Mark Gray (* 16. August 1973 in Baston, Lincolnshire) ist ein englischer Billardspieler.

Er begann seine Karriere im Snooker und spielte zwischen 1992 und 2005 insgesamt zwölf Jahre als Profi auf der World Snooker Tour. In dieser Zeit gelangte er zweimal in die Runde der letzten 32 (British Open 1998, 1999) und kam in der Weltrangliste auf den 79. Platz.

Später wechselte er zum Poolbillard, in dem er sich zu einem der besten Spieler Europas entwickelte. So gelangte er in die Top 25 der Weltrangliste und war mehrere Jahre lang Spitzenreiter der Euro-Tour-Rangliste. Er gewann unter anderem sechs Euro-Tour-Turniere und wurde 2011 Weltmeisterschaftsdritter in der Disziplin 9-Ball.

Daneben gewann er mit dem europäischen Team dreimal den Mosconi Cup (2008, 2014, 2016) und wurde 2010 mit der britischen Nationalmannschaft Teamweltmeister.

Karriere Snooker 1991–1994: Anfänge Im September 1991 trat Gray erstmals in Erscheinung, als er bei den Pontins Autumn Open durch einen Sieg gegen Stuart Pettman das Achtelfinale erreichte, in dem er gegen Nick Pearce ausschied. Bei der englischen Amateurmeisterschaft gelangte er 1992 ins Halbfinale der Südgruppe, in dem er Ronnie O’Sullivan mit 6:8 unterlag.

Ab der Saison 1992/93 spielte Gray auf der World Snooker Tour. In seiner ersten Spielzeit auf der Tour kam er fünfmal mindestens in die Runde der letzten 128. Erstmals gelang ihm dies beim Grand Prix 1992, als er unter anderem John Manley, Steve Ventham, Tommy Murphy und Jason Smith besiegte, bevor er gegen Bradley Jones verlor. Nachdem er bei der Benson and Hedges Championship 1992 erneut unter die besten 128 gekommen war, gelangte er beim ersten Event der Strachan Challenge erstmals in die Runde der letzten 64, in der er dem Schotten Chris Small unterlag. Bei den British Open 1993 und bei den Asian Open 1993 erreichte er erneut die Runde der letzten 128. In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1993 musste er hingegen eine Auftaktniederlage gegen Ian Sargeant hinnehmen.

Auch in seiner zweiten Spielzeit auf der Profitour gewann er bei den meisten Turnieren mindestens ein Spiel. Dreimal scheiterte er in der Auftaktrunde, unter anderem in der Qualifikation zur WM 1994 gegen Stuart Pettman. Sein bestes Saisonergebnis erzielte er bei den Thailand Open 1994, als er in die Runde der letzten 96 einzog und gegen Rod Lawler verlor. Daneben erreichte er bei der UK Championship 1993 und den British Open 1994 die Runde der letzten 128 und in der Weltrangliste kam er am Saisonende erstmals unter die besten 200.

1994–1997: Etablierung auf der Profitour Zu Beginn der Saison 1994/95 musste Gray drei Auftaktniederlagen in Folge hinnehmen. Sein erster Sieg gelang ihm bei der UK Championship 1994, bei der er sich unter anderem gegen Spencer Dunn durchsetzte und die Runde der letzten 96 erreichte. Dieses Abschneiden wiederholte er bei den British Open 1995, nachdem er im weiteren Saisonverlauf bei drei von vier Turnieren sein Auftaktspiel gewonnen hatte und einmal in die Runde der letzten 128 (International Open 1995) eingezogen war. Im April 1995 gelang ihm sein erster Sieg in der WM-Qualifikation; er besiegte unter anderem Andrew Peters und Shaun Mellish und zog in die Runde der letzten 128 ein, in der er sich Ian Brumby mit 8:10 geschlagen geben musste. Zum Saisonende belegte er in der Weltrangliste den 150. Platz und in den folgenden beiden Jahren änderte sich seine Platzierung nur geringfügig.

In der Spielzeit 1995/96 blieb Gray bei vier von zehn Turnieren sieglos, unter anderem bei der WM 1996, als er gegen Neil Tomkins mit 4:5 verlor. Seine besten Ergebnisse erzielte er in der zweiten Saisonhälfte, als er bei den Welsh Open, den Thailand Open und den British Open unter die besten 128 kam.

