mini|Tana Schanzara (2000)
Tana Schanzara, eigentlich Konstanze SchwanzaraInformationen des WDR zum Zeitzeichen anlässlich des Todestages, abgerufen am 20. Dezember 2013. (* 19. Dezember 1925 in Kiel; † 19. Dezember 2008 in Bochum), war eine deutsche Schauspielerin. Sie gehörte fest zum Ensemble des Schauspielhauses Bochum und wirkte auch in deutschen und US-amerikanischen Filmen mit.
Leben
Herkunft und Ausbildung mini|Tana-Schanzara-Platz in Bochum mit DenkmalTana Schanzara kam in Kiel als Tochter der OpernsoubretteNordwest-Zeitung vom 8. August 1950, S. 7. Gertrud und des Opernsängers Hans Schwanzara zur Welt. Ihr Vater führte bereits den Künstlernamen Schanzara, den sie später übernahm. Als sie zwei Jahre alt war, zogen die Eltern nach Dortmund, wo sie ein Engagement am Dortmunder Opernhaus hatten. Hier wuchs Tana Schanzara auf.Perle des Ruhrgebiets auf spiegel.de, abgerufen am 19. November 2013. Bedingt durch den Wechsel des Vaters an die Kölner Oper besuchte Schanzara eine Kölner Schule und legte dort ihr Abitur ab.
Berufliche Laufbahn Nach dem Abitur nahm sie in Köln bei Friedl Münzer Schauspielunterricht und war danach an den Kammerspielen in Bonn und Theatern in Köln, Mannheim, Oldenburg und Gelsenkirchen tätig.Zukunft Herne e. V., Kulturamt der Stadt Herne (Hrsg.): Herner Künstlerhandbuch ’95. Herne, 1995, S. 160
Seit 1956 gehörte die später zuweilen als „Ruhrpott-Duse“ bezeichnete Darstellerin zum festen Ensemble des Schauspielhauses Bochum.Texttafel zu Tana Schanzara bei einer Ausstellung über die Zeit von Peter Zadek, Stadtarchiv - Bochumer Zentrum für Stadtgeschichte, März 2013 Sie arbeitete, mit Ausnahme von Saladin Schmitt, mit allen zu ihren Lebzeiten am Haus tätigen Intendanten. Schanzara war mit 50 Jahren Bühnenpräsenz die dienstälteste Schauspielerin des Ensembles.Eigentlich hieß sie Konstanze auf wdr.de, abgerufen am 19. November 2013. In den ersten Jahrzehnten ihrer Bühnentätigkeit übernahm sie hauptsächlich komische Nebenrollen. In den 1970er Jahren spielte sie zudem mehrmals im Nachtkabarett im Foyer der Kammerspiele, Kalte Ente, wobei sie öfter mit dem jungen Herbert Grönemeyer auftrat. In den 1980er und 1990er Jahren überzeugte sie in Hauptrollen in tragischen Stücken. Ihr 80. Geburtstag wurde im Dezember 2005 mit einer großen Gala in den Bochumer Kammerspielen begangen.Pottperle und Ruhrduse auf faz.net, abgerufen am 19. November 2013.
Anfang der 1970er Jahre wurde Schanzaras Lied Vatter, aufsteh’n! (Schlussworte nach einem Pistolenschuss: „So Vatter, getz kannsse liegenbleiben“) Radiohörern bekannt.Tana Schanzara, auf steffi-line.de, abgerufen am 19. November 2013. Es folgte eine Langspielplatte und in den 1980er Jahren die Single Doch zum Glück gibts sowat alles nur in Dallas. Eine herausragende Rolle spielte sie in der Verfilmung von Franz Josef Degenhardts Zündschnüre.
In Bochum war Schanzara eine beliebte Persönlichkeit. Ihre Vielseitigkeit und Verbundenheit mit dem Ruhrgebiet stellte sie unter anderem bei öffentlichen Feiern und Veranstaltungen unter Beweis, so auch als typische Kioskbesitzerin aus Bochum beim ZDF-Städteturnier 1988 und mit Auftritten bei der Zehnjahresfeier der Diskothek Zeche Bochum 1989 sowie der 40-Jahr-Feier des Opel-Werks 2002. Mitte der 1990er Jahre arbeitete sie mehrmals für Fernsehfilme mit Hape Kerkeling zusammen.Tana Schanzara – Lachgeschichten auf ard.de, abgerufen am 19. November 2013. 1997 verfasste sie das Buch Jeden Morgen dasselbe Theater, in dem sie aus ihrem ungewöhnlichen Leben erzählt.
Seit einem Sturz im Jahr 2001 und einer anschließenden Hüftoperation war Tana Schanzara körperlich eingeschränkt und spielte ihre Rollen zum Teil im Sitzen.Tana Schanzara wird 80 auf ruhr-uni-bochum.de, abgerufen am 19. November 2013.
Persönliches Schanzara lebte zuletzt in einem Altenheim in Herne. Sie starb an ihrem 83. Geburtstag in einer Bochumer Klinik und wurde im Familiengrab auf dem Hauptfriedhof in Krefeld beigesetzt.knerger.de: Das Grab von Tana Schanzara mini|Grab von Tana Schanzara auf dem Hauptfriedhof Krefeld. Neuer Teil.
Ehrungen und Auszeichnungen Schanzara zu Ehren wurde am 15. Juli 2010 gegenüber dem Schauspielhaus in Bochum der bisherige Westfalenplatz in Tana-Schanzara-Platz umbenannt und am 3. Juli 2012 auf dem Vorplatz des Schauspielhauses ein Denkmal enthüllt.Denkmal enthüllt auf pottblog.de, abgerufen am 19. November 2013. Es hat inzwischen seinen Platz gegenüber dem Schauspielhaus eingenommen. abgerufen am 30. März 2017
Weitere Auszeichnungen umfassen:
Wirken Theaterengagements
Kino
Film und Fernsehen
Tonträger
Literatur Tana Schanzara: Jeden Morgen dasselbe Theater. Lieder und Geschichten. Econ-Taschenbuch-Verlag, Düsseldorf 1997, ISBN 3-612-26409-5. C. Bernd Sucher (Hrsg.): Theaterlexikon. Autoren, Regisseure, Schauspieler, Dramaturgen, Bühnenbildner, Kritiker. Von Christine Dössel und Marietta Piekenbrock unter Mitwirkung von Jean-Claude Kuner und C. Bernd Sucher. 2. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 1999, ISBN 3-423-03322-3, S. 601.
Weblinks
Gedenkseite Christiane Kopka: 19.12.2008 – Todestag der Schauspielerin Tana Schanzara WDR ZeitZeichen vom 19. Dezember 2013 (Podcast)
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Bochum) Kategorie:Ehrenringträger der Stadt Bochum Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen Kategorie:Pseudonym Kategorie:Künstler (Herne) Kategorie:Kultur (Ruhrgebiet) Kategorie:Person (Kiel) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1925 Kategorie:Gestorben 2008 Kategorie:Frau