Die Metro Madrid ist die U-Bahn der spanischen Hauptstadt Madrid. Das 296,6 Kilometer lange Streckennetz erschließt mit mittlerweile 303 Stationen nicht nur die Stadt selbst, sondern auch zahlreiche Vororte. Nach der im Mai 2007 abgeschlossenen Erweiterungsphase ist die Madrider Metro derzeit die drittlängste U-Bahn Europas und seit dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU die längste der europäischen Union. Hinsichtlich der Zahl der Stationen wird sie in Europa nur von Paris übertroffen. Neben der U-Bahn Seoul galt sie um 2000 als die am schnellsten expandierende U-Bahn der Welt. Allein seit 1994 hat sich die Länge des Streckennetzes mehr als verdoppelt.

Die Betriebsführung erfolgt durch die Metro de Madrid S.A., eine Tochtergesellschaft des Consorcio Regional de Transportes de Madrid. Dabei handelt es sich um ein öffentlich-rechtliches Unternehmen im Besitz der Stadt Madrid, der Autonomen Gemeinschaft Madrid und der Vorortsgemeinden. Dieses Konsortium koordiniert auch den Busbetrieb der städtischen Verkehrsbetriebe Empresa Municipal de Transportes (EMT) sowie das Nahverkehrsnetz Cercanías (Vorortzüge) der spanischen Staatseisenbahn Renfe. Alle Verkehrsträger der Hauptstadtregion sind zu einem Verkehrsverbund zusammengeschlossen. Im Jahr 2019 beförderte die Metro Madrid 677,4 Millionen Fahrgäste.

Liniennetz mini|Station Rubén Darío (Linie 5) Das Liniennetz der Madrider Metro ist nach Betreiberangaben derzeit 296,6 Kilometer lang, besteht aus 13 Linien und besitzt 303 Stationen.Die teilweise unterirdisch verkehrende Metro Ligero ist nicht in diesen Zahlen enthalten, da sie eine Stadtbahn ist. Die Spurweite beträgt 1445 Millimeter (10 Millimeter mehr als die international übliche Normalspur). Sie entspricht damit jener der einstigen Straßenbahnen und ist bedeutend schmaler als die bei den Eisenbahnen verwendete spanische Breitspur von 1668 Millimetern. Fast das gesamte Netz verläuft unterirdisch; nur drei Abschnitte befinden sich an der Oberfläche. Es handelt sich dabei um die Strecken Puerta de Arganda–Arganda del Rey an der Linie 9 und Lago–Casa de Campo an der Linie 10 sowie die Station Aluche an der Linie 5.

Wie die Berliner U-Bahn besteht auch die Madrider Metro aus zwei unterschiedlichen Teilnetzen. Die Linien 1 bis 5 sowie R gehören zum Kleinprofilnetz. Die Tunnel sind 6,86 Meter breit und 5,36 Meter hoch, liegen zumeist in geringer Tiefe und folgen in der Regel dem oberirdischen Straßenverlauf. Während die Tunnel hufeisenförmig gebaut sind, weisen die Stationen eine Ellipsenform auf. Die Kleinprofillinien wurden aufgrund ihrer geringen Tiefe und der günstigen Geologie (stabile Lehm- und Sandschichten) meist in offener Tunnelbauweise errichtet; dabei hob man eine Baugrube aus und deckelte diese anschließend zu. Bei schwierigeren Verhältnissen kam die „belgische Methode“ zur Anwendung, die im Laufe der Zeit zur „Madrider Methode“ weiterentwickelt wurde (Erläuterungen zu den verschiedenen Bauweisen unter Tunnelbau). Die am tiefsten unter der Erdoberfläche gelegene Kleinprofil-Station ist mit 28 Metern La Latina an der Linie 5.

Zum Großprofilnetz gehören die Linien 6 bis 12. Sofern die Tunnel nahe der Oberfläche liegen, wurden auch diese in der offenen Bauweise errichtet; in diesem Falle sind sie 7,74 Meter breit und 6,87 Meter hoch. Bei Tiefen unter 20 Metern kamen modernere Bauweisen zur Anwendung wie die Neue Österreichische Tunnelbaumethode oder seit Beginn der 1990er Jahre Tunnelbohrmaschinen. In diesen Abschnitten weisen die Tübbings einen Innendurchmesser von 8,07 Metern auf. Die tiefstgelegene Großprofilstation ist mit 49 Metern jene der Linie 6 bei Cuatro Caminos.

Auf beiden Teilnetzen beträgt der minimale Kurvenradius 90 Meter, die maximale Neigung 5 Prozent. Der Oberbau besteht aus Vignolschienen (Gewicht 54 kg/m) mit Holzschwellen auf Schotterbett. In den Stationen und in engen Kurven sind die Schienen direkt in den Beton der Tunnelsohle eingelassen oder auf Betonkonsolen montiert.

