Volkach ist eine Stadt in Bayern im unterfränkischen Landkreis Kitzingen und der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Volkach. Die kleine, historische Stadt am Main ist ein bedeutender Wein- und Touristenort im fränkischen Weinbaugebiet. In der Raumplanung des Freistaates Bayern wird Volkach als Mittelzentrum dem Regionalzentrum Würzburg zugeordnet.
Geografie mini|hochkant=1.4|Die Gemeindeteile der Stadt Volkach Geografische Lage Volkach liegt im Norden des Landkreises Kitzingen im südöstlichen Unterfranken. Die Stadt bildet den nördlichen Abschluss des Landkreises und grenzt (im Uhrzeigersinn) an den Landkreis Schweinfurt im Norden, die Stadt Prichsenstadt im Osten, der Markt Wiesentheid im Südosten, die Gemeinde Schwarzach am Main im Süden sowie die beiden Dörfer der Verwaltungsgemeinschaft Volkach, Sommerach und Nordheim. Im Westen schließt der Landkreis Würzburg an die Stadt an.
Volkach ist 14 km von der Kreisstadt Kitzingen, 20 km von Schweinfurt und 22 km von Würzburg entfernt.Alle Entfernungsangaben: Luftlinie.org, abgerufen am 30. Januar 2013.
Mit einer Fläche von 60,19 km² ist die Stadt Volkach die drittgrößte Kommune im Landkreis und hat mit ihren etwa 9000 Einwohnern eine Bevölkerungsdichte von 150 Einwohnern je km². Das Stadtgebiet liegt somit etwas unter dem bayerischen Durchschnitt von 176 Einwohnern je km².Statistische Ämter des Bundes und der Länder: , abgerufen am 30. Januar 2013. Nach der Einwohnerzahl ist Volkach hingegen die zweitgrößte Kommune des Landkreises.
Der Freistaat Bayern zählt Volkach in seinem Regionalplan vom Februar 2018 als Mittelzentrum zu den Zentralen Orten.Landesentwicklung-Bayern: , abgerufen am 17. August 2018.
Geologie, Hydrologie, Böden Naturräumlich wird das Gemeindegebiet von mehreren Untereinheiten der Mainfränkischen Platten gebildet. Der Hauptort und die westlichen Gemeindeteile liegen im Gebiet der Volkacher Mainschleife, die als Untereinheit zum Mittleren Maintal gezählt wird. Der Osten zwischen Obervolkach und Eichfeld wird dagegen zum Steigerwaldvorland von Neuses innerhalb der Kitzinger Mainebene im Iphofen-Gerolzhofener Steigerwaldvorland gerechnet. Hierzu zählt ebenso die Gaibacher Lößhochfläche im nördlichen Teil des Gemeindegebiets. Um Dimbach und die Hallburg liegt das Dimbacher Flugsandgebiet als Teil der Kitzinger Mainebene im Steigerwaldvorland.Geographie Giersbeck: Karte 152 Würzburg, PDF-Datei, abgerufen am 8. Januar 2019.
Der Ort Volkach liegt an der Mainschleife, der größten Flussmäanderlandschaft in Bayern. Die Region ist geprägt von steilen Prallhängen und flachen Gleithängen, die besonders gut für den Weinbau genutzt werden können. Diese Nutzung durch den Menschen hat die Landschaft stark verändert. Dennoch ist die erdgeschichtliche Vergangenheit weiterhin gut sichtbar. Die Eintiefung des Mains in sein heutiges Bett erfolgte vor allem im Pleistozän, die Flussmäander vertieften sich und ließen die beiden Hangtypen entstehen. Durch Erosion setzt sich dieser Vorgang fort. Dadurch schneiden die Flussläufe immer tiefer in den Berg der Vogelsburg ein, sodass in ferner Zukunft voraussichtlich ein Durchbruchs- bzw. Umlaufberg entstehen wird.Bayerisches Landesamt für Umwelt: Geotop Volkacher Mainschleife (PDF; 1,8 MB), abgerufen am 31. Januar 2013.
Hydrologisch profitiert Volkach vor allem durch die tonigen und lehmigen Bodenbeimischungen. Ihre hohe Wasseraufnahmefähigkeit ermöglicht den Pflanzen die Feuchtigkeitsaufnahme, da gleichzeitig ein sehr hoher Grundwasserstand vorhanden ist. Durch diese Beimischungen kann die Winterfeuchtigkeit bis in den Sommer gehalten werden und ermöglicht der Flora auch in trockenen Jahren das Überleben.Gerhard Egert: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S. 5.
