mini|Valentinstagskarte von etwa 1910

Der Valentinstag wird am 14. Februar gefeiert. Das Brauchtum dieses Tages geht auf das Fest des Heiligen Valentinus zurück, eines Märtyrers, in dessen Hagiographie möglicherweise die Vitae mehrerer Märtyrer dieses Namens zusammengeflossen sind.

Der Gedenktag des hl. Valentinus am 14. Februar wurde von Papst Gelasius im Jahre 496 für die ganze Kirche eingeführt, 1969 jedoch aus dem römischen Generalkalender gestrichen. Verbreitet gibt es jedoch um den Valentinstag herum Gottesdienste, in denen Ehepaare gesegnet werden.

Es gibt Hinweise, dass die Leidensgeschichte des Heiligen und sogar dessen Existenz erfunden wurden. Es wurde fälschlicherweise angenommen, dass eine von einem Spender namens Valentin finanzierte Basilika für einen Heiligen namens Valentin gebaut wurde.

Später entwickelte sich der Valentinstag zu einem weltlichen „Tag der Liebe“, an dem sich Partner gegenseitig romantische Geschenke machen.

Herleitung In Martyrologien werden in Verbindung mit dem 14. Februar Viten verschiedener Märtyrer namens Valentinus angeführt, beispielsweise die Vita des heiligen Valentin von Rom, der das Martyrium erlitt, weil er Soldaten traute, denen das Heiraten verboten war, und während der Christenverfolgungen im Römischen Reich Gottesdienste für Christen feierte. Gemäß einer Legende heilte er während seiner Gefangenschaft die blinde Tochter seines Aufsehers und schrieb ihr vor seiner Hinrichtung zum Abschied einen Brief, der mit „Dein Valentin“ unterzeichnet war.

Das Fest des heiligen Valentinus wurde erstmals im 14. Jahrhundert, als die Tradition der höfischen Liebe florierte, in den Kreisen um Geoffrey Chaucer mit der romantischen Liebe assoziiert. Im England des 18. Jahrhunderts entwickelte es sich zu einer Gelegenheit, bei der Liebende ihre Liebe füreinander zum Ausdruck brachten, indem sie einander Blumen und Süßigkeiten schenkten und Grußkarten („Valentines“) schickten. In einigen Regionen Europas schenken sich Liebespaare „Valentinsschlüssel“ als romantisches Symbol und Einladung zum Aufschließen des Herzens des Schenkenden. Auch Kinder erhalten solche Schlüssel, um Epilepsie abzuwehren, die auch „Sankt-Valentins-Krankheit“ genannt wird. Die verwendeten Valentinstagssymbole sind Gegenstände mit herzförmigem Umriss, Tauben und die Figur des geflügelten Liebesboten Cupido. Seit dem 19. Jahrhundert sind handgeschriebene Valentinsgrüße den in Massen produzierten Grußkarten gewichen.

Der Valentinstag ist ein Fest in der anglikanischen Gemeinschaft und der lutherischen Kirche. Auch einige der orthodoxen Kirchen begehen das Fest des hl. Valentinus, jedoch am 6. Juli zu Ehren des römischen Priesters Valentin und am 30. Juli zu Ehren des Bischofs Valentin von Terni. Die römisch-katholische Kirche begeht das Gedächtnis des hl. Valentin von Rätien am 7. Januar.

Der heilige Valentin Es gab mehrere frühchristliche Heilige, die Valentinus hießen. Für den 14. Februar finden sich Valentin von Rom (Valentinus presb. M. Romae) und Valentin von Terni (Valentinus ep. Interamnensis M. Romae), wobei möglich ist, dass es sich um denselben Heiligen handelt.

Valentin von Rom war Priester in Rom, der 269 den Märtyrertod erlitt und auf der Via Flaminia begraben wurde. Die Reliquien des hl. Valentin wurden in der Kirche und in den Katakomben von San Valentino in Rom aufbewahrt, das während des gesamten Mittelalters ein wichtiger Wallfahrtsort blieb, bis die Reliquien des Heiligen während des Pontifikats von Nikolaus IV. in die Kirche von Santa Prassede überführt wurden. Die mit Blumen gekrönte Schädelreliquie des hl. Valentinus wird in der Basilika Santa Maria in Cosmedin in Rom verwahrt. Andere Relikte befinden sich in der Karmelitenkirche in der Whitefriar Street in Dublin.

Valentin von Terni wurde Bischof von Interamna, dem heutigen Terni, und soll während der Verfolgung unter Kaiser Aurelian im Jahr 273 den Märtyrertod erlitten haben. Er ist ebenfalls auf der Via Flaminia begraben, aber an einem anderen Ort als Valentin von Rom. Seine Reliquien befinden sich in der seinem Patrozinium unterstellten Basilika in Terni.

