Spotify (aus und ) ist ein börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Luxemburg und operativer Hauptzentrale in Stockholm. Über das Internet bietet das Unternehmen das Streamen von Audio-Inhalten an.

Das Unternehmen bietet nach eigenen Angaben über 100 Millionen Musiktitel verschiedener Musiklabels, mehr als 7 Millionen Podcasts und 350.000 deutschsprachige Hörbücher und mehr als 700.000 Hörbücher in englischsprachigen Märkten an. Das DRM-geschützte Angebot umfasst eine Vielzahl an Geräten, darunter PCs, Smartphones und Tablets. Nutzer können im Browser oder mithilfe bereitgestellter Apps den Musikkatalog durchsuchen, Wiedergabelisten erstellen und diese mit anderen Nutzern teilen. Zum Stand August 2026 verzeichnet Spotify 777 Millionen aktive Nutzer sowie 300 Millionen Premium-Abonnenten.

Geschäftsmodell Das Geschäftsmodell besteht aus einem kostenlosen Angebot mit Werbeunterbrechungen und kostenpflichtigen Angeboten mit weitreichenden Möglichkeiten. Einige Musikstücke sind lizenziert und werden von Musiklabels zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen zahlt circa 70 Prozent der Werbe- und Abonnement-Umsätze an die Rechteinhaber der Songs aus. Verteilt werden die Auszahlungen nach dem sogenannten Pro-Rata-Verfahren: Die Umsätze eines Monats werden summiert und dann nach prozentualen Anteilen der einzelnen Songs an den Streams aufgeteilt. Diese Berechnung wird für jeden Markt und jeweils für Werbe- und Abo-Umsätze separat durchgeführt. Das aktuelle Vergütungsmodell von Spotify berücksichtigt einen Stream in dieser Berechnung, wenn er mindestens 30 Sekunden gehört wurde. Dazu werden alle registrierten Nutzer animiert, wenigstens einmal alle 30 Tage online zu gehen. Bei dem kostenpflichtigen Service Spotify Premium gibt es zusätzlich zur Werbefreiheit die Möglichkeit, Musiktitel auf das eigene Endgerät herunterzuladen und somit ohne Internetverbindung verfügbar zu machen. Zudem können Premium-Nutzer Musik mit einer Bitrate von 320 kbit/s empfangen. Ohne Premium liegt die maximale Bitrate bei 160 kbit/s. Gratis-Nutzer können Spotify 14 Tage lang im Ausland nutzen, bevor sie sich wieder in ihrem Heimatland anmelden müssen. Für Nutzer mit Premium-Abonnement gibt es keine derartige Begrenzung. Mittels Geotargeting der IP-Adresse des Endgeräts wird geprüft, aus welchem Land auf den Dienst zugegriffen wird.

Nach dem „ursprünglich klassischen“ Abomodell wurden folgende Angebote entwickelt:

Seit 2014 gibt es Spotify Premium Student, ein ermäßigtes Angebot für Studierende. Seit 2017 gibt es Spotify Premium Family. Über dieses Abonnement können bis zu sechs Familienmitglieder die Premium-Vorteile zu einem ermäßigten Preis nutzen. Für dieses Abo ist es erforderlich, dass alle Nutzer die gleiche Anschrift haben. Seit dem 12. Mai 2020 steht den Spotify-Premium-Family-Abonnenten eine Beta-Version der Spotify-Kids-App zur Verfügung. Zum Start bietet die App eine Sammlung aus mehr als 170 Playlists und etwa 30.000 Songs. Im Juli 2020 startete Spotify mit Spotify Premium Duo ein Angebot für zwei Personen, die in einem gemeinsamen Haushalt leben. Seit Dezember 2020 bietet Spotify in ausgewählten Regionen mit geringerer Kaufkraft wie Indien ein Abomodell namens Spotify Premium Mini an, das tages- bzw. wochenweise abgeschlossen werden kann und auf ein einzelnes, mobiles Gerät beschränkt ist. Gegenüber den anderen Premiumabonnements unterliegt dieses einigen Einschränkungen, bspw. beträgt die maximale Bitrate 160 kbit/s und es können maximal 30 Songs zum Offlinehören heruntergeladen werden.

Umsatz und Mitarbeiter Im Jahr 2025 hat Spotify ein Rekordhoch von 11 Milliarden US-Dollar an die Musikindustrie ausgeschüttet – mehr als je ein Anbieter in einem Jahr.

+ Umsatz- und Mitarbeiterentwicklung (jeweiliges Geschäftsjahr) Jahr Umsatz in Mio. € Angestellte20141.0851.58120151.9402.16220162.9522.95020174.0903.65120185.2594.4052019 6.7645.5842020 7.8806.5542021 9.6687.690202211.7278.359202313.2479.123202415.6737.6912025https://newsroom.spotify.com/2026-02-10/spotify-q4-2025-earnings/17.1867.300

Ende 2023 wurde der geplante Abbau von rund 1500 Arbeitsplätzen bekannt, als Begründung wurden das verlangsamte Wirtschaftswachstum sowie gestiegene Zinsen angegeben.

