Der Fußballclub Ingolstadt 04 e. V., kurz FC Ingolstadt 04, ist ein deutscher Fußballverein aus der oberbayerischen Stadt Ingolstadt. Eine andere Bezeichnung für den Klub lautet „Schanzer“, die auch Bestandteil des Vereinswappens ist. Die Farben des Vereins sind schwarz-rot-weiß. Der Verein hat rund 2700 Mitglieder.
Der Club entstand am 5. Februar 2004 durch Ausgliederung der Fußballabteilungen der Vereine MTV Ingolstadt und ESV Ingolstadt. Die Fusion erfolgte auf Initiative des Unternehmers Peter Jackwerth, nachdem beide Vereine in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten waren. Die Lizenzspielerabteilung wurde 2007 in die FC Ingolstadt 04 Fußball GmbH ausgegliedert, an der seit 2013 der Verein mit 80,06 % und die Audi Sport GmbH mit 19,94 % beteiligt sind.
In den ersten vier Saisons noch im Amateurfußball zu Hause, gelang 2007/08 der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Es folgten der direkte Abstieg in die 3. Liga und die sofortige Rückkehr in die Zweitklassigkeit. In der Saison 2014/15 feierten die Schanzer den Aufstieg in die Bundesliga, in der sie zwei Spielzeiten verbrachten. 2018/19 folgte der erneute Abstieg in die 3. Liga, in der sie – mit Unterbrechung durch ein weiteres Jahr in der 2. Bundesliga 2021/22 – seitdem antreten. 2024 feierte der Verein den Gewinn des bayerischen Toto-Pokals.
Geschichte mini|500px|Abschlussplatzierung des FC Ingolstadt und der Vorgängervereine
Geschichte der Vorgängervereine MTV 1881 Ingolstadt
100px|Wappen des MTV Ingolstadt
Die Fußballabteilung des MTV wurde am 24. März 1905 gegründet, sie spielte in den Farben Lila und Weiß. Die Mannschaft gehörte 1966/67, 1969–1978, 1980–1985, 1987–1992, 1994/95 und 2000–2002 der Bayernliga an. Als deren Vizemeister durfte sie 1978 in die 2. Bundesliga Süd aufsteigen, da der Erstplatzierte, der 1. FC Haßfurt, verzichtete; der MTV stieg aber nach nur zwei Jahren wieder ab. 2. Bundesliga 1978/79 2. Bundesliga 1979/80
ESV Ingolstadt
100px|Wappen des ESV Ingolstadt
Bei der Gründung 1919 hieß der Verein FC Viktoria Ingolstadt, ab Oktober 1921 VfR Ingolstadt. Am 6. Juni 1925 wurde die Fusion mit der Spielvereinigung aus Ringsee, einem bis 1961 eigenständigen Teil Ingolstadts südlich der Donau, zum VfB Ingolstadt-Ringsee vollzogen. Dessen Fußballmannschaft war als Mitglied der Gauliga Bayern von 1936 bis 1938 sogar erstklassig. Die Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte am 28. Dezember 1946 unter der Bezeichnung VfL Ingolstadt-Ringsee, über Erster-SV Ingolstadt-Ringsee (ab 1. Juni 1951) änderte man den Namen schließlich Ende 1953 in Eisenbahner-Sportverein Ingolstadt-Ringsee e. V.; so heißt der Restverein noch heute. Die Vereinsfarben sind Schwarz und Weiß. Der ESV gehörte 1962–1966, 1968–1972 und 1979–1981 der jeweils zweithöchsten Spielklasse (II. Division Süd, Regionalliga Süd, 2. Bundesliga Süd) an, 1979/80 kam es in der 2. Bundesliga Süd zu Lokalderbys mit dem MTV. Im Anschluss an Bayernligameisterschaft und Aufstieg 1979 konnte nach den Endspielen gegen Hertha Zehlendorf auch noch die deutsche Amateurmeisterschaft gefeiert werden. Nach dem Abstieg aus der Bayernliga im Jahr 1986 versank der Verein in unterklassigen Ligen. 2. Bundesliga 1979/80 2. Bundesliga 1980/81
Gründungsgeschichte Im Jahr 2003 verschlechterte sich die Lage des ESV Ingolstadt solchermaßen, dass der damalige Präsident auf Peter Jackwerth und seine Firma Tuja Zeitarbeit zukam und ihn darauf hinwies, dass ohne finanzielle Unterstützung eine Insolvenz unvermeidlich sei. Jackwerth wurde nicht nur Trikotsponsor, sondern auch Präsident der Fußballabteilung. Daraufhin meldete sich auch der MTV Ingolstadt bei ihm, dass er ebenfalls finanzielle Probleme habe und bei einem Aufrüsten des unterklassigen ESV Existenzprobleme bekäme. Nach Gesprächen mit Oberbürgermeister Alfred Lehmann und Heribert Fastenmeier vom Klinikum Ingolstadt reifte der Entschluss, die Fußballabteilungen von ESV und MTV zusammenzulegen und einen neuen Verein zu gründen. Die Gründung des eingetragenen Vereins erfolgte am 5. Februar 2004. Als Farben des Vereins wurden schwarz-rot-weiß gewählt.