Die Geologie und die Bodenbeschaffenheit um die Stadt sind vielfältig. Oberer Muschelkalk, Lettenkeuper, Lösslehm, Sand, schwere Tonböden und anmoorige Böden existieren. Im Westen herrschen die Muschelkalkflächen vor, während im Bereich des Mains Löß und Lößlehm überwiegen. Östlich des Flusses gibt es vor allem schwere bis tonige Lehme und Sande. Am vielfältigsten sind die Böden im Maintal beschaffen: Sand, Kies, Geröll, lehmige und tonige Sande sowie anmoorige Aueböden sind dort anzutreffen. Eine Grobgliederung kann mit dem fruchtbaren Lößstreifen um Gaibach und dem großen Flugsandgebiet mit Dünenbildung um Volkach vorgenommen werden.Gerhard Egert: Stadt und Pfarrei Volkach am Main S. 4. Zwei Störungszonen ziehen sich durch das Gemeindegebiet: Im Süden um den Hauptort ist der Volkacher Sattel zu finden, der die typische Sattel-Mulden-Struktur Unterfrankens abbildet. Die nördlichen Stadtteile haben außerdem Anteil an der Wipfeld-Prichsenstädter Störungszone als herzynisch streichende Verwerfung.
Klima Die Stadt liegt in der Maingauklimazone, die zu den trockensten und wärmsten Zonen Deutschlands zählt. Dies ist auch der Hauptgrund für den Weinanbau in der Region. Klimaerhebungen für Volkach werden in der Wetterwarte in Würzburg durchgeführt.
Die Klimaklassifikation von Köppen rechnet die Stadt zur Cfb-Kategorie.Seite der Universität Wien: Klimaklassifikation nach Köppen-Geiger, abgerufen am 1. Februar 2013. (Klimazone C: warm-gemäßigtes Klima, Klimatyp: f: feucht-gemäßigtes Klima, Untertyp b: warme Sommer).
Flächennutzung + Flächennutzung 2010 Nutzung Hektar Gebäude- und Freifläche 348 Betriebsfläche 24 Erholungsfläche 31 Verkehrsfläche 403 Landwirtschaftsfläche 3933 Waldfläche 973 Wasserfläche 271 Flächen anderer Nutzung 36 Gesamtfläche 6019
Die Flächennutzungstabelle Volkachs zeigt ein sehr großes Übergewicht von landwirtschaftlich genutzten Flächen (Stand: 31. Dezember 2023). Der Anteil an der Gemeindefläche beträgt 63,2 %. Es folgen die Waldflächen mit 15,4 %. Wasserflächen nehmen ca. 3,1 % des Gemeindegebiets ein. Neben dem Main und diversen Baggerseen sind hier vor allem die Bäche Volkach, Weidach, Sommerach, Schwarzach und Gaibach zu nennen.Gerhard Egert: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S. 3. Auch existieren eine geringe Anzahl an Erholungsflächen, die etwa 0,5 % des Stadtgebiets ausmachen.
Bebaute Fläche nimmt 13,7 % der Kommune ein. Hier überwiegt die Stadt Volkach mit großem Abstand. Auf die Ortsteile entfallen nur geringe bebaute Flächen. Verkehrsflächen, wie Straßen, Wege und Plätze beanspruchen hiervon knapp die Hälfte (6,0 %).
Schutzgebiete Mit der Volkacher Mainschleife besitzt die Stadt ein wertvolles Geotop. Das Bundesamt für Naturschutz weist zusätzlich die gesamte Mainschleife als Landschaftsschutzgebiet aus.
Besonderen Schutz genießen einige Gebiete, die als Naturschutzgebiete eingetragen sind: Die Dürringswasen in Astheim aufgrund der gefährdeten Pflanze Jurinea cyanoides und des Biotops SandgrasheideUmweltobjektkatalog Bayern: (PDF), abgerufen am 1. Januar 2013., ebenso die Sandgrasheiden am Elgersheimer Hof.
Der Main genießt teilweise ebenso Naturschutz, so zum Beispiel der Altmain um Volkach oder die Mainauen bei Sommerach. Das Naturschutzgebiet Mainhang an der Vogelsburg schützt den nördlichen Prallhang der Mainschleife. Weitere Sandfluren befinden sich zwischen Volkach, Schwarzach am Main und Sommerach. Auch der Wald an der Hallburg ist als Naturschutzgebiet eingetragen.
Ebenso bestehen auf dem Gemeindegebiet einige Naturdenkmäler. So hat sich noch heute der sogenannte Fasangarten im Gaibacher Schlosspark und der Park selbst erhalten. Daneben ist auch das alte Allmendegebiet um den Halbmeilensee als Naturdenkmal eingeordnet. Einziges eingetragenes Geotop ist der Steinbruch im Weinbergsleitengraben bei Krautheim, der hier befindliche alte Wildobstbaum ist als Naturdenkmal eingeordnet. In der Waldabteilung Brand befand sich das Naturdenkmal Baderswasen, das heute nicht mehr besteht.
Stadtgliederung Volkach hat 19 Gemeindeteile, die in elf Gemarkungen liegen. Das Zentrum der Gemeinde bildet die Stadt Volkach mit circa 4.500 Einwohnern. Westlich, auf der anderen Mainseite, liegt Astheim, der größte der Volkacher Gemeindeteile (ca. 800 Einwohner). Am Main entlang westwärts stößt man auf Escherndorf (ca. 300 Einwohner) und Köhler, das mit lediglich 40 Einwohnern der kleinste der Gemeindeteile ist. Im Uhrzeigersinn folgen dann Fahr (ca. 650 Einwohner) im Nordwesten, Gaibach (ca. 500 Einwohner) im Norden, Obervolkach (ca. 700 Einwohner) und Krautheim (ca. 200 Einwohner) im Nordosten, Rimbach (ca. 300 Einwohner) im Osten, Eichfeld (ca. 450 Einwohner) im Südosten und Dimbach (ca. 150 Einwohner) im Süden.
