Opera ist ein kostenloser proprietärer Webbrowser des ursprünglich norwegischen Unternehmens Opera Software. Opera basierte bis einschließlich Version 12.18 auf der eigenen Browser-Engine Presto. Seit der 2013 freigegebenen Version 15 nutzt er die Browser-Engine der jeweils aktuellen Version des Webbrowsers Chromium. Opera ist für viele Plattformen verfügbar. Opera Software wurde 1995 in Norwegen von dem Isländer Jon Stephenson von Tetzchner und Geir Ivarsøy gegründet.
Opera bietet eine Reihe von Produkten und Dienstleistungen an, darunter verschiedene Web-Browser für PCs und mobile Geräte. Die Gesamtnutzerbasis des Unternehmens beträgt 350 Millionen aktive Nutzer. Der Browser selbst wurde am 10. April 1995 veröffentlicht, was ihn zu einem der ältesten Desktop-Webbrowser macht, die noch aktiv weiterentwickelt werden. 1998 begann Opera mit der Entwicklung seines ersten Browsers für mobile Geräteplattformen.
Allgemein mini|hochkant=1.7|Opera 12.14 unter Linux (Ubuntu 12.10)
Das Projekt Opera begann im April 1994 als Forschungsprojekt des norwegischen Telekommunikationsunternehmens Telenor und wurde 1995 als eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Opera Software ausgegliedert.
Bis einschließlich Version 4 im Dezember 2000 war Opera grundsätzlich kostenpflichtig; danach zeigte er ein Werbebanner an, solange er nicht kostenpflichtig registriert war (Adware). Ab Version 8.5 (September 2005) ist Opera kostenlos (Freeware).
Das Programm bot bereits seit der ersten Version das aus dem Browser InternetWorks bekannte sogenannte Tabbed Browsing an und führte früh Mausgesten ein. Beide Funktionen wurden auch von anderen Browsern übernommen.
Erster Börsengang und Aktiengesellschaft Im Februar 2004 kündigte Opera Software an, dass es sich auf einen Börsengang an der Osloer Börse im März vorbereitete. Am 11. März wurde Operas Börsengang eröffnet und die Aktien wurden unter dem Symbol OPERA gehandelt. Im Mai 2004 gab Opera bekannt, durch einen Vergleich in einem Rechtsstreit mit einem nicht näher bezeichneten internationalen Unternehmen 12,75 Millionen US-Dollar erhalten zu haben.
2005 entfernte der Opera Browser die Werbung und begann, Einnahmen durch Google als Standard-Suchmaschine zu generieren.
Zweiter Börsengang Im Jahr 2016 kam es zu bedeutenden Veränderungen in der Unternehmensstruktur. Laut Firmenchef Sverre Munck sei es für das Internet- und Werbeunternehmen entscheidend, Partner zu finden. Ende Mai 2016 stimmten die Aktionäre einem Verkauf des Browser-Betreibers Opera Software an ein chinesisches Konsortium zu. Das Konsortium hatte im Februar 10,5 Milliarden Kronen (1,2 Milliarden Euro) für Opera geboten.
Der endgültige Verkaufspreis belief sich auf 543 Millionen US-Dollar für Operas Browser, Verbrauchergeschäft und Marke. Das neue Mutterunternehmen benannte sich Otello Corporation und Opera wurde als neues Unternehmen Opera Limited an der US-Börse Nasdaq gelistet.26. Mai 2016, futurezone.at: Aktionäre von Opera stimmen Übernahme durch Chinesen zu (23. Juli 2016); newsweb.no: Voluntary offer – preliminary results
Opera Desktop Browser mini|Screenshot von Opera 12.02, Voransicht der Tabs (oben) und Widget-Menü (links) sind geöffnet
Die aktuelle Version von Opera im Desktopbereich ist verfügbar für die Betriebssysteme Microsoft Windows, Mac OS X, Linux, Solaris und FreeBSD. Ältere Versionen von Opera gibt es für BeOS, QNX und OS/2. Opera steht in 50 Sprachen zur Verfügung. Die offizielle deutschsprachige Version ist auch bezüglich der eingebauten Suchfunktion (siehe Bedienung) an den Sprachraum angepasst.
Opera ist für Linux dynamisch als auch statisch gegen die Qt-Bibliothek gelinkt verfügbar. Die statisch gelinkte Version ist jedoch meist nur noch über den FTP-Server verfügbar.
Zudem gibt es eine portable 64-Bit-Programmversion,http://www.opera.com/de/computer/portable, 13. November 2008, deutsch / international die sich ohne Installation von verschiedenen Speichermedien unter Microsoft Windows verwenden lässt. Außerdem existiert eine Version für die U3-Plattform.
