Willendorf ist ein Gemeindeteil der Stadt Merkendorf im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern). Willendorf liegt in der Gemarkung Großbreitenbronn.

Geografie Durch das Dorf fließt der Braungartenbach, der sich nach Merkendorf in verschiedene Bäche aufspaltet und mit anderen Bächen zusammenfließt, die alle linke Zuflüsse der Altmühl sind. Es münden bei Willendorf der Waldgraben, der Weihergraben und der Waldeckgraben als rechte Zuflüsse des Braungartenbachs. Im Nordosten liegt die Flur Kreuth, im Südwesten grenzt das Wannenholz an.

Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Kleinbreitenbronn (1 km nördlich) bzw. zur Bundesstraße 13 bei Triesdorf Bahnhof (0,3 km südöstlich). Eine weitere Gemeindeverbindungsstraße führt an der Weißbachmühle vorbei nach Merkendorf zur Staatsstraße 2220 (2 km östlich).

Geschichte Graf Konrad von Oettingen und Hermann Rindsmaul verkauften 1274 und 1305 Güter an das Kloster Heilsbronn. 1331 erhielt das Kloster dort Güter von dem Magister Peregrinus zum Geschenk. Insgesamt erwarb das Kloster vier Güter.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 481.

Im 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf aus dem Jahr 1616 wurden für Willendorf 3 Höfe angegeben, die dem Verwalteramt Merkendorf unterstanden. Die Anwesen anderer Grundherren wurden nicht aufgelistet.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 25, 33. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 743. Das Verwalteramt Merkendorf übte abwechselnd mit dem Stadtvogteiamt Eschenbach des Deutschen Ordens das Gemeinderecht und den Hirtenstab aus.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 743. Die Fraisch hatte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 740. Während des Dreißigjährigen Krieges verödeten diese Güter allesamt.

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Ansbach. Es gab zu dieser Zeit 11 Untertansfamilien, von denen 4 ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 298.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Willendorf dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Großbreitenbronn zugeordnet. Es gehörte auch der wenig später gegründeten Ruralgemeinde Großbreitenbronn an. Am 1. Mai 1978 wurde Willendorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Merkendorf eingemeindet.

Am Ortsrand nach Merkendorf steht eine private Biogasanlage, die seit 2007 öffentliche Gebäude der Stadt Merkendorf (z. B. Schulhaus, Feuerwehrhaus und Ärztehaus) sowie seit 2016 weitere private und öffentliche Gebäude in der Altstadt Merkendorf mit Nahwärme versorgt.

In den Jahren von 2009 bis 2011 wurden im Rahmen der Dorferneuerung ein Dorfplatz angelegt und die Kanalisation erneuert.

Baudenkmäler Haus-Nr. 4: Wohnstallhaus Haus-Nr. 10: Wohnstallhaus. Relief mit eisernem Kreuz. Messer, Pflugschar, Monogramm „MH“ und Jahreszahl „1789“H. K. Ramisch: Landkreis Feuchtwangen, S. 143. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.

Einwohnerentwicklung Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 1991 2010 2020Einwohner 74 75 81 83 91 72 116 199 147 103 107 112 112 96 HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 14 14 19 17 20 25 30 25 Quelle Karl Huber: Gemeindedaten zum 1. Januar 1991. In: Festschrift zur Einweihung des Rathauses und des Krautbrunnens - Stadt Merkendorf - 25. Oktober 1991. Merkendorf 1991, S. 22. Daten aus den Bürgerversammlungen vom 24. und 25.11.2020 / Präsentation (PDF) S. 6 auf merkendorf.de, abgerufen am 3. Dezember 2020

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach Unserer Lieben Frau (Merkendorf) gepfarrt. Die Einwohner römisch-katholischer Konfession sind nach Liebfrauenmünster (Wolframs-Eschenbach) gepfarrt.

Literatur Arbeitsgemeinschaft Ortschronik Großbreitenbronn: Mein Breitenbronn – Chronik von Großbreitenbronn. Großbreitenbronn 2007.

Wilhelm Koch, Heinrich Helmreich: Die ehemalige Gemeinde Großbreitenbronn. In: Merkendorf – Historische Kleinstadt im Fränkischen Seenland. Merkendorf 1988, S. 322–329.

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Geographie (Merkendorf, Mittelfranken)