mini|hochkant|Pfarrkirche Berg mini|Filialkirche hl. Athanasius Berg im Drautal ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Spittal an der Drau in Österreich, im Bundesland Kärnten.
Geographie Geographische Lage Die Gemeinde liegt im oberen Drautal zwischen den Gailtaler Alpen mit der Jauken (bis ) im Süden und dem nordseitig ansteigenden Berghang der Kreuzeckgruppe (bis ). Durch das Gemeindegebiet führt die Drautal Straße (B 100), die Berg mit der Bezirkshauptstadt Spittal an der Drau (ca. 37 Kilometer östlich) bzw. mit Lienz in Osttirol (ca. 35 Kilometer nach Westen) verbindet.
Gemeindegliederung Berg im Drautal ist in die drei Katastralgemeinden Berg, Emberg und Goppelsberg gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende neun Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ):
Berg () Ebenberg () Emberg () Emberger Alm () Feistritz () Frallach () Goppelsberg () Oberberg () Schlußnig ()
Nachbargemeinden Dellach im Drautal Datei:Windrose klein.svg Greifenburg Dellach (Gailtal) Kirchbach
Geschichte Die erste urkundliche Erwähnung der Ortschaft Berg im Drautal – wie auch der meisten Ortschaften der heutigen Gemeinde – erfolgte 1267/68 als „Perige“ im Besitzrechtsverzeichnis (Urbar) des landesfürstlichen Schlosses Greifenburg und etwa zur selben Zeit im Urbar der Pfarrkirche Berg. Der Ursprung des Ortsnamens Berg kann im Bergbau liegen, da bei Draßnitz nördlich von Dellach und in der Gnoppnitz Silber- bzw. Kupferbergbau existierte. Die frühesten Funde sind Spuren einer Römerstraße, die zu dem seit vorkeltischer Zeit bekannten Bergwerksort Gurina im Gailtal führte. Noch heute sind Teile dieser Straße im „Römersteig“ entlang des Südhanges der Jauken zu sehen. Seine frühe Bedeutung erlangte der Ort vor allem durch die ehemalige Wallfahrtskirche Filialkirche St. Athanasius.Im Spiegel der Zeiten auf der Seite vom Hotel Glocknerhof abgerufen am 22. Dezember 2022
1849 wurden zunächst die Katastralgemeinden Berg und Goppelsberg zur Ortsgemeinde Berg vereinigt. Emberg blieb zunächst selbständige Ortsgemeinde, wurde aber nach Erlass der Kärntner Gemeindeordnung 1864 eingegliedert. Der heutige Gemeindename „Berg im Drautal“ wurde am 1. Juli 1965 festgelegt.
Bevölkerung Laut Volkszählung 2001 hat Berg im Drautal 1.373 Einwohner, davon sind 97,9 % österreichische Staatsbürger. 93,2 % der Bevölkerung bekennen sich zur römisch-katholischen Kirche, 2,5 % zur evangelischen Kirche und 1,9 % sind islamischen Glaubens. 1,5 % der Bevölkerung ist konfessionslos.
Die Gemeinde hatte in den letzten 150 Jahren eine recht ausgeglichene Bevölkerungsanzahl. Sie stieg von 1.020 im Jahr 1869 auf knapp 1.400 im Zeitraum 1970 bis 2000. Seither geht die Einwohnerzahl trotz positiver Geburtenbilanz wegen der negativen Wanderungsbilanz zurück.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die über Berg gelegene Pfarrkirche Mariae Geburt ist ein spätromanisches Bauwerk, das 1267 erstmals urkundlich erwähnt wurde. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde sie zu einer Wehrkirche ausgebaut, wobei auch die ursprüngliche Gestalt des Turmes und des Langhauses verändert wurden. Die römisch-katholische Filialkirche Hl. Athanasius (St. Athanas bei Berg) liegt südlich außerhalb des Ortes unweit der Drautalstraße in einem ebenen Feld. Sie wurde 1443 erstmals erwähnt und vermutlich auf einem sehr alten Heiligtum errichtet. Im Inneren der Kirche finden sich römerzeitliche Grabinschriftfragmente. 1485 wurde sie vom Bischof von Caorle dem heiligen Nonosius geweiht.Dehio Kärnten, Wien 1976, S. 51–52. Die Nonnosusverehrung in Oberkärnten, sie ist für St. Peter in Holz bei Lendorf und für Molzbichl belegt, geht auf die Christianisierung vom bayerischen Freising aus zurück. Noch heute ist Nonnosus ein Nebenpatron im Freisinger Dom.Johannes Grabmayer: Volksglauben und Volksfrömmigkeit im spätmittelalterlichen Kärnten. Böhlau Verlag, Wien u. a. 1994, ISBN 3-205-05550-0, S. 104. Später wurde Nonnosus von St. Athanasen abgelöst. Die Kirche war früher eine beliebte Wallfahrtskirche.
Die Gemeinde wurde zum Slow Food Village ernannt.
Wirtschaft und Infrastruktur Die wirtschaftlichen Schwerpunkte der Gemeinde sind Tourismus und Landwirtschaft.
