Als Frankenderby werden Fußballspiele zwischen den fränkischen Vereinen 1. FC Nürnberg und SpVgg Greuther Fürth (ehemals SpVgg Fürth) bezeichnet. Das Frankenderby – auch fränkisches Lokalderby genannt – ist mit bislang 277 Begegnungen seit 1904, davon 210 Pflichtspiele, eines der am längsten bekannten und das am häufigsten ausgetragene Fußballderby Deutschlands. Manchmal werden auch Partien gegen andere fränkische Mannschaften, wie zum Beispiel die Würzburger Kickers, den 1. FC Schweinfurt 05 oder die SpVgg Bayreuth, als Frankenderby bezeichnet.

Geschichte Saison Plätze Oberliga Süd 1945/46 2.20px|Nürnberg 13.20px|Fürth 1946/47 1.20px|Nürnberg 10.20px|Fürth 1947/48 1.20px|Nürnberg 15.20px|Fürth 1949/50 1.20px|Fürth 11.20px|Nürnberg 1950/51 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1951/52 2.20px|Nürnberg 6.20px|Fürth 1952/53 3.20px|Fürth 8.20px|Nürnberg 1953/54 4.20px|Nürnberg 11.20px|Fürth 1954/55 9.20px|Nürnberg 11.20px|Fürth 1955/56 7.20px|Nürnberg 13.20px|Fürth 1956/57 1.20px|Nürnberg 6.20px|Fürth 1957/58 2.20px|Nürnberg 4.20px|Fürth 1958/59 3.20px|Nürnberg 7.20px|Fürth 1959/60 6.20px|Nürnberg 11.20px|Fürth 1960/61 1.20px|Nürnberg 11.20px|Fürth 1961/62 1.20px|Nürnberg 12.20px|Fürth 1962/63 2.20px|Nürnberg 9.20px|Fürth Regionalliga Südzweitklassig 1969/70 3.20px|Nürnberg 8.20px|Fürth 1970/71 1.20px|Nürnberg 7.20px|Fürth 1971/72 9.20px|Nürnberg 14.20px|Fürth 1972/73 5.20px|Nürnberg 9.20px|Fürth 1973/74 2.20px|Nürnberg 10.20px|Fürth 2. Bundesliga Süd 1974/75 6.20px|Nürnberg 15.20px|Fürth 1975/76 2.20px|Nürnberg 10.20px|Fürth 1976/77 5.20px|Nürnberg 8.20px|Fürth 1977/78 2.20px|Nürnberg 6.20px|Fürth 1979/80 1.20px|Nürnberg 7.20px|Fürth Regionalliga Süddrittklassig 1996/97 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 2. Bundesliga 1997/98 3.20px|Nürnberg 9.20px|Fürth 1999/2000 4.20px|Nürnberg 7.20px|Fürth 2000/01 1.20px|Nürnberg 5.20px|Fürth 2003/04 1.20px|Nürnberg 9.20px|Fürth 2008/09 3.20px|Nürnberg 5.20px|Fürth Bundesliga 2012/13 10.20px|Nürnberg 18.20px|Fürth 2. Bundesliga 2014/15 9.20px|Nürnberg 14.20px|Fürth 2015/16 3.20px|Nürnberg 9.20px|Fürth 2016/17 8.20px|Fürth 12.20px|Nürnberg 2017/18 2.20px|Nürnberg 15.20px|Fürth 2019/20 9.20px|Fürth 16.20px|Nürnberg 2020/21 2.20px|Fürth 11.20px|Nürnberg 2022/23 12.20px|Fürth 14.20px|Nürnberg 2023/24 8.20px|Fürth 12.20px|Nürnberg 2024/25 10.20px|Nürnberg 13.20px|Fürth 2025/26 8.20px|Nürnberg 16.20px|Fürth 2026/27 + Direkte Ligaduelle Saison Plätze Nürnberg-FürtherMeisterschaft 1904/05 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth Nordbayerische Gaumeisterschaft 1906/07 1.20px|Nürnberg 3.20px|Fürth 1907/08 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1908/09 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1909/10 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth Ostkreis 1910/11 2.20px|Nürnberg 3.20px|Fürth 1911/12 1.20px|Fürth 4.20px|Nürnberg 1912/13 1.20px|Fürth 3.20px|Nürnberg 1913/14 1.20px|Fürth 2.20px|Nürnberg Kreis Nordbayern 1919/20 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1920/21 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1922/23 1.20px|Fürth 2.20px|Nürnberg Bezirksliga Bayern 1923/24 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1924/25 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1925/26 2.20px|Nürnberg 3.20px|Fürth 1926/27 1.20px|Nürnberg 4.20px|Fürth Bezirksliga Nordbayern 1927/28 1.20px|Fürth 2.20px|Nürnberg 1928/29 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1929/30 1.20px|Fürth 2.20px|Nürnberg 1930/31 1.20px|Fürth 2.20px|Nürnberg 1931/32 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1932/33 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth Gauliga Bayern 1933/34 1.20px|Nürnberg 6.20px|Fürth 1934/35 1.20px|Fürth 2.20px|Nürnberg 1935/36 1.20px|Nürnberg 2.20px|Fürth 1936/37 1.20px|Nürnberg 4.20px|Fürth 1937/38 1.20px|Nürnberg 4.20px|Fürth 1938/39 5.20px|Nürnberg 6.20px|Fürth 1939/40 1.20px|Nürnberg 5.20px|Fürth 1940/41 2.20px|Nürnberg 4.20px|Fürth 1941/42 2.20px|Fürth 4.20px|Nürnberg Gauliga Nordbayern 1942/43 1.20px|Nürnberg 3.20px|Fürth 1943/44 1.20px|Nürnberg 6.20px|Fürth Hintergrund Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gründeten sich die Fußballvereine 1. FC Nürnberg (1900) und SpVgg Fürth (1903), und schnell entwickelte sich eine große Rivalität, die besonders brisant wurde, da beide Mannschaften lange Zeit zu den besten Klubs Deutschlands gehörten. Die Städte grenzen seit 1899 direkt aneinander und sind beinahe vollständig miteinander verwachsen.