Weiterhin gibt es um Volkach stillgelegte Mühlen und Aussiedlerhöfe. Als Gemeindeteile werden auch die Burgen Hallburg und Vogelsburg vermerkt. mini|Luftbild der Volkacher Kernstadt von Südwesten Gemeindeteil Tgk. (Teilgemeindekennziffer) Siedlungstyp Gemarkung Fläche(in km²) Einwohner(Stand 25. Mai 1987) Eingemeindung Koordinate Astheim 002 Pfarrdorf Astheim 3,32 673 1. Januar 1972 () Dimbach 003 Kirchdorf Dimbach 5,01 131 1. Oktober 1977 () Eichfeld 004 Pfarrdorf Eichfeld 6,53 411 1. Juli 1972 () Elgersheim 005 Einöde Fahr ohne 10 1. Mai 1978 () Escherndorf 006 Pfarrdorf Escherndorf 1,81 375 1. Januar 1972 () Fahr 007 Pfarrdorf Fahr 2,5 529 1. Oktober 1978 () Gaibach 008 Pfarrdorf Gaibach 7,91 565 1. Oktober 1978 () Hallburg 009 Schloss Volkach ohne 19 20. September 1955 () Köhler 010 Kirchdorf Köhler 0,73 73 1. Juli 1972 () Krautheim 011 Pfarrdorf Krautheim 2,84 185 1. Januar 1977 () Obervolkach 012 Pfarrdorf Obervolkach 6,22 591 1. Januar 1978 () Öttershausen 013 Weiler Gaibach ohne 15 1. Mai 1978 () Rimbach 014 Pfarrdorf Rimbach 5,96 231 1. Juli 1977 () Stettenmühle 015 Einöde Obervolkach ohne 1 1. Januar 1978 () Strehlhof 016 Einöde Rimbach ohne 6 1. Juli 1977 () Vogelsburg 017 Einöde Escherndorf ohne 13 1. Januar 1972 () Volkach 001 Hauptort Volkach 15,64 4336 nicht eingemeindet () Wenzelsmühle 018 Einöde Krautheim ohne 10 1. Januar 1977 () Ziegelhütte 019 Einöde Krautheim ohne 5 1. Januar 1977 ()
Geschichte
Von der Siedlung zur Stadt Volkach (bis 1258) mini|hochkant|Keltischer Grabhügel am Rande von Volkach
Die Besiedlung der fruchtbaren Region um Volkach erfolgte äußerst früh. Als Bodendenkmäler eingestufte Funde wie Gräber, Freilandstationen oder Siedlungen sind für viele vor- und frühgeschichtliche Kulturen belegt. Sowohl Linearbandkeramiker als auch Mitglieder der Urnenfelderkultur, der Hallstattkultur und der Kelten lebten an der und um die Mainschleife.Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege: Bau- und Bodendenkmäler in Volkach (PDF; 0,2 MB), Bodendenkmäler ab Seite 34, abgerufen am 5. Februar 2013.
Die kulturlandschaftliche Entwicklung der Mainschleife setzte allerdings erst wesentlich später ein. Fränkische Bauern, bereits zum Christentum bekehrt, bauten im 8. Jahrhundert erstmals Wein am Main an.Gerhard Egert: 700 Jahre Stadt Volkach 1258–1958. In: Volkach am Main. S. 16. Religiöses Zentrum dieser ersten christlichen Siedler war die Kirche auf dem heutigen Berg der Vogelsburg. Verwaltet wurde die Mainschleife von Prosselsheim aus, wo ein fränkischer Königshof stand. Zu diesem zählten bereits die Siedlungen Ostheim (Astheim), Nordheim und Sommerach sowie mehrere andere Orte.Dronke, Ernst Friedrich Johann (Hrsg.): CDF. S. 300 f. Nr. 652. Der Einfluss des Königshofes war bereits im Jahr 889 gemindert, denn durch mehrere Teilungen wurde das Gebiet zersplittert und der Main die Grenze des „Volkfelds“. 903 kam die Vogelsburg zum Kloster Fulda. 906 schenkte König Ludwig IV. Fulda auch die verbliebenen Siedlungen am Main.MGH DD/LK 46. Das Kloster verteilte den erhaltenen Besitz an verschiedene Grundherrn und förderte dadurch die unterschiedliche Entwicklung der Siedlungszellen.
Das „niedere“ (lat. inferior) Volkach war nun vom „oberen“ (lat. superior) Volkach getrennt und legte seinen Namenszusatz ab.Gerhard Egert: Stadt und Pfarrei Volkach am Main. S. 22.