mini|upright=0.8|Grabstätte auf dem Friedhof Pankow III, Feld 33 U-644 Martin Trettau (* 12. Januar 1930 in Brieg; † 1. August 2007 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.
Leben Martin Trettau kam nach dem Zweiten Weltkrieg mit 15 Jahren, als Sohn einer alleinerziehenden Mutter mit zwei Kindern, nach der Vertreibung aus Schlesien nach Wittenberg. Nach dreijähriger Tätigkeit auf einem Bauernhof setzte er sich noch einmal auf die Schulbank und machte mit 21 Jahren sein Abitur. Bereits in dieser Zeit wirkte er an seiner Oberschule in einer Laienspielgruppe mit. Der Direktor entdeckte sein Talent und schickte ihn zur Schauspielschule nach Weimar, die ihn allerdings ablehnte. In Leipzig wurde er aber mit dem gleichen Programm angenommen.
Nach seinem Schauspielstudium in Leipzig von 1951 bis 1954 folgten Engagements an Bühnen in Lutherstadt Wittenberg, Burgstädt, Borna, Eisenach, Cottbus und Halle. Ab 1972 arbeitete er am Deutschen Theater in Ost-Berlin. Daneben seit Ende der 1960er-Jahre auch umfangreiche Film- und Fernsehtätigkeiten für die DEFA und das DDR-Fernsehen. Trettau wirkte als Schauspieler vor der Kamera von 1968 bis 1997 in über 70 Film-und-Fernsehproduktionen mit. Nach der Wende gingen die Rollenangebote zurück. Dennoch hatte Trettau gelegentliche Auftritte in Fernsehserien, wie beispielsweise in Wie gut, daß es Maria gibt. Trettau war auch gelegentlich als Synchronsprecher tätig.
Trettau lebte in Berlin. Er war verheiratet und hatte eine Tochter und einen Sohn. Er starb am 1. August 2007 im Alter von 77 Jahren. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Pankow III.
Filmografie (Auswahl) 1968: Ich war neunzehn 1970: Im Spannungsfeld 1970: Aus unserer Zeit 1971: Verspielte Heimat 1972: Reife Kirschen 1972: Trotz alledem! 1973: Die sieben Affären der Doña Juanita (TV-Vierteiler) 1974: Aber Vati! (TV-Vierteiler) 1974: Die eigene Haut 1974: Die Frauen der Wardins 1974: Der Untergang der Emma 1974: Der nackte Mann auf dem Sportplatz 1974: Liebe mit 16 1974: Johannes Kepler 1975: Mein lieber Mann und ich 1975: Mein blauer Vogel fliegt 1975: Steckbrief eines Unerwünschten 1977: Ernst Schneller 1977: Mama, ich lebe 1977: Polizeiruf 110: Alibi für eine Nacht (TV-Reihe) 1977: Das Versteck 1978: Jugendweihe 1978: Jörg Ratgeb, Maler 1979: P.S. 1979: Einfach Blumen aufs Dach 1980: Meines Vaters Straßenbahn (TV-Zweiteiler) 1981: Das große Abenteuer des Kaspar Schmeck (Fernsehserie) 1981: Als Unku Edes Freundin war 1981: Furcht und Elend des Dritten Reiches 1982: Bahnwärter Thiel 1982: Die Gerechten von Kummerow 1982: Sabine Kleist, 7 Jahre… 1983: Verzeihung, sehen Sie Fußball? 1983: Es geht einer vor die Hunde 1983: Pianke 1983: Der entführte Prinz (Fernsehfilm) 1984: Der Lude 1985: Besuch bei van Gogh 1985: Die Gänse von Bützow 1987: Zwei leere Stühle 1987: Die Alleinseglerin 1987: Wallenstein (Theateraufzeichnung) 1987: Polizeiruf 110: Abschiedslied für Linda 1988: Jeder träumt von einem Pferd 1989: Polizeiruf 110: Der Wahrheit verpflichtet 1989: Die ehrbaren Fünf 1990: Sehnsucht 1990: Wie gut, daß es Maria gibt (Fernsehserie) 1991: Ostkreuz 1991: Farßmann oder Zu Fuß in die Sackgasse 1993: Zwei Münchner in Hamburg (Fernsehserie, 2 Folgen) 1994–1997: Anna Maria – Eine Frau geht ihren Weg (Fernsehserie, 14 Folgen)
Theater 1958: Kanut Schäfer: Die Brüder Seebald – Regie: Richard Rückert (Theater der Wartburgstadt Eisenach) 1967: Maxim Gorki: Die Kleinbürger – Regie: Horst Schönemann (Landestheater Halle/Saale) 1968: Hermann Kant: Die Aula (Jakob Filter) – Regie: Horst Schönemann (Landestheater Halle/Saale) 1969: Armin Stolper: Zeitgenossen – Regie: Christoph Schroth (Landestheater Halle/Saale) 1970: Wladimir Bill-Belozerkowski: Sturm (Parteivorsitzender des Kreises) – Regie: Christoph Schroth (Landestheater Halle/Saale) 1971: Erik Neutsch: Haut oder Hemd (Parteiarbeiter Georg Stiller) – Regie: Ulrich Thein (Landestheater Halle/Saale) 1972: Maxim