mini|Banknote zu 20 Kronen, 1913 – Vorderseite mit dem Wappen des Kaisertums Österreich, auf Deutsch, Tschechisch, Polnisch, Ruthenisch (Ukrainisch), Italienisch, Slowenisch, Kroatisch, Serbisch und Rumänisch mini|Banknote zu 20 Kronen, 1913 – Rückseite mit dem Wappen des Königreichs Ungarn, auf Ungarisch

Die Krone, auf genannt, (von 1919 an in Österreich offiziell als „Österreichische Krone“ bezeichnet) war die Goldwährung Österreich-Ungarns bis 1918 und die Währung der Republik Österreich von 1918 bis 1925. Sie löste im Zuge der Währungsumstellung von 1892 den Gulden ab, der eine Silberstandardwährung war. In der Umgangssprache bezeichnete man die Goldmünzen zu 10, 20 und 100 Kronen als „Goldkronen“. Der Münzfuß betrug 3280 Goldkronen pro Kilogramm bei einem Feingehalt von 900/1000. Österreichische Geldgeschichte, hrsg. von der Oesterreichischen Nationalbank, https://www.oenb.at/dam/jcr:d8e98a25-eea2-4229-bd50-35ff41c6e7d0/oesterreichische_geldgeschichte_flipbook_2.pdf

In der österreichischen Reichshälfte entsprachen 100 Heller einer Krone (hergeleitet vom Griechischen „κορώνα“ bzw. Lateinischen „corona“ für „Krone“). In der ungarischen Reichshälfte entsprachen 100 Fillér einer Korona.

Geschichte Währungsumstellung 1892 Im August 1892 wurde der Gulden durch die Krone zu 100 Heller ersetzt., Wortlaut der Gesetze in der „Wiener Zeitung“ vom 11. August 1892, digitalisiert von der Österreichischen Nationalbibliothek Bis zum 1. Januar 1900 war der Gulden (fl.) neben der Krone (K) gültiges Zahlungsmittel, der Umrechnungskurs lag bei zwei Kronen für einen Gulden (→ Goldkrone). Die Umstellung war nicht mit währungspolitischen Veränderungen verbunden, wie sie für Währungsreformen typisch sind, und war daher keine Reform, sondern nur eine Umbenennung.Zu den währungspolitischen Hintergründen: , „Die Presse“ vom 12. August 1892, Seite 1 f., „Die Währungsreform“; digitalisiert von der Österreichischen Nationalbibliothek

Auf den Banknoten der Oesterreichisch-ungarischen Bank (der Notenbank der Doppelmonarchie; sie wurde mit kleinem „u“ geschrieben) war der Name der Währung auf der österreichischen Seite, da die Nationalitäten laut Dezemberverfassung 1867 gleichberechtigt waren, auch in anderen Sprachen der Monarchie angeführt („koruna“, „korona“, „corona“, „krona“, „kruna“, „coroană“), auf der ungarischen Seite, der magyarischen Nationalitätenpolitik entsprechend, nur auf Ungarisch.

Während die Banknoten von der gemeinsamen Notenbank herausgegeben wurden, erfolgte die Münzprägung zwischen dem ungarischen und dem österreichischen Reichsteil getrennt. Daher wiesen die Münzen jeweils nur Symbole der betreffenden „Reichshälfte“ auf. Sie kursierten aber in ganz Österreich-Ungarn, – wie heute die in den Euro-Staaten geprägten Münzen in der gesamten Eurozone kursieren.

Der im Rahmen des Goldstandards festgelegte Wechselkurs gegenüber der Mark des Deutschen Kaiserreiches betrug 1912 1,176 Kronen.

Auf Basis der Statuten der Oesterreichisch-ungarischen BankCarl Otto: Der Haussekretär. Berlin 1913, S. 458, 3. Umschlagseite. war die genannte Bank verpflichtet, an ihren Hauptstellen in Wien und Budapest jederzeit binnen 24 Stunden Banknoten in Metallgeld (aber nicht zwingend Gold!) umzutauschen, andernfalls sie ihres Notenprivilegs verlustig gegangen wäre. An Außenstellen bestand diese Verpflichtung im Rahmen der Vorräte. Umgekehrt war die Bank auch verpflichtet, Gold in unbegrenzter Höhe zum Münzfuß in Papiergeld umzuwechseln – was wohl in der Praxis das kleinere Problem war. Auch der Umlauf der Scheidemünzen war gesetzlich begrenzt.