Der Literaturwissenschaftler Jack B. Oruch stellte fest, Vitae der beiden Heiligen seien in beinahe jeder Kirche und jedem Kloster Europas zu finden gewesen.

Die Catholic Encyclopedia führt einen dritten heiligen Valentin an, der in frühen Martyrologien vom 14. Februar erwähnt wurde. Er erlitt das Martyrium in Afrika mit einer Anzahl von Gefährten, weiter ist nichts über ihn bekannt. Seine Schädelreliquie wird in der Abtei von New Minster in Winchester aufbewahrt und verehrt.

Der Gedenktag des heiligen Valentin wird in verschiedenen Konfessionen begangen und findet sich auch im Heiligenkalender einiger lutherischer Kirchen.

1969 wurde das Fest des heiligen Valentin aus dem Römischen Generalkalender gestrichen. In Jahren, in denen der Gedenktag liturgisch nicht von einem anderen verdrängt wird, finden jedoch zuweilen besondere Wortgottesdienste mit Segnung statt.

Der Gedenktag wird noch in der außerordentlichen Form des römischen Ritus gefeiert, außerdem in Balzan auf Malta, wo Reliquien des Heiligen verehrt werden.

In den östlichen orthodoxen Kirchen, in denen des hl. Valentin von Rom gedacht wird, wird dieses Gedächtnis am 6. Juli begangen, das des hl. Valentin von Terni am 30. Juli.

Hagiographie mini|Der hl. Valentin von Terni, Illumination einer mittelalterlichen Handschrift (14. Jahrhundert)

Jean C. Cooper schreibt im Wörterbuch des Christentums, der hl. Valentin sei ein römischer Priester gewesen, „der eingesperrt wurde, weil er verfolgte Christen unterstützte“.

Zeitgenössische Aufzeichnungen über den hl. Valentin wurden höchstwahrscheinlich während der Christenverfolgung unter Diokletian und Galerius im frühen 4. Jahrhundert zerstört. Im 5. oder 6. Jahrhundert wurde in einem Werk mit dem Titel Passio Marii et Marthae ein Martyriumsbericht über den heiligen Valentin von Rom veröffentlicht, vielleicht in Anlehnung an die anderen Heiligen. Die gleichen Ereignisse finden sich auch im Martyrologium Bedas des Ehrwürdigen, das im 8. Jahrhundert zusammengestellt wurde. Sie besagen, dass der heilige Valentin als Christ verfolgt und vom römischen Kaiser Claudius II. persönlich verhört wurde. Claudius war von Valentin beeindruckt und versuchte ihn zum römischen Heidentum zu bekehren, in der Absicht, sein Leben zu retten. Valentin lehnte ab und versuchte, Claudius stattdessen zum Christentum zu bekehren. Aus diesem Grund wurde er hingerichtet. Vor seiner Hinrichtung soll er ein Wunder vollbracht haben, indem er Julia, die blinde Tochter seines Aufsehers Asterius, heilte. Julia, Asterius, ihre gesamte Familie und die Bediensteten (insgesamt 47 Personen) kamen dadurch zum Glauben an Jesus und wurden getauft.

Eine spätere Passio wiederholte dies und fügte hinzu, dass Papst Julius I. eine Kirche über Valentins Grab errichten ließ. In späteren Martyrologien, beginnend mit Bedas Martyrologium, wurde dies wiederholt, auch findet es sich in der Legenda aurea aus dem 13. Jahrhundert.

Assoziationen mit der romantischen Liebe Lupercalien Trotz der Behauptungen vieler Autoren gibt es keine Belege für eine Verbindung zwischen dem römischen Fest der Lupercalien und dem Valentinstag. Die ersten romantischen Konnotationen kamen mit Chaucers Gedicht Parlement of Foules („Parlament der Vögel“) über den hl. Valentin in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts auf. Man vermutet Verbindungen mit einigen griechisch-römischen Festtagen im Februar, die angeblich der Fruchtbarkeit und Liebe gewidmet gewesen seien, aber vor Chaucer konnten bisher keine Verbindungen zwischen dem hl. Valentin und der romantischen Liebe bestätigt werden.