Am Anfang der folgenden Saison zog Gray beim Grand Prix erstmals in die Hauptrunde eines Ranglistenturniers ein, als er unter anderem durch Siege gegen Colin Morton, Joe Perry und David Roe in die Runde der letzten 64 gelangte, in der er dem späteren Turniersieger Mark Williams mit 3:5 unterlag. Im weiteren Saisonverlauf kam er zweimal mindestens in die Runde der letzten 128, wohingegen er bei der WM-Qualifikation erneut eine Auftaktniederlage hinnehmen musste, diesmal gegen Geoff Dunn.

Nachdem die Profitour in den Vorjahren für alle Spieler offen gewesen war, wurde im Sommer 1997 die Teilnehmerzahl reduziert und Gray verlor somit seinen Startplatz. Im Juli 1997 erreichte er bei der Amateureuropameisterschaft das Viertelfinale, in dem er Graham Horne mit 2:6 unterlag. Wenig später sicherte er sich über die WPBSA Qualifying School den Verbleib auf der Profitour.

1997–2000: Aufstieg in die Top 100 Im Verlauf der Saison 1997/98 steigerte Gray seine Ergebnisse. Während er bei den ersten fünf Turnieren nur bei den German Open ein Spiel gewann, erreichte er beim Thailand Masters 1998 die Runde der letzten 48 und zog bei den British Open 1998 durch Siege gegen Jimmy Michie (5:3) und Jimmy White (5:4) in die Runde der letzten 32 ein, in der er gegen Dominic Dale mit 3:5 verlor. In der Qualifikation zur WM 1998 musste er hingegen eine 9:10-Auftaktniederlage gegen Simon Bedford hinnehmen. Am Saisonende kam Gray in der Weltrangliste erstmals unter die besten 100 und belegte den 98. Platz.

In der folgenden Spielzeit kam Gray dreimal über die zweite Runde hinaus. Erstmals gelang ihm dies im September 1998, als er in der Qualifikation zur China International 1999 unter anderem Willie Thorne und Mick Price besiegte und in der Runde der letzten 48 gegen Paul Hunter verlor. Nachdem er im Januar 1999 bei den Welsh Open die Runde der letzten 64 erreicht hatte, in der er gegen John Parrott ausschied, zog er im April bei den British Open zum zweiten Mal ins Sechzehntelfinale ein; nachdem er in der unter anderem gegen Björn Haneveer, Paul Wykes und Jamie Burnett gewonnen hatte, musste er sich in der Runde der letzten 32 Peter Ebdon mit 4:5 knapp geschlagen geben. In der Qualifikation zur WM 1999 verlor Gray gegen Robert Milkins (6:10) und musste damit zum dritten Mal in der Saison eine Auftaktniederlage hinnehmen. Zum Saisonende erzielte er mit dem 79. Rang die beste Weltranglistenplatzierung seiner Karriere.

In der Saison 1999/2000 blieben seine Ergebnisse ähnlich. Er scheiterte dreimal in der ersten Qualifikationsrunde, unter anderem bei der WM 2000 gegen Malcolm Bilclough (9:10), und gelangte zweimal in die Hauptrunde. Im November 1999 zog er bei der UK Championship durch Siege gegen Eddie Manning und Martin Clark erstmals in die Endrunde ein und unterlag in der Runde der letzten 64 dem Iren Ken Doherty (2:9). Im April 2000 erreichte er bei den Scottish Open die Runde der letzten 64 und verlor mit 1:5 gegen Fergal O’Brien.

2000–2003: Abstieg und Verlust des Profistatus In der Saison 2000/01 verschlechterten sich seine Ergebnisse und Gray blieb bei sechs der neun Turniere sieglos. Bei der UK Championship 2000 besiegte er unter anderem Joe Johnson und Alfie Burden und erreichte die Runde der letzten 48, in der er dem Schotten Chris Small mit 3:9 unterlag. Nachdem er beim Thailand Masters 2001 in die zweite Qualifikationsrunde gekommen war, zog er bei den Scottish Open erneut in die Runde der letzten 48 ein, in der er gegen Steve Davis mit 0:5 verlor. Bei der Qualifikation zur WM 2001 musste er gegen Nick Dyson eine 8:10-Auftaktniederlage hinnehmen. Hatte sich seine Weltranglistenplatzierung im Vorjahr nur geringfügig verändert, fiel er nun zum Saisonende um zehn Plätze ab und belegte den 92. Rang.

