mini|300px|Blick vom Schaumberg auf die Orte Oberthal, Gronig und Güdesweiler Oberthal ist eine saarländische Gemeinde im Landkreis St. Wendel und liegt etwa 35 km nordöstlich von Saarbrücken. Mit knapp über 6000 Einwohnern ist Oberthal die kleinste Gemeinde des Saarlands. Oberthal war ehemals über die Bahnstrecke St. Wendel–Tholey an das Bahnnetz angeschlossen. Der Bostalsee liegt in der Nachbargemeinde Nohfelden.
Geographie Mit dem Niedermoorgebiet Oberthaler Bruch besitzt die waldreiche Gemeinde seit Dezember 1984 eines der größten Naturschutzgebiete im Saarland. Seit November 1983 besteht in der Nachbargemeinde Namborn im Ortsteil Namborn das Naturschutzgebiet „Weiherbruch und Rohrbachwiesen“ mit einer Größe von 19,68 ha, das sich auch auf Teile der Gemeinde Oberthal (Ortsteil Güdesweiler) erstreckt. Ebenfalls hat das Wasserschutzgebiet „Rohrbacher Wiesen“ der Nachbargemeinde Namborn Auswirkungen auf das Gebiet der Gemeinde Oberthal (Ortsteil Güdesweiler).
Durch den Ort fließt die Blies, eine ihrer Quellen befindet sich im Orletal im Ortsteil Gronig. Daher ist auch ein Teil der Gemeinde Oberthal durch eine Verordnung zum Schutz des Überschwemmungsgebietes an der Blies betroffen.
Das gesamte Gemeindegebiet Oberthal liegt im Naturpark Saar-Hunsrück.
Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich in vier Ortsteile, Einwohnerzahlen (EW) mit Stand 1. Januar 2012:Zahlen und Daten der Gemeinde Oberthal und 31. Juli 2018: in Oberthaler Nachrichten Ausgabe 45 2018, S. 8 (PDF; 4314 kB) Ortsteil EW Hauptwohnung 01.01.2012 EW Gesamt 01.01.2012 EW 31.07.2018 Gronig 1353 1442 1303 Güdesweiler 1306 1350 1204 Oberthal 2701 2872 2747 Steinberg-Deckenhardt 756 787 792 Insgesamt 6116 6451 6046
Geschichte Oberthal bestand ursprünglich aus den drei Orten Imweiler, Linden und Osenbach. Imweiler wurde 1335, Linden ab dem 13. Jahrhundert und Osenbach 1263 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter gab es ein Rittergeschlecht, das die Burg Linden als Stammsitz besaß.Geschichtlicher Überblick von Oberthal, abgerufen am 31. Dezember 2024
Jahrhundertelang gehörte das Gebiet zum Amt Schaumburg, und somit zum Herzogtum Lothringen, welches mit dem Tode von Herzog Stanislaus 1766 an Frankreich fiel. Das Oberamt Schaumburg wurde 1787 im Rahmen eines vertraglichen Gebietstauschs an das Herzogtum Pfalz-Zweibrücken übertragen, womit die Souveränität über das Gebiet von Frankreich an das Römisch-Deutsche Reich zurückkehrte.Wilhelm Fabricius: Erläuterungen zum Geschichtlichen Atlas der Rheinprovinz, Die Karte von 1789 (2. Band), Bonn 1898. S. 404, 408
Am Vorabend der Französischen Revolution gehörten die Orte Imweiler, Linden und Osenbach somit kurzzeitig zum Herzogtum Pfalz-Zweibrücken.Die territoriale Gliederung 1789. In: Bruno Aust, Hans-Walter Herrmann, Heinz Quasten: Das Werden des Saarlandes - 500 Jahre in Karten. Institut für Landeskunde im Saarland e. V., Saarbrücken 2008, ISBN 978-3-923877-45-4, S. 134 ff. Danach waren die Ortschaften von 1793 bis 1814 dem Kanton Tholey zugeordnet, im Département Moselle, und damit wieder bei Frankreich. Während dieser Zeit wurden aus den selbständigen Orten die Gemeinde Oberthal. Nach der Eroberung durch Preußen fiel Oberthal 1816 zunächst an das Fürstentum Lichtenberg (abgesehen von Steinberg-Deckenhardt) und kam am 31. Mai 1834 wieder an Preußen. Verwaltungsmäßig gehörte Oberthal seither zum Kreis St. Wendel im Regierungsbezirk Trier der Rheinprovinz, gelangte jedoch 1920 an das vom Deutschen Reich und Preußen abgetrennte Saargebiet.
