mini|hochkant|Rupert Murdoch (2012) Keith Rupert Murdoch (* 11. März 1931 in Melbourne, Victoria, Australien) ist ein US-amerikanischer Medienunternehmer (PDF; 144 kB) Letzter Abruf: 22. September 2010Forbes.com: The World's Billionaires #73 Rupert Murdoch Letzter Abruf: 22. September 2010 australischer Herkunft. in: wissen.de, abgerufen am 4. September 2011 Er war Gründer, Vorsitzender und CEO der News Corporation und bis zu seinem Rücktritt im September 2023 Executive Chairman der News Corp und der Fox Corporation.
Nach der Übernahme zweier Zeitungen in Adelaide von seinem Vater kaufte und gründete Murdoch weitere Publikationen in Australien, um dann seine Marktpräsenz auf Großbritannien, die USA und einige asiatische Märkte auszuweiten. Murdochs erste andauernde Investition in den Fernsehmarkt tätigte er in Großbritannien 1989 mit der Übernahme von Sky Channel. Während der 2000er Jahre baute er seinen Einflussbereich im Satellitenfernsehen, in der Filmindustrie und im Internet aus.
Es wurde 2006 geschätzt, dass zirka 2 ProzentNews Corp. (2006), Annual Report 2006, S. 37ITU Workshop on Ubiquitous Network Societies (2005), The Future of TV Broadcasting in Ubiquitous Network Societies (UNS) der global vertriebenen Medien unter seinem Einfluss stehen. Murdoch befand sich 2006 auf dem 4. Platz in der Rangliste der kommerziell erfolgreichsten Medienunternehmer der Liste des Forbes Magazine.The 400 Richest Americans bei Forbes Magazine
Im September 2023 gab Murdoch bekannt, dass er als Vorsitzender von Fox Corp. und News Corp. zurücktreten werde.
Leben Kindheit und früher Werdegang Der Enkel des Theologen Patrick John Murdoch und Sohn von Keith und Elisabeth Murdoch sr., geb. Greene, besuchte das Internat Geelong Grammar School in Australien und studierte anschließend am Worcester College an der Universität von Oxford in England den Studiengang Philosophy, Politics and Economics. Während dieser Zeit war Murdoch ein Anhänger der britischen Labour Party. Nach dem plötzlichen Tod seines Vaters kehrte der 22-Jährige nach Australien zurück und übernahm die Führung im väterlichen Medienunternehmen, das damals aus zwei Zeitungen in Adelaide (unter anderem The News) und einem Radiosender bestand.BBC: Rupert Murdoch: Bigger than Kane Zuletzt abgerufen: 22. September 2010
Erweiterung der News Corporation Murdoch weitete seine Marktpräsenz schnell über sein Heimatland aus. 1955 kaufte er die Sunday Times und machte aus ihr eine erfolgreiche Boulevardzeitung. Während der nächsten Jahre konnte Murdoch weitere, vor allem regionale Zeitungen, Magazine und Fernsehstationen erwerben. Sein erster Vorstoß außerhalb Australiens war der Kauf der neuseeländischen Tageszeitung The Dominion 1964. Später im selben Jahr gründete Murdoch die erste australische Zeitung mit nationaler Verbreitung, den Australian. Nachdem er seinen Anteil am australischen Markt erhöht hatte, lenkte Murdoch sein Augenmerk auf Großbritannien. Sein bis 1968 größter Kauf war die News of the World, das sonntäglich erscheinende Boulevardblatt mit der größten Verbreitung. Später folgten andere Zeitungen mit großer Verbreitung wie The Sun und die TimesRupert Murdoch: Bigger than Kane. In: BBC News vom 31. Juli 2002, zuletzt abgerufen am 29. April 2012 (englisch).. Die News Corporation ist ein weltweit agierender Medienkonzern, der zahlreiche Beteiligungen an Film- und Fernsehunternehmen, Zeitungs- und Buchverlagen und sogar eine Baseball-Mannschaft (Los Angeles Dodgers) besitzt. Die Herzstücke dieses Medienimperiums sind u. a. das Hollywood-Filmstudio 20th Century Fox und das US-amerikanische Fernsehnetzwerk Fox Broadcasting Company, das der Australier Murdoch 1985 erst nach Erlangung der US-Staatsbürgerschaft ins Leben rufen konnte. 1989 fasste er mit der Gründung von British Sky Broadcasting Fuß im europäischen Medienmarkt. Im asiatischen Markt ist Murdoch mit STAR TV vertreten, das mehr als 100 Millionen Zuschauer täglich hat.
