Oberhausen ist eine kreisfreie Großstadt im westlichen Ruhrgebiet und am unteren Niederrhein im Regierungsbezirk Düsseldorf des Landes Nordrhein-Westfalen mit rund 210.000 Einwohnern. Oberhausen gehört zur Metropolregion Rhein-Ruhr. Sie ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland und im Regionalverband Ruhr. Der 1758 auf dem heutigen Stadtgebiet in Betrieb genommenen Eisenhütte St. Antony, der ersten im Ruhrgebiet, verdankt Oberhausen den Beinamen „Wiege der Ruhrindustrie“. Heute bilden Einkaufs- und Freizeiteinrichtungen einen Schwerpunkt der Wirtschaft; Einkaufscenter, Freizeitpark, Museen, Theater und andere Attraktionen verzeichnen jährlich hohe Besucherzahlen.

Geographie Räumliche Lage und landesplanerische Ausweisung Oberhausen liegt geografisch in der Niederrheinischen Tiefebene an den von orographisch rechts oder Ost in den Rhein mündenden Flüssen Ruhr und Emscher. In der Landesplanung ist Oberhausen als Mittelzentrum und als Teil der europäischen Metropolregion Rhein-Ruhr ausgewiesen. Oberhausen liegt mitten im zentralen Wirtschaftsraum Europas, der mit dem Begriff Blaue Banane umschrieben wird.

Stadtgebiet mini|150px|Altes Rathaus im Bezirk Sterkrade

Das Stadtgebiet Oberhausen hat eine Fläche von 77 km² und dehnt sich in Nord-Süd-Richtung 14,6 km und in West-Ost-Richtung 10,7 km aus. Die Länge der Stadtgrenze beträgt 53 km, die mittlere Höhenlage 50 m über NN. Der Ortsmittelpunkt, die geographische Stadtmitte im Stadtteil Sterkrade, liegt an der Christinestraße 23Tobias Fülbeck: Reise zum Mittelpunkt der Stadt in Westdeutsche Allgemeine Zeitung vom 13. April 2011 und hat die Koordinaten: 51° 31′ n.B. und 6° 51′ ö.L.

Mit 102 Meter über NN bildet die Knappenhalde (Schlackeberg) den höchsten Punkt im Stadtgebiet.

Seit 1975 ist das Stadtgebiet in die drei Stadtbezirke Alt-Oberhausen, Osterfeld und Sterkrade gegliedert. Sie haben jeweils eine Bezirksvertretung mit einem Bezirksbürgermeister. Die Bezirksvertretung hat je nach Größe des Stadtbezirks zwischen 15 und 19 Mitglieder und wird alle fünf Jahre bei jeder Kommunalwahl von der Bevölkerung des Stadtbezirks gewählt.

Oberhausen hat ca. 210.000 Einwohner. Von allen deutschen Großstädten dieser Einwohnerzahlen weist Oberhausen jedoch mit 77 km² die kleinste Stadtfläche auf, sodass Oberhausen mit 2735 Einwohnern/km² sehr dicht besiedelt ist. Oberhausen ist die am zehntdichtesten besiedelte Großstadt Deutschlands.

Stadtgliederung mini|hochkant=1.8

Oberhausen hat mehr als nur die drei bekannten, mit den Stadtbezirken namensgleichen Gemarkungen. Im Bezirk Sterkrade gibt es noch die Gemarkungen Sterkrade-Nord mit Schmachtendorf, bis 1917 Teil von Hiesfeld (daher auch die Benennung Hiesfelder Wald) und Buschhausen. In Alt-OB gibt es neben Oberhausen die Gemarkungen Alstaden, OB-Borbeck, OB-Styrum und OB-Dümpten, wobei die letzten beiden ebenfalls aus einer Aufteilung früherer Gemarkungen auf zwei heutige Städte entsprungen war. Die Gemarkungsgrenzen sind in der heutigen Siedlungsstruktur oftmals nicht mehr erkennbar.