Anfänge Erstmals fand ein Derby im September 1902 statt und endete 15:0 für Nürnberg. Das zweite Spiel im Januar 1903 wurde bei einer Fürther Führung wegen Schneegestöbers abgebrochen, im März und April des gleichen Jahres konnte noch zweimal Nürnberg gewinnen. Allerdings können diese ersten vier Spiele nicht bedingungslos in die Statistik eingerechnet werden, da damals noch eine Gruppe aus Sportlern des TV 1860 Fürth angetreten war, aus der erst am 23. September 1903 die SpVgg Fürth innerhalb des TV hervorging, welche am 21. November 1906 eigenständig wurde. Das erste unumstrittene Frankenderby wurde am 7. Februar 1904 ausgetragen, wobei die Nürnberger mit 4:1 in Fürth gewannen.Spielbericht 1. Derby auf kleeblatt-chronik.de, abgerufen am 29. April 2018 Am 18. September 1904 fand bei der Nürnberg-Fürther Meisterschaft das erste Spiel bei einem Turnier statt, wobei der 1. FC Nürnberg mit 3:0 gewann. Im Dezember 1908 endete erstmals ein Spiel unentschieden (3:3) und am 20. Oktober 1910 gab es den ersten Sieg für Fürth (2:1). Dieser erste Sieg war zudem das erste Derby, das auf dem Fürther Sportplatz am Ronhofer Weg, dem damals größten Sportplatz des Deutschen Reiches, ausgetragen wurde. Die Zuschauerzahl betrug rund 10.000.

Franken als deutsche Fußballhochburg Allgemein gelang es Fürth in den 1910ern, an Nürnberg vorbeizuziehen, was in der ersten deutschen Meisterschaft im Jahr 1914 gipfelte. 1920 gewann dann erstmals Nürnberg die Victoria, nachdem im Finale Fürth geschlagen worden war. Es war die unmittelbar folgende Meisterschaftssaison, da der Erste Weltkrieg zur Unterbrechung des Spielbetriebs geführt hatte, weswegen die SpVgg sechs Jahre als Meister amtierte. Die 1920er bedeuteten für beide Vereine die erfolgreichste Zeit.

Größere Bekanntheit erreichte eine Anekdote vom 21. April 1924. Damals waren für ein Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen die Niederlande ausschließlich Spieler von Nürnberg und Fürth nominiert worden. Deutschland gewann in diesem Spiel erstmals gegen die Niederlande, die Akteure verbrachten jedoch Hin- und Rückfahrt in nach Vereinen getrennten Zugabteilen. Noch im gleichen Jahr weigerten sich jedoch sowohl die Nürnberger als auch die Fürther Spieler ein weiteres Mal zusammen in der deutschen Nationalmannschaft zu spielen, weshalb Deutschland am 31. August gegen Schweden mit sechs Debütanten antreten musste und 1:4 verlor. 1929 wurde Fürth zum bisher letzten Mal Meister, wobei das Finale gegen Hertha BSC im Nürnberger Stadion ausgetragen wurde. Exemplarisch für die Härte, in der die Derbys zu dieser Zeit bestritten wurden, ist ein Spiel vom 6. Oktober 1929. Damals gab es 87 Freistöße und drei Platzverweise, Endstand war 1:1.

Anfang der 50er Jahre schaffte es das Frankenderby nochmals, sich zu einem der hochklassigsten Fußballspiele Deutschlands zu etablieren. Eine 2:7-Heimniederlage der Nürnberger gegen Fürth vom 30. September 1956 kommentierte der ehemalige Nürnberger Außenläufer Hans „Bumbes“ Schmidt mit den Worten: „Die Tränen haben mir in den Augen gestanden, wie die gespielt haben! Und ausgerechnet die Blödel aus Fürth gewinnen das!“ Das Zitat erreichte deswegen Bekanntheit, weil Schmidt zu diesem Zeitpunkt der Fürther Trainer war.

