welches neben kleinen technischen Hilfeleistungen wie Wasser abpumpen oder Schaufensterscheiben entfernen auf das Öffnen von Türen spezialisiert ist, stationiert. Ein zweites baugleiches Fahrzeug ist hier zur Reserve stationiert. Das Personal der Feuerwache ist zum Aufzugsführer ausgebildet.

Die Feuerwache ist mit 66 Einsatzbeamten besetzt. Verteilt auf drei Wachabteilungen versehen diese einen 24-Stunden-Schichtdienst.

Die Feuerwache wird voraussichtlich ab 2026 an gleicher Stelle neu gebaut. Der Löschzug wird während der Bauzeit in einer Interimsfeuerwache unter der Paulinenbrücke angesiedelt sein.

Zentralstelle Hydraulik, Kettensägen, Trennschleifer und Hebekissen Die Zentralstelle wartet, überprüft und repariert über 90 Kettensägen, eine Rettungssäge, einen Trennschleifer und über 30 Hydraulikaggregate mit verschiedensten Rettungsgeräten. Fünf Beamte sind in der Feuerwache 1 Süd damit beschäftigt. Die Geräte der Berufsfeuerwehr werden im normalen Wachdienst erledigt, die Freiwilligen Feuerwehren werden im Tagesdienst vor Ort besucht. Für den Lärmschutz wurde eine Schallschutzkabine mit Rauchgasabsaugung in der Werkstatt integriert.

Die Zentralstelle hält ständig Ersatzgeräte bereit. Somit kann die Einsatzbereitschaft der einzelnen Fahrzeuge aufrechterhalten werden.

Feuerwache 2 Standort: Weimarstraße 36 in Stuttgart-Mitte

Die Feuerwache 2 (West) wird durch einen besonderen Wachbezirk charakterisiert, in dem es eine sehr hohe Bevölkerungsdichte sowie große Bank- und Wirtschaftsgebäude gibt. Außerdem sind mehrere größere Kliniken und eine Vielzahl an unterirdischen Verkehrsanlagen im Territorium der Wache. Neben dem Standardlöschzug der Feuerwehr Stuttgart sind einige Sonderfahrzeuge für alle Arten von Gefahrstoffunfällen auf der Wache stationiert. Dazu zählen zwei identische Rüstwagen Umweltschutz, zwei Wechselladerfahrzeuge stehen für sechs Abrollbehälter zur Verfügung. Im Einzelnen sind das der Abrollbehälter Atemschutz/Dekontamination, Abrollbehälter Umweltschutz, Abrollbehälter Umweltschutz Tank, Abrollbehälter Umweltschutz Großtank und eine Mulde, sowie der Abrollbehälter Lüftung mit dem zweiten Löschunterstützungsfahrzeug LuF. Außerdem sind zwei Gerätewägen Logistik stationiert, einer auf einem serienmäßigen Transporter, der andere auf einem Lkw-Fahrgestell. Dieser ist mit Material für Tunnelunfälle beladen.

Die Feuerwache ist mit 78 Einsatzbeamten besetzt, welche verteilt auf drei Wachabteilungen einen 24-Stunden-Schichtdienst versehen.

Eine weitere Halle mit 8 Boxen steht im Hof. In ihr werden die Abrollbehälter sowie die Reservefahrzeuge untergestellt.

Hauptfeuerwache (Feuerwache 3) mini|Feuerwache 3 in Bad Cannstatt Standort: Mercedesstraße 35 in Stuttgart-Bad Cannstatt

Die Feuerwache 3, auch Feuerwache Bad Cannstatt genannt, umfasst den ganzen städtischen Neckarbereich, viel Industrie, den Hafen sowie große Wohngebiete. Wie auf allen Berufsfeuerwachen ist der typische Löschzug sowie ein Einsatzleitwagen 2, drei Einsatzleitwagen Direktionsdienst, ein Feuerwehrkran und ein Rüstwagen mit Schienenaufsatz untergebracht, ebenso ein Abrollbehälter Schiene als Reserve für den RW-S, dem kein Trägerfahrzeug zugeordnet ist. Im Bedarfsfall kommt ein Fahrzeug der Feuerwache 2 oder 5 zum Einsatz. Des Weiteren sind hier diverse Pkw und die Fahrzeuge der Kfz-Werkstatt sowie mehrere Fahrzeuge der Ausbildungsabteilung stationiert. Für innerbetriebliche Aufgaben wurde ein Abrollbehälter Müll beschafft.

Diese Feuerwache wurde im Jahr 2002 zur Hauptfeuerwache umbenannt. Auf dem Gelände der Hauptfeuerwache wurde im April 2006 die Leitstelle für Sicherheit und Mobilität Stuttgart (SIMOS) in Betrieb genommen. In dem Gebäude befindet sich unter anderem die Integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst. Da die jetzige Leitstelle mittlerweile zu klein geworden ist und sich auch technisch kaum noch überholen lässt, wird aktuell ein neues Gebäude im Neckarpark außerhalb der Feuerwache 3 geplant. Dort soll auch die gesamte Amtsleitung und der leitende Einsatzdienst untergebracht werden. Momentaner Sitz der Amtsleitung und der Verwaltung ist interimsweise die Ulmer Straße.

Wasserrettung Für die Wasserrettung stehen zwei Fahrzeuge auf der Feuerwache 3 zur Verfügung. Neben einem Gerätewagen Wasser und einem identischen Reservefahrzeug ist noch ein Anhänger stationiert: Feuerwehranhänger Ölsperre. Im Hafen steht die MS Stadt Stuttgart, ein Feuerlöschboot der Stadt Stuttgart. Das Schiff darf nur von Angehörigen der Berufsfeuerwehr Stuttgart mit Berufsbinnenschifferpatent C2 gefahren werden.

Auf der Feuerwache versehen zurzeit 45 speziell ausgebildete Rettungstaucher ihren Dienst. Ebenfalls sind acht Feuerwehrlehrtaucher in drei Schichten vor Ort. In Stuttgart findet nach Feuerwehrdienstvorschrift 8 (FwDV 8) das Feuerwehrtauchen auf Stufe 2 seine Anwendung. Dieses beinhaltet Einsätze zur Rettung oder Bergung von Personen, die Bergung von Gegenständen, einschließlich einfacher technischer Maßnahmen. Es darf bis zu einer maximalen Tiefe von 30 Metern getaucht werden. Die Feuerwache wird abgerissen und neu gebaut. Für die erste Stufe des Neubaus wurden bereits 64 Millionen bewilligt. Eine zweite Stufe folgt.

Feuerwache 4 mini|Feuerwache 4, Bregenzer Straße 47 in Feuerbach

Im Wachbezirk der Feuerwache 4 sind neben Geschäfts- und Bürobereichen auch Industriegebiete, Hochhäuser und die alte Messe am Killesberg sowie die Bundesstraßen B 10, B 27 und B 295. Außerdem führt ein Schienennetz durch das Wachgebiet, welches vom ICE bis zur S-Bahn genutzt wird.

Neben dem Standardlöschzug und einem weiteren Reserve-Hilfeleistungslöschfahrzeug sind einige Spezialfahrzeuge für die Zentralwerkstätten Atemschutz und Armaturen stationiert. Für die ebenfalls ansässige Funkwerkstatt steht ein Gerätewagen auf Basis eines Kleintransporters bereit.