mini|Krodoaltar im Goslarer Museum
Der Krodoaltar ist der einzige erhaltene Kirchenaltar der Romanik aus Metall. Er stammt aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts abgerissenen Goslarer Dom und ist neben dem Goslarer Kaiserstuhl eines der wenigen Ausstattungsstücke, die daraus erhalten sind. Heute ist er im Goslarer Museum ausgestellt.
Objekt mini|Zierscheibe aus dem Krodo-Altar
Der Altar besteht vollständig aus Bronze und ist teilweise vergoldet. Er wurde in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts gefertigt, vielleicht in Goslar. Der Goslarer Dom wurde 1051 durch Erzbischof Hermann II. von Köln geweiht, der Altar kann also nicht zur ursprünglichen Ausstattung gehören. Der Altar hat einen quaderförmigen Korpus mit unterschiedlich großen Öffnungen an den außenliegenden Wänden, in die ursprünglich 132 Schmuckscheiben (11 × 12) eingesetzt waren. Diese wiederum fassten Schmucksteine und Bergkristalle. Bis auf eine, schwer beschädigt, die ebenfalls im Goslarer Museum ausgestellt ist, sind sie alle verloren. Der Korpus steht auf vier Füßen, die als Atlanten ausgebildet sind, die den Altar tragen. Er konnte von innen beleuchtet werden, so dass die Schmucksteine und Bergkristalle leuchteten.Beschriftung am Objekt im Goslarer Museum.
Bezeichnung mini|Opfer-Fest für Krodo auf der Harzburg, 1798
Erst in der frühen Neuzeit kam die Legende auf, dass der Altar ursprünglich der Verehrung des germanischen Pseudogottes Krodo gedient habe.harzburger-wanderseite.de. Als Altar, auf dem ein Menschenopfer für Krodo stattfindet, setzte ihn Friedrich Georg Weitsch 1798 in seinem Historiengemälde Das Opferfest des Krodo ins Bild.
Geschichte Der Altar musste im Laufe der Jahrhunderte schwere Beschädigungen hinnehmen: Die Hände der Trägerfiguren sind verstümmelt, die ehemals hinter ihnen stehenden Türme sind größtenteils verloren und damit auch die ursprüngliche Verbindung zwischen Korpus und Figuren unkenntlich geworden. Die Schmuckscheiben fehlen und Beschädigungen bezeugen den Versuch, die Vergoldung abzukratzen.
Der erste schriftliche Beleg für den Altar stammt aus dem 17. Jahrhundert. Schon damals wies er die Beschädigungen auf.
In der Franzosenzeit gehörte er zu dem Beutegut, mit dem Kaiser Napoleon sein Musée Napoléon in Paris füllte. Nach dem Sturz des Kaisers kehrte der Altar mit zahlreichen anderen Kunstgegenständen zurück.Beschriftung am Objekt im Goslarer Museum.
Literatur Ursula Müller, Hans-Günther Griep, Volker Schadach: Kaiserstadt Goslar. Verlag Volker Schadach, Goslar 2000, ISBN 3-928728-48-2 Reinhard Roseneck: Der Rammelsberg. Verlag Goslarsche Zeitung, Goslar 2001, ISBN 3-9804749-3-3 Christopf Gutmann, Volker Schadach: Kaiserpfalz Goslar. Verlag Volker Schadach, Goslar 2002, ISBN 3-928728-52-0
Weblinks
Krodoaltar / Crodo-Altar
Einzelnachweise
Kategorie:Christlicher Altar Kategorie:Christentum in Goslar Kategorie:Goslarer Museum Kategorie:Romanische Skulptur Kategorie:Schmiedearbeit Kategorie:Werk (12. Jahrhundert) Kategorie:Skulptur (Niedersachsen) Kategorie:Bildende Kunst (Goslar)