Auch in der folgenden Spielzeit scheiterte Gray bei den meisten Ranglistenturnieren frühzeitig; sechsmal verlor er in der ersten Qualifikationsrunde, unter anderem bei der WM 2002 gegen Jason Weston (8:10). Bei der UK Championship 2001, beim Thailand Masters 2002 und bei den Scottish Open 2002 erreichte er die Runde der letzten 80. Bei mehreren Non-ranking-Turnieren erzielte er hingegen gute Ergebnisse. So erreichte er das Viertelfinale bei der Benson & Hedges Championship, in dem er dem Schotten Hugh Abernethy unterlag, und zog bei zwei Turnieren der WSA Open Tour 2001/02 ins Endspiel ein; während er im September 2001 das Finale gegen Shaun Murphy mit 5:2 gewann, musste er sich beim Turnier im April 2002 Lee Spick mit 3:5 geschlagen geben. In der Weltrangliste belegte er am Saisonende den 100. Platz. Letztlich qualifizierte er sich nur dank Platz 3 in der Gesamtwertung der Open Tour für die nächste Saison.

In der Saison 2002/03 gelangte Gray erneut bei zwei Turnieren der WSA Open Tour ins Finale, diesmal verlor er jedoch beide Endspiele. Im Februar 2003 unterlag er dem Waliser Ryan Day mit 3:5 und einen Monat später verlor er mit 2:5 gegen Rory McLeod. Bei den Ranglistenturnieren hingegen blieb er erneut erfolglos; viermal schied er in der ersten Qualifikationsrunde aus, darunter die WM 2003 (8:10 gegen Jason Ferguson), und zweimal in der zweiten. Lediglich beim Irish Masters 2003 und bei den Scottish Open 2003 gewann er mehr als ein Spiel und gelangte in die Runde der letzten 80, in der gegen Dave Finbow beziehungsweise Stuart Bingham verlor. Am Saisonende belegte er in der Weltrangliste den 103. Platz und verlor somit seinen Profistatus.

2003–2005: Erneuter Anlauf auf der Profitour Nach dem Verlust seines Main-Tour-Platzes nahm Gray in der Saison 2003/04 an der Challenge Tour teil. Beim Auftaktturnier im September 2003 besiegte er unter anderem Stephen Kershaw und Dermot McGlinchey und zog ins Viertelfinale ein, in dem er dem Waliser Tim English mit 1:5 unterlag. Nach einem Erstrundenaus beim zweiten Turnier erreichte er beim dritten Event erneut das Viertelfinale, in dem er gegen Steve James verlor, und kam beim vierten Turnier ins Achtelfinale. Daneben trat er beim Masters Qualifying Event an und schied in der ersten Runde aus. Bei der WM 2004 setzte er sich in den Vorqualifikationsrunden gegen Garoid O’Connor, Colin Bingham und Gavin Pantall durch, bevor er durch eine 3:5-Niederlage gegen David Hall knapp die Runde der letzten 128 verpasste.

Zur Saison 2004/05 kehrte er auf die Main Tour zurück. Er trat jedoch nur bei drei Turnieren an (Grand Prix 2004, UK Championship 2004, Malta Cup 2005) und gewann lediglich bei der UK Championship ein Spiel, als er sich in der ersten Qualifikationsrunde gegen Paul Wykes durchsetzte und anschließend gegen Sean Storey mit 7:9 verlor. Sein letztes Spiel als Profi absolvierte er im Dezember 2004 bei der Qualifikation zum Malta Cup 2005, als er dem Waliser Darren Morgan mit 3:5 unterlag. Am Saisonende kam er in der Weltrangliste auf den 97. Platz und verlor somit seinen Profistatus.

Seit 2020: Rückkehr zum Snooker Nach 14 Jahren Pause tritt Gray seit 2020 gelegentlich bei Turnieren der World Seniors Tour an. So nahm er 2020 an Qualifikationsturnieren für die World Seniors British Open und World Seniors 6-Reds teil, gelangte jedoch nicht ins Hauptturnier. Ein Jahr später scheiterte er beim World Seniors Masters, bei der World Seniors UK Championship und bei der World Seniors Championship in den Qualifikationswettbewerben.

Poolbillard 2006–2008: Erste Erfolge auf der Euro-Tour Nachdem er 2005 seinen Profistatus im Snooker verloren hatte, wechselte Gray zum Poolbillard und nahm ab 2006 regelmäßig an Euro-Tour-Turnieren teil. Im April 2006 zog er bei den Italy Open erstmals in die Endrunde ein, in der er seinen Landsmann Richard Jones besiegte, bevor er im Achtelfinale dem späteren Turniersieger Imran Majid unterlag.