Mito (, -shi) ist eine Stadt und Verwaltungssitz der Präfektur Ibaraki auf Honshū der Hauptinsel von Japan, etwa 140 km nordöstlich von Tokio gelegen. Mito ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt.

Neben der Universität Ibaraki gibt es hier unter anderem Tabak- und Textilindustrie.

Geschichte Mito war bereits zur Sengoku-Zeit eine Burgstadt. Nachdem Tokugawa Ieyasu die Macht im Lande übernommen hatte, gab er Mito als Lehen 1602 an seinen fünften Sohn, dann an den zehnten, und schließlich 1609 an den elften Sohn Tokugawa Yorifusa (; 1603–1661), der ein Mitglied der „Drei ehrenwerten Familien“ (Gosanke) wurde und damit erbberechtigt war, falls die Hauptlinie aussterben sollte. Tatsächlich stammte der letzte Shogun aus dem Hause Mito.

1841 wurde von Tokugawa Nariaki eine Bildungsstätte unter dem Namen Kōdōkan geschaffen, die, nationalistisch-konfuzianistisch gesinnt, die Mitogaku entwickelte. Sie gab unter der Schirmherrschaft mehrerer Lehnsherren entscheidende intellektuelle Impulse für die politische Theorie der damaligen Zeit.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde das aus Mito stammende 2. Infanterieregiment der Kaiserlich Japanischen Armee in der Schlacht um Peleliu nahezu völlig vernichtet. Von ungefähr 3000 Regimentsangehörigen überlebten nur 34. Gegen Ende des Krieges, am 2. August 1945, erfolgte ein Bombenangriff durch B-29, der drei Viertel der Stadt durch Feuer zerstörte.

Die Naturkatastrophe des Tōhoku-Erdbebens am 11. März 2011 mit dem nachfolgenden Tsunami forderte in Mito sieben Tote. 164 Wohngebäude wurden völlig und 1.905 weitere teilweise zerstört. (), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 157. Bericht, 7. März 2018.

Sehenswürdigkeiten Zum Stadtbild gehören die Wallanlagen der früheren Burg Mito mit einer Parkanlage und dem erhaltenen Hauptgebäude des Kōdōkan.

Mito besitzt einen der „Drei berühmten Gärten Japans“, den Kairaku-en.

Der Art Tower Mito ist Teil des städtischen Kunstmuseums. Ein weiteres Kunstmuseum ist das Museum of Modern Art Ibaraki mit japanischer und westlicher Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts.

Verkehr Straße: Jōban-Autobahn nach Tokio oder Iwaki Nationalstraße 6 nach Tokio oder Sendai Zug: JR Jōban-Linie nach Ueno und Sendai JR Mito-Linie, nach Oyama JR Suigun-Linie, nach Kōriyama

Sport Mito ist die Heimat des Fußballvereins Mito Hollyhock.

Städtepartnerschaften Tsuruga, Japan, seit 1964 Hikone, Japan, seit 1968 Takamatsu, Japan, seit 1974 Anaheim, Vereinigte Staaten, seit 1976 Chongqing, Volksrepublik China, seit 2000

Angrenzende Städte und Gemeinden Higashiibaraki Hitachinaka Kasama Naka

Söhne und Töchter der Stadt Fujita Yūkoku (1774–1826), konfuzianischer Gelehrter der späten Edo-Zeit, Mitwirkender an den späten Mito-Studien Takeda Kōunsai (1803–1865), Samurai Yokoyama Taikan (1868–1958), Maler Shiozawa Masasada (1870–1945), Ökonom Hitachiyama Taniemon (1874–1922), Sumōringer Kurita Takeo (1889–1977), Vizeadmiral der Kaiserlich Japanischen Marine Kaigo Tokiomi (1901–1987), Erziehungswissenschaftler Teru Shimada (1905–1988), japanisch-US-amerikanischer Schauspieler Kinji Fukasaku (1930–2003), Filmregisseur, Filmproduzent und Drehbuchautor Shin’ichirō Ikebe (* 1943), Komponist Satoshi Takeishi (* 1962), Jazzmusiker Stomu Takeishi (* 1964), Jazzmusiker Musōyama Masashi (* 1972), Sumōringer Miyabiyama Tetsushi (* 1977), Sumōringer Yuzuru Shimada (* 1990), Fußballspieler Taiki Tamukai (* 1992), Fußballspieler Kentarō Mitsumori (* 1997), Balletttänzer und Model Ayase Ueda (* 1998), Fußballspieler

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Präfektur Ibaraki Kategorie:Japanische Präfekturhauptstadt