Für statistische Zwecke wurden die Stadtbezirke in mehrere statistische Bezirke unterteilt, die sich wiederum in Unterbezirke gliedern.Statistisches Jahrbuch Oberhausen 2014 mit einer Karte der statistischen Bezirke auf S. 5 – PDF; 3,1 MB Diese halten sich indes nicht immer eng an die historischen Zugehörigkeiten und die landläufige Zuordnung. Auf Basis der Unterbezirke wurde allerdings eine Aufteilung der Stadt in sechs Sozialräume,Alt-Oberhausen zerfällt in Alstaden/Lirich, Oberhausen-Mitte/Styrum und das östlich der Mülheimer Straße gelegene Oberhausen-Ost, Sterkrade in Sterkrade-Mitte und das jenseits der A 3/A 2 gelegene Sterkrade-Nord, während Osterfeld ein einziger Sozialraum bleibt, siehe Dokumentation der Oberhausener Sozialraumgespräche 2011, Karte S. 13 (PDF; 2,9 MB) die sich wiederum in sogenannte Quartiere gliedern, vorgenommen, die deutlich mehr den tatsächlichen bzw. landläufigen Stadtteilen entsprechen – wobei sich die Grenzen verständlicherweise gegenüber den historischen Gemarkungen etwas verschoben haben. Dabei gibt es in etwa so viele (Sozial-)Quartiere wie statistische Bezirke und manchmal sind diese auch völlig kongruent – bei im Einzelfall abweichenden Namen.Der statistische Bezirk Klosterfeld-Nord ist zum Beispiel deckungsgleich mit dem Sozialquartier Tackenberg-Ost.

Folgende „vollwertige“ (entweder der Größe oder der historischen Eigenständigkeit wegen) Stadtteile lassen sich ausmachen – hinter dem Gedankenstrich je die Anzahl Unterbezirke und Einwohnerzahlen:Einwohnerzahlen für die Sozialquartiere aus dem Oberhausener Sozialstrukturatlas