Im Jahr 2005 kaufte Murdoch für 580 Millionen US-Dollar Myspace und verkaufte das soziale Netzwerk 2011 für 35 Millionen US-Dollar. Am 1. August 2007 konnte Murdoch zudem nach einer monatelangen Verhandlungsschlacht den bekannten US-Verlag Dow Jones übernehmen, zu dem unter anderem das weltweit bekannte Wall Street Journal gehört. Am 7. Dezember 2007 wurde bekannt, dass Murdochs Sohn James den Chefposten des Medienimperiums seines Vaters in Europa und Asien übernimmt.
Murdoch stellte News of the World nach einem Abhörskandal am 10. Juli 2011 ein. Wenige Tage später zog er auch das Übernahmeangebot für den Fernsehsender BSkyB zurück, an dem die News Corporation 39,1 Prozent der Aktienanteile hält.Wesel, Barbara: bei tagesschau.de, 13. Juli 2011 (abgerufen am 13. Juli 2011).
Am 19. Juli 2011 wurden Murdoch und sein Sohn vor einem Untersuchungsausschuss des Unterhauses zu dem Abhörskandal befragt. Murdoch sagte dabei, dies sei ein Tag der größten Demut in seinem Leben gewesen.Matthias Beermann: Demütigster Tag meines Lebens. In: Rheinische Post vom 20. Juli 2011, abgerufen am 29. April 2011. Im Original „most humble day“, vgl. Murdoch's most humble day. In: The Independent vom 19. Juli 2011, abgerufen am 29. April 2012 (englisch.)
Im September 2023 kündigte Murdoch an, dass er als Vorsitzender von Fox Corp. und News Corp. zurücktreten werde und in die Rolle eines emeritierten Vorstandsvorsitzenden zu wechseln.Rupert Murdoch tritt als Chef von Fox und News Corp. zurück. In: horizont.net vom 21. September 2023. Die Leitung der beiden Unternehmen werde er an seinen Sohn Lachlan Murdoch übergeben.
Politik US-amerikanische Politik, Verhältnis zu Donald Trump Murdoch betreibt den US-amerikanischen Fernsehkonzern Fox News, welcher als sehr konservativ und Republikaner-freundlich gilt. 1977 startete Murdochs Boulevardblatt New York Post die Klatschkolumne «Page Six», die Trump zu einem ihrer Lieblingsthemen machte und ihm half, seinen öffentlichen Mythos zu erschaffen. Das erste offene Zerwürfnis gab es 1980, als die «New York Post» berichtete, dass Trump die Mitgliedschaft in einem exklusiven Golfklub verwehrt wurde, woraufhin Trump eine Verleumdungsklage androhte.Andreas Scheiner: König contra Königsmacher / Der amerikanische Präsident Donald Trump und der mächtige Verleger Rupert Murdoch verachten sich – können aber nicht ohne einander In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. August 2025, Seite 3 Trumps langjähriger Anwalt Roy Cohn brachte beide in den 1970er Jahren zusammen; zudem waren Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und Murdoch befreundet. Das größte Zerwürfnis ereignete sich in der Wahlnacht 2020, als Fox News als erstes Medium Arizona an Joe Biden zusprach, was Trump in Wut versetzte. Nach der Erstürmung des Kapitols im Januar 2021 wies Murdoch seine Redaktion an, Trump zu einer «non-person» zu machen. Vor den Wahlen 2024 setzte Murdoch zunächst auf Ron DeSantis, musste aber bald wieder zu Trump zurückkehren. Die neueste Episode ihrer wechselvollen Beziehung dreht sich um eine Klage Trumps gegen Murdoch auf 10 Milliarden Dollar wegen eines Berichts im «Wall Street Journal» aus dem Jahr 2003 über einen angeblichen Trump kompromittierenden Brief an Jeffrey Epstein.
