Der Begriff Gusto ist entlehnt aus dem Italienischen (), wo es die Bedeutung von ‚Geschmack, schmecken‘ hat, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne, auch im Sinne von ‚gefallen‘, so im Spanischen und italienisch al gusto ‚nach Belieben‘, im Menü küchensprachlich, wie allgemein (vergleiche , ). Entsprechend steht .

Der Begriff ist fachsprachlich, man verwendet Gustatorische Wahrnehmung für den/die Geschmackssinn[e] im allgemeinbiologischen Sinne, und Degustation heißt ‚Verkosten‘, speziell bei Wein.

In Deutschland wird Gusto heute vorwiegend nur noch im übertragenen Sinne mit der Bedeutung ‚Vorliebe‘ oder ‚Neigung‘ verwendet.Friedrich Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. De Gruyter, Berlin 2002, ISBN 3-11-017473-1.

In Österreich und Altbayern ist Gusto dagegen explizit ein Synonym für Appetit, im Allgemeinen (), aber auch auf spezielle einzelne Geschmäcker: , . Es gibt die Redewendung für ‚auf den Geschmack kommen‘ im direkten wie im übertragenen Sinne. Ein „Gustostückerl“ entspricht dem Schmankerl, also einem Leckerbissen in wörtlicher oder übertragener Bedeutung – im Unterschied zum Schmankerl als Speise bezeichnet Gustostückerl auch speziell ‚das Beste vom Stück‘, so gilt der Lungenbraten und besonders der Tafelspitz als das Gustostückerl vom Rind, oder die „Bäckchen“ (der Kiemenmuskel) als das Gustostück von der Forelle, und man diskutiert gern darüber, ob Bruststück, Haxerl (Keule) oder Flügerl das Gustostück vom Henderl sei.Die gehäuften, Zuneigung ausdrückenden Diminutive sind in diesem Zusammenhang sprachtypisch In Anlehnung an diese Bedeutung gibt es auch eine österreichische Kochzeitschrift und einen deutschen Gourmet-Führer namens Gusto. Die Österreicher kennen auch das Wort gustiös als Synonym für ‚appetitlich‘ oder ‚lecker‘ sowie im übertragenen Sinne für ‚angenehm‘ oder ‚reizvoll‘,Ulrich Ammon u. a.: Variantenwörterbuch des Deutschen. De Gruyter, Berlin 2004, ISBN 3-11-016575-9. und die Negation ungustiös für ‚unappetitlich, grauslich, ekelerregend‘. Gustieren heißt ‚Gefallen an etwas finden‘, aber auch ‚Probieren, wie es am besten passt‘ („herumgustieren“), während das französisch entlehnte, nur mehr gehoben bis affektiert übliche goutieren speziell übertragen im moralischen Sinne ‚gefallen‘ meint: ‚das kann ich nicht gutheißen‘.

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Einzelnachweise

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