Die Babiana sind eine Pflanzengattung in der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae). Die etwa 90 Arten sind im Südlichen Afrika verbreitet. Die gelegentlich als Zierpflanzen kultivierten Babiana-Sorten stammen in der Regel von der Art Babiana stricta ab.
Beschreibung und Ökologie mini|links|Illustration von Babiana tubulosa mini|Dreizählige, radiärsymmetrische Blüte von Babiana rubrocyanea
Vegetative Merkmale Babiana-Arten wachsen als ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Geophyten bilden kugelige Knollen, mit faserigen Umhüllungen („Tunika“), als Überdauerungsorgane. Nur wenige der Babiana-Arten erreichen Wuchshöhen von mehr als 30 Zentimetern, diese Arten erinnern in ihrem Erscheinungsbild an sehr kleine Gladiolen. Fast alle Arten besitzen nur im Winter Laubblätter. Die parallelnervigen Laubblätter sind einfach. Die Blattspreiten sind meist behaart.
Generative Merkmale Die Blütezeit liegt meist am Ende des Winters oder im Frühling. Es werden ährige Blütenstände gebildet. Die Deckblätter sind grün bis trocken braun. Die zwittrigen, dreizähligen Blüten sind radiärsymmetrisch bis zygomorph. Die sechs Blütenhüllblätter sind fast gleichgestaltig bis deutlich verschieden und kurz bis lang röhrig verwachsen. Die Farben der Blütenhüllblätter reichen von weißlich bis gelb und rosa- bis purpurfarben und blau. Es ist nur ein Kreis mit drei fertilen Staubblättern vorhanden. Der Pollen ist monosulcat. Drei Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen. Der dreigeteilte Griffel ist kürzer oder länger als die Blütenröhre.
Die Bestäubung erfolgt meist durch Insekten aus vier Ordnungen: Hymenoptera (hauptsächlich Apidae), Diptera (hauptsächlich Nemestrinidae), Coleoptera (Scarabaeidae) und Lepidoptera (hauptsächlich Noctuidae). Wenige Arten werden durch Vögel bestäubt.
Die Kapselfrüchte enthalten einige schwärzliche bis dunkelbraune, kugelige Samen.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Babiana wurde 1802 von John Bellenden Ker-Gawler in Botanical Magazine, Volume 16, S. 576 aufgestellt. Synonyme für Babiana sind: Anaclanthe und Antholyza
Die Gattung Babiana gehört zur Tribus Croceae in der Unterfamilie Crocoideae innerhalb der Familie der Schwertliliengewächse (Iridaceae).
Alle Babiana-Arten sind im Südlichen Afrika beheimatet, vom südlichen Namibia bis zum Ostkap und südlichen Simbabwe. Viele sind Florenelemente der Capensis. Die meisten Arten wachsen im südwestlichen und westlichen Teil des Westkaps (etwa 49 Arten) und in Namaqualand (etwa 30 Arten).
Die Gattung Babiana enthält 80 bis 90 Arten:
mini|Dreizählige, zygomorphe Blüte von Babiana ambigua mini|Blütenstand von Babana angustifolia mini|Habitus und Blütenstände von Babana fragrans mini|Babana nana subsp. nana im Habitat mini|Babana rubrocyanea mini|Babiana sambucina mini|Dreizählige, Blüte von Babiana sambucina mini|Babiana stricta in Kultur mini|Babiana tubiflora mini|Dreizählige, zygomorphe Blüte von Babiana tubiflora mini|Blütenstand von Babiana villosa mini|Illustration von Babiana villosa mini|Babiana villosula
Babiana ambigua (Syn.: Babiana obliqua ): Sie gedeiht im Fynbos. Sie ist von mehr als 20 Fundorten von Gifberg südwärts bis zur Kaphalbinsel und ostwärts entlang der Küste bis Riversdale im Nordkap und Westkap bekannt. Die Bestände gelten als stabil. Babiana angustifolia : Sie gedeiht im Fynbos. Sie ist von etwa 20 Fundorten von Piketberg bis Somerset West im Westkap bekannt. Die Bestände nehmen ab. Babiana arenicola : Dieser Endemit ist nur von zwei Fundorten in Brandvlei im Westkap bekannt. Ein Teil des Bestandes eines Fundortes ist durch einen Dammbau verschwunden. Durch Ausdehnung des Weinanbaus nehmen die Bestände fortlaufend ab. Babiana attenuata : Sie kommt nur im Nordkap vor. Die Bestände gelten als stabil. Babiana auriculata : Dieser Endemit ist nur von vier Fundorten