mini|hochkant|Wegkreuz in Cölln mini|hochkant|links|Kriegerdenkmal auf der Dorfaue mini|hochkant|Kugelhaus von Cölln, Architekten: Curt Domschke, Baujahr 1932–1937, vollendet in den 80er Jahren mini|hochkant|Landhaus in Cölln
Cölln, , ist ein Dorf in der Oberlausitz und seit 1. Oktober 1998 Ortsteil der Gemeinde Radibor im Nordosten des sächsischen Landkreises Bautzen. Es zählt zum offiziellen sorbischen Siedlungsgebiet in Sachsen.
Der deutsche Ortsname leitet sich von der sorbischen Bezeichnung ab, die vermutlich vom altsorbischen Wort für „Hügel“ stammt und somit die Lage von Cölln beschreibt. Ernst Eichler und Hans Walther lehnten diese Ableitung ab und schlossen stattdessen auf den Ursprung kólnja für „Schuppen, Stall“.Ernst Eichler und Hans Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz. Akademie-Verlag, Berlin 1975. Der Ort wird in der Umgangssprache auch Cölln am Sande genannt.
Geographie Cölln liegt etwa sieben Kilometer nördlich von Bautzen im Oberlausitzer Gefilde zwischen 190 und 200 Metern ü. NN. Die Umgebung ist wellig und liegt zum größten Teil niedriger als der Ort selbst. Im Westen befindet sich das Tal eines Baches, der in Richtung Milkwitz fließt.
Der Ort besteht heute aus zwei Siedlungsteilen, die in Form eines nach Südosten offenen V angeordnet sind. Das alte Straßenangerdorf befindet sich im nördlichen Teil, wogegen der südwestliche Teil entlang der Bundesstraße 96 zum größten Teil erst im 20. Jahrhundert erbaut wurde.
Geschichte Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung als Cöln stammt aus dem Jahr 1519.Ernst Eichler, Hans Walther: Ortsnamenbuch der Oberlausitz. I, Berlin 1975, S. 134 Ältere Nennungen, etwa 1459 als Colen in Akten des Archivs in Luckau, beziehen sich auf Cölln an der Spree. Die heutige Namensform taucht zuerst 1658 auf. Später erhält der Ortsname den Zusatz bei Bautzen.
Bis Ende 1972 war Cölln eine eigenständige Landgemeinde. Dann kam der Ort zur Gemeinde Kleinwelka, die am 1. Oktober 1998 durch den Anschluss Kleinwelkas an Bautzen aufgelöst wurde. Cölln wurde nach Radibor umgegliedert.
Bevölkerung mini|Cöllner Teilnehmerin (rechts in Tracht) beim VII. Bundeskongress des DFD in Berlin (1960)
Die letzten Bevölkerungsdaten für die Gemeinde Cölln geben für 1964 427 Einwohner an. 1890 hatte der Ort nur 300 Einwohner. Seit der Wiedervereinigung ist die Einwohnerzahl leicht gesunken; die Gemeinde Radibor gibt für 2026 375 Bewohner an. Aktuell gibt es eine steigende Tendenz. Der Ort ist vor allem aufgrund der Nähe zu Bautzen bei jungen Familien beliebt.
Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts eine Bevölkerungszahl von 272 Einwohnern; davon waren 264 Sorben (97 %) und 8 Deutsche. Ernst Tschernik zählte in der Gemeinde Cölln 1956 noch einen sorbischsprachigen Anteil von 68,2 % der Bevölkerung. Seitdem ist der Gebrauch des Sorbischen im Ort weiter zurückgegangen.
Einwohnerentwicklung von Cölln Datum Einwohner 1834 245 1871 298 1890 300 1910 273 1925 302 1939 359 1946 365 1950 411 1964 427 2010 3642026375
Religion Der Ort ist sowohl katholisch als auch evangelisch nach Bautzen gepfarrt. Die letzten Angaben zur Religionszugehörigkeit stammen von 1925. Damals waren 165 von 302 Einwohnern evangelisch-lutherisch (54 %) und 137 katholisch (45 %).
Verkehr Cölln liegt direkt an der Bundesstraße 96 (Bautzen–Hoyerswerda), die den jüngeren westlichen Teil des Ortes durchquert. Die nächste Anschlussstelle der Autobahn 4 (Salzenforst) befindet sich etwa fünf Kilometer entfernt in südlicher Richtung und ist über einen Autobahnzubringer (S 106) zu erreichen, der nördlich von Cölln von der B 96 in einem Kreisverkehr abzweigt.
Die Bahnstrecke Bautzen–Hoyerswerda verläuft unmittelbar östlich des Ortes. Der Zugverkehr wurde jedoch 2001 eingestellt und die Bahnstrecke ab 2002 abgebaut. Der ehemalige Bahnhof Radibor ist etwa zwei Kilometer entfernt. Cölln hatte einen Haltepunkt mit Wartehäuschen.
Persönlichkeiten Karl Jannack (1891–1968), KPD-Fraktionsvorsitzender im Bremer Senat, Politiker, Domowina-Funktionär, geboren und gestorben in Cölln Jan Krawc (1902–1986), Gründer und Leiter des Sorbischen Volkstheaters, geboren in Cölln
Einzelnachweise
Weblinks
Ortsteile der Gemeinde Radibor In: radibor.de
Kategorie:Ortsteil von Radibor Kategorie:Ort im Landkreis Bautzen Kategorie:Ort in der Oberlausitz Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bautzen) Kategorie:Ersterwähnung 1519 Kategorie:Gemeindeauflösung 1973