Li­nie End­stationen Eröff­nung Strecken-länge Pro­fil Fahr-span­nung AnzahlSta­tionen Bahn­steig-längeFahrgastaufkommen pro Linie (2018) verweis=Linie 1 (Metro Madrid)|20px Pinar de Chamartín ↔ Valdecarros 1919 23,9 km klein 600 V= 33 90 m 95.549.987 verweis=Linie 2 (Metro Madrid)|20px Las Rosas ↔ Cuatro Caminos 1924 14,0 km klein 1500 V= 20 60 m / 90 m 43.969.307 verweis=Linie 3 (Metro Madrid)|20px El Casar ↔ Moncloa 1936 18,5 km klein 1500 V= 19 108 m 66.538.578 verweis=Linie 4 (Metro Madrid)|20px Argüelles ↔ Pinar de Chamartín 1944 16,0 km klein 600 V= 23 60 m 43.442.442 verweis=Linie 5 (Metro Madrid)|20px Alameda de Osuna ↔ Casa de Campo 1968 23,2 km klein 600 V= 32 90 m 69.848.412 verweis=Linie 6 (Metro Madrid)|20px Circular (Ringlinie) 1979 23,5 km groß 600 V= 28 115 m 107.544.619 verweis=Linie 7 (Metro Madrid)|20px Pitis ↔ Barrio del Puerto (–Hospital del Henares) 1974 32,9 km groß 1500 V= 30 115 m / 90 m 44.252.587 verweis=Linie 8 (Metro Madrid)|20px Nuevos Ministerios ↔ Aeropuerto T4 1998 16,5 km groß 1500 V= 8 115 m 18.928.919 verweis=Linie 9 (Metro Madrid)|20px Paco de Lucia ↔ Arganda del Rey 1980 39,5 km groß 600 V= 29 115 m 43.415.474 verweis=Linie 10 (Metro Madrid)|20px Hospital Infanta Sofía ↔ Puerta del Sur 1961 36,5 km groß 1500 V= 31 115 m / 90 m 75.130.369 verweis=Linie 11 (Metro Madrid)|20px Plaza Elíptica ↔ La Fortuna 1998 8,5 km groß 1500 V= 7 115 m 5.421.189 verweis=Linie 12 (Metro Madrid)|20px MetroSur (Ringlinie) 2003 41,0 km groß 1500 V= 28 115 m 32.109.243 verweis=Linie R (Metro Madrid)|20px Ópera ↔ Príncipe Pío 1925 1,1 km klein 1500 V= 2 60 m 6.370.436

Betrieb mini|hochkant|Station Valdezarza (Linie 7); Wegen der weitgehend unterirdischen Streckenführung wird der Betrieb durch Schneefall kaum beeinträchtigt. Die Madrider Metro verkehrt täglich von 6:00 Uhr bis 1:30 Uhr. Die Zugfolgezeit variiert von Linie zu Linie. In der Regel beträgt sie während der Hauptverkehrszeit 2 bis 4 Minuten, tagsüber 4 bis 7½ Minuten und ab Mitternacht 15 Minuten.

Es gibt sechs Betriebswerkstätten mit Abstellanlagen. Diese befinden sich bei den Stationen Cuatro Caminos, Cuatro Vientos, Herrera Oria, Fuencarral, Loranca und Ventas. Die Hauptbetriebswerkstatt, die sowohl für Kleinprofil- als auch für Großprofilzüge verwendet wird, befindet sich auf einem 30 Hektar großen Gelände im Osten der Stadt nahe dem Stadion Estadio Metropolitano zwischen den Stationen Canillejas und Las Musas der Linien 5 und 7, und ist mit diesen über Zufahrtsgleise verbunden.

Die Stromzufuhr erfolgt auf allen Linien mittels Oberleitung und Stromabnehmern (600 Volt Gleichstrom auf den Linien 1, 4, 5, 6 und 9, ab 1999 auf den übrigen Linien sukzessive auf 1500 Volt umgestellt, beginnend auf den Linien 10 und 12). Die Stromversorgung erfolgt über 83 Unterwerke, die über das ganze Streckennetz verteilt sind und von der Station Quevedo aus zentral gesteuert werden. Die zentrale Betriebsleitstelle, von der aus alle Züge überwacht werden, ist in der Station Alto del Arenal untergebracht (bis Juli 2000 in der Station Pacífico).

