Als Marderabwehr können Maßnahmen des Menschen bezeichnet werden, um den Steinmarder abzuwehren. Die Paarungszeit liegt bei den Steinmardern im Juni/Juli. Die „heiße Phase“ territorialer Auseinandersetzungen ist für die Marder die Zeit von März/April bis Spätsommer.Beate Ludwig: Automarder unter der Motorhaube, Universität Gießen 1995, S. 13 ff, 12. Jg./Nr. 1. In diesem Zeitraum sind Abwehrmaßnahmen sehr gefragt.

Problembereich Haus Der Marder sucht sich sein Quartier meist zwischen Steinen und Holzanhäufungen, auch Scheunen sind beliebte Aufenthaltsplätze. Meist verläuft dieses Verhalten konfliktlos. Lediglich Katzen können durch Kämpfe mit den Tieren teils erhebliche Verletzungen davontragen. Manchmal dringen die Tiere aber auch in Dachböden von Wohnhäusern ein und verraten sich durch erheblichen Lärm (Poltern, Nies- und Hustengeräusche, Herumlaufen, Auseinandersetzungen).

Folgen Da die Tiere eine Vielzahl an Gegenständen in das Quartier schleppen (Handschuhe, Tierskelette usw.), Dämmmaterial verwenden oder verschleppen sowie urinieren und koten, kann ihre Anwesenheit zu einer teuren Angelegenheit werden.

Abwehrmaßnahmen

Geräusche Marder suchen nach einem ungestörten Nistplatz, daher kann es bereits helfen, regelmäßig den Problembereich z. B. Dachboden selbst aufzusuchen. Gleichzeitig hilft es ein Radio oder sonstige Geräuschquellen mindestens 24 Stunden lang, nahe dem unerwünschten Nistplatz laufen zu lassen. Möchte man diese Wirkung noch verstärken, kann man immer wenn der Marder zu hören ist, zusätzliche Geräusche machen und beispielsweise an die Decke klopfen.

Barrieren Steinmardern genügt ein durchschnittlich 5 cm großes Loch, um in Häuser einzudringen. Sobald ein Marder in ein Haus eingedrungen ist, müssen die Löcher gefunden werden. Bleiben die Zugänge unentdeckt, kann beispielsweise durch verschobene Ziegelsteine oder beschädigte Wände Wasser eindringen und die Bausubstanz stark schädigen. Um die Löcher der Marder ausfindig zu machen, kann es hilfreich sein, um das Haus herum geharkte Sandflächen anzulegen und diese dann nach Spuren abzusuchen.

Allerdings ist es wichtig darauf zu achten, dass das Tier nicht im Haus ist, wenn der Zugang verschlossen wird. Der Marder könnte sonst bei seinem Befreiungsversuch große Schäden verursachen.

Das Zustopfen der Löcher ist vor allem zwischen März und Juli verboten, da in dieser Zeit die erwachsenen Tiere nicht ausgesperrt werden dürfen, falls Jungtiere im Nest sind. Die Jungen würden sonst verhungern. Das Zustopfen der Löcher hilft in manchen Fällen auch nur vorübergehend, weil sich die Tiere einen neuen Zugang suchen oder bekannte Zugänge wieder „freikämpfen“.

Gerüche Gute Erfahrungen wurden damit gemacht, einen mit Dieselkraftstoff getränkten Lappen in eine Schale zu legen und sie auf den Dachboden zu stellen – allerdings steht dem der Geruch und der Brandschutz (Gefährdungsgruppe A3) entgegen. Durch den Lappen verdunstet der Kraftstoff schneller. Die feine Nase des Marders mag den Geruch überhaupt nicht, und er verschwindet meist recht schnell. Ähnlich wirken im Fachhandel erhältlichen Anti-Marder-Mittel: Sprays, die großflächig aufgetragen werden, oder Konzentrate, mit denen mitgelieferte Filzpads benetzt und diese dann ausgelegt oder angeheftet werden.

Marderschrecks Ultraschallgeräte, die auf Einstiegslöcher und den Nistraum ausgerichtet werden, können helfen. Nicht aber Ultraschallgeräte über 100 dB, da die Tiere von dem für ihr Gehör ohrenbetäubenden Krach des hohen Schalldrucks ertauben und sich folglich nicht mehr an dem Ultraschallgerät stören werden. Der Grund dafür ist, dass das Gehör von kleinen Nagern schmerzempfindlicher ist, als das Gehör von Menschen und bei geringerem Schalldruck bereits bleibende Gehörschäden und Taubheit eintritt.

