Die Bibliothek der Freien existiert seit Dezember 1993 in Berlin als anarchistische Spezialbibliothek und hat seit August 1996 die zusätzliche Aufgabe, anarchistische, freiheitlich-sozialistische und syndikalistische Literatur zu archivieren.

Geschichte Unter dem Namen „Barbate“ wurde die heutige Bibliothek der Freien im Dezember 1993 gegründet. Anfangs war sie in einem Raum im anarchistischen Infocafé El Locco in Berlin-Kreuzberg untergebracht. Nach der Schließung des El Locco zog die Bibliothek der Freien im Jahr 2000 ins Haus der Demokratie nach Berlin-Prenzlauer Berg.

mini|Die Freien von Friedrich Engels

Der Name bezieht sich auf die Gruppe „Die Freien“, eine informelle Gruppe liberaler und sozialistischer Intellektueller, der unter anderen Max Stirner und Friedrich Engels angehörten.Vgl. dazu den zeitgenössischen Bericht von Max Stirner in der Leipziger Allgemeinen Zeitung (14. Juli 1842). Nachgedruckt in: Max Stirner: Kleinere Schriften. Herausgegeben von John Henry Mackay. Bernhard Zack, Berlin 1914, S. 132–141;Zum politischen und intellektuellen Umfeld der „Freien“ vgl. Wolfgang Eßbach: Die Junghegelianer. Soziologie einer Intellektuellengruppe. Wilhelm Fink, München 1988, ISBN 3-7705-2434-9 (Texte und Studien zu Handlung, Sprache und Lebenswelt 16), (Zugleich: Göttingen, Univ., Fachber. Sozialwiss., Hab.-Schr.). Die Freien bildeten einen Debattier-Klub des „radikal-freiheitlichen Oppositionsgeistes“.aus: Selbstdarstellung der Bibliothek der Freien

Archiv Die Bibliothek hat sich zur Aufgabe gestellt, die Geschichte der anarchistischen Ideen – Herrschaftslosigkeit, Basisdemokratie, Selbstorganisation – für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit das libertäre Gedankengut für die Gegenwart verwertbar vorliegt. Das Archiv arbeitet mit anderen europäischen Bibliotheken zusammen, insbesondere auf dem Gebiet des Zeitschriften-Archives.

Das Archiv der Bibliothek beherbergt Schriften zur Geschichte des internationalen Anarchismus aus über 100 Jahren. Aus dem Bestand der „Berliner Gesellschaft zum Studium sozialer Fragen“ übernahm die libertäre Bibliothek mehr als 2000 Bücher, über 10.000 Zeitschriften und ist damit eine der umfangreichsten Anarchismus-Sammlungen in Deutschland.Bibliothek der Freien hält anarchistisches Schriftgut bereit. Von Konstanze Schmitt, in: „Berliner Stadtzeitung“, Nr. 8, 2005 Sie enthält Publikationen aus unter anderem Spanien, Russland, China, Frankreich, Mexiko. Innerhalb der Bibliothek existiert auch ein freiwirtschaftliches Archiv.; eingesehen am 15. Juli 2011 Ebenso sind private Archive zugänglich, z. B. von Rudi Dutschke und Kurt Zube, für die Findmittel erarbeitet wurden, die zum Teil im Berliner Karin Kramer Verlag publiziert wurden.

Ähnliche Projekte Ähnliche Projekte sind die Archive von unten, die Bibliothek von unten (Wien) das CIRA (Lausanne) und das Archiv für Alternativkultur (Berlin).

Siehe auch Liste deutscher Bibliotheken Liste libertärer Bibliotheken und Archive

Literatur

Wolfgang Eckhardt: Bibliothek der Freien. Anarchistische Bibliothek im Haus der Demokratie Berlin. In: BuB – Forum Bibliothek und Information. Nr. 6. Berufsverband Information Bibliothek, Juni 2018, S. 334–336.

Anarchismus als Fundus und Ideengeber für das freie Leben – Die Bibliothek der Freien in Berlin. In: Arbeit – Bewegung – Geschichte. Ausgabe 2023/III, Seiten 122–127 | Online=PDF

Weblinks Offizielle Website Katalog der Medien Kurzinformation in der Datenbank des deutschsprachigen Anarchismus (DadA)

Einzelnachweise

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