Kupfer(II)-citrat ist das Kupfersalz der Citronensäure.
Beschreibung Kupfer(II)-citrat ist ein kristalliner geruchloser Feststoff, mit einer für Kupferverbindungen charakteristischen blauen Farbe. Es ist in Wasser schwer löslich.
Herstellung Kupfer(II)-citrat lässt sich beispielsweise durch Reaktion von Kupfer(II)-hydroxid (Cu(OH)2) mit Citronensäure herstellen:
Alternativ kann man Kupfer(II)-citrat auch durch die elektrochemische Umsetzung von mit Wasser verdünnter Citronensäure und Kupfer gewinnen. Oder als eine Reaktion zwischen einem löslichen Kupfer(II)-Salz und Trinatriumcitrat: [Cu(H2O)6]2+ + 2Hcit3− → [Cu(H3cit)(H2cit)]− + 3OH− + 3H2O und anschließendes Erhitzen der hergestellten blaugrünen Lösung unter dem Siedepunkt des Wassers: 2[Cu(H3cit)(H2cit)]− → Cu2(cit)•2H2O + 3H3cit− + H+
Verwendung links|mini|198x198px|Wasserfreies Kupfer(II)-citrat Kupfer(II)-citrat wird in der Önologie zur Behandlung des Weinfehlers „Böckser“ – ein Geruchs- und Aromafehler – verwendet. Kupfercitrat wird dabei als granuliertes „Kupzit“ (mit 5 % Gehalt an Kupfercitrat) dem Wein zugegeben. Dies führt allerdings dazu, dass dann freie, geschmacklich völlig unzulängliche, Kupferionen im Wein verbleiben. Diese müssen daher nach der Böckser-Behandlung mit Kaliumhexacyanidoferrat(II) abgefangen werden, welches die freien Kupferionen weitgehend in eine unlösliche und somit vom Wein abfiltrierbare Form überführt.
Daneben wird Kupfercitrat noch als Algizid in Schwimmbädern, als Antiseptikum, in Metallbearbeitungsölen (PDF; 1,1 MB) S. 11. sowie schon seit 1849 als PigmentN. Eastaugh, V. Walsh, T. Chaplin, R. Siddall: Pigment Compendium: A Dictionary of Historical Pigments. Butterworth-Heinemann, 2004, ISBN 978-0-7506-5749-5. verwendet. In geringem Umfang wird das Citrat zur Holzkonservierung eingesetzt.T. G. Townsend, H. M. Solo-Gabriele: Environmental Impacts of Treated Wood. CRC Press, 2006, ISBN 978-0-8493-6495-2. Auch in Nahrungsergänzungsmitteln ist es für das Spurenelement Kupfer als Komponente enthalten.
Sicherheitshinweise Bei Hamstern zeigte Kupfer(II)-citrat nach einer Gabe an trächtige Tiere eine fruchtschädigende Wirkung, vorwiegend Missbildungen des cardiovaskulären Systems.M. J. Derelanko, M. A. Hollinger: Handbook of Toxicology. CRC Press, 2002, ISBN 978-0-8493-0370-8.NRC (USA): Mineral Tolerance of Domestic Animals. National Academy of Sciences, Washington, 1980. Die akute letale Dosis bei Ratten beträgt bei oraler Aufnahme 1.580 mg·kg−1.
Literatur A. J. Davison, R. T. Hamilton: Stimulation of cytochrome c oxidation by a copper citrate complex. In: Arch. Biochem. Biophys. Band 126, 1968, S. 228–231; PMID 5671065. Abdelaziz Madinzia, Mohammed El Amanea, Hamid Atmani: Synthesis, characterisation and electrochemical properties of the copper citrate complexes. In: Annales de Chimie Science des Materiaux. Band 25, 2000, S. 179–185; doi:10.1016/S0151-9107(00)88893-5. F. J. Di Carlo: Syndromes of cardiovascular malformations induced by copper citrate in hamsters. In: Teratology. Band 21, 1980, S. 89–101. PMID 7385058.
Einzelnachweise
Kategorie:Citrat Kategorie:Kupferverbindung