Wirtschaftssektoren Die folgende Tabelle zeigt die Entwicklung der Betriebsanzahl und der Beschäftigten in den Wirtschaftssektoren: WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige20212011 200120212011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)4688 945961 42Produktion1513 137570 67Dienstleistung6257 42150138 152 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Tourismus Die Anzahl der Übernachtungen pro Jahr liegt seit 2013 zwischen 70.000 und 85.000 mit einem Einbruch in den COVID-Jahren 2020 und 2021. Der Großteil der Gäste kommt in den Monaten Juni bis September.
Landwirtschaft Von den 88 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 23 Haupterwerbsbauern, 60 Nebenerwerbsbauern, 1 Betrieb wurde von einer Personengemeinschaft geführt und 4 von juristischen Personen. Von der landwirtschaftlichen Fläche waren 39 Prozent Wald, 19 Prozent Almen, 10 Prozent Wiesen und 2 Prozent Ackerland.
Verkehr
Eisenbahn: Durch Berg verläuft die Drautalbahn mit stündlichen Schnellbahnverbindungen nach Lienz und Spittal an der Drau. Straße: Die wichtigste Straßenverbindung ist die Drautal Straße B100.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Berg im Drautal hat 15 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2021 wie folgt zusammen: 9 ÖVP, 1 Berger für Berg, 2 Unabhängige Berger Liste und 3 SPÖ.
Bürgermeister Direkt gewählter Bürgermeister war von 1997 bis 2018 Ferdinand Hueter (ÖVP). Nach dem Rücktritt von Hueter im April 2018 übernahm der erste Vizebürgermeister Wolfgang Krenn (ÖVP) die Amtsgeschäfte.Kleine Zeitung: Berg im Drautal: Berg muss sich einen neuen Chef suchen. Artikel vom 4. April 2018, abgerufen am 4. April 2018. Bei der Bürgermeisterwahl am 24. Juni 2018 mit den Kandidaten Wolfgang Krenn (ÖVP), Gerhard Mentil (Berger für Berg) und Wolfgang Hassler (SPÖ)Kleine Zeitung: Drei Kandidaten stehen hinter interkommunalem Ärztehaus. Artikel vom 7. Juni 2018, abgerufen am 8. Juni 2018. ging Wolfgang Krenn mit rund 63 Prozent der Stimmen als Sieger hervor.Klarer ÖVP-Wahlsieg in Berg im Drautal: Wolfgang Krenn ist Bürgermeister. OTS-Meldung vom 24. Juni 2018, abgerufen am 24. Juni 2018.Kleine Zeitung: Eindeutiger Wahlsieg für Wolfgang Krenn. Artikel vom 24. Juni 2018, abgerufen am 24. Juni 2018. Bei der Bürgermeisterwahl 2021 wurde Krenn im Amt bestätigt.
Wappen rechts|100px Das Wappen wurde aus einer Vielzahl von Entwürfen durch eine Abstimmung der Bevölkerung ausgewählt und der Gemeinde am 16. März 1989 verliehen. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: „In grünem, mit zwei seitlich gezackten und einschwingend verbundenen Spitzen unter dem Hauptgrund des silbernen Schildhauptes reichenden Schildgrund eine silberne, schwarz geöffnete romanisch-gotische Kirche mit steilem Turm und hinden anschließendem silbernen romanischen Rundkarner, vorne begleitet von einer silbernen dreizackigen Krone, hinten von einer silbernen, überkreuzt von je einem silbernen Bischofs- und Kreuzstab unterlegten Mitra mit Bändern; im Schildfuß ein silberner Wellenbalken.“zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1, S. 60.
Der grüne Schildgrund deutet den Waldreichtum im Gemeindegebiet an, das silberne Wellenband die Drau. Der „Hausberg“ der Gemeinde, die Jauken, wird durch die stilisierte Silhouette im Schildhaupt angedeutet. In der Herzstelle des Wappens ist die Pfarrkirche Mariä Geburt mit einem der zahlreichen romanischen Rundkarner aus der Bauzeit der Kirche dargestellt. Die Krone steht für das Marienpatrozinium der Kirche, die Bischofsmütze mit Bischofs- und Kreuzstab für den Heiligen Nonnosus, einem frühchristlichen Lokalheiligen, dem die Kirche im Talgrund ursprünglich geweiht wurde (erst im 17. Jahrhundert wurde an seiner Stelle Athanasius als Kirchenpatron festgelegt).
Die Fahne ist Grün-Weiß mit eingearbeitetem Wappen.
Partnergemeinde Lohfelden (Deutschland), seit 25. Juni 1988
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde
Josef Tauerer (1820–1886), Politiker Erika Seywald (* 1955), Malerin Alois Hotschnig (* 1959), Schriftsteller Ferdinand Hueter (1960–2022), Politiker Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Johann Hufnagel (1909–1991), Weitwanderer Carmen Thalmann (* 1989), Skirennläuferin
Weblinks
Gemeinde Berg im Drautal
Einzelnachweise
Kategorie:Kreuzeckgruppe Kategorie:Gailtaler Alpen Kategorie:Ersterwähnung 1267