Seit Februar 2006 veröffentlicht Opera Software sogenannte Schnappschüsse („Snapshots“) der in Entwicklung befindlichen Browser-Version, welche am 3. Mai 2011 in Opera Next umbenannt wurde, um die unabhängige Installation gegenüber einer vorhandenen stabilen Version zu gewährleisten. Diese werden in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht und enthalten meist kleinere Änderungen, die die Entwicklung des Browsers aus Anwendersicht nachvollziehbar machen sollen.
Funktionsumfang Alte Versionen Opera enthielt bis einschließlich Version 12 neben dem Browser auch Opera Mail und Dragonfly. Die drei Module umfassten unter anderem folgende Funktionen: den Browser mit Lesezeichen-Verwaltung, Verlauf (besuchte Webseiten), Passwort-Manager, MDI (Tabbed Browsing), Pop-up-Blocker und Werbeblocker (neutral als „Content Blocker“ bezeichnet) eine visuelle Tabvorschau: Offene Seiten werden in den Tabs als kleine Vorschaubilder sichtbar; einen IRC-Client zur Teilnahme am Internet Relay Chat; einen Download-Manager; ein Adressbuch, um „Kontakten“ Eigenschaften wie Name, E-Mail-Adresse, Homepage, Anschrift, Telefon, Fax, Notizen zuzuordnen; Notizen, um Ideen schnell aufzuschreiben oder um markierte Textstellen einer Webseite festzuhalten: Notizen werden automatisch gespeichert und können auch per Mail versendet werden; einen internen BitTorrent-Client im Download-Manager; eine Widget-Engine; ein Phishing-Filter, das auf die Datenbanken von GeoTrust und Phishtank zurückgreift; eine Schnellwahl („Speed Dial“) bei neu geöffneten Tabs, in welche favorisierte Webseiten eingefügt werden können; Opera Link, um Lesezeichen, Notizen oder eigene Suchen sowie Passworte über mehrere Opera-Installationen zu synchronisieren; Opera Turbo als Proxyserver für langsame Leitungen, der Seiteninhalte komprimiert, um sie schneller zu öffnen; ein E-Mail-, News- und Feedreader-Programm (Opera Mail); Entwicklerwerkzeuge (Dragonfly).
Version 15 ff. Ab Version 15 wurde Opera Mail nicht weiterentwickelt, man kann es als eigenes Programm jedoch auf der Opera-Website herunterladen, Opera Dragonfly wurde herausgenommen. Neu hinzu kamen: der Chromium-Taskmanager, wie ihn Google Chrome enthält eine Seite im Browser mit aktuellen Nachrichten.
Browser Fähigkeiten mini|Opera zeigt SVG-Dateien an und kann jede Anzeige zoomen (gezeigt ist dieses Bild unter Opera 12.02 unter Windows 8)
Bei der Anzeige von Webseiten erfüllt Opera aktuelle Standards für HTML und CSS. Ab Version 8.0b3 unterstützt Opera eine Teilmenge des SVG-Grafikformates sowie ab Version 9.50 APNG und viele weitere aktuelle Standards.
Engine Ab 2003 wurde die plattformübergreifende Browser-Engine Presto verwendet, ab 2013 allerdings nur im Opera Mini (siehe unten). Sie unterscheidet sich vom Vorgänger in ihrer dynamischen Arbeitsweise: Aufgerufene Seiten oder deren Teile können jederzeit neu gerendert werden. Presto unterstützte zudem das Document Object Model (DOM) des W3C vollständig. Zudem interpretierte Presto Street HTML (abwertend: „Gassen-Quelltext“), also nicht standardkonforme, für den Internet Explorer optimierte Webseiten.
In den Opera-Versionen 3.5 bis 6 nannte man die Browser-Engine „Elektra“, ab Opera-Version 7 dagegen „Opera Presto“.Historical Note auf , abgerufen am 17. August 2011.
Am 13. Februar 2013 kündigte Opera an, in Zukunft auf WebKit zu setzen. Am 3. April 2013 gab Google bekannt, seine Mitentwicklung von WebKit zugunsten der Webkit-Abspaltung Blink einzustellen und Blink in Chromium zu verwenden. Opera gab am selben Tag bekannt, Blink für künftige Versionen von Opera zu nutzen.