Alt-Oberhausen: Alstaden – 13 Unterbezirke; 17.782 Einwohner Bermensfeld – 2 UB; ohne Nordteil, aber mit Ostteil des Knappenviertels 4.764 EW Borbeck – 4 UB; zusammen mit der Neuen Mitte und dem Norden des Bermensfelds 3.730 EW Knappenviertel (mit der Knappenhalde und dem Osten des Lipperfelds) – 2 UB; ohne Ostteil 4.605 EW Dümpten – 4 UB; ohne Nordosten 7.796 EW Innenstadt/Altstadt – 3 UB; 13.135 EW Lirich – 13 UB; 15.130 EW Marienviertel (mit dem Kaisergarten nebst Schloss und dem Westen des Lipperfelds) – 6 UB; 6.708 EW Neue Mitte (inklusive der Siedlung Grafenbusch) – 2 UB Schlad – 8,5 UB; zusammen mit dem Nordosten Dümptens 10.157 EW Styrum – 4 UB; 6.800 EW Sterkrade: Alsfeld (mit dem Westen des Wahlbezirks Sterkrader Heide und der Siedlung Dunkelschlag; inklusive Volkspark Sterkrade) – 9 UB; 10.623 EW Barmingholten – 4 UB Biefang – 2 bzw. 5Die alte Gemarkung Biefangs entspricht nur in etwa zwei Unterbezirken; auf fünf kommt man, wenn man den angrenzenden Unterbezirk auf Sterkrader Gemarkung und die Buschhausener Unterbezirke rechts der Emscher mitrechnet.  UB Buschhausen (mit den zum Stadtbezirk Osterfeld gehörigen, auf Oberhausener Gemarkung liegenden, aber historisch auf Buschhausener Gebiet liegenden Wald Grafenbusch und Stadion Niederrhein) – 14 bzw. 11Elf Unterbezirke Buschhausens liegen links der Emscher; zusätzlich zu den zweien rechts der Emscher liegt im (neuen) statistischen Bezirk Buschhausen, Biefang einer auf Sterkrader Gemarkung. Das ebenfalls auf Buschhausener Gemarkung liegende MAN-Gelände wird heute zu Sterkrade-Mitte gezählt.  UB; zusammen mit Biefang 13.547 EW Holten (mit Waldteich) – 8 UB; zusammen mit Barmingholten 8.764 EW Königshardt – 11 UB; 7.564 EW Schmachtendorf (mit Waldhuck) – 8 UB; 8.290 EW Schwarze Heide (inklusive einer Exklave und mit Weierheide) – 4+1Der neue statistische Bezirk Schwarze Heide besteht aus der durch die A 3 nach Westen und die Eisenbahn nach Osten abgegrenzten Schwarzen Heide zuzüglich einer Exklave westlich von Autobahn und Emscher, aber abzüglich der Teile südlich der Neumühler Straße.  UB; 5.503 EW Sterkrade-Mitte – 6 UB; 8.271 EW Tackenberg-West (inklusive der verbliebenen Sterkrader Heide) – 9 UB; 10.173 EW Walsumermark (mit Brink und Neuköln) – 11 UB; 9.087 EW Osterfeld: Osterfeld-Heide (inklusive Siedlung Eisenheim und Siedlung Stemmersberg) – 5 UB; 7.790 EW Klosterhardt (Südteil der historischen Klosterhardt) – 6 UB; 5.790 EW Osterfeld-Mitte (inklusive Osterfeld-Süd) – 9 UB; zusammen mit Vonderort 13.311 EW Rothebusch (nach Westen bis einschließlich Volksgarten Osterfeld) – 6 UB; 4.985 EW Tackenberg-Ost (Nordteil der historischen Klosterhardt) – 5 UB; 6.049 EW Vonderort (inklusive Revierpark Vonderort, Haus Vondern und Siedlung Vondern) – 3 UB

Nachbarstädte

Klima

Geschichte Frühmittelalter Auch wenn die Stadt Oberhausen erst im Zuge der industriellen Revolution entstand, so gehören zum heutigen Stadtgebiet Ortsteile, die weit ins Mittelalter zurückreichen. So hatte Holten bereits 1310 Stadtrechte erworben, die die Stadt allerdings unter Napoleon wieder verlor. Ebenfalls mittelalterliche Wurzeln weisen Ortsteile wie Sterkrade, Osterfeld oder die Bauerschaften Lippern und Lirich auf.

Die Lage im Tal des Rheins sowie eine Reihe von Bächen boten sehr früh günstige Siedlungsplätze. Archäologische Untersuchungen erweisen, dass die frühmittelalterlichen Bewohner des Gebietes kulturell dem fränkischen Merowingerreich angehörten. Während allerdings mit Stand 2014 in Duisburg 15 Gräberfelder aus dieser Zeit belegt sind, waren auf Oberhausener Gebiet nur fünf Felder belegt.

1920/1921 wurde auf Sterkrader Stadtgebiet an der Weseler Straße eines dieser Gräberfelder entdeckt. Mindestens sechs Gräber in zwei Reihen fanden sich 0,8 bis 1,0 m unter dem Bodenniveau, die Häupter der Toten wiesen nach Westen. Die Fundstücke befinden sich heute im Stadtarchiv. Das gilt etwa für die Bügelfibeln vom Typ Junkersdorf, die sich in die 2. Hälfte des 5. und das frühe 6. Jahrhundert datieren lassen. 1930 kam es an der nahegelegenen Oskarstraße zu Grabfunden, die jedoch zerstört wurden. Nur ein Grabfund – heute im Kultur- und Stadthistorischen Museum der Stadt Duisburg – wurde gesichert.