Die auf dem Markt erhältlichen Geräte weichen zusätzlich häufig stark vom tatsächlichen Bereich des definierten Ultraschalls ab und verwenden Frequenzen unter 20 kHz. Menschen können bis zu 23 kHz wahrnehmen und sich deshalb an den Geräten oft selbst gestört fühlen. Werden Frequenzen bis zur Grenze des Hörbereichs von Mardern (44 kHz) und oberhalb von 23 kHz verwendet, kann diese Problematik umgangen werden.

Außerdem sind nachteiligen Auswirkungen von Ultraschallgeräten zur Tierabwehr für andere Tiere und auch den Menschen bisher unzureichend erforscht. Einzelne Forschungsergebnisse zeigen bereits, dass Ultraschallgeräte im Frequenzbereich des menschlichen Hörvermögens gerade bei jüngeren Menschen und verhältnismäßig geringem Abstand zum Gerät über der Unbehaglichkeitsschwelle bis hin zur Schmerzschwelle reichen und damit am Gehör und der Psyche von Menschen Schaden anrichten können.

Kammerjäger und Jäger Einige Schädlingsbekämpfungsunternehmen haben sich auf Marder spezialisiert. Solche Experten können Schlupflöcher effizient aufspüren und wirkungsvoll verschließen. Soll das Tier gefangen und umgesiedelt werden, dürfen das grundsätzlich nur Jäger mit entsprechender Fangberechtigung. Ein Töten der Tiere ist selbst für Jäger lediglich außerhalb der Schonzeiten erlaubt. Es ist sinnvoll, bei der Stadt oder Gemeinde nach einem eigenen Stadtjäger zu fragen, denn für gewöhnlich darf nur der Stadtjäger Maßnahmen gegen Wildtiere auf städtischem Gebiet einleiten.

Problembereich Auto In den 1980er Jahren sind die ersten Marderverbisse an Autos bekannt geworden.Beate Ludwig: Von Mardern und Menschen, Steinfurt, Tecklenborg Verlag, 1999, S. 91 ff. Die jährlichen Marderschäden an Kraftfahrzeugen belaufen sich auf schätzungsweise mehrere Hunderttausend Schadensfälle. Im Jahr 2017 wurden rund 214.000 Schäden in Höhe von 72 Millionen Euro durch Marder verursacht, so die Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft. Im Jahr 2020 waren es 217.000 Schäden mit Kosten von 90 Millionen Euro, jeweils lediglich an kaskoversicherten Fahrzeugen.Umschau vom 22. November 2022 Der Steinmarder hat sich an die Lebensbedingungen der Menschen gewöhnt und hält sich vermehrt als Kulturfolger in deren Nähe auf. Die Gründe, warum der Steinmarder sich in Autos niederlässt, lassen sich nicht, wie lange angenommen, auf den Geruch von heißem Gummi oder auf die Zusammensetzung der Kunststoffe zurückführen, sondern auf das Artverhalten des Tieres. Der Motorraum bietet dem Steinmarder einen attraktiven Unterschlupf mit vielseitigen Möglichkeiten. Er dient als Erholungs- und möglicher Rückzugsort vor Feinden, wie auch als Speisekammer für Nahrungsüberreste.Beate Ludwig: Von Mardern und Menschen, Steinfurt, Tecklenborg Verlag 1999, S. 91 ff. Besonders gefährdet sind Fahrzeuge, die zwischen unterschiedlichen Orten pendeln und über Nacht im Freien abgestellt werden. Haben an beiden Orten unterschiedliche Marder im Fahrzeug ihr jeweiliges Revier markiert, so versuchen die Tiere, dieses Revier zu verteidigen, und Beißattacken sind die Folgen.Peter Wohlleben: Kranichflug und Blumenuhr, Darmstadt 2012, pala-Verlag, S. 112f., ISBN 978-3-89566-310-9 Somit lassen sich die durch den Steinmarder entstandenen Schäden auf das Revierverhalten zurückführen. Vor allem in der beschriebenen „heißen Phase“ und der Paarungszeit der Marder von Mai bis Juni treten Schäden vermehrt auf.Tipps gegen Marder. Website des ADAC. Abgerufen am 30. Januar 2017. Gleichwohl sind Abwehrmaßnahmen ganzjährig sinnvoll.

Folgen Für den Fahrzeugbesitzer können Marderschäden zu einer teuren und auch gefährlichen Angelegenheit werden. Dämmstoffe im Motorraum sind dabei noch das geringste Problem. Kabel und Schläuche aller Art (Achsmanschette, Zündkerzenkabel, Kühlwasserschläuche, Schläuche der Scheibenwaschanlage, Kabel der Lambdasonde. Website der Universität Gießen. Abgerufen am 30. August 2013. sind besonders gefährdet) werden zerbissen. Dabei sind die Bissstellen manchmal schwer zu entdecken, weil die scharfen Zähne der Tiere nur etwa stecknadelgroße Einstiche hinterlassen.