Seitendarstellung Die Zoom-Funktion von Opera vergrößert nicht nur Texte, sondern skaliert und glättet auch Bilder und Plug-ins. Die Größenänderung ist von 20 % (ein Fünftel der normalen Ansicht) bis 1000 % einstellbar. Der „Benutzermodus“ verbessert die Webseiten-Lesbarkeit (barrierefreies Internet). Damit kann man das Aussehen beliebiger Webseiten mit eigenen CSS-Dateien anpassen. Man kann Bilder ausblenden und Farben verändern (zum Beispiel in weißen Text auf schwarzem Hintergrund). Bei der Navigation mit der Maus über Tabs sieht man eine Miniaturvorschau bereits geladener Inhalte. Der Vollbildmodus zeigt die aktuelle Seite ohne Menüs oder Paneele an. Ab Version 10 lässt sich die Tab-Leiste verbreitern oder aufklappen, wodurch die Tabs breiter werden und im erscheinenden Leerraum eine Seiten-Vorschau anzeigen.
Bis Version 12 gab es einen Kioskmodus, der Opera im Vollbild ohne Menüs und ohne Hinweis auf das verwendete Betriebssystem zeigt. Allerdings kann man leicht aus dem Modus „ausbrechen“. Der Kioskmodus schützt also nicht vor Vandalismus. Mit der Funktion „An Seitenbreite anpassen“ lassen sich für große Auflösungen geschriebene Webseiten auch auf kleinen Bildschirmen lesen. Mit der „Small-screen“-Funktion kann man Webseiten wie mit dem Opera-Mini-Mobilbrowser betrachten, was Webdesignern die Prüfung der Kompatibilität erleichtert.
Bedienung mini|Mausgestenvisualisierung unter Opera 12.02 unter Windows 8 Mithilfe der Multiple-Document-Interface-Oberfläche können mehrere Seiten innerhalb eines Opera-Fensters geöffnet werden. Um zwischen den Seiten zu wechseln, steht eine Leiste ähnlich der Windows-Taskleiste zur Verfügung. Mit speziellen Befehlen können alle außer der aktuellen Seite geschlossen oder geschlossene Seiten wieder angezeigt werden. Die Navigation zwischen den Tabs erfolgt über die Tastatur, das Mausrad oder durch Anklicken der Tabs.
Mittels Mausgesten kann Opera besonders schnell mit der Maus bedient werden, größtenteils ohne Schaltflächen anzuklicken. Zugleich ermöglichen auch Tastenkürzel eine Bedienung weitgehend ohne Maus.
Ab Version 8.00 lässt sich Opera über englische Sprachbefehle steuern mit der VoiceXML-Technologie. Auch kann man Webseiten vorlesen lassen, nachdem man die notwendigen Dateien zusätzlich heruntergeladen hat.
Eine in die Adressleiste eingebaute Suchfunktion mit der Möglichkeit, Kürzel für verschiedene Seiten festzulegen, vereinfacht Suchvorgänge bei diversen Suchmaschinen und Onlinehändlern. Eine weitere Funktion im Kontextmenü ermöglicht es, ein Eingabefeld auf einer Webseite als Suchanbieter hinzuzufügen. Die Suche in der Seite findet Ergebnisse bereits bei der Eingabe. Suchen innerhalb aller Bereiche von Opera ist möglich.
Alle momentan aufgerufenen Seiten und deren Anordnung konnten bis Version 12 als „Sitzung“ gespeichert werden, um später damit fortzufahren. Man konnte beim Programmstart eine Sitzung laden, jedoch auch die jeweils letzte Sitzung fortsetzen. Ab Version 15 kann man nur wahlweise mit der Schnellwahl oder der letzten Sitzung beginnen.
Mit der Schnellwahl-Funktion „Speed Dial“ ab Version 9.2 kann man in einer neuen Seite bis zu neun Favoriten voreingestellt anzeigen lassen oder per Tastaturkürzel laden; ab Version 10 wurde diese Zahl auf 25 erhöht.
Der Passwort-Manager automatisiert Anmeldevorgänge auf Seiten, die Benutzernamen und Passwort erfordern. Diese Funktion wurde in Opera bis Version 9.64 als „Wand“ (von „magic wand“, englisch für ‚Zauberstab‘) bezeichnet und lässt sich auf Wunsch auch mit einem Opera-eigenen Master-Passwort schützen. Das Master-Passwort kann auch für das E-Mail-Programm Opera Mail verwendet werden.
Oberfläche mini|Opera 12.02 unter Windows 8 mit alternativer installierter Oberfläche Die Oberfläche von Opera lässt sich weitgehend anpassen. Man kann alle Symbolleisten anpassen oder ausblenden. Das Erscheinungsbild lässt sich mit verschiedenen Skins (ab Opera 7) verändern, die von der Opera-Website heruntergeladen werden können.
Ab Version 9.0 ist ein neuer Suchmaschineneditor eingebaut, der das Anpassen von Suchmaschinen im GUI ermöglicht. Changelog. Abgerufen am 6. März 2010.