1936 erfolgten systematische Ausgrabungen im Winkel zwischen Weseler, Oskar- und Georgstraße, die mindestens 13 Gräber zu Tage förderten. Darunter waren etwa zehn Körper- und sechs Urnenbestattungen. Eines der Gräber wies ausnahmsweise eine Nord-Süd-Ausrichtung auf, was möglicherweise auf westfälische Einflüsse zurückzuführen ist. Die Gräber stammen aus der Zeit zwischen 530/555 und 670. Die beiden Männergräber waren vergleichsweise schlicht ausgestattet. Hingegen war ein Frauengrab (Nr. 7) reich ausgestattet: „Besonders bemerkenswert ist ihr Fibelschmuck, der eine rosettenförmige Almandinscheibenfibel, eine S-Fibel mit stilisierten Raubvogelköpfen sowie ein Paar großer, fast 13 cm langer Bügelfibeln umfasst. Alle Fibeln bestehen aus Silber, die S-Fibel und die Bügelfibeln sind zusätzlich vergoldet.“ (Eger, S. 113). Hinzu kam eine schlichte eiserne Gürtelschnalle und 39 Glas- und Bernsteinperlen, die zu einer Halskette gehörten. Ein eiserner Schlüssel erweist sie als Hausherrin, einer Angehörigen der gehobenen Schicht.

Als Oberhausens „kostbarster Fund aus der Merowingerzeit“ gilt ein Bügelfibelpaar. Es entstand zwischen etwa 555 und 570. Die Anfänge der nahegelegenen Siedlung Sterkrade reichen nach dem Werdener Urbar (mindestens) bis in die Zeit um 900 zurück. Der zu den Merowingergräbern anzunehmende Siedlungskern dürfte eher nördlich von Sterkrade gelegen haben. Gräberfelder der gleichen Zeitstellung fanden sich in Osterfeld im Jahr 1928, nämlich im südwestlichen Eck zwischen Bahndamm und Osterfelder Bahnhof, dem „Gleisdreieck“, etwa 650 bis 700 m von der Pankratiuskirche entfernt. „Ostervelde“ erscheint allerdings erst 1085 erstmals in einer Quelle.

In Sterkrade kamen um 1911 auch Münzen (aus der Bremerstraße) zu Tage, von denen nach dem Krieg drei Wilhelmine Hagen vorgelegt wurden. Die Münzen sind heute verschollen, doch immerhin existieren Fotos, die Hagen anfertigen ließ. Die älteste Münze stammte aus der Zeit des Kaisers Anastasios I. (491–518). Die Besiedlung des Stadtgebietes konzentrierte sich insgesamt auf ein Gebiet nördlich der Emscher, insbesondere auf die Bachläufe an den Abhängen der Mittel- und Niederterrasse und die Terrassenkante oberhalb der Emscheraue.

Eine Kontinuität zu den späteren Ortskernen ließ sich bisher nicht belegen, denn für die Zeit ab dem 8. Jahrhundert fehlen bis dato Funde. Wenige Scherbenfunde aus einer Baugrube des einstigen Klosters von Sterkrade belegen immerhin eine kontinuierliche Besiedlung von Sterkrade ab dem 9. Jahrhundert. Reichhaltigeres Fundmaterial stammt erst aus dem Hoch- und Spätmittelalter.

Neuzeit mini|Das Gebiet der heutigen Stadt Oberhausen im Jahr 1805

Der Bereich des heutigen Stadtgebiets Oberhausen gehörte bis Ende des 18. Jahrhunderts zu unterschiedlichen Herrschaften. Während Lippern (Lipper Heide) und Lirich zum Reichsstift Essen (Essen-Borbeck) gehörten, Styrum zur reichsfreien Herrschaft Styrum, Alstaden und Dümpten zur Herrschaft Broich, lagen die Bürgermeisterei Holten mit Buschhausen und Sterkrade im Kreis Wesel im preußischen Herzogtum Kleve und Osterfeld im kurkölnischen Vest Recklinghausen.