mini|hochkant|Didier Burkhalter (2011)
Didier Eric Burkhalter (* 17. April 1960 in Auvernier; heimatberechtigt in Neuenburg und Sumiswald) ist ein Schweizer Politiker (FDP). Er war im Jahr 2014 Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft.Burkhalter: «Ich werde andere Krawatten tragen als Maurer». In: Tagesschau (SRF). 4. Dezember 2013, abgerufen am 28. Dezember 2013.
Politische Laufbahn Lokale und kantonale Ebene Burkhalter war von Mai 1988 bis September 1990 im Gemeinderat (Legislative) von Hauterive politisch tätig. Zwischen Juli 1991 und Juni 2005 amtete er in der Stadtregierung von Neuenburg, daneben gehörte er zwischen Mai 1990 und Mai 2001 dem Grossen Rat des Kantons Neuenburg an.
National und Ständerat Ab den Wahlen 2003 bis Dezember 2007 war er im Nationalrat. Bei den Wahlen 2007 wurde er am 11. November im zweiten Wahlgang zum Ständerat gewählt. Ab 2005 war er Vizepräsident der FDP-Liberalen Fraktion der Bundesversammlung, zudem präsidierte er deren Ständeratsgruppe von 2007 bis zu seinem Amtsantritt als Bundesrat.
Bundesrat mini|Burkhalter erklärt Annahme der Bundesratswahl 2009 Burkhalter wurde von seiner Partei zusammen mit dem rechtsliberalen Genfer Nationalrat Christian Lüscher für die Bundesratswahl vom 16. September 2009 nominiert. Die CVP portierte einen eigenen Kandidaten, den Freiburger Ständerat und Fraktionspräsidenten Urs Schwaller. Nachdem Lüscher nach dem dritten Wahlgang seinen Verzicht erklärt hatte, erreichte Burkhalter im vierten Wahlgang das absolute Mehr mit einem Vorsprung von 23 Stimmen auf Schwaller.. In: Tages-Anzeiger. 16. September 2009 (Ablauf der Bundesratswahl). Als Nachfolger Pascal Couchepins übernahm Burkhalter auch dessen Vorsitz im Departement des Innern. Didier Burkhalter trat nach der symbolischen «Schlüsselübergabe» vom 30. Oktober das Amt als Bundesrat offiziell am 1. November 2009 an. Er sagte, die Krankenversicherung stehe ganz oben auf seiner Traktandenliste. Am 16. Dezember 2011 wurde bekannt, dass Burkhalter auf 1. Januar 2012 als Nachfolger von Micheline Calmy-Rey ins Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten wechselt. mini|Didier Burkhalter (zweite Position von links) auf dem offiziellen Bundesratsfoto 2016
Am 5. Dezember 2012 wählte ihn die Vereinigte Bundesversammlung mit 205 von 219 gültigen Stimmen zum Vizepräsidenten für das Jahr 2013. Bundesversammlung. Am 4. Dezember 2013 wurde Burkhalter mit 183 von 202 gültigen Stimmen zum Bundespräsidenten 2014 gewählt. Bei den Gesamterneuerungswahlen 2015 am 9. Dezember bestätigte ihn die Vereinigte Bundesversammlung mit 217 von 231 gültigen Stimmen als Bundesrat.
Am 14. Juni 2017 gab Bundesrat Burkhalter seinen Rücktritt per 31. Oktober bekannt. Ende Oktober 2017 trat er von seinem Amt zurück. Nachfolger im EDA ist sein Tessiner Parteikollege Ignazio Cassis.
Internationale Ebene Da die Schweiz 2014 den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) hatte, wurde Burkhalter in seinem Präsidialjahr amtierender Vorsitzender der OSZE. Er erklärte, dass sich die Sicherheitslage in Europa im 2014 verschlechtert habe aufgrund der Annexion der Krim.
