Nothfelden ist ein Stadtteil der Stadt Wolfhagen im nordhessischen Landkreis Kassel.
Geographie Der Ort befindet sich im Naturpark Habichtswald an den Landesstraßen 3312 und 3214, die sich im Ort kreuzen. Von dem auf einem Plateau gelegenen Ort hat man einen weiten Blick in das Wolfhagener Land.Die Wüstung Herberode liegt etwa 0,9 km südwestlich von Nothfelden in der Flur „Auf dem Herberod“ westlich der Landesstraße L 3214.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Nothfelden erfolgte unter dem Namen Nothfelt im Codex Eberhardi und wird in die Zeit 817–842 datiert. Weitere Erwähnungen erfolgten unter den Ortsnamen (in Klammern das Jahr der Erwähnung): Nothfelth, de, Nidernnothfelt (1123); Notvolde (1148–1162); Nothvelde (1206), Nothvelde (1259); inferiori Notfelt (1267); inferiori Notfelde (1305); Notfelth inferiori (1314); Noitfelde (1332–1344); Nortfelden (1536); Nothfeldt (1585); und Nothfeld (1708/10).
Zum 1. Februar 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Nothfelden im Zuge der Gebietsreform in Hessen auf freiwilliger Basis in die Stadt Wolfhagen eingemeindet. Für Nothfelden wurde, wie für alle nach Wolfhagen eingegliederten Gemeinden, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Nothfelden angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Wolfhagen ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Wolfhagen 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Wolfhagen 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Wolfhagen (Friedensgericht Wolfhagen) ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Wolfhagen ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis WolfhagenVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 71.Trennung von Justiz (Justizamt Wolfhagen) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Kassel ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Wolfhagen ab 1867: Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Wolfhagen ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Wolfhagen ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Wolfhagen, Stadt Wolfhagen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Kassel, Stadt Wolfhagen
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Nothfelden 360 Einwohner. Darunter waren 6 (1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 60 Einwohner unter 18 Jahren, 144 zwischen 18 und 49, 75 zwischen 50 und 64 und 81 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 144 Haushalten. Davon waren 30 Singlehaushalte, 51 Paare ohne Kinder und 51 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 30 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 90 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.
Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon 1537: 26 Wohnhäuser 1585: 34 Haushaltungen 1747: 44 Haushaltungen
Historische Religionszugehörigkeit • 1834: 310 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 305 evangelische (= 92,15 %), 25 katholische (= 7,55 %) Einwohner
Politik Für Nothfelden besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Nothfelden) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 70,00 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Nothfelden“ an. Der Ortsbeirat wählte Torsten Grüning zum Ortsvorsteher.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Kirche mini|hochkant|Kirche Nothfelden
Die romanische Chorturmkirche mit ihrem verschieferten Fachwerkoberbau gilt als Wahrzeichen des Ortes. 1751 erhielt sie ihr jetziges Aussehen. Bei diesem Umbau wurde die Decke des Kirchenschiffes tiefer gelegt und eine Empore eingezogen. Die Laternenhaube des Turmes stammt aus dem Jahr 1803. Seit 1991 befindet sich im Ostfenster eine Glasmalerei des damals in Oberrosphe tätigen Erhardt Jakobus Klonk.Der Entwurf der Glasfenster in Nothfelden aus dem Jahr 1991 ist im Landeskirchlichen Archiv Kassel erhalten (Bestand: H Klonk, Nr. 199) Die Evangelische Kirchengemeinde des Orts gehört zum Kirchspiel Altenhasungen.
Regelmäßige Veranstaltungen
Das traditionell jährlich stattfindende Schützenfest ist einer der Höhepunkte in dem noch heute landwirtschaftlich geprägten Dorf.
Literatur Heinrich Reimer (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen). Elwert, Marburg, 1974, S. 355.
Weblinks Stadtteil Nothfelden. In: Webauftritt der Stadt Wolfhagen.
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Kassel Kategorie:Geographie (Wolfhagen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Kassel) Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ersterwähnung im 10. Jahrhundert