Benken ist eine politische Gemeinde im Bezirk Andelfingen, dem Weinland des Kantons Zürich in der Schweiz. Sein Mundartname ist Bänke. Der 48 Meter hohe Turm der reformierten Kirche prägt das Ortsbild und genauso den Dorfkern, der seit dem Mittelalter in dieser Form besteht.Geschichte. Website der Gemeinde Benken. mini|Benken ZH, historisches Luftbild von 1919, aufgenommen von Walter Mittelholzer

Wappen und Fahne Blasonierung: Schräggeteilt von Silber und Blau, oben eine blaue Pflugschar, unten ein silbernes Rebmesser mit goldenem Griff

Geographie Die Gemeinde liegt im Zürcher Weinland, unmittelbar östlich der deutsch-schweizerischen Grenze (Jestetter Zipfel des Landkreises Waldshut, Baden-Württemberg). Die Lage von Benken am südwestlichen Hang des Cholfirsts ist offen und sonnig, nahe der Rheinschleife bei Rheinau unweit von Schaffhausen.

Bevölkerung + BevölkerungsentwicklungQuellen: 1850–1960: Eidgenössische Volkszählungen (XLS; 927 kB), danach: Gemeindeporträts. Benken. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 1962–2022. Jahr 1634 1850 1878 1900 1950 2000 2005 2010 2015 2020 2022 Einwohner 256 590 475 547 492 705 742 799 859 851 847

Politik Gemeindepräsident ist seit dem 27. März 2021 Beat Schmid (parteilos, Stand 2023).Gemeinderat. Website der Gemeinde Benken.

Bei der Nationalratswahl 2019 erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: SVP 46,65 %, Grüne 12,15 %, SP 10,49 %, FDP 9,83 %, glp 9,33 %, BDP 4,19 %, CVP 2,80 %, EDU 2,56 %, EVP 1,21 % und andere (8) 0,79 %.

Die Wähleranteile bei der Nationalratswahl 2023: SVP 49,12 % (+2,47 %), SP 12,25 % (+1,76 %), FDP 9,30 % (−0,53 %), glp 8,63 % (−0,71 %), Grüne 7,75 % (−4,40 %), Die Mitte 6,76 % (−0,23 %), EDU 2,90 % (+0,34 %), EVP 1,60 % (+0,40 %), andere (12) 1,70 %.Nationalratswahl 2023. Kanton Zürich. 25. Oktober 2023.

Wirtschaft Neben der Landwirtschaft spielte lange Zeit der Torfabbau im Benkenerried eine wichtige Rolle. Ab 1860 begann der Quarzsandabbau, dieser wurde in die aufkommende Glas- und Giesserei Industrie von Bülach und Zürich geliefert.

Geschichte Die frühesten Spuren von Besiedlungen sind eine römische Villa und frühalemannische Gräber. Benken als Pecchinhova wird 858 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Rheinau erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert wird der Ort Benchon genannt. 1540 übernahm Zürich die Herrschaft über Benken. 1560 wurden durch einen Grossbrand 16 Häuser und zwei Scheunen, darunter eine Trotte, zerstört. Durch Holzspenden aus der näheren und weiteren Umgebung konnte das Dorf wieder aufgebaut werden.Randnotizen in Tauf- und Eheregister, überliefert durch Aus dieser Zeit dürfte auch das erste Untervogthaus, das sogenannte Schlössli, stammen.Angabe nach Das dort angegebene Datum 1500 bezieht sich auf das 16. Jh. Das System der Vogteien wurde mit dem Einfall der Franzosen 1798 aufgelöst.

Die elektrische Beleuchtung wurde im Herbst 1910 eingeführt. Der Strom stammte von der Kraftwerke Beznau-Löntsch AG, die auch Schaffhausen mit Strom versorgte. Zwei Jahre zuvor regte sich in der Region noch aktiver Widerstand gegen den Bau einer Hochspannungsleitung. Bei einem Erdbeben am 16. November 1911 fiel der Strom aus, und einige Kamine erhielten Risse oder stürzten ab.Geschätzte Starke des Bebens auf der Richterskala: ca. 4,0.

Im Jahre 1914 wurde die Kirche renoviert; da die Arbeiten schon vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs begonnen worden waren, wurde sie trotz dem Krieg fortgesetzt.

Endlager für radioaktive Abfälle mini|Versiegeltes Bohrloch der NAGRA In den letzten Jahren ist Benken vor allem durch Überlegungen bekannt geworden, in der dortigen Region eventuell ein Endlager für hochradioaktive und langlebige mittelradioaktive Abfälle zu errichten.

1985 legte die Entsorgungsgesellschaft NAGRA mit dem sogenannten «Projekt Gewähr» eine Studie über die Realisierbarkeit eines Endlagers im Kristallingestein der Nordschweiz vor. Da diese Studie den Nachweis der Realisierbarkeit nicht vollständig erbringen konnte, ordnete die Regierung weitere Untersuchungen an, die auch auf Sediment als Wirtsgestein ausgedehnt werden sollten. Nach einem breiten Auswahlverfahren, in das unter anderem mögliche Standorte in Weiach und Böttstein einbezogen waren, entschied sich die NAGRA im Jahr 1994, die weiteren geologischen Untersuchungen auf das Gestein Opalinuston im Zürcher Weinland zu konzentrieren. Die Ergebnisse einer Tiefbohrung bei Benken und einer seismischen Erhebung der Region bildeten die Grundlage für eine neue Machbarkeitsstudie, die den Behörden im Dezember 2002 übergeben wurde.

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten Ulrich Meister junior (1838–1917), Förster und Politiker

Literatur Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Benken (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1938, , S. 156–158 (Digitalisat). Hans Werner Ernst: Kirchgemeinde Benken. Akeret, Andelfingen 1964 Walter Ulrich Guyan: Benken im Zürcher Weinland. Gemeindekanzlei, Benken 1984

Weblinks

Offizielle Website der Gemeinde Benken ZH

Statistische Daten der Gemeinde Benken

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde

Kategorie:Ersterwähnung 858