Auslandbesuche als Bundespräsident und OSZE-Vorsitzender 2014 Datum Ort Hauptgrund 16. und 17. Januar Wien () Treffen mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer und Rede vor dem ständigen Rat der OSZE 27. und 28. Januar Warschau und Krakau () Treffen mit dem polnischen Präsidenten Bronisław Komorowski Besuch von durch die Schweiz unterstützten Projekten zur Verminderung der wirtschaftlichen und sozialen Unterschiede in Europa Besuch des KZ Auschwitz 1. Februar München () Teilnahme an der Münchner Sicherheitskonferenz 2. bis 6. Februar Tokio und Kamakura () Audienz beim japanischen Kaiser Akihito und Treffen mit Kronprinz Naruhito Treffen mit dem japanischen Premierminister Shinzō Abe 7. und 8. Februar Sotschi () Teilnahme an der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2014 18. Februar Berlin () und Paris () Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel Treffen mit dem französischen Aussenminister Laurent Fabius 24. und 25. Februar New York City und Washington, D.C. () Rede vor dem UNO-Sicherheitsrat Treffen mit dem US-amerikanischen Vizepräsidenten Joe Biden 5. März Paris () Teilnahme an einer Konferenz zur Situation in Libyen 24. und 25. März Den Haag () Teilnahme am Gipfel zur Nuklearen Sicherheit 7. und 8. April Helsinki () Treffen mit dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö und dem finnischen Premierminister Jyrki Katainen 11. April Kiew () Treffen mit dem ukrainischen Aussenminister Andrij Deschtschyzja 24. April Belgrad () Treffen mit dem serbischen Präsidenten Tomislav Nikolić und dem designierten Ministerpräsidenten Aleksandar Vučić 24. April Tirana () Treffen mit dem albanischen Präsidenten Bujar Nishani 25. April Priština und Kosovska Mitrovica () Treffen mit dem kosovarischen Ministerpräsidenten Hashim Thaçi Besuch der Swisscoy 6. Mai Wien () Teilnahme an der 124. Sitzung des Ministerkomitees des Europarates 7. Mai Moskau () Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin 7. Mai Brüssel () Treffen mit dem EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy 12. Mai Brüssel () Teilnahme am Treffen der EU-Aussenminister zur Lage in der Ukraine 2. Juni Baku () Treffen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten İlham Əliyev 3. Juni Tiflis () Treffen mit dem georgischen Präsidenten Giorgi Margwelaschwili und dem georgischen Premierminister Irakli Gharibaschwili 4. Juni Jerewan () Treffen mit dem armenischen Präsidenten Sersch Sargsjan 6. und 7. Juni Kiew () Teilnahme an der Amtseinführung des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko 24. Juni Wien () Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin 27. und 28. Juni Baku () Teilnahme an der Jahrestagung der Parlamentarischen Versammlung der OSZE 29. Juli Rom () Treffen mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi 25. August Berlin () und Tallinn () Treffen mit dem deutschen Aussenminister Frank-Walter Steinmeier Treffen mit dem estnischen Ministerpräsidenten Taavi Rõivas und dem estnischen Aussenminister Urmas Paet 5. September Newport () Teilnahme am NATO-Gipfel 10. September Prag () Teilnahme am Wirtschafts- und Umweltforum der OSZE Treffen mit dem tschechischen Premierminister Bohuslav Sobotka 11. September Riga () Treffen mit dem lettischen Staatspräsidenten Andris Bērziņš und der lettischen Premierministerin Laimdota Straujuma 16. September Rostock () Teilnahme am jährlichen Treffen der deutschsprachigen Staatsoberhäupter 23. bis 26. September New York City () Teilnahme an der 69. UNO-Generalversammlung 16. Oktober Mailand () Teilnahme am ASEM-Gipfel 28. Oktober Berlin () Teilnahme an einer Konferenz zur Situation in Libyen 30. Oktober Paris () Treffen mit dem französischen Präsidenten François Hollande 13. November Berlin () Teilnahme an der OSZE-Antisemitismuskonferenz 14. November Ypern und Brüssel () Teilnahme an einer Gedenkveranstaltung für die Kriegsopfer des Ersten Weltkriegs Treffen mit dem König der Belgier Philippe und dem belgischen Premierminister Charles Michel 20. November Aşgabat () Treffen mit dem Präsidenten von Turkmenistan Gurbanguly Berdimuhamedow und dem turkmenischen Aussenminister Raşit Meredow 20. November Astana () Treffen mit dem kasachischen Präsidenten Nursultan Nasarbajew 21. November Taschkent () Treffen mit dem usbekischen Präsidenten Islom Karimov 22. November Duschanbe () Treffen mit dem tadschikischen Präsidenten Emomalij Rahmon 22. November Bischkek () Treffen mit dem kirgisischen Präsidenten Almasbek Atambajew und dem kirgisischen Premierminister Djoomart Otorbajew 27. November Berlin () Teilnahme am Vierertreffen der deutschsprachigen Aussenminister 9. Dezember Bratislava () Teilnahme am Treffen der Visegrád-Gruppe
Politische Haltung Burkhalter gehört weder zum rechten noch zum linken Flügel der FDP, befürwortet wirtschaftliche Liberalisierung und eine offene Aussenpolitik und stimmt auch sonst in den meisten Punkten mit der Linie seiner Partei überein.Claudio Habicht: . In: Tages-Anzeiger. 16. September 2009.siehe Profil bei smartvote Er ist jedoch kein typischer Wirtschaftsvertreter. Auch tritt er stark für Integration ein, befürwortet beispielsweise das Stimm- und Wahlrecht für Ausländer auf Gemeindeebene.. In: Radio DRS. 16. September 2009.
Ehrungen 2014: Ehrendoktorwürde der Universität Neuenburg 2015: Schweizer des Jahres 2014
Privates Burkhalter studierte Ökonomie, ist seit 1986 mit Friedrun Sabine Burkhalter (geb. Schuchter) verheiratet, lebt in Neuenburg und hat mit seiner Frau drei Söhne.
Literatur
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Weblinks
Didier Eric Burkhalter auf der Website des EDA (PDF; 107 kB)
Didier Burkhalter, Biografie und Bibliografie auf Viceversa Literatur
Einzelnachweise
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