Open Access Network (OAN) bezeichnet in der Telekommunikation eine horizontale Netzwerkarchitektur bzw. ein Geschäftsmodell, welches die Nutzung eines Netzwerks vom Provisioning, also vom Errichten und Betrieb des Netzwerks trennt.

Internetprovider, auch konkurrierende, mieten in einem OAN-Netzwerk nur die gerade benötigte Bandbreite. Der Infrastrukturerrichter kann durch das parallele Vermarkten der Ressource Durch die einheitliche Auslegung der optischen Gebäude- oder Standort-Infrastruktur und die dadurch gebotene Möglichkeit zur gemeinsamen Nutzung oder Wiederverwendung ergeben sich finanzielle Einsparpotenziale, die die Installation optischer Zugangsnetze beschleunigen helfen sollen. diese besser auslasten. Vor allem in ländlichen Regionen – mit geringer Siedlungsdichte – verbessert diese Mehrfachvermarktung die Rahmenbedingung für eine wirtschaftliche Netzwerkerschließung.

Das OAN-Prinzip wird häufig bei WiFi-Netzwerken angewandt und ist heute ein mögliches Geschäftsmodell für kommunale Glasfasernetze.

Wertschöpfungsstufen Die Wertschöpfungskette im OAN besteht aus drei verschiedenen Schichten oder Stufen: der passiven Infrastruktur, der aktiven Komponente und den angebotenen Diensten. Es gibt drei Rollen:

Infrastrukturanbieter (PIP) Passive Infrastructure Provider Eigentümer der passiven Infrastruktur. Verantwortlich für den Aufbau und die Instandhaltung der passiven Infrastruktur. Netzanbieter (NP) Network Provider Betreibt die aktive Technikkomponente und ist in der Regel deren Eigentümer. Dieser installiert und betreibt die aktive Netztechnik, wie z. B. Router und Switches. Diensteanbieter (SP) Service Provider Erbringt die digitalen Dienste, wie z. B. Internet und Telefonie.

Es gibt verschiedene Geschäftsmodelle, je nachdem, welche Rolle die Marktakteure übernehmen. Die verschiedenen Akteure in der Breitband-Wertschöpfungskette können verschiedene Rollen übernehmen. Der Backbone-PIP besitzt und betreibt die passive Infrastruktur beim Backbone-Netz und in gewissem Grad bei den Bereichsnetzen. Dabei kann es sich um einen öffentlichen oder einen privatwirtschaftlichen Akteur mit langfristigen Investitionsplänen oder gelegentlich um eine lokale Genossenschaft handeln. Der Zugangsbereich-PIP besitzt und betreibt die Anschlüsse der "ersten Meile" und in gewissem Grad auch die passive Infrastruktur in Bereichsnetzen. Dabei kann es sich um einen Telekommunikationsbetreiber, eine Wohnungsbaugesellschaft, eine lokale Genossenschaft, die Eigentümer von Mehrfamilienhäusern, die Kommune oder Eigenheimbesitzer handeln, die ebenfalls langfristige Interessen in dem Gebiet haben. Diensteanbieter (SP) können kleine oder große lokal oder landesweit agierende Unternehmen sein, die über das Netz eines NP Dienste für die Endnutzer anbieten. Der Netzanbieter (NP) mietet unbeschaltete Glasfaserkabel (Dark Fibre) vom PIP, um dem SP die Anbindung der Endnutzer anzubieten. Dabei installiert er Technik in allen Zugangsknoten, an die seine Endnutzer angeschlossen sind.

Geschäftsmodelle Der Aufbau von Breitbandnetzen erfordert in der Regel erhebliche Investitionen, was oft zu einer natürlichen Monopolstellung der Betreiber führt. Daher wurden im Laufe der Jahre verschiedene Modelle entwickelt, um den Wettbewerb zwischen den Diensteanbietern zu fördern und die Markteintrittsbarrieren zu senken. Grundsätzlich gibt es für den Breitbandnetzausbau das vertikal integrierte Modell und das Wholesale-only-Modell. Beim vertikal integrierten Modell deckt ein Unternehmen alle Ebenen der Wertschöpfungskette ab, vom Infrastrukturbau bis zum Endkundengeschäft. Im Gegensatz dazu spezialisiert sich das Wholesale-only-Modell, das eng mit den Open Access Networks (OAN) verbunden ist, auf den Betrieb der Infrastruktur und den Verkauf von Vorleistungen an andere Anbieter, die dann Endkundendienste anbieten. OANs fördern durch dieses Modell den Wettbewerb, da sie sicherstellen, dass mehrere Dienstanbieter die gleiche Infrastruktur nutzen können.

