Die Pflanzengattung Ginster (Genista), auch BrambuschDuden Brambusch oder Brahm genannt, gehört zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Doch werden auch Arten anderer Gattungen als „Ginster“ (lateinisch GenistaOtto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 143. und gelegentlich auch genestaVgl. etwa Ute Obhof: Rezeptionszeugnisse des „Gart der Gesundheit“ von Johann Wonnecke in der Martinus-Bibliothek in Mainz – ein wegweisender Druck von Peter Schöffer. In: Medizinhistorische Mitteilungen. Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte und Fachprosaforschung. Band 36/37, 2017/2018, S. 25–38, hier: S. 34 („Genesta: pfremen oder ginst“). Vgl. dazu auch Otto Beßler: Prinzipien der Drogenkunde im Mittelalter. Aussage und Inhalt des Circa instans und Mainzer Gart. Mathematisch-naturwissenschaftliche Habilitationsschrift, Halle an der Saale 1959, S. 189 („Genesta – pfremen oder gynst“ – dort vor allem auf den Färber-Ginster bezogen).) bezeichnet, so ist etwa der Besenginster eine Art der Gattung Geißklee (Cytisus) und der Pfriemenginster eine (monotypische) der Gattung Spartium.

Beschreibung mini|links|Illustration aus Atlas der Alpenflora, 1882 des Kugel-Ginsters (Genista radiata)

Vegetative Merkmale Ginster-Arten wachsen als Sträucher oder Halbsträucher und erreichen je nach Art Wuchshöhen von 0,5 bis zu 2 Metern. Eine Ausnahme bildet der Ätna-Ginster (Genista aetnensis), er kann bis 5 Meter hoch werden. Die Genista-Arten bilden im Alter eine Pfahlwurzel aus. Sie besitzen häufig rutenförmige Zweige, die oft bewehrt sind.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind ungeteilt oder dreizählig und fallen oft früh ab. Es sind höchstens kleine Nebenblätter erkennbar; meist sind sie zu einer Verdickung, dem Pulvinus, umgewandelt.

Die Blühzeit der meisten Ginsterarten beginnt Ende Mai und reicht bis in den Sommer hinein.

Generative Merkmale mini|Deutscher Ginster (Genista germanica)

Die Blüten stehen selten einzeln in den Blattachseln, manchmal stehen einige Blüten in den Blattachseln zusammen, meist sind viele Blüten in endständigen, köpfchenförmigen oder traubigen Blütenständen angeordnet. Die Blüten stehen meist über einem Tragblatt und zwei Deckblättern. Es sind Blütenstiele vorhanden.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind kurz zweilippig verwachsen; die Oberlippe endet in zwei und die Unterlippe in drei Kelchzähnen. Die Blütenkrone besitzt die typische Form einer Schmetterlingsblüte. Die fünf kahlen oder behaarten Kronblätter sind meist gelb. Es sind zehn Staubblätter vorhanden. Das einzige Fruchtblatt ist kahl oder behaart.

Die kahlen oder behaarten, im Umriss eiförmigen oder linealisch-länglichen Hülsenfrüchte öffnen sich bei Reife oder bleiben geschlossen und enthalten einen bis viele (bis zu 30) Samen. Die Samen sind meist kleiner als 3, selten bis zu 3,8 Millimeter groß.

Die Chromosomengrundzahl beträgt x = 9, 10 oder 12.

mini|Behaarte Hülsenfrüchte von Genista monspessulana

Ökologie Wie viele Arten der Fabaceen geht Ginster eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein.

Blütenökologisch handelt es sich um Pollen-Schmetterlingsblumen mit Klapp- oder Schnellmechanismus. Es wird kein Nektar gebildet. Die Bestäubung erfolgt oft durch Bienen und Hummeln. Auch Selbstbestäubung ist gängig.

Die Ausbreitung der Samen erfolgt durch Schleuderfrüchte.

Begriff Ginster Einige andere Gattungen und Arten tragen auch den Wortbestandteil „-ginster“ im Namen, zum Beispiel der Binsenginster (Spartium junceum), der Besenginster (Cytisus scoparius) sowie die Stechginster (Ulex) und die Dornginster (Calicotome). Eine norddeutsche Bezeichnung für den Ginster ist Brambusch.

Standorte Ginster-Arten wachsen meist an nährstoffarmen Standorten. Viele Ginster-Arten sind typische Elemente der mediterranen Macchie, Garrigue und Phrygana, sowie der atlantischen Heiden in Westeuropa.

