Hörle (früher auch Hörla) ist der kleinste Ortsteil der Stadt Volkmarsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.
Geographie Das Haufendorf liegt an einem Dreiländereck, wo sich Westfalen, Hessen und Waldeck treffen. Im Ort liegt die Quelle der Höpper. Dieser kleine Bach mündet im Talgrund des Ortes bereits in den aus Richtung Dehausen kommenden Bach Welda, wo er vereint mit diesem im (gleichnamigen) westfälischen Ort Welda in die Twiste fließt. Die hessisch/nordrhein-westfälische Landesgrenze verläuft zwischen Hörle und Welda. Im Hessischen wird der Bach offiziell Welda genannt, ab Landesgrenze Nordrhein-Westfalen wird er "Hörler Bach" genannt.
Die Nachbarorte von Hörle sind Herbsen im Süden, Ammenhausen bzw. Schmillinghausen im Westen, Dehausen im Norden und Welda im Osten.
Geschichte Von den Anfängen bis zur Gebietsreform in Hessen Siedlungshistoriker vermuten, dass Hörle bereits 400 nach Christus entstanden sein könnte und damit älter ist als Volkmarsen. Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Hörle erfolgte unter dem Namen Hurlere in einer Urkunde der Reichsabtei Corvay und wird in die Zeit 1107–1128 datiert.
Im Jahre 1703 sollte in der Schlacht bei Hörle der Durchmarsch der Dänen verhindert werden. Der Vater des berühmten Frankfurter Schriftstellers und Heimatdichters, Friedrich Stoltze (1816–1891), Friedrich Christian Stoltze wurde am 27. März 1783 in Hörle geboren. Die Eltern waren 1800 nach Frankfurt am Main ausgewandert. Sein Vater verstarb 1833 in Frankfurt.
Gebietsreform Zum 1. August 1972 wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständige Gemeinde Hörle kraft Landesgesetz in die Stadt Volkmarsen eingegliedert. Für Hörle wurde, wie für alle nach Volkmarsen eingegliederten Gemeinden, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hörle angehört(e):
1537 und später: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Arolsen ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen ab 1806: Fürstentum Waldeck, Amt Arolsen ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberamt der Diemel (Sitz in Arolsen) ab 1816: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt der Diemel (Sitz in Rhoden) ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis der Twiste (Sitz bis 1857 in Mengeringhausen, dann in Arolsen)Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Arolsen) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis der Twiste ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis der Twiste ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis der Twiste ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: als Ortsteil zu Volkmarsen ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Volkmarsen
Einwohnerentwicklung Einwohnerstruktur Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hörle 129 Einwohner. Darunter waren 3 (2,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 18 Einwohner unter 18 Jahren, 48 zwischen 18 und 49, 30 zwischen 50 und 64 und 33 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 63 Haushalten. Davon waren 18 Singlehaushalte, 24 Paare ohne Kinder und 15 Paare mit Kindern, sowie 6 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 39 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.
Einwohnerzahlen Quelle: Historisches Ortslexikon 1620: 9 Häuser 1650: 7 Häuser 1738: 13 Häuser 1770: 24 Häuser, 100 Einwohner 1961: 123 Einwohner, davon 122 evangelische(= 99,19 %), ein katholischer (= 0,81 %)
Sage Der Sage nach hat im Bach Hüpper ein Frosch, "Höpper" genannt, durch lautes Quaken ein in das Wasser gestürztes Kind vor dem Ertrinken gerettet. Aus Dankbarkeit und um ihn zu ehren wurde ihm an der Quelle ein Denkmal gesetzt. Der Frosch ist das Wahrzeichen des Ortes. Er ziert die Vereinsfahne des Gemischten Chores und die Uniformen der Freiwilligen Feuerwehr.
Persönlichkeiten Heinrich Ernst Schnare (1789–1844), Ackermann, Richter und Politiker
Literatur Erich Meier, Waltraud Meier, Erich Schön, Jürgen Wolf und Friedrich Hübel: Hörle. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 2006 (= Waldeckische Ortssippenbücher 79), mit einem Geschichtsteil zu Hörle von Erich Meier.
Weblinks Stadtteil Hörle. In: Webauftritt der Stadt Volkmarsen.
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Volkmarsen) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1972 Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert