Saint-Dizier () ist eine Stadt im Nordosten Frankreichs. Sie ist eine der beiden Unterpräfekturen des Départements Haute-Marne in der Region Grand Est und Sitz des Gemeindeverbands Communauté d’agglomération du Grand Saint-Dizier, Der et Vallées. Die Bureaux centralisateurs von drei Wahlkreisen befinden sich in Saint-Dizier. Die Bewohner werden Bragards und Bragardes oder Bragars und Bragares genannt.

Mit Einwohnern (Stand: ) ist Saint-Dizier die größte Stadt des Départements.

Die Gemeinde erhielt 2024 die Auszeichnung „Drei Blumen“, die vom Conseil national des villes et villages fleuris (CNVVF) im Rahmen des jährlichen Wettbewerbs der blumengeschmückten Städte und Dörfer verliehen wird.

Geografie Saint-Dizier liegt 30 km östlich von Vitry-le-Francois und 100 km westlich von Nancy am Fluss Marne, der auch den Canal entre Champagne et Bourgogne (dt: Canal zwischen Champagne und Burgund) speist. Dieser Kanal verbindet (zusammen mit einigen anderen Kanälen und Flüssen) Paris und das Mittelmeer.

Etwa zehn Kilometer westlich der Stadt befindet sich der größte Stausee Frankreichs, der Lac du Der-Chantecoq.

Geschichte mini|links|Festungsanlagen und Sitz der Unterpräfektur Wilhelm II. von Dampierre und Margarete II. von Flandern gründeten 1227 die Zisterzienserinnenabtei Notre-Dame de Saint-Dizier (lateinisch: Sancti Desiderii); später: Saint-Pantaléon. Die Stadt selbst entstand als befestigte Siedlung um das Château de Saint-Dizier, das aus dem 13. Jahrhundert stammte. Sie wurde schließlich zu einer königlichen Festung.

Im Jahr 1544, nachdem Vitry-le-François von den Armeen von Kaiser Karl V. zerstört worden war, hielt Saint-Dizier während sechs Monaten den Angriffen der Gegner stand. Der Legende nach bezeichnete König Franz I. später die Einwohner von Saint-Dizier als braves gars, Tapfere Kerle. Von diesem Ausdruck leitet sich der Name der Einwohner, Bragards, ab. Ein Brand im Jahr 1775 zerstörte zwei Drittel des Stadtzentrums.

Das Schloss war bis zur Französischen Revolution im Besitz der Familie Orléans, diente 1942 (Unternehmen Anton) bis 1944 (Operation Dragoon) im Zweiten Weltkrieg als Stützpunkt für deutsche Truppen. Heute beherbergt es das Stadtmuseum.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2011 2018Einwohner 34.407 36.616 37.266 35.189 33552 30.900 24.825 22.928

Verwaltung Arrondissement 1926 kam die Stadt zum Arrondissement Chaumont. Im Jahr 1940 wurde das Arrondissement Wassy wiederhergestellt, als Hauptort wurde Saint-Dizier statt Wassy festgelegt.

Der Ortsteil und Industriestandort Marnaval auf der Kanalinsel am östlichen Stadtrand trägt die Postleitzahl 55170 des angrenzenden Départements Meuse.

Militär Bei Hallignicourt westlich von Saint-Dizier befindet sich mit der Base aérienne 113 Saint-Dizier-Robinson ein wichtiger Stützpunkt der französischen Luftstreitkräfte.

Verkehr mini|Bahnhof Durch Saint-Dizier führt die Nationalstraße N 4. Die Stadt hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Blesme-Haussignémont–Chaumont, der im Regionalverkehr durch Züge des TER Grand Est bedient wird. Sie ist ferner Ausgangspunkt der Bahnstrecke Saint-Dizier–Doulevant-le-Château.

Trivia Der Film Dossier 137 spielt unter anderem in Saint-Dizier.

Persönlichkeiten In Saint-Dizier wurden unter anderem geboren: Alexandre Delalain (1748–1814), General der Kavallerie Clarisse Miroy (1820–1870), Theaterschauspielerin André Pirro (1869–1943), Musikwissenschaftler Marcel Thil (1904–1968), Boxer, Welt- und Europameister Jean Lang (1921–2016), Ingenieur und Industriemanager Jacques Gaillot (1935–2023), katholischer Bischof von Évreux André Isoir (1935–2016), Organist Xavier Thévenot (1938–2004), römisch-katholischer Theologe Jean-Paul Penin (* 1949), Dirigent Rémi Harrel (* 1954), Fußballschiedsrichter Nicolas Thevenin (* 1958), römisch-katholischer Erzbischof und Diplomat des Heiligen Stuhls Régis Laconi (* 1975), Motorradrennfahrer Lilou Pintat (* 2004), Handballspielerin

Mit der Stadt verbunden: Vom Architekten Hector Guimard (1867–1942) sind mehrere Jugendstilbalkone in der Stadt erhalten.

Städtepartnerschaft Parchim, Deutschland

Siehe auch Liste der Monuments historiques in Saint-Dizier

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Grand Est Kategorie:Unterpräfektur in Frankreich Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion (Stadt)

Kategorie:Träger des Croix de guerre 1914–1918 (Ort in Frankreich) Kategorie:Stadt in Frankreich Kategorie:Ort an der Marne