mini|hochkant|Porträt Egron Lundgrens, 1865, aus Litografiskt allehanda, 5. Jahrgang, Sigfrid Flodins Verlag, 1865 Egron Sellif Lundgren (* 18. Dezember 1815 in Stockholm; † 16. Dezember 1875 ebenda) war ein schwedischer Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator und Autor. Er ist vor allem als Aquarellist bekannt. Nach Studien in Stockholm und Paris lebte er zwischen 1841 und 1870 in Italien, Spanien und England und unternahm Reisen, darunter eine nach Indien.

Leben

Egron Lundgren studierte von 1829 bis 1832 zunächst Bergingenieurwesen am Technologischen Institut in Stockholm. Anschließend absolvierte er von 1832 bis 1834 eine Gießereilehre in Finspång in Östergötland. Um 1834 entschloss er sich, Künstler zu werden. Von 1835 bis 1839 studierte er an der Kunstakademie Stockholm und gleichzeitig Anatomie am Karolinska-Institut. 1836 war er zudem Schüler des Malers Axel Johan Fägerplan in Stockholm. Von 1839 bis 1841 war er Schüler von Léon Cogniet in Paris. Bereits in dieser Zeit war er als Illustrator tätig. Von 1841 bis 1849 lebte er in Rom. Von dort aus unternahm er mehrere Reisen, unter anderem 1843 nach Olevano, 1844 nach Venedig sowie 1845 nach Wien und München. Für diese Reisen erhielt er ein Stipendium der Kunstakademie Stockholm. Von 1849 bis 1853 lebte er in Spanien. 1850 wurde er Mitglied der Kunstakademie Stockholm. Von 1853 bis 1870 lebte er überwiegend in England. Von 1857 bis 1859 bereiste er Indien, um zeichnerische Aufnahmen vom Kriegsschauplatz anzufertigen. 1864 wurde er Mitglied der Old Watercolour Society und der Graphic Society in London. Ab 1867 lebte er wieder in Stockholm. Von 1871 bis 1873 unternahm er eine Reise in die Mittelmeerländer. Er starb zwei Tage vor seinem 60. Geburtstag in Stockholm.

Werk

Malerei mini|Egron Lundgren: Neapolitanska fruktförsäljare (Neapolitanische Obstverkäufer), 1843, Öl auf Leinwand, Nationalmuseum, Stockholm Egron Lundgren malte zunächst vorwiegend in Öl. In Paris widmete er sich unter anderem romantischer Genremalerei, Figurenkompositionen, Architekturansichten und pittoresken Genreszenen mit kulissenhaften Hintergründen. In Spanien wurde sein Pinselduktus leichter und skizzenhafter. Ab etwa 1850 entwickelte er, angeregt durch die englischen Künstler John Phillips und Francis William Topham, eine eigenständige Aquarelltechnik. In England malte er vor allem Park-, Heide- und Waldlandschaften, daneben auch Gemälde von offiziellen Zeremonien und Theateraufführungen sowie Porträts, darunter solche von Königin Victoria. In seinen letzten Lebensjahren malte er vorwiegend Landschaften in Aquarell. Für seine spanische Zeit werden impressionistische Einflüsse genannt, für seine englischen Aquarelle eine stilistische Nähe zur Schule von Barbizon.

Zeichnungen und Grafik mini|Egron Lundgren: Native Lady of Rank, 1858–1859, Aquarell mit Deckweiß auf PapierVon seiner Indienreise brachte Lundgren rund 500 Zeichnungen, teils in Sepia laviert, sowie Aquarelle mit, darunter Soldaten- und Kriegsszenen sowie Schilderungen des indischen Volkslebens. Viele dieser Aquarelle befinden sich auf Wyfold Court in England. Seine Zeichnungen fertigte er überwiegend in Bleistift an, teils laviert oder aquarelliert. In den Jahren 1826 bis 1831 schuf er Zeichnungen, die sein Kindheitsmilieu schildern. In den 1860er Jahren entstanden zudem Tuschlavierungen. Für seine grafischen Arbeiten nutzte er meist die Radierung.

Illustrationen und Schriften Egron Lundgren illustrierte die Sammlung Svenska folksagor von George Stephens und Gunnar Olof Hyltén-Cavallius (Stockholm, 1875). Seine Reiseerfahrungen beschrieb er in drei Bänden: Italien och Spanien (Stockholm 1870), Indien (Stockholm 1871) und Lediga stunder i främmande land (Stockholm 1873). Zudem verfasste er einige lyrische Gedichte. Seine Briefe und Aufzeichnungen wurden unter den Titeln Ur Egron Lundgrens bref till hemmet (Hrsg. L. Grubb, Stockholm 1861) und Reseskildringar, anteckningar och bref (Hrsg. G. Nordensvan, Stockholm 1905) veröffentlicht.

Werke in Sammlungen

Werke Lundgrens befinden sich unter anderem in Göteborg (Göteborgs konstmuseum), Helsinki (Ateneum), London (Victoria and Albert Museum), Lund (Kulturen), auf Schloss Gripsholm in Mariefred (Selbstbildnis), in Norrköping (Konstmuseum), in Reading (Wyfold Court Manor) sowie in Stockholm.

Literatur

Henning Repetzky: Lundgren, Egron. In: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL). Band 85, De Gruyter, Berlin 2015, S. 527. Lundgren, Egron Sellif. In: Ulrich Thieme, Felix Becker (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Band 23, E. A. Seemann, Leipzig 1929, S. 470. Sten Åke Nilsson, Narayani Gupta: The Painter's Eye. Egron Lundgren and India. Nationalmuseum, Stockholm 1992, ISBN 91-7100-441-6. Küllike Montgomery, Ragnar von Holten (Hrsg.): Egron Lundgren. En målares anteckningar. Nationalmuseum, Stockholm 1995, ISBN 91-7100-520-X. Rocío Plaza Orellana: Egron Lundgren. Un pintor sueco en Sevilla. Diputación de Sevilla, Servicio de Archivo y Publicaciones, Sevilla 2013, ISBN 978-84-7798-327-9.

Karl Asplund: Egron Lundgren. Norstedt, Stockholm (Hochschulschrift, Dissertation)

Georg Nordensvan: Egron Lundgren. Reseskildringar, anteckningar och bref. Albert Bonniers, Stockholm 1905 ().

Weblinks

Einzelnachweise

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