Gorki: Nachtasyl (Satin) – Regie: Horst Schönemann (Landestheater Halle/Saale) 1972: William Shakespeare: Othello – Regie: Manfred Karge/Matthias Langhoff (Volksbühne Berlin) 1973: Nikolai Haitow: Wege (Wegebauer und Schäfer) – Regie: Uwe-Detlef Jessen (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1974: Wiktor Rosow: Vom Abend bis zum Mittag (Grusdjew) – Regie: Christoph Schroth (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1974: Maxim Gorki: Die falsche Münze (Testamentsvollstrecker) – Regie: Ulrich Engelmann (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1975: Juhan Smuul: Das Gänseinselbegräbnis und die Hoheitsgewässer von Muhu – Regie: Hans Bunge (Deutsches Theater Berlin – Kleine Komödie) 1975: Peter Hacks: Adam und Eva (Gabriel) – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater) 1976: Arnold Wesker: Tag für Tag (Vater) – Regie: Horst Schönemann (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1977: Gerhart Hauptmann: Die Ratten – Regie: Klaus Piontek (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1977: Arnold Wesker: Tag für Tag – Regie: Horst Schönemann (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1977: Wladimir Tendrjakow: Die Nacht nach der Abschlußfeier (Lehrer) – Regie: Horst Schönemann (Deutsches Theater Berlin – Rangfoyer) 1977: Maxim Gorki: Kinder der Sonne – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater Berlin) 1978: Alexander Wampilow: Letzten Sommer in Tschulimsk (Jeremejew) – Regie: Horst Schönemann (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1980: Friedrich Schiller: Maria Stuart (Ritter Paulet) – Regie: Thomas Langhoff (Deutsches Theater Berlin) 1980: Anton Tschechow: Die Möwe (Lehrer) – Regie: Wolfgang Heinz (Deutsches Theater Berlin) 1980: Albert Wendt: Der Fahrer und die Köchin (Fahrer) – Regie: Günter Falkenau (Deutsches Theater Berlin – Kleine Komödie) 1983: Adolf Glaßbrenner: Ein Heiratsantrag in der Niederwallstraße oder Der preußische Kinderfreund – Regie: Günter Falkenau (Deutsches Theater Berlin im Filmtheater am Friedrichshain) 1984: Friedrich Schiller: Wallenstein (Seni) – Regie: Friedo Solter (Deutsches Theater Berlin) 1984: Heinar Kipphardt: Bruder Eichmann (Verteidiger Servatius) – Regie: Alexander Stillmark (Deutsches Theater Berlin) 1984: Oscar Wilde: Bunbury (Kanonikus) – Regie: Klaus Piontek (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1985: Johannes R. Becher: Winterschlacht (russischer Fürst) – Regie: Alexander Lang (Deutsches Theater Berlin) 1986: Hermann Sudermann: Der Sturmgeselle Sokrates (Boretius) – Regie: Thomas Langhoff (Deutsches Theater Berlin – Kammerspiele) 1988: Heiner Müller: Der Lohndrücker (Lerka) – Regie: Heiner Müller (Deutsches Theater Berlin)
Hörspiele 1974: Wolfgang Müller: Die Spur des Helfried Pappelmann (Lehrer) – Regie: Wolfgang Schonendorf (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1974: Herbert Fischer: Autofahrt (Zugführer) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1975: Lothar Kleine: Michael Gaismair oder Neun Sätze aus der Heiligen Schrift – Regie: Werner Grunow (Hörspiel – Rundfunk der DDR) 1979: Leonid Solowjow: Nasreddin in Buchara (Jussup, Schmied) – Regie: Dieter Scharfenberg (Kinderhörspiel – Litera) 1981: Theodor Storm: Das Puppenspiel (nach der Vorlage Pole Poppenspäler) – Regie: Norbert Speer (Kinderhörspiel – Rundfunk der DDR) 1985: Volksbuch: Till Eulenspiegels mehrsteils wohlige Nacht in der Herberg zu Kneiteln (Alter Bauer) – Regie: Andreas Scheinert, Jürgen Schmidt (Hörspiel – Litera) 1986: Wilhelm Hauff: Das kalte Herz (Holzhauer) – Regie: Rainer Schwarz (Kinderhörspiel – Litera) 1990: Valerie Radtke: Mein großer Brief – Regie: Horst Liepach (Hörspiel – Funkhaus Berlin) 1997: Holger Siemann: Mein Leben als Toter (Großvater) – Regie: Christa Kowalski (Hörspiel – DW)
Literatur Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8.
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