mini|hochkant|Das Wappen der Stadt St. Pölten

Diese Liste gibt einen Überblick über die Bürgermeister der Stadt St. Pölten und ihrer Stadtteile vor deren Eingemeindung.

Der erste Bürgermeister wurde 1785 durch ein Hofdekret von Joseph II. ins Amt gesetzt. Die Geschicke der Stadt St. Pölten wurden von einem fünfköpfigen Magistrat gelenkt, der aus dem Bürgermeister, einem Syndikus und drei Magistratsräten bestand. Durch die Zusammenlegung des Klosterviertels mit dem Rest der Stadt 1848 wurde aus St. Pölten eine politische Gemeinde, deren erster gewählte Bürgermeister August Hassack war. Um diese Zeit wurden auch in den heutigen Stadtteilen die ersten Bürgermeister gewählt.Karl Gutkas: St. Pölten. Werden und Wesen einer österreichischen Stadt. Niederösterr. Pressehaus, St. Pölten/Wien 1970, S. 41–45 (Kapitel Im Zeichen von Josephinismus und Biedermeier).

Seit den ersten freien Wahlen 1919 gewann die Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) oder deren Vorgänger jede Wahl, sie erhielten in den Gemeinderatswahlen seit 1945 sogar meist über 50 % der Stimmen.

Legende Nr.: Die laufende Nummer des Bürgermeisters (zum Beispiel bedeutet 31. dass Matthias Stadler der 31. Bürgermeister ist) Name oder Name (Lebensdaten): Der Name, bei St.. Pölten Name, Geburts- und Sterbedatum des Bürgermeisters von: Das Jahr, in dem die Amtszeit begann bis: Das Jahr, in dem die Amtszeit endete Partei: Die Partei, der der Bürgermeister angehörte Anmerkungen: Zusätzliche Informationen zum Bürgermeister Bild: Ein Bild des Bürgermeisters

