mini|Marian Filar Marian Filar (* 6. Oktober 1942 in Krosno; † 1. Juni 2020 in Toruń) war ein polnischer Rechtswissenschaftler, ordentlicher Professor, Politiker (KLD, UW, PD, SD) und von 2007 bis 2011 Abgeordneter des Sejm in der VI. Wahlperiode.
Wissenschaftliche Tätigkeit Nach dem Schulbesuch arbeitete Filar zunächst im Bergbau. 1967 machte er einen Abschluss an der Fakultät für Rechts- und Verwaltungswissenschaften der Nikolaus-Kopernikus-Universität Toruń. Er promovierte 1972 an derselben Fakultät. 1977 habilitierte er sich. In den Jahren 1978 bis 1979 war er ziviler Angestellter und Dozent an der Offiziers-Hochschule beim Innenministerium „F. Dzierżyński“ in Legionowo. Den Titel eines Professors erhielt er im Jahr 1988, ordentlicher Professor wurde er 1991. Seit 1990 hat er einen Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminalpolitik an der Universität Toruń. Er war zwischen 1988 und 1990 Dekan der Fakultät für Rechts- und Verwaltungswissenschaften und Prorektor der Universität zwischen 1990 und 1993.
Er war Mitglied vieler polnischer und internationaler wissenschaftlicher Gesellschaften und leitender Gremien. Er war Autor von 180 Arbeiten und Monographien aus dem Bereich Strafrecht, Sexualstrafrecht und Medizinstrafrecht. Er hat viele Doktor- und Magisterarbeiten betreut.
Er hat an vielen ausländischen Universitäten Vorlesungen gehalten (unter anderem in Deutschland, Italien und Finnland). Er war Experte für die Vereinten Nationen im Bereich Verbrechensverhütung und -kontrolle. Er war Co-Autor der Kodifikation des Strafrechts. Er war Spezialist im Bereich der Sexualstraftaten.
Er war Generalsekretär der Wissenschaftlichen Gesellschaft in Toruń, Vorsitzender der Freunde von Toruń. Er war Autor eines wöchentlichen Feuilletons, zuerst in der Zeitung Nowości, danach in der Toruńer Lokalausgabe der Gazeta Wyborcza.
Politische Tätigkeit Zuerst war Filar Mitglied des Kongres Liberalno-Demokratyczny (KLD). Durch die Fusion des KLD mit der Unia Demokratyczna wurde er 1994 Mitglied der Unia Wolności (UW) und wurde schließlich Mitglied der daraus entstandenen Partia Demokratyczna – demokraci.pl (PD) (bis August 2006). In den Jahren 1997 bis 2001 war er Vizepräsident des Staatsgerichtshofs.
Er kandidierte mehrere Male erfolglos bei unterschiedlichen Wahlen. Bei den Parlamentswahlen 1991 und 1993, als seine Partei mit 4,0 % der Stimmen an der neu eingeführten 5-%-Hürde scheiterte,Ergebnis in Monitor Polski 1993, Nr. 50, S. 610. kandidierte er für den KLD. 1997 bewarb er sich über die Liste der UW bei den Wahlen zum Sejm.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 8. Juli 2026. 2001 kandidierte er für den Senat für das Komitee Blok Senat 2001,Ergebnis in Dziennik Ustaw 2001, Nr. 109, S. 8336. bei den Selbstverwaltungswahlen ein Jahr später für das Wahlkomitee „Wspólnota 2002“ zum Sejmik der Woiwodschaft Kujawien-Pommern.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 8. Juli 2026. Im Juli 2004 kandidierte er bei den Wahlen zum Europäischen Parlament für die UW, jedoch genügte die von ihm erreichte Stimmenzahl von 29.185 Stimmen nicht für ein Abgeordnetenmandat, da seine Partei im Wahlkreis kein Mandat erhielt.Ergebnis in Dziennik Ustaw 2004, Nr. 137, S. 9571. Bei den Parlamentswahlen 2005 hatte er den ersten Platz auf der Liste der PD für den Wahlkreis Toruń inne. Diese scheiterte jedoch mit 2,5 % der Stimmen an der 5-%-Hürde.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 8. Juli 2026. Bei den Kommunalwahlen 2006 kandidierte er mit Unterstützung der Platforma Obywatelska (PO) für den Posten des Stadtpräsidenten von Toruń, unterlag jedoch mit 18,7 % der Stimmen gegen den Amtsinhaber Michał Zaleski.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 8. Juli 2026.
Bei den Parlamentswahlen 2007 wurde er für den Wahlkreis Toruń mit 21.892 Stimmen über die Liste der Lewica i Demokraci (LiD) in den Sejm gewählt.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 8. Juli 2026. Nach der Wahl trat er erneut in die PD ein und war Mitglied im Programmrat und in Regionalgremien dieser Partei. Im Dezember 2007 wurde er zum Repräsentanten des Sejm im Krajowa Rada Sądownictwa gewählt. Er war Mitglied der Sejm-Kommissionen für Justiz und Stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Gesetzgebung. Am 9. April 2008Informationen auf der Sejmseite - Fraktionen und Abgeordnetenvereinigungen der VI. Wahlperiode war er Mitbegründer der Demokratischen Fraktion. Gemeinsam mit Bogdan Lis wechselte er im Juni 2009 zur Stronnictwo Demokratyczne. 2011 kandidierte er erfolglos für den Senat.Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 8. Juli 2026.
Ehrungen 2015 Offizierskreuz des Ordens Polonia RestitutaVerleihnachricht in Monitor Polski 2015, Nr. 510.
Einzelnachweise
Weblinks Marian Filars Seite als Abgeordneter des Sejm Marian Filars private Homepage
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