Die Gemeinde Dennheritz liegt im sächsischen Landkreis Zwickau und gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Crimmitschau-Dennheritz. mini|Ortsmitte Dennheritz
Geographie Geographische Lage Dennheritz liegt in einem dicht besiedelten Gebiet am Nordwestrand des Erzgebirgischen Beckens. Das Waldhufendorf liegt am Seiferitzer Bach, einem Zufluss des Meerchens. Während östlich des Gemeindegebiets die Zwickauer Mulde verläuft, befindet sich am West- und Nordrand die regionale Wasserscheide zwischen der Zwickauer Mulde und der Pleiße. Die nächsten Städte sind Meerane (2 km nördlich), Crimmitschau (3 km westlich), Glauchau (4 km östlich), Werdau (7 km südwestlich) und Zwickau (Stadtzentrum 7 km südlich).
Nachbargemeinden
Gemeindegliederung Dennheritz gliedert sich in die Ortsteile Dennheritz, Oberschindmaas und Niederschindmaas auf.
Geschichte Von den heutigen Ortsteilen der Gemeinde Dennheritz wurde zuerst im Jahr 1237 Niederschindmaas erstmals erwähnt. 1317 gibt es einen urkundlichen Nachweis für Dennheritz unter dem Namen „Deynharcz“ und 1405 einen für Oberschindmaas. Im Jahr 1399 kaufte Veit von Schönburg Güter in Oelsnitz/Erzgeb., Mülsen und Dennheritz. Der Ort gehörte zu dieser Zeit zur schönburgischen Herrschaft Meerane, die vor 1493 mit der schönburgischen Herrschaft Glauchau vereinigt wurde. 1529 wurde die Reformation eingeführt. 1632 forderte eine Pestepidemie in Dennheritz 100 Todesopfer.
Bezüglich der Grundherrschaft war Dennheritz bis ins 19. Jahrhundert unter wechselnde Grundherren geteilt. Um 1497 war ein Anteil Amtsdorf, andere Anteile unterstanden dem Rittergut Obermosel, der Pfarre Meerane, den Herren von Nebissen, dem Voigt und dem Kloster Frankenhausen und den Herren von Trützschler. Im 16. Jahrhundert war die Grundherrschaft über Dennheritz unter den Herren von Trützschler und dem Rittergut Ruppertsgrün geteilt. Im 18. Jahrhundert war ein Teil von Dennheritz Amtsdorf, der Rest war zwischen den Rittergütern Obermosel (schönburgisch) und Gablenz (kursächsisch) geteilt. Bezüglich der politischen Verwaltung gehörte Dennheritz bis ins 19. Jahrhundert anteilig zu den Schönburgischen HerrschaftenKarlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 92 f. (Herrschaft Glauchau, Amt HinterglauchauHandbuch der Geographie, S. 489f.) und dem kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Zwickau.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 64 f.
1856 wurde der königlich-sächsische Anteil von Dennheritz dem Gerichtsamt Crimmitschau und 1875 der Amtshauptmannschaft Zwickau angegliedert. Nachdem auch auf dem Gebiet der Rezessherrschaften Schönburg im Jahr 1878 eine Verwaltungsreform durchgeführt wurde, kam der gesamte Ort Dennheritz im Jahr 1880 zur neu gegründeten Amtshauptmannschaft Glauchau. Der Haltepunkt Dennheritz an der 1858 eröffneten Bahnstrecke Glauchau-Schönbörnchen–Gößnitz wurde am 1. Juni 1897 eingerichtet. Aufgrund zu geringer Fahrgastzahlen wurde er zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2011 aufgelassen. Eine Webfabrik mit zehn Beschäftigten wurde im Jahr 1908 in Dennheritz gegründet. Sie litt jedoch sehr unter der Konkurrenz aus Meerane und Crimmitschau. Die Eröffnung des Abschnitts der heutigen Bundesautobahn 4 nördlich des Orts erfolgte am 25. Juni 1937. Am Ende des Zweiten Weltkriegs fielen am 9. Februar 1945 Bomben auf das Oberdorf. Am 13. April 1945 erfolgte der Einmarsch amerikanischer Besatzungstruppen. Sie räumten am 13. Juni 1945 das Gebiet östlich der Zwickauer Mulde, wodurch der Verkehr nach Glauchau fast vollkommen gesperrt wurde. Nachdem sich die amerikanischen Truppen am 1. Juli 1945 komplett aus dem Gebiet zurückzogen, kam Dennheritz zur Sowjetischen Besatzungszone.
Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Dennheritz im Jahr 1952 zum Kreis Glauchau im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Glauchau fortgeführt wurde. Im Zuge der ersten sächsischen Kreisreform kam die Gemeinde Dennheritz mit ihren beiden Ortsteilen am 1. August 1994 jedoch nicht mit dem restlichen Landkreis Glauchau zum Landkreis Chemnitzer Land, sondern zum Landkreis Zwickauer Land, der im Jahr 2008 im Landkreis Zwickau aufging. Seit dem 21. Mai 1999 besteht die Verwaltungsgemeinschaft Crimmitschau-Dennheritz mit der Nachbarstadt Crimmitschau.
Eingemeindungen mini|Begrüßungstafel Dennheritz Am 1. Juli 1950 erfolgte die Eingemeindung von Oberschindmaas, am 1. August 1973 folgte die von Niederschindmaas.
Einwohnerentwicklung 1546/51 wurden 27 Inwohner gezählt, 1598 waren es 22 besessene(r) Mann, 10 Gärtner und 1750 35 besessene(r) Mann, 5 Gärtner, 10 Häusler.
Entwicklung der Einwohnerzahl (Datenquelle ab 1998: Statistisches Landesamt Sachsen): Jahr Einwohner 1933 821 1939 810 1998 1479 1999 1458 2000 1468 2001 1469 Jahr Einwohner 2002 1474 2003 1467 2004 1464 2006 1466 2007 1451 2008 1435 Jahr Einwohner 2009 1433 2010 1398 2011 1400 2012 1372 2013 1361 2014 1330 Jahr Einwohner 2015 1322 2018 1319 2019 1295 2020 1286 2021 1293
Politik
Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die Sitze im Gemeinderat Dennheritz' wie folgt:
Freie Wähler Dennheritz: 11 Sitze AfD: 1 Sitz
+letzte GemeinderatswahlenWahlvorschlag202420192014Sitzein %Sitzein %Sitze in %Freie Wähler Dennheritz1189,51299,9966,1AfD110,5––––SPD––––327,9FDP–––––6,0Wahlbeteiligung83,4 %73,8 %66,2 %
Bürgermeister Matthias Trenkel (parteilos) wurde am 1. August 2023 Bürgermeister von Dennheritz. Bei der Direktwahl am 11. Juni 2023 hatte er sich mit 66,01 % der Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Frank Taubert (Freie Wähler) durchgesetzt.
Vom 1. August 2009 bis 31. Juli 2023 war Bürgermeister Frank Taubert als Nachfolger von Bernd Voigt (2004–2009) und Manfred Olschock im Amt. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2023Matthias TrenkelTrenkel66,02016Frank TaubertTaubert96,42009Freie Wähler93,42005Bernd VoigtSPD54,02001Manfred OlschockFWD98,31994Olschock94,2
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Gemeinde ist gut an das Straßenverkehrsnetz angeschlossen. Während im Norden die Bundesautobahn 4 entlangführt, befinden sich zusätzlich die Ortsteile Dennheritz und Oberschindmaas zwischen der Bundesstraße 175 und der vierspurig ausgebauten Bundesstraße 93, die sich mit letzterer im Zwickauer Vorort Mosel vereinigt. Dennheritz liegt an der Bahnstrecke Glauchau-Schönbörnchen–Gößnitz, die Teil der Mitte-Deutschland-Verbindung ist. Der Haltepunkt wurde allerdings im Dezember 2011 aufgelassen.
Sehenswürdigkeiten mini|Kirche Dennheritz mini|Kirche Niederschindmaas
Kirche Dennheritz, eine mittelalterliche Saalkirche, welche in ihrer heutigen Form 1828 errichtet wurde. Kirche Niederschindmaas, stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Friedenslinde, gepflanzt am Ende des Deutsch-Französischen Krieges auf privatem Grundstück direkt an der öffentlichen Straße gelegenen Schlunziger Weg 4, mit Infotafel.
Naturschutz
Literatur
Heimatverein Dennheritz/Schindmaas e. V.: 700 Jahre Dennheritz. Festschrift anlässlich der Feierlichkeiten vom 10. Juni 2017 Dennheritz 2017.
Weblinks
Offizielle Internetseite der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Zwickau Kategorie:Ersterwähnung 1317