Die damals eigenständige Gemeinde Steinberg-Deckenhardt gehörte von 1920 bis 1935, ebenso wie zum Beispiel Freisen, Losheim, Nonnweiler, Wadern, Weiskirchen, Perl, Kirrberg und Bruchhof-Sanddorf, nicht zum Saargebiet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es am 1. Oktober 1946 in das Saarland eingegliedert (siehe auch Liste der 1946 vom Anschluss an das Saarland betroffenen Gemeinden).
Eingemeindungen Am 1. Januar 1974 wurden Gronig, Güdesweiler und Steinberg-Deckenhardt eingemeindet.
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich nach der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 folgendermaßen zusammen:Gemeinderatswahl 2024 Ergebnis OberthalGemeindeergebnisse 1984 bis 2019 {| class="wikitable" ! colspan="6"| Gemeinderat Oberthal 2024 |- class="hintergrundfarbe8" style="text-align:center" |Partei || style="width:50" | SPD || style="width:50" | CDU || style="width:50" | AfD || style="width:50" | LINKE || style="width:50" | GRÜNE |- style="text-align:center" !Sitze 2024|| 13 || 12 || 2 || 0 || 0 |- style="text-align:center" |Sitze 2019|| 10 || 15 || 0 || 2 || 0 |- style="text-align:center" |Sitze 2014 || 11 || 15 || 0 || 1 || 0 |- style="text-align:center" |Sitze 2009 || 10 || 15 || 0 || 1 || 1
Bürgermeister Bürgermeister der Gemeinde Oberthal: Björn Gebauer, SPD Ortsvorsteher Ortsteil Oberthal: Reiner Burkholz, CDU Ortsvorsteher Ortsteil Gronig: Jochen Müller, SPD Ortsvorsteher Ortsteil Güdesweiler: Timo Backes, CDU Ortsvorsteher Ortsteil Steinberg-Deckenhardt: Inken Ruppenthal, SPD
Gemeindepartnerschaft Zwischen Oberthal und Moyenmoutier im Département Vosges der französischen Region Grand Est besteht seit 1985 eine Gemeindepartnerschaft.Website Oberthal – Gemeindepartnerschaft
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Pfarrkirche St. Stephanus Als sehenswert gelten die kleine Wildfrauhöhle, das Heimatmuseum Millpetersch-Haus und die Wallfahrtskapelle mit Gutem Brunnen im Ortsteil Güdesweiler, die Reste einer keltischen Ringwallanlage am Momberg im Ortsteil Gronig sowie die Donatuskapelle in Gronig, eine Mineralienfundstätte (Rötel) am Leißberg sowie Bestandteile der überörtlichen Skulpturenstraße.
Die katholische Pfarrkirche St. Stephanus stammt aus den Jahren 1897 (Chorraum und Querhaus) und 1926 (Langhaus und Turm).
Regelmäßige Veranstaltungen Jedes Jahr am ersten Maiwochenende findet der Internationale Oberthaler Töpfer- und Keramikmarkt im Ortszentrum von Oberthal statt.
Sport Die Herrenmannschaft der Kegelfreunde Oberthal e. V. ist deutscher Rekordmeister in der Ersten Bundesliga. Auch die Damen konnten den Titel mehrfach erringen.
Söhne und Töchter der Gemeinde Johann Becker (* 3. Juni 1902; † 1. Januar 1972), Arbeiter und KZ-Häftling Werner Zeyer (* 25. Mai 1929; † 26. März 2000), CDU-Politiker, ehemaliger Ministerpräsident des Saarlandes (1979–1985) Helwin Peter (* 18. Juli 1941), SPD-Politiker Karl Rauber (* 29. April 1952), CDU-Politiker Dieter Dewes (* 19. Juli 1955), BDZ-Bundesvorsitzender Hermann-Josef Scharf (* 8. April 1961), CDU-Politiker Matthias Maurer (* 18. März 1970), ESA-AstronautESA-Astronaut Matthias Maurer hat seine Astronauten-Ausbildung abgeschlossen: Übergabe der Astronauten-Urkunde am 25. September 2018 Lukas Gerber (* 29. August 1998), Theaterregisseur Hans Huwer (* 29. Mai 1953), Bildender Künstler
Literatur Hans Kräber (Red.): Im St. Wendeler Land. Gemeinde Oberthal. Heimatkundliche Lesestoffe. Bd. 18. Kreissparkasse St. Wendel (Hg.), St. Wendel 1978/79. Hubert Bier • Johannes Naumann: Das Schloss Linden – Ein Beitrag zur Adels- und Kulturgeschichte des Westrichs. Verein für Geschichte und Heimatkunde Oberthal e. V. 2006.
Weblinks
Gemeinde Oberthal
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis St. Wendel