Simvastatin ist der Freiname eines Arzneistoffes aus der Gruppe der Statine, der als Cholesterinsenker eingesetzt wird.
Strukturell leitet sich Simvastatin von dem natürlich vorkommenden Monacolin K (Lovastatin) ab.
Wirkmechanismus Simvastatin ist ein HMG-CoA-Reduktasehemmer. Die HMG-CoA-Reduktase wirkt als Katalysator bei der Reduktion des 3-Hydroxy-3-methylglutaryl-Coenzym A zu Mevalonat, welche einen begrenzenden Schritt in der hepatischen Cholesterinsynthese darstellt. Durch die Absenkung der Cholesterinsynthese steigern die Leberzellen die Anzahl der LDL-Rezeptoren auf der Zelloberfläche, so dass die LDL-Aufnahme in die Leberzelle erhöht und damit der LDL-Spiegel im Blut verringert wird.
Aufnahme und Verteilung im Körper Nach Aufnahme wird der Wirkstoff hauptsächlich vom Cytochrom P450 3A4 verstoffwechselt, daher sollten CYP–3A4–Hemmstoffe wie zum Beispiel Ketoconazol, Itraconazol und Clarithromycin oder Grapefruitsaft nicht gemeinsam mit Simvastatin eingenommen werden.Informationen. (PDF; 321 kB) Merck.com
Nebenwirkungen Simvastatin besitzt die üblichen Nebenwirkungen dieser Wirkstoffgruppe, wie Oberbauchbeschwerden, Transaminasenanstieg und MyopathienRichard Daikeler, Götz Use, Sylke Waibel: Diabetes. Evidenzbasierte Diagnosik und Therapie. 10. Auflage. Kitteltaschenbuch, Sinsheim 2015, ISBN 978-3-00-050903-2, S. 149. wie zum Beispiel die Rhabdomyolyse.
Herstellung Die Herstellung erfolgt teilsynthetisch aus Lovastatin, wobei dessen 2-Methylbutanoylseitenkette umgeestert wird zum 2,2-Dimethylbutanoylrest.Simvastatin. In: K. Hardtke et al. (Hrsg.): Kommentar zum Europäischen Arzneibuch Ph. Eur. 6.4. Loseblattsammlung, 34. Lieferung 2010. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart.
Eine vielstufige Synthese für Simvastatin ist in der Literatur beschrieben.Axel Kleemann, Jürgen Engel, Bernd Kutscher, Dietmar Reichert: Pharmaceutical Substances. 2 Bände. Thieme, Stuttgart 2000, ISBN 3-13-558404-6; seit 2003 online mit halbjährlichen Ergänzungen und Aktualisierungen.
Handelsformen Simvastatin kam in Deutschland 1990 von MSD Sharp & Dohme als Zocor auf den Markt. Im Mai 2003 lief das Patent auf den Wirkstoff aus. Seitdem wird Simvastatin auch von diversen Generika-Herstellern produziert und vertrieben. Es sind Tabletten in den Dosierungen 5, 10, 20, 30, 40, 60 und 80 mg verfügbar.
Monopräparate Zocor (D, CH), Zocord (A), zahlreiche Generika (D, A, CH)
Kombinationspräparate mit Ezetimib: Inegy (D, A, CH)Rote Liste online, Stand: September 2009.AM-Komp. d. Schweiz, Stand: September 2009.AGES-PharmMed, Stand: September 2009., Goltor
Weblinks
Inegy auf der Me-too Liste 2016. (PDF) kvno.de
Einzelnachweise
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