Die Dienstleistungsbilanz betrifft in der Volkswirtschaftslehre und konkret in der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung den Außenhandel, also den grenzüberschreitenden Export und Import von Dienstleistungen eines Staates innerhalb einer bestimmten Rechnungsperiode. Güter werden entsprechend in der Handelsbilanz erfasst.

Allgemeines Dienstleistungs- und Handelsbilanz bilden einen Teil der Zahlungsbilanz eines Staates.Wolf Schäfer, Währungen und Wechselkurse, 1981, S. 12

Die einzelnen Teilbilanzen der Zahlungsbilanz erfassen die Transaktionen wie folgt:Gregor Kolck/Karen Lehmann/Simone Strohmeier, Volkswirtschaftslehre, 2001, S. 103

Art der Bilanz Aktivseite Passivseite Handelsbilanz Exporte von Waren Importe von Waren Dienstleistungsbilanz Exporte von Dienstleistungen Importe von Dienstleistungen Kapitalbilanz Kapitalimporte Kapitalexporte Devisenbilanz Verminderung der Währungsreserven bei der Zentralbank Erhöhung der Währungsreserven bei der Zentralbank Übertragungsbilanz Übertragungen aus dem Ausland Übertragungen an das Ausland

Die Dienstleistungsbilanz ist stets durch Gegenbuchung mit einer anderen Teilbilanz verbunden. So führt der Vertrieb einer Lebensversicherung ins Ausland zu einer Versicherungsprämie, die im Inland in der Devisenbilanz vereinnahmt wird.

Inhalt In der Dienstleistungsbilanz werden alle Zahlungseingänge und Zahlungen einer Volkswirtschaft im grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen erfasst, das heißt alle Käufe und Verkäufe von Dienstleistungen zwischen Inländern und Ausländern (natürliche Personen und Unternehmen).

Die wichtigsten Positionen der Dienstleistungsbilanz sind Verkehrsdienstleistungen, der Reiseverkehr, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen und die so genannten technischen Dienstleistungen (z. B. IT-Dienstleistung, Forschung und Entwicklung). Man findet hier aber auch u. a. Baudienstleistungen, Patente und Lizenzen, Ausgaben und Einnahmen aus Film-Rechten, Telekommunikationsdienste und die Stationierungskosten für ausländische Streitkräfte.Verlag Dr. Th. Gabler GmbH (Hrsg.), Gabler Volkswirtschafts-Lexikon, Band 1, 1990, S. 912

Saldo Im System der doppelten Buchführung entsprechen dabei die Dienstleistungsimporte der Aktivseite, da sie zu Zahlungsausgängen führen (können), und die Dienstleistungsexporte der Passivseite, die zu Zahlungseingängen führen können. Um den Saldo zu berechnen, wird die Aktivseite durch Wechseln des Vorzeichens auf die Passivseite übertragen. Aus den Salden der Dienstleistungs- und der Handelsbilanz ergibt sich der Außenbeitrag.Verlag Dr. Th. Gabler GmbH (Hrsg.), Gabler Volkswirtschafts-Lexikon, Band 1, 1990, S. 912

Übersteigt der Export von Dienstleistungen den Dienstleistungsimport, so spricht man von einer aktiven Dienstleistungsbilanz oder einem positiven Saldo (bzw. von einer passiven Bilanz oder negativem Saldo im umgekehrten Fall).

Einzelnachweise

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