Geschichte mini|Spotify-Hauptsitz in Stockholm

Spotify wird seit 2006 von der Spotify AB mit Sitz in Stockholm, Schweden entwickelt. Das Unternehmen wurde von Daniel Ek und Martin Lorentzon (ehemaliger CEO von Tradedoubler) in Stockholm gegründet. Laut Aussage von Axel Bringéus, ehemaliger Vorstand für internationales Wachstum bei Spotify, ist der Musikdienst „als legale Alternative zur Piraterie entstanden“. Spotify AB ist ein Tochterunternehmen von Spotify Limited mit Sitz in London, welches wiederum ein Tochterunternehmen von Spotify Technology S.A. in Luxemburg ist. Spotify hat Büros in 18 Ländern. In Deutschland ist es im Handelsregister Berlin-Charlottenburg als Spotify GmbH eingetragen.

Der Dienst wurde im Oktober 2008 gestartet, nachdem Lizenzverträge mit großen Musiklabels geschlossen wurden. 2011 schaffte Spotify einen Umsatz von rund 188 Millionen Euro und erlitt einen Verlust von 40 Millionen Euro. Im April 2011 wurde das Geschäftsmodell geändert. Nutzer, die den kostenlosen Dienst länger als sechs Monate in Anspruch genommen hatten, durften nur noch ungefähr zehn Stunden im Monat kostenlos Musik hören. Außerdem durfte ein Lied über den gesamten Nutzungszeitraum höchstens fünfmal abgespielt werden. Damit sollten mehr Nutzer dazu gebracht werden, ein kostenpflichtiges Konto zu nutzen. Es wurden bis zu einer Obergrenze von zehn Stunden wöchentlich 2,5 Stunden gutgeschrieben. Im April 2012 wurden diese Einschränkungen in den USA auf unbestimmte Zeit aufgehoben.

Im März 2014 übernahm Spotify das Unternehmen The Echo Nest, einen Anbieter, der sich auf die genaue Analyse von Musikstücken spezialisiert hatte, um den automatischen Empfehlungsdienst von Spotify zu verbessern.

Ende 2014 hatten sich Künstler wie Taylor Swift, Sven Regener, Farin Urlaub oder Herbert Grönemeyer gegen Spotify ausgesprochen und ihre Musik teilweise dort nicht zur Verfügung gestellt. Taylor Swift meinte, dass nach ihrem Gefühl Autoren, Produzenten und Künstler „nicht fair entschädigt“ würden und äußerte im September 2015 weitere Kritik. Seit Juni 2017 ist der komplette Musikkatalog von Taylor Swift wieder bei Spotify verfügbar. Das Werk der anderen genannten Künstler stand im Dezember 2018 bei Spotify größtenteils wieder zur Verfügung.

mini|Sitz von Spotify-Deutschland in Berlin

Im Februar 2019 gab Spotify die Übernahme der Podcast-Dienste Anchor und Gimlet bekannt, um sich stärker in diesem Markt zu positionieren; im folgenden Monat erwarb das Unternehmen zudem das Podcast-Studio Parcast. Im Juni 2019 wurde bekannt, dass sich Spotify an der Internetwährung Libra beteiligt hat. Anfang Juni 2019 kündigte Spotify eine Partnerschaft mit Higher Ground, der Produktionsfirma des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und dessen Ehefrau Michelle Obama, an, um Podcasts exklusiv für die Plattform zu produzieren. Im September 2019 verkündete Spotify die Übernahme von SoundBetter, einer Plattform für Musikproduktion.

Im Oktober 2022 erschien die Serie The Playlist, die die Geschichte von Spotify erzählt, auf Netflix.

2025 veranstaltete Spotify im Rahmen der Amtseinführung von US-Präsident Donald Trump am Vortag ein Brunch unter dem Leitmotiv „Die Wirkmacht von Podcasts in dieser Wahl“ (). Zur Amtseinführung selber spendete Spotify 150.000 US-Dollar.

Im Dezember 2025 kündigte die Schattenbibliothek Anna’s Archive an, dass man die Musikdatenbank von Spotify inkl. aller Metadaten und Musikdateien heruntergeladen habe und eine Veröffentlichung der 300 TB per Torrent plane. Dies entspräche 37 % der Audiodateien in Spotify, die jedoch 99,6 % der Streamingvorgänge ausmachten. Infolge einer Klage Spotifys sowie der Musiklabels Sony und Warner wurde Januar 2026 eine einstweilige Verfügung erlassen, die untersagte, urheberrechtlich geschützte Werke zu verbreiten. Dennoch wurden Mitte Februar 2,8 Millionen Spotify-Songs veröffentlicht, was jedoch zunächst auf reddit als Versehen bezeichnet und wieder zurückgenommen wurde. Da nicht auf dem Rechtsweg auf die einstweilige Verfügung reagiert worden war, beantragte Spotify ein Versäumnisurteil, in dem der Schaden auf 322 Mio. EUR beziffert wurde, wovon 300 an Spotify, der Rest an die oben stehenden Musiklabels gehen solle. Grundlage hierfür seien Verstöße gegen den Digital Millennium Copyright Act, da mutmaßlich eine Umgehung der DRM-Schutzmaßnahmen erfolgt sei.