Mögliche Folgen sind zum Beispiel Liegenbleiben durch ein defektes Zündkabel oder Kühlwasserverlust.

Kostenübernahme Während Abschleppkosten oft durch die Mitgliedschaft in einem Autoclub abgedeckt sind, werden Folgekosten (zum Beispiel Defekte an Motor, Abgasanlagen) nicht von allen Versicherungen gedeckt. Hier kommt es auf den Versicherer und den genauen Tarif an.Wer übernimmt die Kosten?. Website der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Abgerufen am 27. August 2013. Die Kfz-Haftpflichtversicherung haftet bei Marderbissen am Fahrzeug generell nicht. Eine Teilkasko haftet im Schadensfall im Rahmen der vereinbarten Deckungssumme und eines möglichen Selbstbehalts bei direkten Marderschäden. Doch während einige Versicherer den Marderschutz in der Teilkasko anbieten, schließen andere wiederum diesen komplett aus.

Abwehrmaßnahmen Auf jeden Fall ist zu beachten, dass Steinmarder dem Jagdrecht unterliegen.

Vorbehandlung Die ADAC-Verkehrswacht empfiehlt grundsätzlich nach jedem Marderschaden sowie beim ersten Entdecken von Pfotenabdrücken auf der Motorhaube oder Spuren eines Marderbesuchs im Motorraum (Nahrungsreste, zerfetzte Gummiteile) und vor jeder Marderabwehrmaßnahme die Durchführung einer Motorwäsche. Dies sollte in einer Fachwerkstätte geschehen, welche die rechtlichen Vorschriften erfüllt. Alternativ dazu werden sogenannte Duftmarken-Entferner (Spezial-Reinigungsschaum) angeboten. Denn nur mit Hilfe dieser Vorbehandlungen werden die von jedem Marder hinterlassenen Duftspuren beseitigt, das Fahrzeug neutralisiert und für die anderen Kontrahenten entschärft (Angriffsgrund wird genommen). Empfehlenswert ist, möglichst viele Autokabel (vor allem die Zündkabel) mit Wellschlauch zu ummanteln. Das wellförmige Kunststoffröhrchen kann leicht verarbeitet und über die Schläuche gezogen werden. Dies stellt eine relativ billige, aber sehr wirksame Maßnahme dar. Im Fachhandel werden diese in besonderer Qualität „als bereits geschlitzte Marderschutzschläuche“ angeboten, um das Anbringen ohne Demontage zu ermöglichen. Auf minderwertige Qualitäten, die u. a. als Scheuer-Schutzschlauch angeboten werden, sollte man in diesem Zusammenhang verzichten. Für die Kabel von Katalysatoren/Lambdasonden gibt es besondere hitzebeständige Schutzkabel aus Aluminium. Leider lassen sich aber nicht alle Bauteile im Fahrzeug ummanteln, weshalb ergänzende Schutzmaßnahmen nötig sein können.

Hochspannungsgeräte mini|Sensorgesteuertes Hochspannungsgerät mit Edelstahlkontaktplatten im MotorraumHochspannungsgeräte sind laut durchgeführten Tests und vieler Jahre Praxiserfahrung die wirksamste und effektivste Methode, gegen den Marder vorzugehen. Mittels der im Motorraum angebrachten und durch einen Hochspannungs-Generator aufgeladenen Kontaktplatten bekommt der Marder bei Berührung einen Stromschlag nach dem Weidezaunprinzip., Website der Universität Gießen. Abgerufen am 27. August 2013. Positiver Effekt hierbei: Es hält den Marder nachhaltig fern, ohne das Tier zu schädigen. Wichtig ist somit, darauf zu achten, dass die Geräte das Fahrzeug schützen und das Tier nicht verletzen. Voraussetzung für einen Stromschlag ist jedoch das Schließen eines Stromkreises. Hierfür ist Masse (Minuspol) nötig, z. B. über die Karosserie oder andere blanke Metall-Motorteile. Auch Wasserschläuche bestehen aus leitfähigem Material. In anderen Worten: Über das Fahrzeug wird der benötigte Minuspol transportiert. In neueren Fahrzeugen mit viel Kunststoff, Lack und Schallschutz im Motorraum gibt es weniger leitende Oberfläche, sodass die Masse (Minuspol) idealerweise über eine zweite, also eine „doppelte“ Kontaktplatte mitgeliefert wird. Das heißt, diese Geräte haben Kontaktplatten mit Plus- und Minuspol. Es sollte eine Möglichkeit geben, dass Geräte für Service-Arbeiten ausgeschaltet werden können. Für Menschen sind Hochspannungs-Marderabwehrgeräte weitgehend ungefährlich.

Maschendraht und Bürsten mini|Marderschutzgitter mit Maschendraht