mini|Luise von Ploennies Luise von Plönnies (geb. Leisler; * 7. November 1803 in Hanau; † 22. Januar 1872 in Darmstadt) war eine deutsche Schriftstellerin.
Leben Geboren in Hanau als Tochter des Naturwissenschaftlers Philipp Achilles Leisler und dessen Frau, geborener Sophie von Wedekind, wurde Luise von Plönnies seit ihrem 14. Lebensjahr im Haus des Großvaters, Georg Freiherr von Wedekind, in der Rheinstraße in Darmstadt erzogen. Er konzentrierte ihre Ausbildung auf den Fremdsprachenunterricht.
Sie heiratete 1824 in Darmstadt den Arzt August von Plönnies, mit dem sie neun Kinder bekam. Anfang der 1840er Jahre begann sie nach einer Belgienreise, sich mit flämischer und niederländischer Literatur zu befassen, übersetzte und schrieb einen Reisebericht. Hierfür wurde sie 1845 als Mitglied in die Königliche Akademie in Brüssel aufgenommen, sowie in die Literarische Akademie von Gent und Antwerpen.Gisela Brinker-Gabler, Karola Ludwig, Angela Wöffen: Lexikon deutschsprachiger Schriftstellerinnen 1800–1945. dtv, München 1986, ISBN 3-423-03282-0, S. 238 f. Nach dem Tod ihres Mannes 1847 lebte sie dann in Seeheim-Jugenheim an der Bergstraße und schließlich ab 1860 wieder in Darmstadt. In ihrem literarischen Salon in der Grafenstraße verkehrten unter anderen Louise von Gall.{„Ich fühle in meiner Seele einen Reichtum an Liebe“. Zum 150. Todestag der Darmstädter Schriftstellerin Louise von Gall. In: Mathilde – Frauenzeitung für Darmstadt und Region. Heinrich Künzel, Jakob Felsing, Ida und Ferdinand Freiligrath und August Nodnagel.
Zwischen 1844 und 1870 veröffentlichte sie einige Ausgaben von Gedichten. Hervorzuheben sind ihre Liebes- und Landschaftsgedichte; mehrere wurden von Johann Karl Gottfried Loewe vertont.lieder.net Sie schrieb auch zwei biblische Dramen, Maria Magdalena (1870) und David (1873). Als Übersetzerin aus dem Englischen veröffentlichte Luise von Ploennies zwei Sammlungen von Gedichten: Britannia (1843) und Englische Dichter (1867). Ihre Lyrik griff zeitgenössische Themen auf, die epischen Dichtungen dagegen Stoffe aus der Welt der Mythen und Sagen. Ihre späten Dramen und Dichtungen verarbeiteten schließlich biblische Motive.
Ihr Sohn Wilhelm von Ploennies wurde Militärschriftsteller, verfasste aber auch eine Übertragung der Kudrun sowie unter dem Pseudonym Ludwig Siegrist einen humoristischen Roman.
Werke als Autorin Cäсilie. Ein Seelengemälde aus dem Leben. Erzählung. In: Iris. Taschenbuch für das Jahr 1841. Heckenast, Pest , S. 105–136; Google Books Dunkle Bilder. Erzählung, Darmstadt 1843 Wittekind oder Der Sieg des Glaubens. Dramatisches Oratorium in zwei Abtheilungen. Musik von C. A. Mangold, 1843Rezension. In: Neue Zeitschrift für Musik, 12. Februar 1844, Nr. 13, S. 50–52; Google Books Gedichte, 1844 Ein Kranz den Kindern. Gedichte, 1844 Reiseerinnerungen aus Belgien, 1845 Abälard und Heloise. Ein Sonettenkranz, 1849 Oskar und Gianetta. Ein Sonettenkranz, 1850 Neue Gedichte, 1851 Mariken von Nymegen. Poetisches Epos, 1858 Die sieben Raben. Ein Gedicht, 1862 Sawitri. Versepos, 1862 Lilien auf dem Felde. Religiöse Gedichte. Lehmann, Leipzig 1864 Ruth. Biblische Dichtung, 1864 Joseph und seine Brüder. Epische Dichtung, 1866 Maria von Bethanien. Neutestamentliches Gedicht, 1867 Maria Magdalena. Ein geistliches Drama in fünf Aufzügen, 1870 Die heilige Elisabeth. Episches Gedicht, 1870 David. Ein biblisches Drama in fünf Aufzügen, 1874 Sagen und Legenden nebst einem Anhang vermischter Gedichte, 1874 (postum) 5 Gedichte. In: Das Buch der Sehnsucht. Eine Sammlung deutscher Frauendichtung. Eingeleitet und hrsg. von Paul Remer. Schuster & Loeffler, Berlin / Leipzig 1900, S. 71–80; .
als Übersetzerin Britannia. Eine Auswahl englischer Dichtungen alter und neuer Zeit. Keller, Frankfurt am Main 1878 (darin 8 Sonette von William Shakespearesiehe auch Übersetzer Shakespeares. shine.unibas.ch) Ein fremder Strauß. Gedichte, 1845 Die Sagen Belgiens, 1846 Englische Dichter des 19. Jahrhunderts. Fleischmann, München 1863
Literatur Nekrolog in: Unsere Zeit. Deutsche Revue der Gegenwart. Brockhaus, Leipzig 1872, S. 134 f.; . Luise v. Plönnies. Ernst Balde, Kassel 1854(= Moderne Klassiker. Deutsche Literaturgeschichte der neueren Zeit in Biographien, Kritiken und Proben, Band 53); Google Books Heinrich Groß: Deutsche Dichterinen und Schriftstellerinen in Wort und Bild. 1. Band. Fr. Thiel, Berlin 1885, S. 284–290.
Plönnies, Luise von. In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 5, 6. Auflage, Reclam, Leipzig 1913, S. 306–307; deutschestextarchiv.de Karl Siebert: Hanauer Biographien aus drei Jahrhunderten. Hanauer Geschichtsverein, Hanau 1919, S. 155 f. (= Hanauer Geschichtsblätter NF 3/4) Elisabeth Friedrichs: Die deutschsprachigen Schriftstellerinnen des 18. und 19. Jahrhunderts. Ein Lexikon. Metzler, Stuttgart 1981, ISBN 3-476-00456-2, S. 236 (Repertorien zur deutschen Literaturgeschichte, 9). Gabriele Käfer-Dittmar: Luise von Ploennies 1803–1872. Annäherung an eine vergessene Dichterin. Schlapp, Darmstadt 1999, ISBN 3-87704-043-8. Norbert Bachleitner u. a. (Hrsg.): Beiträge zur Komparatistik und Sozialgeschichte der Literatur. Festschrift für Alberto Martino. Rodopi, Amsterdam u. a. 1997, ISBN 90-420-0294-8, (Chloe 26), S. 376 ff.
Weblinks
Ploennies, Luise von. In: Darmstadt-Stadtlexikon. 46 Sonette und 15 Gedichte. deutsche-liebeslyrik.de 30 vertonte Gedichte. lieder.net Gedicht Zwei Bäume. zgedichte.de
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Lyrik Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1803 Kategorie:Gestorben 1872 Kategorie:Frau