Im Römischen Reich waren die Lupercalien ein antiker Fruchtbarkeitsritus und wurden um den 13. bis 15. Februar in Rom gefeiert. Das Fest galt auch der Juno Februata, der Reinigerin. Papst Gelasius schaffte die Lupercalien am Ende des 5. Jahrhunderts ab. Einige Forscher vertreten die Ansicht, Gelasius habe die Lupercalien durch das Fest der Purificatio Mariae ersetzt, tatsächlich handelt es sich allerdings nur um den vierzigsten Tag nach dem Fest der Erscheinung des Herrn. Auch wurde zu Zeiten Gelasius’ das Fest Mariä Reinigung nur in Jerusalem gefeiert, und zwar deshalb am 14. Februar, weil dort das Fest der Geburt Jesu Christi am 6. Januar gefeiert wurde. Im 6. Jahrhundert wurde das Fest Mariä Reinigung auf den 2. Februar gelegt und seitdem auch in Rom und an anderen Orten begangen.

Alban Butler behauptete in seinem Werk Lifes of the Principal Saints ohne Verweis, Frauen und Männer hätten während der Lupercalien Namen aus einem Krug gezogen, um sich mit dieser Person zu vermählen, woher sich die heutigen Bräuche des Valentinstags ableiten sollten. Tatsächlich sollen diese aber aus dem Mittelalter stammen und somit nichts mit den Lupercalien zu tun haben.

Chaucers Parlement of Foules Laut Jack B. Oruch könne die erste belegte Assoziation romantischer Liebe mit dem Valentinstag auf Geoffrey Chaucers Parlement of Foules (1382) zurückgeführt werden:

Chaucer schrieb das Gedicht, um den ersten Jahrestag der Verlobung von König Richard II. von England mit Anne von Böhmen zu würdigen. Der Ehevertrag wurde am 2. Mai 1381 unterzeichnet. Die Leser des Gedichts hätten angenommen – so Jack B. Oruch –, dass Chaucer sich damit auf den 14. Februar als Valentinstag bezog. Henry Ansgar Kelly, Research Professor für Englisch an der University of California, Los Angeles, ist dagegen der Ansicht, dass Chaucer hier das Fest von St. Valentin von Genua meinte, einen Bischof von Genua, der im Jahre 307 starb; man feierte es offenbar am 3. Mai. Oruch merkte zudem an, dass am 14. Februar auf die Tagundnachtgleiche bezogen der Frühling begonnen habe. Dies wurde erst mit Einführung des genaueren Gregorianischen Kalenders im Jahre 1582 geändert. Zu Chaucers Lebzeiten fiel der heutige 14. Februar auf den 23. Februar im Julianischen Kalender. In England sollten ab dann die Vögel damit begonnen haben, sich zu paaren und zu nisten.

Chaucers Parlement of Foules bezieht sich angeblich auf eine bereits etablierte Tradition, vor Chaucer ist eine solche aber nicht belegt. Die spekulative Herleitung des Brauches wurde seit dem 18. Jahrhundert insbesondere von Alban Butler in seinem Werk Butler’s Lives of Saints, aber auch von anderen Gelehrten in ihren Schriften dargestellt. Vor allem „die Idee, dass der Valentinstag die Bräuche der Lupercalien verewige, wurde akzeptiert und auf unterschiedliche Weise bis heute interpretiert“.

Zur etwa selben Zeit wie Chaucer schrieben Otton de Grandson aus Savoyen, John Gower aus England und der Ritter Pardo aus Valencia ebenfalls Gedichte über die Paarung von Vögeln am Valentinstag. Aufgrund der Schwierigkeit, mittelalterliche Werke zu datieren, ist nicht genau festzustellen, ob Chaucer zuerst die Idee hatte und die anderen damit beeinflusste.

Court of Love Die erste Beschreibung des 14. Februar als jährliches Fest der Liebe erscheint in der Charter of the Court of Love. Die Charta, angeblich von König Karl VI. von Frankreich im Jahre 1400 in Mantes-la-Jolie herausgegeben, beschreibt große Festlichkeiten, bei denen Mitglieder des königlichen Hofes zugegen waren. Dazu gehörten ein Festmahl, Wettbewerbe zu Liebesliedern und -poesie, Turnierkämpfe und Tanz. Es existiert keine weitere Aufzeichnung des Hofes, und keine der in der Charta genannten Persönlichkeiten war in Mantes-la-Jolie dabei, außer der Königingemahlin Isabeau de Bavière, die sich alles wahrscheinlich nur erwünschte, während sie auf die Pest wartete.

Poesie zum Valentinstag Das älteste erhaltene Werk zum Valentinstag ist ein Rondeau von Herzog Karl von Orléans aus dem 15. Jahrhundert an seine Frau, das wie folgt beginnt:

Karl schrieb diese Zeilen während der Gefangenschaft im Tower of London nach der Schlacht von Azincourt im Jahre 1415.