Drei Linien weisen betriebliche Besonderheiten auf: Die Linie R (für Ramal, dt. „Abzweig“) ist lediglich 1,1 Kilometer lang. Zwei Züge mit je vier Wagen pendeln zwischen den Stationen Ópera und Príncipe Pío hin und her. Die Strecke ist zwar zweigleisig, doch gibt es in beiden Stationen nur je einen Bahnsteig. Die Metrolinie mit der Nummer 9 verläuft über eine Länge von 18 Kilometern an der Oberfläche. Sie nutzt zwischen Puerta de Arganda und Arganda del Rey eine ehemalige Güterbahnstrecke und besaß auf diesem Streckenabschnitt zunächst lediglich drei Zwischenstationen. Um der schnell steigenden Bevölkerungszahl von Rivas-Vaciamadrid Rechnung zu tragen, wurde am 11. Juli 2008 eine weitere Station mit dem Namen Rivas-Futura eingefügt. Es gibt zudem Pläne für eine weitere Station im Stadtgebiet. Wegen der geringeren Fahrgastfrequenzen erfolgt in Puerta de Arganda eine betriebliche Trennung der Strecke. Außerhalb von Madrid verkehren lediglich Züge mit drei Wagen und einem größeren Intervall. Fahrgäste, die weiter in die Innenstadt möchten, müssen an der Stadtgrenze vorläufig umsteigen, bis die größere Nachfrage einen durchgehenden Betrieb rechtfertigt. Die Überlandstrecke ist im Besitz der Gesellschaft Transportes Ferroviarios de Madrid, an der die Metrogesellschaft und mehrere Baukonzerne beteiligt sind; sie fällt nach Ablauf der Konzession im Jahr 2028 in den Besitz der Autonomen Gemeinschaft Madrid. Die Linie 12 – auch MetroSur („Südmetro“) genannt – verläuft vollständig außerhalb des Stadtgebietes von Madrid und verbindet als Ringstrecke die Vorstädte Alcorcón, Fuenlabrada, Getafe, Leganés und Móstoles miteinander. Sie ist über die Linien 3 und 10 mit dem übrigen Metronetz verbunden, zudem besteht an sechs Stationen eine Umsteigemöglichkeit zu vier verschiedenen Linien der Vorortbahn Cercanías. Obwohl die Strecke teilweise durch offenes Gelände führt, liegt sie vollständig im Tunnel. Dadurch soll die zukünftig zu erwartende Stadtentwicklung nicht beeinträchtigt werden.

Auf sämtlichen Linien herrscht Linksverkehr. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h, auf dem offenen Abschnitt der Linie 9 sogar 110 km/h.

Stationen mini|Spanische Lösung – der mittlere Bahnsteig ist für die Aussteigenden, der äußere für die Einsteigenden. mini|Wandbild in der Station Retiro entworfen von Antonio Mingote (Linie 2) Die Stationen sind von Strecke zu Strecke unterschiedlich lang. Jene der Kleinprofillinien 1, 3 und 5 sind 90 Meter lang, jene der Linien 2, 4 und R 60 Meter. Bis September 2006 wurden die Stationen der Linie 3 zur Kapazitätserhöhung von ehemals 60 auf 90 Meter verlängert. Die Stationen der Großprofillinien 6 bis 12 weisen eine einheitliche Länge von 115 Metern auf. Mehrere zweigleisige Stationen besitzen einen Mittelbahnsteig und zwei Seitenbahnsteige; dadurch kann das Ein- und Aussteigen getrennt erfolgen (Spanische Lösung).

In 39 der insgesamt 210 Stationen kann auf andere Metrolinien umgestiegen werden, in 19 zu den Zügen der Cercanías. Die Umsteigebeziehungen sind nicht überall ideal konzipiert; oft sind die Bahnsteige nur über lange Verbindungstunnel (in Nuevos Ministerios beispielsweise bis zu 250 Meter) oder über mehrere Rolltreppen erreichbar. Casa de Campo und Príncipe Pío sind die einzigen Stationen, wo das Umsteigen am selben Bahnsteig möglich ist.

Das Programm Plan de Accesibilidad sieht bis 2020 den Einbau von 80 zusätzlichen Fahrstühlen vor, was insgesamt 73 % der Stationen barrierefrei machen würde. Schon heute verfügt die Metro Madrid über etwa 530 Aufzüge und hat mit 1705 die meisten Rolltreppen weltweit.

Die Böden der Bahnsteige und auch die Wände der älteren Stationen sind meist gefliest. Bei Sanierungsarbeiten wurde 2006/2007 auf eine Abtragung und Erneuerung der alten Fliesen verzichtet. Stattdessen wurden die Wände in vielen Stationen zuerst mit einem Kunststoffmaterial ausgekleidet und darüber brachte man farbige Metallverschalungen an. Das Aussehen vieler Stationen wurde dadurch grundlegend verändert.

In den neueren Stationen sind die Wände auch mit Platten aus Marmor oder Granit verkleidet. Zahlreiche Stationen besitzen verschiedene künstlerische Gestaltungselemente wie Wandbilder oder Statuen, die meist einen Bezug zur näheren Umgebung herstellen. Beinahe alle Stationen besitzen ein Zwischengeschoss, in dem sich Fahrkartenautomaten, Informationsschalter, Drehkreuzsperren und Läden befinden.

Fahrzeuge Die Metro Madrid verfügt aktuell (August 2019) über etwa 2400 Wagen. Kleinprofil mini|Kleinprofilzug der Linie 4 in der Station Mar de Cristal

Fast alle Züge der Kleinprofillinien sind aus Wagen der Baureihe 2000 zusammengesetzt, die 2,3 Meter breit sind und von der spanischen Waggonbaufirma CAF gebaut wurden. Während die Serie 2000-A von 1984 bis 1993 ausgeliefert wurde, fand die Lieferung der Serie 2000-B nur im Jahr 1998 statt. Seit Ende 2005 werden die 2000er-Wagen durch solche der Nachfolgebaureihe 3000 ergänzt.