St. Pölten Nr. Name (Lebensdaten) von bis Partei Anmerkungen Bild Kaisertum Österreich 1.Johann Joseph HacklManfred Wieninger, 2002: St. Pöltner Straßennamen erzählen, ISBN 3-7066-2208-4.(16. Mai 1716 – 4. Oktober 1791)17851789Manchmal auch als „Häckl“ oder „Häckhl“ genannt. Der erste St. Pöltner Bürgermeister war vor seiner Wahl Maler, Greißler, Bierwirt und Käsestecher. Bekannt wurde Häckl vor allem durch seine Bilder von St. Pöltner Pfarren und Besitztümern des Stifts St. Pölten, die den Manuskripten von Aquilin Hacker beigelegt waren. Er legte nach einer Amtszeit ohne besondere Vorkommnisse wohl aus Altersgründen sein Amt zurück. 2.Johann Peter Ignaz ChorherrMagistrat der Landeshauptstadt St. Pölten, 2003: 500 Jahre Rathaus St. Pölten.(1. Juni 1734 – 1. September 1814)17891794Er übte den Beruf des Glasermeisters aus. 1770 wurde er in den äußeren Rat gewählt, fünf Jahre später in den inneren Rat. Nachdem er Verwalter des Bürgerspitals war, wurde er Stadtquartiermeister und war damit für die Einquartierung von Militärangehörigen zuständig. ab 1785 war er als Magistratsrat zuständig für die Rechnungsabschlussprüfung des Stadtkämmerers. Er trat nach fünf Jahren im Amt aus ungeklärter Ursache zurück. 3.Franz Xaver Schöpfer(23. Mai 1754 – 29. März 1828)17941828Der bisher längstdienende Bürgermeister der Stadt. Er war Lebzelter, Wachshändler und Landwirt. 1792 wurde er Magistratsrat, zwei Jahre später Bürgermeister. In seiner Amtszeit von 34 Jahren wurde die Stadt zweimal von französischen Truppen besetzt. Er verstarb im Amt.120px 4.Matthias Klaus(1. Juni 1758 – 27. August 1833)18281833Der gelernte Färber kam als wandernder Geselle nach St. Pölten wo er 1787 eine Färberwitwe heiratete und so zu einem Betrieb kam. 1798 wurde er zum Magistratsrat gewählt, was er bis zu seiner Berufung zum Bürgermeister war. Er starb nach fünf Jahren im Amt.120px 5.Alois Mayrhofer(9. Oktober 1764 – 30. Dezember 1842)18331842Der Sohn eines Schuhmachers wurde durch Heirat zum Besitzer einer Papierfabrik in Wagram, die er aber bald verkaufte und fortan von seinem Vermögen lebte. 1816 wurde er zum Magistratsrat gewählt, was er bis zu seiner Berufung zum Bürgermeister war. Er starb nach neun Jahren im Amt.120px 6.Johann Kranzbichler(um 1772 – 18. Dezember 1853)184218501795 bis 1799 war er als Wirt im elterlichen Gasthof tätig, konzentrierte sich daraufhin jedoch auf seinen Weinhandel. Nachdem er diesen an seinen Sohn weitergegeben hatte lebte er als Privatier. Er war von 1811 bis 1816 und von 1820 bis 1833 Magistratsrat, 1848 wurde er Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag. Nachdem das provisorische Gemeindegesetz 1849 in Kraft trat, dankte er ab, verblieb aber noch bis 1850 im Amt.120px 7.August Hassack(1. August 1803 – 12. Jänner 1859)18501859Der Sohn eines Webers war ab 1832 als Apotheker tätig. Nach einem Jahr Tätigkeit in Ernstbrunn erwarb er die Apotheke „Zum Goldenen Löwen“, die sein Sohn weiterführte. In seiner Zeit als Bürgermeister wurden die Stadtmauern geschleift, die Westbahn und mit ihr der Hauptbahnhof errichtet. An der Stelle der Stadtmauer wurde die Promenade errichtet, mit den Steinen derselben wurde die erste Kanalisation erbaut. Je nach Quelle legte er sein Amt im Dezember 1858 krankheitshalber zurück oder verstarb im Amt. 120px 8.Ludwig SteinerLandtag Niederösterreich zu Ludwig Steiner (PDF; 5 kB)(1792 – 20. November 1869)18591865liberaleSteiner kam als Beamter des Staatsgutes St. Pölten, Verwaltungsorgan des ehemaligen Stiftes St. Pölten, in die Stadt. Dort wurde er bis zur Übernahme durch die Stadt zum Verwalter befördert. 1855 bis 1867 war er Direktor der Sparkasse, von 1861 bis 1869 war er zudem Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag. Er gehörte ab 1850 dem Gemeindeausschuss an, von dem er nach dem Tod Hassacks zum Bürgermeister gewählt wurde. Nach seinem Rücktritt blieb er bis zu seinem Tod erster Gemeinderat, was mit dem Vizebürgermeister gleichzusetzen war.120px 9.Franz Utsch von Gillenbach(1804 – 16. Juni 1877)18651870Bis 1835 war Utsch Soldat beim k.u.k. Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4. Nachdem er seinen Dienst quittiert hatte zog er nach St. Pölten um einen „Tabak-Distriktsverlag“ zu übernehmen. Er war von 1840 bis 1848 Hauptmann des uniformierten Bürgerkorps, danach Oberkommandierender der St. Pöltner Nationalgarde. Als Mitbegründer der Sparkasse gehörte er deren Vorstand an. 1850 wurde er in den Gemeindeausschuss gewählt. Für sein Wirken im Kriegsjahr 1866 wurde er mit dem Goldenen Verdienstzeichen mit Krone geehrt. Das Bürgermeisteramt musste er wie seine anderen Ämter wegen eines Augenleidens aufgeben.120px 10.Johann OfnerLandtag Niederösterreich zu Johann Ofner (PDF; 5 kB)(6. November 1816 – 16. Juli 1887) 1870 1882 Fort­schritts­parteiDer geborene Tiroler aus Nauders wurde 1848 Advokat in St. Pölten. Auch er gehörte zu den Sparkassengründern. Er wurde 1850 in den Gemeinderat gewählt, in dem er bis zu seiner Ernennung zum Bürgermeister blieb. 1861 bis 1887 war er darüber hinaus Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag und von 1861 bis 1867 und 1873 bis 1887 Abgeordneter zum Reichsrat. Grund seines Rücktritts waren Angriffe aus der eigenen Partei, vor allem von Karl Heitzler.120px 11.Josef Kleinhaipl(8. Jänner 1816 – 22. Jänner 1905) 1882 1888 Der im oberösterreichischen Niederneukirchen als Sohn eines Wundarztes geborene wollte den Beruf seines Vaters ergreifen und begann 1831 ein Medizinstudium, welches er 1835 abbrach. Er heiratete 1839 in eine St. Pöltner Familie. 1861 war Kleinhaipl Mitglied des Gemeinderats, ab 1879 war er erster Gemeinderat, was dem Vizebürgermeister entsprach.120px 12.Josef FröstlLandtag Niederösterreich zu Josef Fröstl (PDF; 5 kB)(26. Jänner 1839 – 8. März 1900) 1888 1892 liberaleDer Bauernsohn sollte nach seiner Eltern Willen Priester werden. Nach einigen Jahren im Alumnat St. Pölten wechselte er jedoch an die Universität Wien und studierte Jus, wonach er sich in St. Pölten als Advokat niederließ. Fröstl gehörte erst seit 1885 dem Gemeinderats als er überraschend zum Bürgermeister gewählt wurde. Dies dürfte an seiner Beliebtheit in der Bevölkerung und seinem Versprechen die Gemeindeverwaltung reorganisieren zu wollen gelegen haben. 1890 wurde er in den niederösterreichischen Landtag berufen. Sein Bürgermeisteramt legte er krankheitsbedingt zurück.120px 13.Hermann OfnerLandtag Niederösterreich zu Hermann Ofner (PDF; 5 kB)(27. Oktober 1849 – 15. Mai 1917) 1892 1898 liberaleDer Sohn des 10. Bürgermeisters Johann Ofner übernahm nach seinem Jus-Studium an der Universität Wien 1884 die Kanzlei seines Vaters. Nachdem er bei der Wahl zum Reichsrat knapp von Gottfried Jax geschlagen wurde wählte man ihn 1882 in die Gemeindevertretung, ab 1888 war er Gemeinderat für das Bauwesen.