Kappel am Albis (bis 1911 offiziell Kappel genannt) ist eine politische Gemeinde im Bezirk Affoltern (älter: Knonauer Amt, pop. Söiliamt) des Kantons Zürich in der Schweiz. Ihr Mundartname ist Chappel.
Geographie mini|Luftbild (1953) von Werner Friedli Kappel liegt am Südwesthang des Albis südlich von Hausen im Jonental. Neben Kappel selbst gehören auch die Ortsteile Hauptikon und Uerzlikon zur Gemeinde. Die Nachbargemeinden sind im Kanton Zürich Knonau, Mettmenstetten, Rifferswil und Hausen am Albis, im Kanton Zug Baar und Steinhausen.
Schutzgebiete
Auf dem Gemeindegebiet von Kappel am Albis liegen folgende 13 Schutzobjekte (ganz oder teilweise):
Reservats-Nr. Schlüssel-Nr. Objekt Nr. Name Fläche in ha 160_ZH_133 CH04_3848 1 Hagenholz/Hagenmoos 2,17 160_ZH_16 CH04_0037 2 a Arbach (Tüfmoos) 5,77 2 b Ried Unter Hauptikermatt West 2 c Ried Unter Hauptikermatt Süd CH02_118 3 Häglimoos 0,61 160_ZH_357 4 a Schürenmoos 1,79 4 b Feuchtwiese nördlich Chalofen 160_ZH_211 5 Leigrueb (Lehmgrube bei Chlostermatt) 1,35 6 Quellsumpf am Islisberg 7 Turpenland und Chruzelen 8 Ried südlich Arbach 9 Ried Usserfeld 101 Landschaftsschutzgebiet Kappel
Geschichte
Bereits für die Bronzezeit finden sich auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Belege für die Besiedelung. Ein Römischer Gutshof wird zwischen Hauptikon und Rifferswil vermutet. Das erste Mal greifbar wird Kappel im Jahre 1185, als das gleichnamige Kloster, in dem der Ursprung der heutigen Gemeinde liegt, gegründet wurde. Das Kloster konnte seinen Besitz in den folgenden Jahrhunderten immer wieder vergrössern und schloss im Jahr 1344 einen Burgrechtsvertrag mit Zug und 1403 mit Zürich. Im Zuge der Reformation, deren Auseinandersetzungen in den beiden Kappelerkriegen (1529 und 1531) einen Höhepunkt fanden, wurde das Kloster aufgelöst. Kappel wurde der Landvogtei Knonau unterstellt und die Klostergüter von Stadtzürcher Amtsleuten verwaltet, die auch den Zehnten in den Weilern der Umgebung einzogen. Zur Gemeinde Kappel zählen die Dörfer Uerzlikon und Hauptikon. 1221 erwarb das Kloster Kappel Güter in Hauptikon, Uerzlikon und Rossau. Zwischen 1255 und 1279 gelangten drei weitere Uerzliker Höfe an das Kloster. Im 13. Jahrhundert sind Ritter von Uerzlikon nachgewiesen, die 1347 ihre letzten Güter verkauften.
Mit dem Einmarsch der Franzosen im Jahre 1798 wurde Kappel dem Distrikt Mettmenstetten zugeteilt, mit dem Ende der Helvetik 1803 dem Bezirk Horgen, um dann wieder zum neu gebildeten Oberamt Knonau zu kommen (ab 1830 Bezirk Knonau). Seit 1837 gehört die Gemeinde Kappel zum Bezirk Affoltern.
Wappen Blasonierung: Geviert: 1 und 4 in Schwarz ein von Rot und Silber geschachter Balken, 2 in Gold ein schwarzes Mauerankerkreuz, 3 in Blau die Nordansicht einer silbernen Kirche mit Seitenschiff, Querschiff und Vierungsturm, roten Dächern und schwarzen Fenstern
Das Gemeindewappen datiert in dieser Form auf 1928 und wurde am 15. April 1931 als offizielles Gemeindewappen angenommen. Ein älteres Wappen des Klosters Kappel war seit mindestens 1505 in Gebrauch und kombinierte das Wappen des Zisterzienserordens (den Zisterzienser-Balken) mit dem Wappen der Freiherren von Eschenbach. Die Darstellung einer Kapelle im Wappen datiert auf 1650, die Kapelle wurde 1928 durch eine Abbildung der Klosterkirche ersetzt.
Bevölkerung + BevölkerungsentwicklungQuellen: 1634/1799: HLS, 1850–1960: Eidgenössische Volkszählungen (XLS; 927 kB), danach: Gemeindeporträts. Kappel am Albis. Bevölkerung (Personen). Statistisches Amt des Kantons Zürich, 1962–2022. Jahr Einwohner 1634 256 1799 438 1850 743 1900 697 1950 676 2000 866 2005 846 2010 918 2015 1029 2020 1244 2022 1321 2024 1382
Politik Gemeindepräsident ist Martin Hunkeler (parteilos, Stand 2023).Gemeinderat. Personen. Website der Gemeinde Kappel am Albis.
Bei der Nationalratswahl 2019 erreichten die Parteien folgende Wähleranteile: SVP 43,64 %, glp 10,87 %, FDP 10,86 %, Grüne 10,18 %, SP 9,07 %, CVP 5,50 %, EVP 4,51 %, EDU 1,47 %, BDP 1,27 % und andere (8) 2,63 %.
Die Wähleranteile bei der Nationalratswahl 2023: SVP 47,72 % (+4,08 %), glp 12,48 % (+1,61 %), SP 9,46 % (+0,39 %), FDP 7,77 % (−3,09 %), Die Mitte 7,75 % (+0,98 %), Grüne 6,03 % (−4,15 %), EVP 4,27 % (−0,25 %), Aufrecht Zürich 1,45 %, Mass-Voll! 1,22 %, EDU 0,94 % (−0,53 %), andere (10) 0,92 %.Nationalratswahl 2023. Kanton Zürich. 25. Oktober 2023.
Sehenswürdigkeiten
Persönlichkeiten Leonard Meister (1741–1811), Lehrer, Politiker und evangelischer Geistlicher Konrad Näf (1789–1832), Pädagoge, Gehörlosenlehrer und Dichter Josias Simler (1530–1576), Theologe und Historiker Huldrych Zwingli (1484–1531), Theologe und Reformator
Literatur Bernhard Schneider: 4000 Jahre Kappel am Albis im Überblick: Kappel, Uerzlikon, Hauptikon. Verlag Schneider Communications 2023, ISBN 978-3-906068-15-2. Bernhard Schneider: Von den Klostergütern zur selbständigen Gemeinde. Kappel am Albis im Wandel der Zeit. Chronos Verlag, Zürich 1988, ISBN 3-905278-29-4. Thomas Huonker, Peter Niederhäuser: 800 Jahre Kloster Kappel: Abtei, Armenanstalt, Bildungshaus. Orell Füssli, Zürich 2008, ISBN 978-3-280-06074-2. Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Band I: Die Bezirke Affoltern und Andelfingen. Kappel (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 7). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (GSK). Bern 1938, , S. 35–102 (Digitalisat).
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Kappel am Albis Statistische Daten der Gemeinde Kappel am Albis
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kanton Zürich Kategorie:Schweizer Gemeinde