Erster Weltkrieg Bereits vor dem Krieg war die Notenbank (laut Ludwig von Mises) nicht gesetzlich verpflichtet, Banknoten in Gold umzutauschen, tat dies aber freiwillig, um die Stabilität der Krone zu sichern.Ludwig von Mises: Theorie des Geldes und der Umlaufsmittel. München und Leipzig (Duncker & Humblot) 1912, S. 42 f.

Bereits am 4. August 1914 wurde eine Kaiserliche Verordnung (RGBl. 198/1914) erlassen, nach der die Oesterreichisch-ungarische Bank ermächtigt wurde, von den Bankstatuten abweichende Bestimmungen in Kraft zu setzen. Dies führte in Folge neben einer geringeren Metalldeckung des Banknotenumlaufs zu einer Aussetzung der Einlösungsverpflichtung in Gold.

Eine Welle beschleunigter Inflation begann mit dem Ersten Weltkrieg, da dieser im Wesentlichen über Anleihen finanziert wurde. Der Ausweitung der Geldmenge stand keine entsprechende Gütermenge gegenüber; die Verknappung auf fast allen Gebieten führte rasch zu Teuerungserscheinungen. Das Preisniveau bei Kriegsende betrug das fünfzehnfache des Jahres 1914.aeiou: Papiergeldinflation mini|Banknote zu 1000 Kronen, 1902; der Aufdruck „Deutschösterreich“ wurde ab März 1919 angebracht – Vorderseite

Zerfall der Monarchie, Nachfolgestaaten Nach Jahresbeginn 1919 trennten sich das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Jugoslawien genannt), die Tschechoslowakische Republik, der republikanische Staat Deutschösterreich und das damals ebenfalls republikanische Ungarn, die die Kronenwährung (vorerst) beibehielten, durch Abstempelung ihrer Banknoten von der früheren Gemeinschaftswährung. Österreich deckte die enormen Kriegskosten nicht durch Steuern, z. B. Steuererhöhungen oder neue Steuern, sondern es druckte zusätzliches Geld. Dies verursachte Inflation, wie auch in Deutschland (Näheres hier). Das gemeinsame Währungsgebiet des Habsburgerreiches löste sich rasch auf, zumal Deutschösterreich auf die wirtschaftspolitischen Bedürfnisse anderer Nachfolgestaaten kaum Rücksicht nahm oder nehmen konnte.Clemens Muth: Das Ende der Kronenzone: Die Auflösung des gemeinsamen Währungsgebiets auf dem Territorium des ehemaligen Habsburgerreichs. München 1997, auf der Website der Universität Köln.

Im neuen südslawischen Staat begann man im Jänner 1919, die eigenen Kronenbanknoten abzustempeln. Die Tschechoslowakei folgte im Februar 1919. Um das Einströmen von Kronenbanknoten ungeklärter Herkunft, etwa aus Ungarn, zu verhindern, musste auch Deutschösterreich im März 1919 mit dem Abstempeln seines Banknotenumlaufs beginnen. Auf Grund der unterschiedlichen Inflationsraten in den folgenden Jahren hatten diese Kronenwährungen ganz unterschiedlichen Wert. Die Tschechoslowakei behielt ihre Koruna, Österreich musste sie 1925 aufgeben. In der Slowakei galt die Kronenwährung bis 2009, Tschechien führt die Krone als Währungsnamen bis heute.

mini|Hyperinflations-Banknote zu 500.000 Kronen, 1922

Österreich bis 1925 Weiter bestehende enorme Budgetdefizite in Deutschösterreich (unter anderem zur Subventionierung der Lebensmittel) und Währungsspekulationen trieben die Inflation weiter an, die mit eigenen Mitteln nicht zu stoppen war. Der Wert der Papierkrone gegenüber der Goldkrone fiel bis August 1922 auf 14.400 : 1. Bundeskanzler Ignaz Seipel benötigte 1922 ausländische Hilfe und einen international überwachten strikten Sparkurs, damit die Staatsfinanzen wieder ins Lot gebracht werden konnten. Als dies gelang, bereitete die Bundesregierung Seipel I 1924 die Einführung der Schillingwährung vor. Diese Währungsreform wurde vom Nationalrat am 20. Dezember 1924, einen Monat nach dem Rücktritt Seipels, beschlossen und mit 1. März 1925 realisiert (In der folgenden mehrmonatigen Übergangszeit wurden österreichische Kronen noch akzeptiert). Der Wert eines Schillings entsprach 10.000 „Papierkronen“. mini|Die letzte Kronen-Banknote, 1924 mini|Die letzte Kronen-Banknote, schon mit Schilling-Aufdruck, 1924

Österreichische Münzen 1892 bis 1918