Der Namensbestandteil „Schanzer“ geht auf die historische Entwicklung der Stadt Ingolstadt zurück. Die Herrscher und Statthalter der Donaustadt erkannten seit jeher die strategische Bedeutung des Standorts am Flussübergang sowie an bedeutenden Handelsrouten und setzten sich für dessen Schutz ein. Im 16. Jahrhundert begann der Ausbau Ingolstadts zur bayerischen Landesfestung, was maßgeblich zur Entwicklung der Stadt beitrug. In dieser Zeit erhielt Ingolstadt den Beinamen „die Schanz“, ein Begriff, der bis heute an die Geschichte der Stadt als Festungsanlage erinnert.Weshalb nennt man die Ingolstädter auch »Schanzer«? auf ingolstadt.de, abgerufen am 16. Oktober 2018
Bayern- und Regionalliga (2004–2008) Die erste Mannschaft übernahm zur Saison 2004/05 das Startrecht des MTV Ingolstadt in der viertklassigen Bayernliga. Das Stadion des MTV am Kreuztor war erste Austragungsstätte der Heimspiele des FC 04. Gleich in der ersten Saison wurde der Aufstieg in die Regionalliga angepeilt; am Ende lag man allerdings hinter der SpVgg Bayreuth nur auf Platz 2, wodurch sich der Aufstieg um ein Jahr verzögerte und 2005/06 erreicht wurde. Nachdem man 2006/07 die Regionalliga hatte halten können, lautete die Zielsetzung für den FC Ingolstadt 04 in der zweiten Regionalliga-Saison 2007/08 das Erreichen der Qualifikation für die neue 3. Liga, nach Möglichkeit sogar der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Zur Winterpause bekräftigte Trainer Jürgen Press erstmals öffentlich, dass er die Zweite Liga anvisiere, doch die Verantwortlichen des FCI trauten ihm dies nicht zu und beurlaubten Press am 1. Januar 2008. Drei Tage später wurde Thorsten Fink als neuer Trainer vorgestellt. Unter ihm stieg Ingolstadt durch einen 2:0-Sieg über die SpVgg Unterhaching am 31. Mai 2008 in die 2. Bundesliga auf, infolgedessen zog der Verein ins Tuja-Stadion, die ehemalige Heimspielstätte des ESV, um.
Erstmals auf bundesweiter Ebene (2008–2015) mini|hochkant|Andreas Buchner (2008) Als die Hinrunde der ersten Zweitligasaison mit dem zwölften Tabellenplatz abgeschlossen worden war, man in der Rückrunde dann jedoch elf Spiele lang sieglos blieb und auf einen Abstiegsplatz abrutschte, wurde Thorsten Fink am 21. April 2009 beurlaubt. Am 5. April war ihm vom Verein noch eine Jobgarantie bis zum Saisonende zugesichert worden und Aufsichtsratsmitglied Andreas Schleef meinte am 17. April in einem Interview, dass ein Trainerwechsel zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn mehr mache. Als Interimscheftrainer sprang für wenige Tage Michael Wiesinger ein, der bis dahin die U23 trainiert hatte. Neuer Cheftrainer wurde am 26. April Horst Köppel, unter dem die Serie siegloser Spiele jedoch fortdauerte. Am 32. Spieltag war der Abstieg durch eine 0:1-Heimniederlage gegen den FC St. Pauli besiegelt.
Am 9. November 2009 wurde Köppel nach einer Heimniederlage gegen Wuppertal freigestellt. Das Training übernahm Co-Trainer Michael Wiesinger. Am Ende der Drittligasaison 2009/10 belegte die Mannschaft den dritten Platz und spielte in zwei Relegationsspielen gegen Hansa Rostock. Der FCI gewann beide Spiele (1:0 zu Hause, 2:0 in Rostock) und schaffte damit die sofortige Rückkehr in die 2. Bundesliga.