Britische Politik Durch seine Zeitungen The Sun, die Times und vor allem die ehemalige News of the World und seinen Fernsehsender Sky hatte und hat Murdoch noch immer viel Einfluss auf die britische Politik. Er hatte am Anfang seines Engagements in Großbritannien ein Bündnis mit den Konservativen und deren Premierministern Margaret Thatcher und John Major. Diese verhalfen ihm auch dazu, seine Zeitungen zu kaufen, da es bis dahin ein Gesetz gab, das verhinderte, eine Zeitung zu 100 % zu kaufen. Dafür verhalf er den Konservativen, dies behauptet die Sun von sich selbst, bei den Unterhauswahlen 1992 zu einem knappen Sieg. Bei den Unterhauswahlen 1997 unterstützte er die Labour-Partei mit ihrem Vorsitzenden Tony Blair, die diese Wahl dann auch erdrutschartig gewann. Tony Blair wurde danach zum Premierminister ernannt. Durch die Unterstützung für Blair bekam Murdoch sehr viel Einfluss auf die britische Regierung; so war Blair einer der Befürworter des Irak-Krieges, welcher auch von Murdoch gewollt war. Bei den Unterhauswahlen 2010 zog er dann überraschend seine Unterstützung für die Labour-Regierung unter Premierminister Gordon Brown zurück und unterstützte dafür David Cameron und die Tories, die dann auch die Wahlen gewannen.
Positionen mini|hochkant|Rupert Murdoch (2007) Zionismus und Neokonservativismus Murdoch ist für seine zionistische Grundhaltung bekannt, die sich auch in der Berichterstattung seiner Medien widerspiegelt.Murdoch – a Genuine Friend of Israel In einer Rede vor der Anti-Defamation League im Januar 2010 forderte Murdoch eine entschiedenere Unterstützung Israels durch die USA.Rupert Murdoch. The Aim is to make Israel Pariah. (Rede gehalten vor dem ADL Dinner 2010) In: Commentary Magazine 10. Januar 2010Rupert Murdoch says US should increase its support for Israel // Inayat's Corner
Irak-Krieg Am 26. Januar 2007 räumte Murdoch in einem Interview auf dem „World Economic Forum“ in Davos öffentlich ein, dass er aktiv versucht habe, die öffentliche Meinung zu Gunsten George W. Bushs Nahost-Politik zu beeinflussen.
Brexit Murdoch hat insbesondere über sein britisches Boulevardblatt The Sun 2016 die „Brexit“-Kampagne unterstützt.Thomas Hüetlin: Brexit-Irrsinn: Alles nur ein Spiel, Spiegel Online, 2. Juli 2016, abgerufen am 2. Juli 2016
Klimawandel Murdoch beschrieb sich selbst 2015 als „Klimawandelskeptiker, nicht als Leugner“, bezeichnete aber im nächsten Satz Warnungen vor der globalen Erwärmung als „alarmistischen Nonsens“.Rupert Murdoch links regulations, climate change ‘nonsense’ to global financial turmoil, CNN, 27. August 2015 Die von ihm kontrollierten News Corp.-Medien säen seit Jahrzehnten besonders stark Zweifel am menschengemachten Klimawandel und arbeiten daran, eine ernstzunehmende Klimapolitik zu verhindern.David McKnight: Murdoch’s Politics: How One Man’s Thirst For Wealth and Power Shapes our World. Pluto Press, New York 2013, S. 194ff.Christian Stöcker: Männer, die die Welt verbrennen. Berlin 2024, S. 162f. Beispielsweise versuchten sie in ihrer Berichterstattung den Zusammenhang der Großbrände in Australien 2019 mit dem Klimawandel zu verschleiern.Aus Frust über den Klimaleugner: Murdoch-Sohn kritisiert Medien des Vaters, Tagesspiegel Online, 14. Januar 2020, abgerufen am 15. Februar 2021
In der Populärkultur Jeffrey Archer nimmt Murdochs jahrelangen Machtkampf mit Robert Maxwell, das größte Medienimperium weltweit zu besitzen, zur Vorlage für seinen Roman „Imperium“. Den Angaben des Schriftstellers zufolge soll dieser zu 78 Prozent auf Tatsachen beruhen.
Die Fernsehserie Succession wird als Anspielung auf Rupert Murdoch und seine Familie gesehen.Susanne Rakowitz: Wie "Succession" den Murdoch-Clan vorführt, in: Kleine Zeitung, 11. November 2020Margaret Hartmann: How the Rupert Murdoch Family Drama Inspired Succession, in: Intelligencer, 21. September 2023
Kritik Kritikern zufolge nutzt Murdoch die Medien in seinem Besitz zur Verbreitung konservativer Weltanschauungsmuster. Ihm wird zum Beispiel nachgesagt, die öffentliche Meinung in Großbritannien pro Brexit beeinflusst zu haben.