Systematik und Verbreitung Die Gattung Genista wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 709 aufgestellt. Typusart ist Genista tinctoria Synonyme für Genista sind Asterocytisus , Chamaespartium , Enantiosparton , Genistella , Pterospartum , Teline und Rivasgodaya .

Die Gattung Genista gehört zur Tribus Genisteae in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Der Umfang der Gattungen innerhalb der Tribus Genisteae wird kontrovers diskutiert. Bei manchen Autoren wird die Gattung Genista sehr weit gefasst. Die Gattung Genista wird in Untergattungen und Sektionen gegliedert, der Umfang der einzelnen Subtaxa wird kontrovers diskutiert.

Die Gattung Genista ist in Europa (etwa 58 Arten) bis zum südlichen Skandinavien und bis Polen sowie Russland, von Makaronesien bis Nordafrika über Westasien bis zum Kaukasusraum und Mittelasien weit verbreitet. Einige Arten sind in vielen Gebieten der Welt Neophyten.

+ Die Gattung Genista umfasst je nach Autor etwa 90 oder mehr Arten, hier eine Artenauswahl und ihre Verbreitung:mini|Habitus des Dornigen Ginsters (Genista acanthoclada) mini|Ätna-Ginster (Genista aetnensis) mini|Englischer Ginster (Genista anglica) mini|Genista benehoavensis mini|Zweig mit Laubblättern und zygomorphen Blüten von Genista canariensis mini|Habitus von Genista cinerascens mini|Genista cupanii mini|Genista hirsuta mini|Zweige mit Blütenständen von Genista hispanica mini|Genista linifolia mini|Genista lydia mini|Genista pumila mini|Kugel-Ginster (Genista radiata) mini|Gewöhnlicher Flügelginster (Genista sagittalis) mini|Genista salzmannii mini|Genista scorpius mini|Genista sericea mini|Färber-Ginster (Genista tinctoria) mini|Genista tridens mini|Genista tridentata mini|Zweige mit Blüten von Genista umbellata