bekannt. Er gedeiht im Fynbos in den Pakhuis Mountains im Westkap. Die Bestände gelten als stabil. Babiana avicularis : Dieser Endemit ist nur von vier Fundorten bekannt. Er kommt nur im West Coast Sandveld zwischen Elands Bay und Clanwilliam im Westkap vor. Die abnehmenden Bestände sind durch Habitatverlust durch Kartoffelfelder fortlaufend gefährdet. Babiana bainesii : Sie ist in den südafrikanischen Provinzen Limpopo, Northern Cape sowie North West verbreitet. Die Bestände gelten als stabil. Babiana blanda : Dieser Endemit ist nur von zwei stark isolierten Fundorten bekannt. Er wurde in den 1940er Jahren dreimal gesammelt und wurde danach 56 Jahre lang nicht mehr gesichtet. In dieser Zeit wurden 98 % des Habitats durch Verstädterung und Landwirtschaft umgewandelt. 2006 wurde eine Fundort nahe Philadelphia mit mehr als 2000 Exemplaren wiederentdeckt. 2007 fand man einen Bestand mit etwa 1000 Exemplaren nahe Malmesbury. Die Bestände nehmen durch invasive Pflanzenarten ab. Ein Teil des Malmesbury-Bestandes ging 2012 verloren. Sie gedeiht im Fynbos nur an saisonal feuchten Standorten von Darling bis Paarl im Westkap. Babiana brachystachys : Sie gedeiht im tiefen weißen Sand in Küstennähe in der „West Coast strandveld“ Vegetation in der Sukkulentenkaroo an der Küste von Namaqualand von Lambert's Bay bis Hondeklipbaai im Nordkap. Zwei der Bestände nehmen durch Sandabbau zur Schwermetalgewinnung ab. Aber die anderen Bestände in den Dünen sind stabil. Babiana carminea : Dieser Endemit gedeiht nur in Felsspalten auf Kalkstein in Knersvlakte im Westkap. Es sind nur zwei Fundorte bekannt mit insgesamt weniger als 100 Exemplaren. Diese beiden Fundorte sind zwar durch Kalkabbau gefährdet, doch gelten die Bestände als stabil. Babiana cedarbergensis : Dieser Endemit gedeiht im Fynbos auf steinigen Böden über Sandstein nur in den Zederbergen. Es sind zehn Standorte bekannt, die meist in geschützten, nicht landwirtschaftlich nutzbaren Gebieten liegen und die Bestände gelten als stabil. Babiana cinnamomea : Diese 2007 erstbeschrieben Art kommt von Vanrhynsdorp bis zu den Langebergen nordwestlich von Loeriesfontein im Westkap vor. Bisher sind sechs weit voneinander isolierte, sehr kleine Standorte bekannt. Es handelt sich um einen Habitatspezialisten in der Sukkulenten-Karoo in Felsspalten an Hängen an der Basis von Bergen und es scheint als sei sie an Granit-Standorte gebunden. Die Bestände gelten als stabil. Babiana confusa : Von dieser Art ist wenig bekannt und sie wurde wohl, an bisher acht Fundorten, zu wenig gesammelt (weniger als zehn Aufsammlungen). Sie kommt vom südlichen Namaqualand (Groen River) bis Hopefield im West- und Nordkap vor. Sie gedeiht im Fynbos und in der Sukkulenten-Karoo. Einige Bestände sind durch Landwirtschaft gefährdet. Babiana crispa : Sie ist im West- sowie Nordkap verbreitet. Die Bestände gelten als stabil. Babiana cuneata : Sie ist von den Bokkeveld Mountains bis zum Inland Cold Bokkeveld mit Karoopoort und ostwärts auf dem Roggeveld Escarpment südlich bis zur Basis der Witteberge nahe Laingsburg im West- sowie Nordkap verbreitet. Die Bestände gelten als stabil. Babiana curviscapa (Syn.: Babiana framesii var. kamiesbergensis ): Sie ist mit mehr als zehn Fundorten eine der am häufigsten vorkommenden Babiana-Arten in Namaqualand und nicht gefährdet. Sie kommt von Steinkopf südwärts bis zu den Kamiesbergen und Hügeln westlich von Bitterfontein im Nordkap vor. Sie gedeiht in der Sukkulenten-Karoo auf Granit-Aufschüssen und steinigen granitischen Ebenen. Die Bestände gelten als stabil. Babiana dregei : Sie kommt nur im Nordkap vor. Die Bestände gelten als stabil. Babiana ecklonii (Syn.: Babiana velutina ): Sie ist im West- sowie Nordkap verbreitet. Die Bestände gelten als stabil. Babiana engysiphon : Es sind nur drei bis fünf Fundorte im südlichen Bokkeveld Escarpment