Seckach ist eine Gemeinde im Neckar-Odenwald-Kreis im Norden des Landes Baden-Württemberg. Sie liegt im Übergangsbereich zwischen Odenwald und Bauland. Die heutige Gemeinde entstand 1972 durch den Zusammenschluss der früher selbstständigen Gemeinden Seckach, Großeicholzheim und Zimmern.
Sie gehört zur europäischen Metropolregion Rhein-Neckar (bis 20. Mai 2003 Region Unterer Neckar und bis 31. Dezember 2005 Region Rhein-Neckar-Odenwald).
Geographie
Lage Die Gemeinde liegt am Übergang von Odenwald und Bauland zwischen Adelsheim und Buchen. Das Gemeindegebiet liegt im Naturpark Neckartal-Odenwald und wird von der namengebenden Seckach durchquert, einem Zufluss der Jagst.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Seckach gehören die ehemaligen Gemeinden Großeicholzheim und Zimmern. Zur ehemaligen Gemeinde Großeicholzheim gehören das Dorf Großeicholzheim und das Haus Hagenmühle. Zur früheren Gemeinde Seckach gehören das Dorf Seckach und der Ort Jugenddorf Klinge. Zur ehemaligen Gemeinde Zimmern gehören das Dorf Zimmern, der Weiler Waidachshof und die Orte Bahnstation (Bundesbahn) Adelsheim Nord und Hammerhof. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Zimmern liegen die Wüstungen Dürrenzimmern, Krawenwinkel, Schallberg und Unterzimmern.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2. S. 255–357
Nachbargemeinden Seckach grenzt (von Norden im Uhrzeigersinn) an die Gemeinden Buchen, Osterburken, Adelsheim, Schefflenz und Limbach. Alle Nachbargemeinden liegen ebenfalls im Neckar-Odenwald-Kreis.
Geschichte 40px|links|Wappen Seckach wurde erstmals 788 im Lorscher Codex erwähnt. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken. Das Kloster Seligental erwarb den Ort 1236. Nach dessen Auflösung kam Seckach 1568 an Kurmainz. Dort verblieb es, bis es 1803 aufgrund der Säkularisation im Rahmen des Reichsdeputationshauptschlusses an das Fürstentum Leiningen kam. Nach dessen Auflösung durch die Rheinbundakte nur drei Jahre später kam Seckach 1806 an das Großherzogtum Baden. Am 1. Januar 1972 vereinigte sich Seckach mit Großeicholzheim und Zimmern zur neuen Gemeinde Seckach.
Ortsteile Großeicholzheim 40px|links|Wappen Bereits 775 wurde Großeicholzheim im Lorscher Codex erwähnt als „Heicholfesheim“. 1561 fiel der Ort an die Kurpfalz. Über das Fürstentum Leiningen kam auch Großeicholzheim 1806 an das Großherzogtum Baden.
Zimmern 40px|links|Wappen Zimmern wurde 782 im Lorscher Codex zum ersten Mal erwähnt. Im Jahre 1236 kam Zimmern in den Besitz des Klosters Seligental. Es folgte im Weiteren dem geschichtlichen Schicksal von Seckach.
Religionen Während in Großeicholzheim in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Reformation eingeführt wurde, blieben Seckach und Zimmern römisch-katholisch.
Politik Gemeinderat mini|Rathaus Seckach Der Gemeinderat hat normalerweise 14 ehrenamtliche Mitglieder, die für fünf Jahre gewählt werden. Die Zahl der Mitglieder kann sich durch Ausgleichssitze erhöhen (gesamt 2024: 14 Sitze; 2019: 15). Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Gemeinderatsvorsitzender.
Dabei garantiert die Unechte Teilortswahl den Ortsteilen eine festgelegte Anzahl von Sitzen: Aus Seckach kommen mindestens sieben, aus Großeicholzheim mindestens vier, aus Zimmern mindestens drei Gemeinderäte.Gemeinde Seckach: Hauptsatzung, §11; abgerufen am 2. Juli 2019.
Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart
Gemeinderat 2024 Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2019 CDU 57,54 % 8 76,0 %, 11 Sitze Liste "Menschen.Ort.Heimat.Region.Engagement" 17,45 % 3 0 %, 0 Sitze AfD 16,67 % 2 4,6 %, 1 Sitz Grüne Liste 8,34 % 1 0 %, 0 Sitze Bürgerliste/SPD 0 % 0 19,3 %, 3 Sitze Wahlbeteiligung: 62,23 % (2019: 57,2 %)
Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2026 David Ackermann. Zuvor amtierte von 2002 bis 2026 Thomas Ludwig.
Wappen In Silber (Weiß) eine eingebogene rote Spitze, belegt mit einem fünfspeichigen silbernen (weißen) Rad, begleitet vorn von einem schwarzen Steinbockshorn (Grind rechts), hinten von einem pfahlweis gestellten schwarzen Streitbeil. Die Wappenmotive weisen auf den früheren Ortsadel und die Territorialherrschaft vor 1803 hin: Das Steinbockshorn ist dem Wappen der Herren von Seckach, das Streitbeil dem Wappen der Herren von Stetten entnommen, während das fünfspeichige Rad an das Wappen der jüngeren Linie der Herren von Eicholzheim und mit der Tingierung an das Erzstift Mainz erinnern soll.
