Arno A. Brasch (geboren 1910 in Berlin; gestorben 5. Mai 1963 in New York CityNew York Times Chronology (May 1963)NYTimes.com: ARNO BRASCH, 53, PHYSICIST, IS DEAD - Worked on Preserving Food by Electron Bombardment Measured Lightning) war ein deutscher Physiker.

Leben Mit Fritz Lange und Kurt Urban (1904–1928) machte er im AEG-Transformatorenwerk Hochspannungsversuche, mit denen sie wohl Atome zertrümmern wollten. Ernest Rutherford hatte 1927 einen solchen Entladungsversuch vorgeschlagen.Timothy Koeth, Rutgers University: Accelerators, abgerufen am 8. Januar 2014. 1927 unternahmen sie Hochspannungsversuche mit Blitzen in Italien auf dem Monte GenerosoArno Brasch, Fritz Lange: Experimentell-technische Vorbereitungen zur Atomzertrümmerung mittels hoher elektrischer Spannungen. In: Zeitschrift für Physik. 70, 1931, S. 10–37, . wobei sie 15 MV erreichten.Walther Nernst, Fritz Lange: Kurt Urban. In: Die Naturwissenschaften. 16, 1928, S. 796–796, .ARCHIV -in f o 7. Jahrgang 2006 · Heft Nr. 1

Um 1929 adaptierten sie Coolidges Entwurf. Ab ca. 1930 wurden die beiden jungen Physiker von AEG in Berlin unterstützt und konnten das Hochspannungslaboratorium in Oberschöneweide benutzen, wo ein Marx-Generator für 2,4 MV zur Verfügung stand.

Sie entwickelten eine Entladungsrohr, ein sogenanntes Lamellenrohr, in dem ringförmige Metallscheiben von wenigen Zentimetern Dicke abwechselnd mit Isolierscheiben gestapelt und verpresst werden. Damit konnte ein gleichmäßiger Potentialverlauf im Inneren erreicht, der Gleitweg erheblich verlängert und störende Gleitentladungen vermieden werden. Die Baulänge von 2 bis 3 m wurde auf 84 cm verkürzt. Um äußere Überschläge zu vermeiden, wurde es in einem Öltank betrieben. In den künstlichen Blitzen von 1 bis 100 μS traten Ströme von 1000 A auf. Die an der Anti-Kathode erzeugte Röntgenstrahlung entsprach härtester Radiumstrahlung von 100 kg Radium-Äquivalenz. Wurde die Anti-Kathode durch ein Lenard-Fenster ersetzt, war der austretende Elektronenstrahl in Luft blau leuchtend sichtbar. Dieses sollte zur Tiefentherapie dienen. Der mit der Erprobung beauftragte Direktor der strahlentherapeutischen Abteilung des Instituts für Krebsforschung Ludwig Halberstädter verlor jedoch 1933 seine Stellung und emigrierte umgehend nach Palästina.

Am 21. Dezember 1934 meldeten er und Lange ein „Verfahren zur Anregung und Durchführung von Kernprozessen“ zum Patent an.Heiko Petermann: Lange ging 1935 in die UdSSR und arbeitete dort bis 1957, wo er sich zunächst in Charkow und dann in Swerdlowsk im Labor von Isaak Kikoin auf die Gaszentrifuge spezialisierte. Ihr Mitarbeiter Adnan Waly, der einen ägyptischen Pass hatte, ging zunächst nach Ägypten und nach Kriegsende in die USA.

Brasch ging 1936 in die USA. Hier arbeitete er am Jewish Hospital of Brooklyn mit Frederick B. Traub, Wolfgang Huber und Helen Carleton.F. B. TRAUB, A. BRASCH, W. HUBER: The effect of high intensity electron bursts on antibodies. In: Journal of Immunology. Band 70, Nummer 4, April 1953, S. 366–371, . PMID 13035128. 1947 beschrieben er und Huber einen neuen gepulsten Linearbeschleuniger mit dem Fleisch und andere Lebensmittel sterilisiert werden konnten. Sie untersuchten dabei auch den Einfluss von Temperatur und Atmosphäre während der Bestrahlung auf die Qualität von Milch und Milchprodukten und stellten fest, dass Geschmacksveränderungen durch tiefe Temperaturen und die Abwesenheit von Sauerstoff minimiert werden konnten. 1948 entwickelten John G. Trump († 21. Feb. 1985) und Robert Jemison Van de Graaff am MIT einen anderen Beschleunigertyp. Damit standen die notwendigen Mittel für die Bestrahlung von Lebensmitteln zur Verfügung.

Sie erhielten noch eine Vielzahl von Patenten.

Veröffentlichungen Experimentell-technische Vorbereitungen zur Atomzertrümmerung mittels hoher elektrischer Spannungen, Zeitschrift für Physik, Band 70 (1931) Nr. 1–2, S. 10–33. Der Beginn des Atom-Zeitalters, in: Aufbau, 10. August 1945

Literatur Joseph Walk (Hrsg.): Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918–1945. Hrsg. vom Leo Baeck Institute, Jerusalem. Saur, München 1988, ISBN 3-598-10477-4, S. 44

Weblinks Arno Brasch scrapbook, circa 1927-1939 Lawrence and His Laboratory

Einzelnachweise

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