Akquisitionen (Auswahl) Unternehmen Beschreibung Hauptsitz Akquiriert im Akquiriert für (in EUR) Genutzt als / Eingegliedert in Referenzen Gimlet Media Medienunternehmen und Podcast Network (Narrative Podcasts) , New YorkFebruar 2019 189 Millionen — Anchor FM Podcast Creation & Hosting , New YorkFebruar 2019 115 Millionen — Parcast Podcast Network (Scripted Podcasts) , Los Angeles März 2019 46 Millionen — The Ringer Medienunternehmen und Podcast Network (Sport, Popkultur) , Los Angeles Februar 2020 160 Millionen — Megaphone Podcast Monetization via Ad Insertion , RestonNovember 2020 193 Millionen — Betty Labs (Locker Room) Live-Audio-Plattform für Sport-Events , Los Angeles März 2021 41 Millionen Spotify Greenroom Podz Podcast Discovery mit künstlicher Intelligenz , New York Juni 2021 unveröffentlicht Spotify

Nutzerzahlen

Jahr Nutzer, gesamt (in Millionen) Abonnenten (in Millionen) Nutzer nach Region (in Millionen) Europa Nordamerika Südamerika Rest der WeltQ4 2015 91 28 –Q4 2016 123 48 46 42 24 11Q4 2017 160 71 58 52 33 17Q4 2018 207 96 75 62 46 25Q4 2019 271 124 95 73 60 43Q4 2020 345 155 121 83 76 66Q4 2021 406 180 134 93 85 89Q4 2022489205146103103137Q4 2023602236169114132187Q4 2024675252182115148230Q1 2025678268183115149231Q2 2025696276181118146251Q3 2025713281Q4 2025751290Q2 2026777300

Finanzierung und Börsengang Finanziert wird das Unternehmen durch Investoren, die bis Anfang 2014 etwa 388 Millionen Euro bereitstellten. Dem gegenüber stand ein geschätzter Marktwert von etwa 2,9 Milliarden Euro. Zu den Unterstützern gehören das US-amerikanische Investmentbanking- und Wertpapierhandelsunternehmen Goldman Sachs, zu 15 Prozent das US-amerikanische Finanzdienstleistungsunternehmen Fidelity Investments, der US-amerikanische Getränkekonzern The Coca-Cola Company, Morgan Stanley, Credit Suisse und die Deutsche Bank.Gideon Gottfried: Musikmarkt, 12. März 2014. Ende März 2016 wurde bekannt, dass Spotify sich eine Milliarde US-Dollar von Investoren leiht.Kampf gegen Apple Music: Spotify holt sich eine Milliarde Dollar von Investoren. Spiegel Online

Im Mai 2017 gab Spotify seine Absicht bekannt, an die Börse gehen zu wollen, um seinen Investoren und Mitarbeitern Liquidität zu bieten. Dabei sollte nicht der Weg des traditionellen IPO gewählt, sondern eine sog. Direktnotierung (direct listing) durchgeführt werden. Anfang April 2018 erfolgte die Direktnotierung von Spotify am NYSE; dabei wurden Aktien zur Notierung freigegeben, ohne dass Spotify neue Aktien bei Investoren platzierte. Der Schlusskurs des ersten Handelstages lag bei 149 US$ und bewertete Spotify somit mit 26,5 Mrd. US$.Spotify Case Study: Structuring and Executing a Direct Listing. In: HLS Forum on Corporate Governance, 8. Juli 2018; abgerufen am 27. März 2021 (englisch)

Geografische Verfügbarkeit mini|Weltweite Verfügbarkeit von Spotify (Stand: Dezember 2024)

Im Jahr 2024 war Spotify weltweit in 184 verschiedenen Ländern verfügbar.

+ Verlauf der Expansion Datum Länder/Regionen Referenz(en) 7. Oktober 2008

10. Februar 2009 18. Mai 2010 14. Juli 2011 12. Oktober 2011 15. November 2011 16. November 2011 13. März 2012 22. Mai 2012 13. November 2012

12. Februar 2013

16. April 2013

24. September 2013

12. Dezember 2013

8. April 2014 28. Mai 2014 30. September 2014 30. März 2016 29. September 2016 22. August 2017 13. März 2018

13. November 2018