rechts|miniatur|Kreis Yélimané vor 2023 Yélimané ist der Name eines Kreises () in der Region Kayes in Mali. Verwaltungssitz ist der Ort Yélimané.

Geschichte Zum Zeitpunkt der Unabhängigkeit war Yélimané eine Subdivision des Kreis Nioro in der Region Kayes, unterteilt in die Bezirke Kirane, Marana und Tambacara.

Das Gebiet wurde 1961 in den Status eines Kreises erhoben.

1977 wurde die Gliederung des Kreis in vier Bezirke gesetzlich festgehalten: Zentralbezirk Yélimané, Bezirk Kirané, Bezirk Maréna und Bezirk Tambacara 1991 wurde die Aufteilung unverändert fortgeschrieben.

1999 wurden die Bezirke aufgelöst und die Kreise in Gemeinden gegliedert. Der Kreis Yélimané umfasste ab 1999 insgesamt 12 Gemeinden: Die Toya und die 11 Diafounou Gory, Diafounou Diongaga, Guidimé, Krémis, Kirané Kaniaga, Konsiga, Marékaffo, Soumpou, Tringa, Fanga und Gory.

Die Gemeinde Tringa wurde 2023 aus dem Kreis ausgegliedert. Zusammen mit weiteren vier aus dem Kreis Kayes augegliederten Gemeinden Ségala, Kouniakary, Maréna Diombougou und Marintoumania bilden diese fünf Gemeinden den neuen Kreis Ségala, Kreis 9 in der Region Kayes.

Gliederung Seit der Verwaltungsreform 2023 ist der Kreis Nummer 0103 in 3 Bezirke, 11 Gemeinden und 102 Dörfer, Ortsteile oder Stadtviertel (VFQ, franz.: villages, fractions oder quartiers) unterteilt.

+Bezirke Gemeinden im Kreis YélimanéCodeBezirke Code Gemeinde Hauptort VFQ VFQ Fläche (km²)010301Zentralbezirk Yélimané 01030101 Guidimé Yélimané 21 23 902 01030102 Fanga Fanga 4 4 353 01030103 Gory Gory 10 10 725 01030104 Toya Yaguine 4 9 98 01030105 Soumpou Takaba 5 5 386010302Bezirk Kirané 01030201 Kirané Kaniaga Kirané 10 14 1153 01030202 Krémis Krémis 5 7 464010303Bezirk Tambacara 01030301 Diafounou Gory Tambacara 14 14 507 01030302 Diafounou Diongaga Diongaga 8 9 176 01030303 Konsiga Kersignané 3 4 76 01030304 Marékhaffo Dogofiry 3 3 125

Bevölkerung Die Einwohnerzahl betrug beim Zensus 2009 178.442 Einwohner. (PDF; 860 kB) Umgerechnet auf die neue Verwaltungsgliederung im Jahr 2023 entspricht dies 163.975 Einwohner.

Im Jahr 2023 wurden 207.805 Einwohner erfasst.

Städtepartnerschaft

Seit 1985 unterhalten der Kreis Yélimané und die französischen Stadt Montreuil ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen. Unter den Einwohnern der Stadt ist der Anteil der Immigranten aus Mali besonders hoch. Die Stadtverwaltung Montreuil geht davon aus, dass die Stadt die gößte Gruppe Malier in Frankreich beherbergt. Montreuil wird daher auch scherzhaft Bamako-sur-Seine genannt. 1999 kamen die meisten davon aus dem Kreis Yélimane.

Migrationsdynamiken am Beispiel des Kreis Yélimane Die Soninké aus dem Kreis Yélimane gelten als besonders auswanderfreudig. Es wird vermutet, dass die halbjährliche Trockenheit der Region sehr früh zu saisonaler Arbeitsmigration geführt hat. Mit wachsenden migrationspolitischen Beschränkungen insbesondere in Frankreich wurde die Mobilität der vorwiegend männlichen Migranten eingeschränkt und es entstanden migrantische Bevölkerungsgruppen in Frankreich mit starken Beziehungen zu ihren Herkunftsorten in der Region Kayes. So waren Anknüpfungspunte für Studien- und Forschungsarbeiten gegeben, bei denen der Kreis Yélimane im Fokus von Untersuchungen stand.

Die Migration hatte vor Ort zunächst durch regelmäßige Rücküberweisungen ökonomischen Einfluss, aber auch zunehmend im Bereich der Infrastruktur, durch den Bau prestigeträchtiger Gebäude wie Moscheen oder Privathäuser, aber auch von Brunnen, Schulen und Krankenstationen.

Im politischen Bereich wird vor allem die Städtekooperation zwischen Yélimane und Montreuil im Rahmen migrantischer Eigeninitiative genannt, die zur dezentralen Entwicklungskooperationen zwischen den Herkunfts- und Aufnahmeregion geführt habe. Das kollektive Engagement der Migranten hat auch zur Gründung von landwirtschaftlichen und multifunktionalen Kooperativen (etwa zur Lagerung und Vermarktung von Lebensmitteln) und Getreidebanken zur Ernährungssicherung geführt.

Lokale Stimmen kritisieren, Investitionen würden nur in den sozialen Bereich fließen, für die vor Ort gebliebenen würden es durch die freiwilligen Geldmittel an wirtschaftlichen Anreizen fehlen und sie würden von den Finanzmitteln abhängig. Die Auswanderer wären bei den Investitionen sehr stark dorf- und familiengebunden, was zu sozialer Ungleichheit zwischen Dörfern oder Familien mit und ohne Expats führt.

Auch in Bezug auf Demokratisierungsprozesse im Rahmen der Dezentralisierungsbestrebungen werden dieselben ambivalenten Entwicklungen festgstellt. Die Rückkehrer sind zum einen „unverzichtbare Akteure“, die sich und die lokale Bevölkerung organisieren, zum anderen übernehmen sie überwiegend die mehrheit der lokalen und regionalen Ämter. Den zurückkehrenden Migranten wird daher überdurchschnittlich viel Einfluss attestiert.

Einzelnachweise

Kategorie:Landkreis in Mali Kategorie:Region Kayes