Arcachon [] (okzitan.: Arcaishon) ist eine französische Stadt mit Einwohnern (Stand ) im Département Gironde in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie ist die Unterpräfektur des gleichnamigen Arrondissement und gehört zum Kanton La Teste-de-Buch. Die männlichen Bewohner werden Arcachonnais und die weiblichen Arcachonnaises genannt.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 Einwohner 14.862 14.986 13.892 13.293 11.770 11.454 Jahr 2006 2011 2017 Einwohner 12.153 10.776 11.748

Geografie

mini|Topographische Karte von Arcachon mini|Satellitenfoto Der Badeort an der Biskaya liegt am südlichen Ufer des Bassin d’Arcachon etwa 60 Kilometer südwestlich von Bordeaux und ist Uferzone des Meeresnaturparks Bassin d’Arcachon.

Südlich der Villenvororte Le Pilat Plage und Pyla sur Mer (welche administrativ schon zur Nachbargemeinde La Teste-de-Buch gehören) an der Beckenausfahrt zum Atlantik befindet sich die höchste Düne Europas, die Dune du Pilat mit etwa 110 m Höhe, einer Länge von 2,7 Kilometern und einer Fußbreite von rund 500 m.

Geschichte mini|Maurisches Casino, um 1900 mini|Strandpromenade Arcachon war lange Zeit nur ein bedeutungsloses Fischerdorf. Die Entwicklung zum Luxusbadeort fand im 19. Jahrhundert statt. Bedeutenden Anteil daran hatten die aus Bordeaux stammenden Brüder Émile Pereire und Isaac Pereire, die als Großinvestoren auftraten. Das 1853 errichtete Strandcasino, nach seinem Erbauer auch Château Deganne genannt, sowie das 1977 nach langem Niedergang abgebrannte Maurische Casino waren Wahrzeichen dieser Blütezeit. 1856–1860 entstand auch die Basilika Notre-Dame neben der historischen Seemannskapelle. Arcachon, der ehemalige Stadtteil von La Teste-de-Buch, wurde am 2. Mai 1857 durch einen kaiserlichen Erlass von Napoleon III. zur selbständigen Gemeinde erklärt. Die Stadt wurde am 22. August 1944 von Truppen der Résistance, Bataillon Arcachon, befreit unter dem Kommando von René Duchez.Geschichte des Widerstands in Arcachon, abgerufen am 31. Oktober 2024

Wirtschaft Die Stadt und ihr Becken sind bekannt für Austernzucht. Austern und andere Meeresfrüchte sind auch prominent auf den Speisekarten der örtlichen Gastronomie vertreten. Viele Restaurants und Bars sind direkt an der Strandpromenade angesiedelt. Das Tourismusbüro in Arcachon empfängt jedes Jahr 150.000 Menschen. Aus einer Quelle im Wohnviertel Les Abatilles wird seit 1925 Mineralwasser gefördert und unter dem Markennamen "Abatilles" in der Region verkauft.Mineralwasser aus Les Abatilles, abgerufen am 30. Oktober 2024Das Becken von Arcachon ist zum Anbeißen..., abgerufen am 31. Oktober 2024Abatilles: Eine Analyse der internationalen Verwendung in Lebensmittelprodukten, abgerufen am 31. Oktober 2024

Verkehr mini|Avenue Gambetta mini|Bahnhof Die Stadt wurde schon 1841 durch die Bahnstrecke Lamothe–Arcachon an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Von 1911 bis 1930 verkehrte hier auch die elektrische Straßenbahn Tramway Arcachon von sieben Kilometern Länge; sie besaß fünf Triebwagen und drei Beiwagen. Zwischen 1913 und 1948 war auch die Standseilbahn Arcachon in Betrieb.

Bauwerke Basilika Notre-Dame mit historischer Seemannskapelle, errichtet zwischen 1851 und 1861 Kriegerdenkmal für die Gefallenen im Ersten Weltkrieg, errichtet 1924, seit 2015 als Monument historique eingeschrieben Synagoge, erbaut in den 1870er Jahren, seit 2004 als Monument historique eingeschrieben Villa Thérésa, erbaut in den 1880er Jahren, seit 1980 in Teilen als Monument historique eingeschrieben Villa Toledo

Städtepartnerschaften Goslar, Niedersachsen, seit 1965 Gardone Riviera (Italien), seit 1968 Pescara (Italien), seit 1968 Aveiro, Portugal, seit 1989, Zugriff am 31. Oktober 2024. Ciudad Rodrigo (Spanien), seit 1989 Amherst, Massachusetts, Vereinigte Staaten, seit 1998

Persönlichkeiten William Exshaw (1866–1927), britischer Regattasegler Carlos Salzedo (1885–1961), Harfenist und Komponist Louise Talma (1906–1996), US-amerikanische Komponistin und Musikpädagogin Humbert Balsan (1954–2005), Filmproduzent Béatrice Métraux (* 1955), französisch-schweizerische Politikerin Thierry Eliez (* 1964), Jazz-Pianist, Organist, Improvisationskünstler, Komponist und Arrangeur Pascal Touron (* 1973), ehemaliger Leichtgewichts-Ruderer Joan Lezaud (* 1985), ehemaliger Squashspieler

Literatur Le Patrimoine des Communes de la Gironde. Flohic Éditions, Band 1, Paris 2001, ISBN 2-84234-125-2, S. 43–53.

Einzelnachweise

Weblinks

Fremdenverkehrsamt Arcachon (französisch, deutsch, englisch, spanisch) Arcachon-guide.fr (französisch) Zeit online vom 11. Februar 2010: Und jede Menge Personal Vor 150 Jahren entstand die Winterstadt von Arcachon.

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