Der Start in die Saison 2010/11, nun im neuen Audi-Sportpark, misslang allerdings deutlich. Nach elf Spielen belegte der FC Ingolstadt mit lediglich vier Punkten den letzten Tabellenplatz. Nach einer 1:2-Niederlage gegen Energie Cottbus am 11. Spieltag wurden Trainer Wiesinger und Co-Trainer Uwe Wolf entlassen. Als Nachfolger wurde am 7. November 2010 Benno Möhlmann vorgestellt, neuer Co-Trainer an seiner Seite wurde Sven Kmetsch. Fast genau ein Jahr später trennte sich der Verein wieder von Möhlmann und seinem Co-Trainer. Zu diesem Zeitpunkt stand der FC Ingolstadt mit nur neun Punkten aus 14 Spielen auf Platz 18 der Tabelle. Bereits am 10. November wurde Tomas Oral als neuer Trainer präsentiert. Mit ihm zusammen wurde Thomas Linke als neuer Sportdirektor vorgestellt. Die Saison 2011/12 wurde auf dem zwölften Tabellenplatz abgeschlossen.
mini|Bundesliga-Aufstiegstrainer Ralph Hasenhüttl Nach einer insgesamt durchwachsenen Spielzeit 2012/13, die mit dem 13. Platz endete, wurde Oral am 28. Mai 2013 entlassen. Als Nachfolger für die Saison 2013/14 wurde Marco Kurz verpflichtet, der zuvor für die TSG 1899 Hoffenheim tätig gewesen war und 2010 den 1. FC Kaiserslautern in die Bundesliga geführt hatte. Aber schon nach neun Spieltagen und der siebten Niederlage – Ingolstadt war Tabellenschlusslicht – trennte sich der Verein am 30. September wieder von Kurz. Am 4. Oktober 2013 verpflichtete er als neuen Cheftrainer den Österreicher Ralph Hasenhüttl, der die Ingolstädter auf Platz 10 führte. Der Zweitligist verlängerte den Vertrag mit Hasenhüttl bis 2016. Nach Saisonende wechselte Urgestein Andreas Buchner in die zweite Mannschaft. Am 19. Oktober 2014 gelang der Mannschaft ein 1:0-Sieg beim FSV Frankfurt. Sie überstand damit das 18. Auswärtsspiel hintereinander ohne Niederlage; dies war noch keinem Verein in der 40-jährigen Geschichte der 2. Bundesliga gelungen. Ingolstadt blieb bis zum 14. Spieltag und somit 19 Spiele lang ohne Niederlage auf fremden Platz.
mini|2015 gewann Ingolstadt die Meisterschale der 2. Bundesliga Als Außenseiter in die Saison 2014/15 gestartet, gewannen sie am Saisonende die Zweitligameisterschaft und stiegen damit erstmals in die Bundesliga auf. Am 11. Juli 2015 wurde der Verein dafür mit dem Bayerischen Sportpreis in der Kategorie „Persönlicher Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten“ ausgezeichnet.Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr: . Pressemitteilung vom 7. Juli 2015.
Bundesliga (2015–2017) mini|hochkant|Rekordspieler Marvin Matip mini|hochkant|Pascal Groß In der Premierensaison gelang dem mit u. a. Ørjan Nyland, Markus Suttner und Darío Lezcano nur punktuell verstärkten Kader der Klassenerhalt, ohne dass man einen Spieltag auf einem Abstiegsplatz stand. Am 19. September 2015 stellte die Profimannschaft einen Rekord auf: Mit einem 1:0-Sieg bei Werder Bremen und den vorausgegangenen Siegen am 15. August 2015 beim 1. FSV Mainz 05 sowie am 29. August 2015 beim FC Augsburg hatte der FC Ingolstadt 04 als erster Bundesliga-Aufsteiger seine ersten drei Auswärtsspiele gewonnen. Nach Überraschungserfolgen zuhause gegen Schalke und Borussia Mönchengladbach lagen die Schanzer am Ende auf Rang elf. In der Sommerpause wechselte Trainer Hasenhüttl für die damals höchste Ablöse, die für einen Trainertransfer in Deutschland bezahlt wurde, zum neuen Ligakonkurrenten RB Leipzig. Als Nachfolger wurde Markus Kauczinski vorgestellt. Ebenso verließen Leistungsträger wie Benjamin Hübner, Danny da Costa und Ramazan Özcan die Oberbayern. Der Saisonstart 2016/17 verlief nicht nach den Vorstellungen der Verantwortlichen und so wurde Kauczinski nach nur zwei Punkten aus zehn Spielen entlassen.Blickpunkt Ingolstadt: abgerufen am 20. November 2016. Am 12. November wurde Maik Walpurgis als neuer Trainer eingestellt. Trotz besserer Leistung in der 2. Saisonhälfte konnte der Abstieg am 33. Spieltag nach einem Remis beim SC Freiburg nicht mehr verhindert werden. Unter anderem der Schlüsselspieler der Aufstiegssaison und Bundesligajahre, Pascal Groß, verließ den Verein für die damals vereinsinterne Rekordablöse von über drei Millionen Euro und wechselte zu Brighton & Hove Albion.
2. Bundesliga und 3. Liga (seit 2017) mini|hochkant|Christian Träsch (2017)