Passive-Layer Open Model (PLOM) PLOM beschreibt ein Modell zur Errichtung und Betrieb einer passiven Infrastruktur für Breitbandnetze. In diesem Modell wird die passive Infrastruktur entweder direkt von einer Instanz oder im Wege der Auftragsvergabe errichtet. Das Eigentum an der passiven Infrastruktur verbleibt beim PIP (Passive Infrastructure Provider), der auch für den Betrieb und die Instandhaltung zuständig ist.

Das Besondere am PLOM-Modell ist, dass das Breitbandnetz auf der passiven Stufe offen ist, was bedeutet, dass konkurrierende Betreiber über physische Verbindungen direkten Zugang zu den Endnutzern erhalten. Es gibt eine Unterscheidung zwischen dem Backbone-PIP und dem Ortsbereich-PIP, wobei der Backbone-PIP für die Verbindung der verschiedenen Teile einer Region, eines Landkreises oder einer Kommune zuständig ist und der Ortsbereich-PIP für die Bereitstellung der Teilnehmeranschlüsse und mitunter des Bereichsnetzes verantwortlich ist.

Das PLOM-Modell ermöglicht den Betreibern eine hohe Freiheit und Kontrolle bei der Gestaltung ihres Zugangsnetzes, was ein Vorteil ist. Ein Nachteil besteht jedoch darin, dass bei diesem Modell konkurrierende Betreiber aktive Technik im Zugangsknoten des Bereichs installieren müssen, den sie bedienen wollen, sofern keine Mitnutzungsvereinbarung getroffen wird. Wenn die Bevölkerungsdichte zu gering ist, aggregiert jeder Zugangsknoten nur eine kleine Zahl von Nutzern, so dass bei Präsenz von mehr als einem Betreiber in jedem Bereich Wirtschaftlichkeit nicht gegeben ist. Dies schwächt den Wettbewerb und führt zu hohen OPEX und CAPEX.

Insgesamt eignet sich das PLOM-Modell am besten für relativ große und dicht besiedelte Gebiete wie größere Städte. In dünner besiedelten Gebieten wird stattdessen oft das 3LOM- oder ALOM-Modell gewählt, bei denen der Wettbewerb zwischen Diensteanbietern durch ein offenes Netz auf der aktiven Ebene erreicht wird, um den Markteintritt zu erleichtern. Das PLOM-Modell wird oft von öffentlich unterhaltenen kommunalen Netzen in Großstädten eingesetzt, wobei die öffentliche Hand die Rolle des Backbone-PIP übernimmt. Ein prominentes Beispiel für dieses Modell ist das Glasfasernetz von Stockholm.

Active-Layer Open Model (ALOM) Im Gegensatz zum PLOM-Modell, bei dem separate passive und aktive Schichten von verschiedenen Instanzen betrieben werden, integriert ALOM beide Schichten in einer Hand. Diese Instanz installiert Technik in allen Zugangsknoten und richtet ein offenes, betreiberneutrales Netz ein, über das alle Diensteanbieter ihre Dienste an alle Endnutzer liefern können.

In der Wertschöpfungskette des ALOM-Modells liegt die Rolle des Backbone-PIP und NP in einer Hand. Der Backbone-PIP+NP erzielt Einnahmen von den Diensteanbietern, indem diese ihre Dienste an die Endnutzer durch sein Backbone-Netz und zu den Teilnehmeranschlüssen liefern, die der Backbone-PIP+NP beim Zugangsbereich-PIP mietet und für die er eine Gebühr zahlt. Die Endnutzer erhalten ihre Dienste von dem von ihnen gewählten Betreiber gegen eine Dienstgebühr. In einigen Fällen wird die Netzgebühr direkt an den PIP+NP gezahlt. Der Zugangsbereich-PIP kann Einnahmen erzielen, indem die Endnutzer entsprechende Zahlungen leisten.

3-Layer Open Model (3LOM) Im 3LOM ist die öffentliche Hand für die Rolle des PIP verantwortlich, während die Rolle des NP einem einzigen Unternehmen zugewiesen wird, das die aktive Schicht betreibt und ein offenes, betreiberneutrales Netzwerk errichtet, über das alle Diensteanbieter ihre Dienste an alle Endnutzer liefern können.

Um faire und diskriminierungsfreie Bedingungen für alle SP zu gewährleisten, ist es dem NP nicht gestattet, selbst Dienste zu erbringen.

