Theodor Pütz (* 28. März 1905 in Krefeld; † 16. Dezember 1994 in Innsbruck) war ein deutscher, lange Jahre in Österreich tätiger Nationalökonom.

Leben Er besuchte das Realgymnasium in Krefeld und arbeitete nach dem Abitur zwei Jahre in der Textilmaschinenindustrie. Er studierte zunächst Technik an der TH München und wechselte nach einem Jahr an der Universität Paris (Sorbonne) in die Wirtschaftswissenschaften. 1931 promovierte er in München über Adam Smith und arbeitete von 1932 bis 1937 als erster planmäßiger Assistent an Technisch-Wirtschaftlichen Institut der TH München. 1934 habilitierte er sich hier mit der Arbeit „Das Bild des Unternehmers in der Naionalökonomie“ für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft. 1938 wechselte der an die Wirtschaftshochschule Berlin, wo er ab 1940 außerplanmäßiger Professor war.

1943 wurde er als außerordentlicher Professor an die Universität Innsbruck berufen und entkam mit seiner Familie den englischen Luftangriffen auf Berlin. Obwohl er mehreren NS-Organisationen (NS-Rechtswahrerbund, NS-Lehrerbund) angehörte, war er nie NSDAP-Mitglied. 1950 und 1951 übernahm er für je ein Semester eine Lehrstuhlvertretung an der Universität Graz und wurde 1953 Ordinarius für Volkswirtschaftspolitik an der juridischen Fakultät der Universität Wien, wo er bis zu seiner Emeritierung 1975 lehrte. 1958 gründete er das Institut für Wirtschafts- und Sozialpolitik an der Universität Wien, das führende Persönlichkeiten der Wirtschaftspolitik zusammenführte (Stephan Koren, Wolfgang Schmitz, Hans Seidel, Josef Taus). Seit 1956 war er korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Er war Vizepräsident der österreichischen Nationalökonomischen Gesellschaft, Kuratoriumsmitglied des Fonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung, langjähriger Vorsitzender des Wirtschaftspolitischen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik.

Wirken Bis zu seinem Wechsel nach Wien 1952 lieferte Pütz vor allem Beiträge zur ökonomischen Dogmengeschichte und zur Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik. In seiner Wiener Zeit widmete er sich insbesondere der Sozialpartnerschaft, der Sozialpolitik, Fragen der Wirtschaftsordnung und Themen der Wirtschaftspolitik wie Geld- und Außenwirtschaftspolitik. Er hat mit seinem Lehrbüchern Generationen von Studierenden geprägt und zählte zu einer kleinen Gruppe von Ökonomen, die das spezifisch deutsche Gebiet der Theorie der allgemeinen Wirtschaftspolitik schufen. Er ist dem Ordoliberalismus zuzuzählen, seine Schriften weisen einen starken Hang zur Taxonomie auf.

Schriften (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ökonom (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Wien) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Innsbruck) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Graz) Kategorie:Österreicher Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1994 Kategorie:Absolvent der Ludwig-Maximilians-Universität München Kategorie:Mann