Die Burg Grodno (deutsch: Kynsburg) nordöstlich des Dorfes Zagórze Śląskie (Kynau)Heinrich Adamy: Die schlesischen Ortsnamen, ihre Entstehung und Bedeutung. Ein Bild aus der Vorzeit. 2. Auflage, Verlag Priebatsch, Breslau 1888, S. 54 (google.de). gehört zum Powiat Wałbrzyski (Waldenburg) der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Die Burg liegt auf einem Felssporn und ist in Süd und Ost von einer Schlucht der Schweidnitzer Weistritz umgeben. Die Burg besteht aus einem Unteren Schloss und einem Oberen Schloss. Zum Burgbezirk gehörten die Ortschaften Kynau, Dittmannsdorf, Reußendorf, Seifersdorf, Hausdorf, Tannhausen, Jauernig und Schenkendorf.

Geschichte Die Kynsburg wurde Ende des 13. Jahrhunderts vom Schweidnitzer Herzog Bolko I. zur Sicherung der Grenze gegenüber Böhmen errichtet. Sie war zunächst herzogliches Lehen, das dem Burggrafen Kilian von Haugwitz gehörte. Ihm folgten die Burggrafen Peczko Eycke und Schoff. Nach der Heirat der Prinzessin Anna von Schweidnitz mit dem böhmischen König und späteren Kaiser Karl IV. verlor die Burg ihre strategische Bedeutung. mini|ohne|Kynsburg um 1860, Sammlung Alexander Duncker.

1368 fiel die Kynsburg zusammen mit dem Herzogtum Schweidnitz an Böhmen und wurde als Pfandbesitz von Landeshauptleuten verwaltet. Das waren unter anderem die Herren Reibnitz, von Mühlbach und Czettritz. Herrmann von Czettritz († 1454) sympathisierte mit den Hussiten und konnte deshalb deren Übergriffe verhindern. 1535 gelangte die Burg an die Grafen Hochberg (Hoberg auch Hohberg) auf Fürstenstein, ab 1567 gehörte sie den Herren Logau. 1596–1601 eignete sie Fürst Michael von der Walachei und ab 1607 Johann Georg von Hohenzollern-Sigmaringen, der auf der Kynsburg wohnte, sie jedoch wegen der Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg verließ. Dessen Nachkommen bzw. eine Stammlinie der brandenburgischen Familie von Rochow, besaßen die Kynsburg bis 1679, deren Wappen die Burg zierte.Julius Ebert: Das Riesengebirge, Iser- und Lausitzer nebst Glatzer- und Waldenburger Gebirge, Breslau und das Zobtengebirge. Praktisches Handbuch. In: Grieben’s Reise-Bibliothek. Band 18, 11. Auflage, Verlag Albert Goldschmidt, Berlin 1888, S. 206 (Riesengebirge Iser_und_Lausitzer_geb/VcFDAAAAYAAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Kynau+Kynsburg&pg=PA206 google.de). Die Wappen, etwa nach 1641/1642, waren dem Freiherr Moritz August von Rochow und seiner Frau Anna Catharina von Hohenzollern zuzuordnen.August Zemplin: Beschreibung und Geschichte der Burg Kynsberg im Schlesierthale des Fürstenthums Schweidnitz bis zum Jahre 1823. 2. Auflage, Verlag der Kunst- und Buchhandlung J. D. Gruson und Co., Breslau 26. Oktober 1826, S. 16 (google.de). Nach einem Blitzschlag 1686 erhielt der Bergfried einen achteckigen Aufsatz. 1689 zerstörte ein Brand weite Teile der Burg.

Nach zahlreichen Besitzerwechseln folgten 1754 die Herren von Liers, die ihren Wohnsitz 1774 nach Dittmannsdorf verlegten; danach war die Burg unbewohnt. 1789 stürzte der Südflügel teilweise ein. 1819 wurden die Burg und der zugehörige Burgbezirk zwangsversteigert. Um die Burg vor dem Abbruch zu bewahren, erwarb sie 1823 der Breslauer Altertumsforscher Johann Gustav Gottlieb Büsching. Nach dem Tod Büschings im Jahr 1829 wechselte die Burg mehrfach den Besitzer. Im Jahr 1855 erwarb Emilie Karoline von Arnim das Anwesen. Später ging sie an die Herren Zedlitz-Neukirch über, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 Eigentümer blieben.

1903–1904 wurde ein Museum eingerichtet, 1929–1945 erfolgten Modernisierungsmaßnahmen.

Nach dem Übergang an Polen 1945 wurde die Kynsburg in Zamek Chojny, später Zamek Grodno umbenannt. Zahlreiche Ausstellungsgegenstände und wertvolle Möbel wurden nachfolgend zerstört. 1964 wurden die Dächer neu gedeckt und ein Jahr später wiederum ein Museum eingerichtet.

Literatur August Zemplin: Beschreibung und Geschichte der Burg Kynsberg im Schlesierthale des Fürstenthums Schweidnitz bis zum Jahre 1823. 2. Auflage, Verlag der Kunst- und Buchhandlung J. D. Gruson und Co., Breslau 26. Oktober 1826. Karl August Müller: Vaterländische Bilder, in einer Geschichte und Beschreibung der alten Burgfesten und Ritterschlösser Preussens. Glogau 1837, S. 33–52. C. Vogel, Jos. Wenzig, Friedrich Körner (Hrsg.): Das Vaterlandsbuch. Illustrirte Haus- und Schulbibliothek zur Erweiterung der Heimat(h)skunde. Band 6, Otto Spamer, Leipzig 1857, S. 64. Die Kynsburg. Den Besuchern derselben gewidmet von O. H. 3. Auflage, Hermann Thieme, Schweidnitz 1859. Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern nebst Text. Band 8, Selbstverlag, Berlin 1865/1866, Blatt Hugo Weczerka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Schlesien. In: Kröners Taschenausgabe. Band 316, Selbstverlag Kröner, Stuttgart 1977, ISBN 3-520-31601-3, S. 257–259. Georg Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V.: Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München, Berlin 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 1166–1167.

Weblinks

Burg-Historie (polnisch)

Einzelnachweise

Grodno Grodno Grodno Kategorie:Gmina Walim Grodno Kategorie:Erbaut im 13. Jahrhundert