Genista abchasica : Sie kommt in Georgien vor. Dorniger Ginster (Genista acanthoclada ): Es gibt zwei Unterarten: Genista acanthoclada subsp. acanthoclada: Sie kommt von Griechenland bis zur Türkei vor. Genista acanthoclada subsp. echinus (Synonym: Genista echinus ): Sie kommt auf Inseln in der östlichen Ägäis über den asiatischen Teil der Türkei bis Libanon und Syrien vor. Ätna-Ginster (Genista aetnensis ): Er kommt nur auf Sardinien sowie Sizilien vor. Genista albida (Syn.: Genista godetii ): Sie kommt in Rumänien, Griechenland, im asiatischen Teil der Türkei, im Libanon und in Syrien, in der russischen Region Krasnodar und auf der Krim vor. Genista anatolica : Sie kommt von Bulgarien über die Türkei bis zum Libanon und Syrien vor. Englischer Ginster (Genista anglica ): Es gibt zwei Unterarten: Genista anglica subsp. ancistrocarpa : Sie kommt in Marokko sowie auf der Iberischen Halbinsel vor. Genista anglica subsp. anglica: Sie ist besonders im Mittelmeerraum in Marokko, auf der Iberischen Halbinsel, in Frankreich, Italien und in Belgien, in den Niederlanden, in Deutschland, Dänemark, Schweden sowie im Vereinigten Königreich verbreitet. Genista angustifolia : Sie kommt im nördlichen Kaukasus vor. Genista arbusensis : Sie kommt nur auf Sardinien vor. Genista aristata : Sie kommt nur auf Sizilien vor. Genista armeniaca : Sie kommt in Aserbaidschan und Georgien vor. Genista aspalathoides : Sie kommt in Algerien, Tunesien sowie auf Sizilien vor. Genista aucheri : Sie kommt im asiatischen Teil der Türkei vor. Genista balearica : Sie kommt nur auf den Balearen vor. Genista berberidea : Sie kommt auf der Iberischen Halbinsel vor. Genista burdurensis : Sie kommt im asiatischen Teil der Türkei vor. Genista cadasonensis : Sie kommt nur auf Sardinien vor. Genista canariensis : Sie kommt nur auf den Kanaren vor. Genista capitellata : Sie kommt in Algerien, Marokko sowie in Tunesien vor. Genista carinalis : Sie kommt im ehemaligen Jugoslawien, in Bulgarien, Griechenland und in der Türkei vor. Genista carpetana : Es gibt zwei Unterarten: Genista carpetana subsp. carpetana: Sie kommt nur in Spanien vor. Genista carpetana subsp. nociva (Syn.: Genista nociva ): Sie kommt nur in Marokko vor. Genista cephalantha : Es gibt zwei Unterarten: Genista cephalantha subsp. cephalantha: Sie kommt in Algerien sowie Marokko vor. Genista cephalantha subsp. demnatensis (Syn.: Genista demnatensis ): Sie kommt nur in Marokko vor. Genista cinerascens : Sie kommt auf der Iberischen Halbinsel vor. Aschgrauer Ginster (Genista cinerea ): Er ist im nördlichen Algerien, Tunesien, im nordwestlichen Italien, im südlichen Frankreich, in Spanien (inklusive Balearen) verbreitet. Genista clavata : Sie kommt nur in Marokko vor. Genista compacta : Sie kommt nur im Nordkaukasus vor. Korsischer Ginster (Genista corsica ): Er kommt in Korsika und auf Sardinien vor. Genista cupanii : Es ist ein Endemit auf Sizilien. Genista depressa (Syn.: Genista tinctoria var. decumbens , Genista tinctoria var. depressa , Genista tinctoria var. depressa ): Sie ist im ehemaligen Jugoslawien, in Albanien, Bulgarien, Griechenland, in der Ukraine und auf der Krim verbreitet. Genista desoleana : Sie kommt in Italien, auf Korsika und auf Sardinien vor. Genista dorycnifolia (Genista romanica ): Sie ist ein Endemit auf den Balearen. Genista ephedroides : Sie kommt auf Sardinien vor. Genista falcata : Sie kommt auf der Iberischen Halbinsel vor. Genista fasselata : Sie kommt in Israel und auf den Inseln Zypern, Kreta, Karpathos, Kasos sowie Gavdos vor. Genista ferox : Sie kommt in Algerien, Tunesien und auf Sardinien vor. Genista flagellaris : Sie kommt nur in Georgien vor. Genista florida : Es gibt drei Unterarten: Genista florida subsp. florida (Syn.: Genista polygalifolia ): Sie kommt von der Iberischen Halbinsel bis Marokko vor. Genista florida subsp. leptoclada (Syn.: Genista leptoclada ): Sie kommt auf der Iberischen Halbinsel vor. Genista florida subsp. polygaliphylla (Syn.: Genista polygaliphylla ): Sie kommt von der Iberischen Halbinsel bis Frankreich vor. Genista fukarekiana : Sie kommt im ehemaligen Jugoslawien vor. Genista gasparrinii : Es ist ein Endemit auf Sizilien. Deutscher Ginster (Genista germanica , Syn.: Genista heterocantha , Genista spinosa ): Sie ist in Europa von Frankreich (einschließliche Korsika), über Belgien, die Niederlande, Deutschland, Dänemark, Schweden, in der Schweiz, im nördlichen Italien, Österreich, in der ehemaligen Tschechoslowakei, im ehemaligen Jugoslawien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Polen, Belarus, Estland, Lettland, Litauen, dem europäischen Teil Russlands bis zur Ukraine weitverbreitet. Genista haenseleri : Sie kommt nur in Spanien vor. Genista halacsyi : Sie kommt nur in Griechenland vor. Genista hassertiana : Sie kommt im ehemaligen Jugoslawien, in Albanien und Griechenland vor. Genista hillebrandtii : Sie kommt auf den Kanarischen Inseln vor. Genista hirsuta (Syn.: Genista lanuginosa ): Es gibt zwei Unterarten: Genista hirsuta subsp. erioclada (Syn.: Genista erioclada , Genista erioclada subsp. atlantica ): Sie kommt in Algerien sowie Marokko vor. Genista hirsuta subsp. hirsuta: Sie kommt auf der Iberischen Halbinsel und auf den Balearen vor. Genista hispanica : Es gibt zwei Unterarten: Genista hispanica subsp. hispanica (Syn.: Genista hispanica var. villosa ): Sie kommt in Spanien und Frankreich vor. Genista hispanica subsp. occidentalis (Syn.: Genista occidentalis ): Sie kommt in Spanien und Frankreich vor. Genista holopetala : Sie kommt im ehemaligen Jugoslawien und in Italien vor. Genista humifusa (Syn.: Genista lipskyi , Genista sachokiana ): Diese seltene Art kommt im Kaukasusraum vor. Genista hystrix (Syn.: Genista polyanthos subsp. hystrix ): Es gibt zwei Unterarten: Genista hystrix subsp. hystrix: Sie kommt auf der Iberischen Halbinsel vor.