Vertikal integriertes Modell Das vertikale Modell beschreibt einen Ansatz, bei dem etablierte Telekommunikationsunternehmen die Infrastruktur und die Technik besitzen und den Endkunden Dienste direkt anbieten. Sie sind in der Regel auch in der Lage, den Zugang zu Vorleistungsebenen zu bieten, die anderen Diensteanbietern den Zugang ermöglichen. Es handelt sich um ein proprietäres Modell, bei dem der TK-Unternehmer eine beträchtliche Marktmacht hat und in der Lage ist, seinen Mitbewerbern den Zugang zum Netz in der physischen Schicht oder in der aktiven Schicht zu gewähren.

Konkurrierende Betreiber können ihre Technik entweder im Zugangsknoten der Bereiche installieren oder ihre Netztechnik in einem Rechenzentrum installieren, wo sie mit dem Netzeigentümer gekoppelt wird. Das Modell hat jedoch den Nachteil, dass es dazu führen kann, dass der TK-Unternehmer eine monopolistische Position einnimmt und den Wettbewerb einschränkt. Aus diesem Grund gibt es in einigen Ländern Regeln, die den Mitbewerbern den Zugang zum Netz in der physischen Schicht oder in der aktiven Schicht ermöglichen, um den Wettbewerb zu fördern.

Anwendungen und Erfahrungen Das OAN-Konzept eignet sich sowohl für Glasfaser- als auch für WiFi-Zugangsnetze, insbesondere dort, wo Exklusivität nicht zulässig ist. Aufgrund der gemeinsamen Wartungskosten eignet es sich für ländliche Gebiete, in denen traditionelle Internetdienstanbieter (ISP) möglicherweise zögern, einen Dienst anzubieten. Open-Access-Netze werden auch als praktikabler Weg angesehen, um Breitbandnetze der nächsten Generation in Gebieten mit geringer Bevölkerungsdichte zu errichten, in denen Diensteanbieter keine ausreichende Rendite erzielen können, um die hohen Kosten für die Verlegung von Gräben, die Erteilung von Genehmigungen für die Überschreitung von Wegerechten und die erforderliche Netzinfrastruktur zu decken.

Im Gegensatz zu herkömmlichen kommunalen Netzen, bei denen die Gemeinde Eigentümerin des Netzes ist und es nur einen Dienstanbieter gibt, ermöglicht das Open-Access-Modell mehreren Dienstanbietern den Wettbewerb über dasselbe Netz zu Großhandelspreisen. Auf diese Weise können die Diensteanbieter kurzfristig Geld verdienen, und die Gemeinde oder Genossenschaft kann ihre Kosten langfristig wieder hereinholen. Der Ausbau und die Infrastruktur werden in der Regel durch kostengünstige Anleihen finanziert.

Vereinigte Staaten Open-Access-Netze haben sich in Teilen der Vereinigten Staaten zunächst als „Middle Mile“-Netze und in jüngerer Zeit als „Last Mile“-Netze, in Europa und Asien bewährt. „Last Mile“-OANs in den Vereinigten Staaten haben jedoch begonnen, mehr Interesse zu wecken, da ländliche und vorstädtische Gemeinden versuchen, die wirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln. Eines der bekanntesten und ausgereiftesten OANs befindet sich in Västerås, Schweden, einer Stadt mit etwa 40.000 Haushalten. Das Västerås-OAN hat Dutzende von Anbietern und mehr als hundert Dienste, die den Nutzern zur Verfügung stehen. In den vergangenen Jahren hat sich eine große Anzahl von OANs in ganz Schweden ausgebreitet, insbesondere in kleineren Gemeinden (siehe z. B. Säffle und Hudiksvall). In den USA konnten Open-Access-Netze wie das kommunale The Wired RoadThe Wired Road – Carroll and Grayson counties and the City of Galax, in Southwest Virginia in Virginia schnell sowohl lokale als auch regionale Dienstanbieter anziehen. Dies hat dazu geführt, dass die Kosten für Internetzugang und Telefondienste für Geschäftskunden im Dienstgebiet von The Wired Road aufgrund des verstärkten Wettbewerbs zwischen den Anbietern um fünfzig bis siebzig Prozent gesunken sind. Dieses OAN bietet Open-Access-Transport für jeden Dienstanbieter, der die technischen und finanziellen Mindestanforderungen erfüllt, einschließlich der Möglichkeit für bestehende Anbieter, erweiterte Dienste anzubieten, verkauft jedoch selbst keine Dienste und konkurriert daher nicht mit Anbietern des privaten Sektors. Die Utah Telecommunication Open Infrastructure Agency (UTOPIA) ist ein Konsortium von 20 Städten in Utah, das ein Open-Access-Glasfasernetz in Utah aufbaut und betreibt.

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