Seit Gründung der Bundesliga Klassenunterschiede 1963 konnte sich die SpVgg Fürth nicht für die neu eingeführte Bundesliga qualifizieren. Der damalige Rekordmeister Nürnberg hingegen wurde 1968 letztmals Meister, ehe der Club abstieg und bisher acht Mal zwischen zweiter und erster Liga wechselte. So gab es in den 1970er Jahren einige Derbys in der zweiten Spielklasse. Fürth stieg jedoch zwischendurch bis in die Viertklassigkeit ab, sodass in dieser Zeit fast ausschließlich Freundschaftsspiele ausgetragen wurden.

Rückkehr in den Profifußball Erst durch den Beitritt der Fußball-Leistungsabteilung des TSV Vestenbergsgreuth zur damaligen SpVgg Fürth konnte man sich wieder für eine höhere Spielklasse qualifizieren. Durch den gleichzeitigen erstmaligen Zweitligaabstieg des FCN spielten beide Vereine in der drittklassigen Regionalliga Süd 1996/97 und trafen auch im DFB-Pokal aufeinander, sodass das Derby auch wieder an nationaler Bedeutung gewann. Die 44.181 Zuschauer bilden noch immer den Rekord für ein Pokalspiel zwischen Drittligisten. Die Liga dominierten Nürnberg und Fürth nach Belieben, so dass sie am Ende gemeinsam aufstiegen. Seitdem gehörte Fürth bis zum Aufstieg 2012 ununterbrochen der zweiten Bundesliga an und belegt mittlerweile in der Ewigen Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga den ersten Rang. Der Aufstieg in die Fußball-Bundesliga wurde hierbei häufig knapp verfehlt.

In den 1990er Jahren wurden einige Fürther Heimspiele im größeren Frankenstadion ausgetragen, nicht aber in der Saison 2003/04 sowie in der Saison 2008/09, da die Spielvereinigung im Aufstiegskampf nicht auf den Heimvorteil verzichten wollte. 2004 zogen etwa 3000 Nürnberger Fans in einem Marsch durch Fürth durch die Fürther Innenstadt, die Polizei war davon überfordert. Um eine ähnliche Situation zu verhindern, richtete die Polizei 2009 einen weitläufigen Sicherheitsring um das Fürther Stadion ein.Fürth: Zug der Ultras verlief ohne Zwischenfälle. nn-online, 10. Mai 2009Frankenderby: Polizei will Chaos verhindern. nn-online, 19. März 2009 Beim 253. Derby am 10. Mai 2009 wurde im easyCredit-Stadion ein Public Viewing veranstaltet, zu dem 16.000 Besucher kamen, mehr Personen, als in das ausverkaufte Playmobil-Stadion passten.Punkteilung im Derby, 10. Mai 2009 Im Achtelfinale des DFB-Pokals 2011/12 kam es am 20. Dezember 2011 zur 254. Auflage des Frankenderbys, wie auch die Derbys davor war ein enormer Polizeiaufwand erforderlich. Fürth siegte mit 1:0 in Nürnberg und zog in der Folge bis ins Halbfinale ein. Nach Ende des Spiels kam es zu Tumulten durch aufgebrachte Nürnberger Fans, die in den Innenraum des Stadions eindrangen., 30. Oktober 2011Das Frankenderby - die Stimmung im Stadion

Bundesligaderbys In der Zweitligasaison 2011/12 belegte Fürth am Ende den ersten Platz und stieg damit zum ersten Mal in die 1. Bundesliga auf. In der Saison 2012/13 fand am 24. November 2012 in Fürth daher das Frankenderby erstmals seit der Spielzeit 1962/63 rund 49 Jahre zuvor wieder in der höchsten deutschen Spielklasse statt. Die Stadt Fürth erließ durch eine Allgemeinverfügung ein Betretungsverbot der Innenstadt für alle Personen, bei denen es sich „erkennbar um Anhänger des 1. FC Nürnberg handelt, die in Gruppen von mehreren Personen (auch Kleingruppen) unterwegs sind“. Dieses Verbot wurde jedoch vom Verwaltungsgericht Ansbach, mit der Begründung, dass es rechtlich nicht möglich ist, aufgehoben.Amtsblatt der Stadt Fürth vom 21. November 2012 (PDF; 1,5 MB) Das Spiel endete 0:0, je ein Platzverweis für jede Mannschaft zeugte jedoch erneut von der hohen Emotionalität. Das Rückspiel in Nürnberg am 21. April 2013 gewann die Spielvereinigung mit 1:0, das Siegtor erzielte Johannes Geis, der ab 2019 für Nürnberg spielte. Während Nürnberg am Ende Platz zehn belegte, stieg Fürth als Tabellenletzter sofort wieder ab. Dabei war Nürnberg der einzige Verein, gegen den Fürth vier Punkte erbeuten konnte.

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