Städtepartnerschaften Reichenbach/O.L. Gazzada Schianno, Italien Es besteht seit 1988 eine Patenschaft zu den ehemaligen Bewohnern von Schüttwa/Böhmerwald (heute Šitboř) und deren Nachkommen. Außerdem besteht eine Patenschaft für das Logistikbataillon 461 in Walldürn.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Steinkreuz Die Begrenzung der „zweimal gebrochenen Weid“ des Klosters Seligental wurde durch Steinkreuze mit dem Symbol einer Schäferschippe im Kopfteil angezeigt. Von diesen Steinkreuzen standen in den 1930er-Jahren noch sechs Exemplare. Das letzte dieser Kreuze wurde vor dem Untergang gerettet, indem es bei der St.-Sebastian-Kirche in Seckach im Neckar-Odenwald-Kreis aufgestellt wurde.Gebhard Schmitt: Die alten Steinkreuze auf Seckacher Gemarkung. Nur noch ein Exemplar erinnert an ehemalige Weidgrenze. In: Unser Land. Heimatkalender für Neckartal, Odenwald, Bauland und Kraichgau. 2015. Verlag Rhein-Neckar-Zeitung GmbH, Heidelberg 2014. ISBN 978-3-936866-57-5. S. 171–174.
Kunst mini|Skulptur im Skulpturenpark Seckach Seckach ist ein „Dorf der Skulpturen“, es gibt 7 Bronze-Skulpturen, 5 Sandstein-Skulpturen und 10 Beton-Skulpturen. Im Gemeindewald entsteht seit 1987 ein Skulpturenpark mit 82 Arbeiten in Sandstein, Beton oder Holz. Das Berliner Bildhauerehepaar Marianne und Paul August Wagner lädt seit 1987 befreundete Kollegen zu einem Bildhauertreffen ein. Die entstandenen Skulpturen verbleiben im Park. Die Gemeinde hat den Wald (ca. 2 ha) zur Verfügung gestellt und befestigte Wege angelegt. Teil des Skulpturenparks ist die „Arena des Wahnsinns“. Hier finden regelmäßig Freiluftkonzerte statt. Die Gemeinde Seckach ist Teil des Skulpturenradwegs Kulturzentrum Wasserschloss Großeicholzheim
Sport und Freizeit mini|Hallenbad in Seckach mit dem SC Klinge Seckach kommt Ende des 20. Jahrhunderts ein recht erfolgreicher Frauenfußballverein aus der Gemeinde. Insgesamt spielte der Verein acht Jahre in der Frauen-Bundesliga.
Wirtschaft und Infrastruktur Zur Gemeinde (Gemarkung Seckach) gehört auch das Kinder- und Jugenddorf Klinge, das, 1946 in den Wirren der Nachkriegszeit von Pfarrer Heinrich Magnani gegründet, Kindern und Jugendlichen ohne Familie ein neues Zuhause bietet. Heute werden bis zu 180 Kinder und Jugendliche betreut, die in ihren Ursprungsfamilien nicht mehr bleiben können.
Verkehr mini|Bahnhof Seckach Der Bahnhof Seckach sowie die Haltepunkte in Zimmern (Haltepunkt Zimmern (b. Seckach)) und Großeicholzheim (Haltepunkt Eicholzheim, auf Gemarkung Schefflenz) liegen an der Bahnstrecke Neckarelz–Osterburken. Sie werden stündlich von der Linie S1 der S-Bahn RheinNeckar bedient.
Am Bahnknotenpunkt Seckach besteht zudem eine Umsteigemöglichkeit zur Bahnstrecke Seckach–Miltenberg nach Miltenberg. Seckach ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar eingebunden.
Durch eine Alltagsroute aus dem Radnetz Baden-WürttembergDas RadNETZ Baden-Württemberg auf www.radroutenplaner-bw.de ist Seckach mit Buchen und in der anderen Richtung über den Ortsteil Zimmern und über Adelsheim mit Möckmühl verbunden.
Bildungseinrichtungen mini|Grundschule in Seckach Grund- und Werkrealschule Seckach Grundschule Großeicholzheim Private St-Bernhard-Schule im Jugenddorf Klinge (Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung) Privater Schulkindergarten St. Theresia im Jugenddorf Klinge (Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung)
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1974: Heinrich Magnani, Pfarrer, Geistlicher Rat (Gründer des Kinder- und Jugenddorfs Klinge) 1982: Georg W. Reinhard (Gründer der Maschinenfabrik Diedesheim und der Maschinenfabrik Seckach) 1995: Herbert Duffner, Pfarrer (ehemaliger Leiter des Kinder- und Jugenddorfs Klinge) 1999: Gebharda Frank, Schwester (Generaloberin der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen in Gengenbach) 2002: Ekkehard Brand (Bürgermeister von 1978 bis 2002)
Literatur Roswitha Gräfen-Pfeil: Augenblicke. Kunstpark Seckach. Odenwälder, Buchen-Walldürn 2002. ISBN 3-929295-87-3.
Weblinks
Seckach
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Neckar-Odenwald-Kreis Kategorie:Ort an der Seckach (Jagst) Kategorie:Ersterwähnung 788