thumb|upright|Moritz Carl zu Lynar (1756),Maler: Johann Nikolaus Grooth, Öl auf Leinwand 67,3 × 83,8 cm. Moritz Karl Graf zu Lynar (* 14. Februar 1702 in Lübbenau; † 24. April 1768 ebenda) war ein deutscher Diplomat.

Leben Der Sohn des kursächsischen Kammerherrn und Oberamtsrates Friedrich Casimir zu Lynar und dessen Frau Eva Elisabeth von Windisch-Graetz, absolvierte nach seiner Zeit auf der Ritterakademie Brandenburg von etwa 1714 bis 1717 seine Studien an der Universität Wittenberg, wo er sich am 12. Juli 1718 immatrikulierte. Im Anschluss wurde er sächsischer Diplomat,1734-Graf Lynar, In: Theodor Schiemann, Otto Hoetzsch, L. K. Goetz, H. Uebersberger (Hrsg.): Zeitschrift für Osteuropäische Geschichte. 1912. Band 2, II. Miszellen, Verlag von Georg Reimer, Berlin 1912, S. 411. war 1734 kursächsischer Gesandter in Berlin und in St. Petersburg. Dort wurde er zum Liebhaber der Regentin und Zarenmutter Anna Leopoldowna. Um das Verhältnis vor der Öffentlichkeit zu verbergen, verlobte sie ihn mit Julie von Mengden, einer VerwandtenVgl. Aladár von Boroviczény: Graf von Brühl, der Medici, Richelieu und Rothschild seiner Zeit. Amalthea-Verlag Wien 1929/1930, S. 164. ihres Armeechefs Burkhard Christoph von Münnich.

Lynar reiste nach Dresden,Siehe Brief, In: Politische Correspondenz Friedrich’s des Grossen. Band 6, Verlag von Alexander Duncker sen., Berlin 1881, S. 552. um seinen Abschied zu nehmen und in die Dienste seiner regierenden Geliebten zu treten. Jedoch ereilte ihn auf der Reise die Nachricht ihres Sturzes am 6. Dezember 1741. Daher blieb er in Sachsen, wurde dort Geheimrat und Präsident der Oberamtsregierung in der Niederlausitz.Vgl. Carl Hübner: Zur Geschichte der kursächsischen Politik beim Ausbruche des östereichischen Erbfolgestreites. Inaugural-Dissertation-Phil. Fakultät Universität Leipzig, Oswald Schmidt, Leipzig-Reidnitz 1892, S. 88. Als Erbherr auf Lübbenau und Bucko beteiligte er sich an der Errichtung der Nikolaikirche in Lübbenau, wo sich auch sein Grabmal befindet. Da er ohne Erben blieb, übernahm sein Bruder Rochus Friedrich zu Lynar seinen Erbbesitz; der schon zu Lebzeiten für dessen Sünden verantwortlicht gemacht wurde.Constantin Rößler (Hrsg.): Zeitschrift für Preußische Geschichte und Landeskunde. Siebzehnter Jahrgang, Mitwirkung: Droysen, Duncker und L. von Ranke. Ernst Siegfried Mittler und Sohn, Berlin 1880, S. 327.

Lynar heiratete am 17. November 1728 Gräfin Christiane Friderike Henriette von Flemming (* 17. September 1709; † 24. März 1730), die Tochter des Grafen Joachim Friedrich von Flemming. mini|hochkant=0.5|Epitaph. St. Nikolai Lübbenau. Die wappengeschmückten Prunkgrabmäler von Moritz Karl und seiner Ehefrau befinden sich in St. Nikolai Lübbenau.

Literatur Rochus Graf zu Lynar, Lothar Uebel: Die Grafen zu Lynar. Kurze Geschichte einer langen Tradition. Hrsg. Gräflich zu Lynarsche Schlossverwaltung, Druck Arnold-Großbeeren, Lübbenau 2015, ISBN 978-3-00-050574-4, insb. S. 47–53. Walter von Leers: Die Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a.H. 1705–1913. P. Riemann-Ludwigslust-Selbstverlag des Vereins der ehemaligen Zöglinge der Ritterakademie zu Brandenburg a. H., Brandenburg a.H./ Ludwigslust 1913, 1914, S. 21. Nr. 120.

Friedrich Bülau (Hrsg.): Geheime Geschichten und räthselhafte Menschen. Sammlung verborgener oder vergessener Merkwürdigkeiten. Band 8, V. Grafen Lynar. 1. Auflage, F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 354–359– 405. Leopold Freiherr von Zedlitz-Neukirch: Neues Preussisches Adels-Lexicon. Band 3, Verlag Gebrüder Reichenbach, Leipzig 1837, S. 324–328–330.

Quellen Archivportal-D: Moritz Karl Graf zu Lynar auf Lübbenau gegen Gebrüder v. Klitzing zu Seese wegen Veränderung des Calauschen Fließes ZVAB.com: Unterschrift Maurice Charles Comte de Lynar. Wittenberg, 24.III.1721

Weblinks

Schloss Lübbenau: Der „schöne Lynar“ und die Erweiterung des Schlossensembles Deutsche Biographie-Index: Lynar, Moritz Karl Sächsische Biografie: Moritz Karl von Lynar (1702-1768)

Einzelnachweise

Kategorie:Sächsischer Diplomat Kategorie:Gesandter in Preußen Kategorie:Botschafter im Russischen Kaiserreich Moritz Karl Moritz Karl Kategorie:Person (Lübbenau/Spreewald) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1702 Kategorie:Gestorben 1768 Kategorie:Mann