zwischen Botterkloof und Gifberg im Nordkap bekannt. Sie gedeiht im Restio-dominierten Fynbos in tiefgründigen, sandigen Böden. Die Bestände nehmen durch die Ausweitung des Anbaus von Rooibos-Tee fortlaufend ab. Babiana fimbriata : Sie ist im West- sowie Nordkap verbreitet. Die Bestände gelten als stabil. Babiana flabellifolia : Sie ist im West- sowie Nordkap verbreitet. Die Bestände gelten als stabil. Babiana foliosa : Von ihr ist nur eine Aufsammlung nahe Riviersonderend im Westkap aus dem Jahr 1951 bekannt. In dieser Lehm-Ebene war die ursprüngliche Vegetation Fynbos. Dieses Gebiet ist heute weitgehend Weizenackerfläche. Diese Art ist vielleicht ausgestorben. Babiana fourcadei : Sie ist im West- sowie Nordkap verbreitet. Die Bestände gelten als stabil. Babiana fragrans (Syn.: Babiana disticha , Babiana plicata , Babiana stricta var. sulphurea sensu , Gladiolus fragrans ): Sie kommt von der Kaphalbinsel bis Malmesbury und Ceres im Westkap vor. Sie war früher weiter verbreitet und hat viele ihre niedriger gelegenen Fundorte durch Verstädterung, Landwirtschaft und invasive Pflanzenarten verloren. Es sind noch 14 bis 20 Fundorte vorhanden und die Bestände nehmen fortlaufend ab. Sie gedeiht im Fynbos und Renosterveld auf Sandstein, Granit, Lehmhängen und -ebenen in Höhenlagen unterhalb von 900 Metern. Babiana framesii : Dieser Endemit kommt nur am Bokkeveld-Plateau in einem höchstens 100 km² großen Gebiet rund um Nieuwoudtville im Nordkap vor. Er gedeiht im Fynbos in schweren Lehmböden auf Dolerit-Aufschlüssen. Diese seltene Art gilt nicht als gefährdet. Babiana gariepensis : Die Erstbeschreibung erfolgte 2007. Sie ist im Richtersveld in Orange River sowieSteinkopf im Nordkap und im südwestlichen Namibia verbreitet. Das Verbreitungsgebiet ist botanisch nicht gut erforscht. Die Bestände gelten als stabil. Babiana geniculata : Dieser seltene Endemit kommt nur in den Pakhuis-Bergen, Biedouw Mountain sowie nördlichen Cederbergen im Westkap vor. Er gedeiht auf felsigen Sandstein im trockenen Fynbos. Die Bestände gelten als stabil. Babiana grandiflora : Sie ist im West- sowie Nordkap verbreitet. Die Bestände gelten als stabil. Babiana hirsuta (Syn.: Babiana thunbergii ): Sie kommt im Küstenbereich von Namaqualand von Saldanha bis zur Mündung des Orange River im Nord- sowie Westkap vor. Sie gedeiht an der Küste in der Wüste und der Sukkulenten-Karoo in sandigen Ebenen und Dünen. Es sind 15 Fundorte bekannt, die alle durch unterschiedliche Aktivitäten gefährdet sind. Die Bestände nehmen ab. Babiana horizontalis : Dieser Endemit ist nur von drei Fundorten im Richtersveld im Nordkap bekannt. Er gedeiht im Sukkulenten-Karoo-Buschland in Felsspalten auf Granitaufschlüssen. Teile des Verbreitungsgebietes sind überweidet, dort sind die Bestände gefährdet. Aber einige Populationen sind sicher und stabil. Babiana hypogaea : Sie gedeiht auf roten Sandebenen in Namibia und in Bushmanland sowie in der oberen Karoo in den südafrikanischen Provinzen Free State, Nordkap sowie North West. Babiana inclinata : Dieser Endemit kommt nur im Tiefland von Piketberg, Porterville bis Gouda und Darling im Westkap vor. Dieses Gebiet ist größtenteils zu Weizenackerflächen umgewandelt worden. Nur etwa zehn stark voneinander isolierte Fundorte hauptsächlich an Straßenrändern sind verblieben. Sie gedeiht eigentlich im Fynbos des Swartland Shale Renosterveld, Lehmebenen sowie tieferen Hängen. Meist sind die spezialisierten Bestäuber nicht mehr vorhanden. Babiana karooica : Dieser 2007 erstbeschriebene Endemit kommt nur von Oudtshoorn bis De Rust im Westkap vor. Er gedeiht im Albany-Dickicht, Sukkulenten-Karoo auf Enon-Konglomerat-Aufschlüssen. Es sind weniger als zehn Fundorte bekannt. Alle Fundorte sind durch Landwirtschaft und Verstädterung beeinträchtigt und einige bereits verloren gegangen. Die Bestände nehmen fortlaufend ab.