Neerdar ist ein Ortsteil der Gemeinde Willingen (Upland) im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographische Lage Neerdar liegt im Westteil Nordhessens in den Nordostausläufern des Rothaargebirges in der Bergregion Upland unweit der Nahtstelle zum Sauerland. Es befindet sich im Naturpark Diemelsee etwa 8,5 km östlich des Kernorts von Willingen bzw. etwa 10 km westnordwestlich der nordhessischen Mittelstadt Korbach (jeweils Luftlinie). Die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen verläuft wenige Kilometer südlich. Rund um das 443 bis hoch gelegene Dorf liegen die Erhebungen Bockelau (), Eibel (), Sonder (), Grotenberg () und Büh (). Neerdar wird etwa in Nordwest-Südost-Richtung von der Neerdar durchflossen, einem Zufluss der Wilden Aa. Hindurch führt zwischen Usseln und Bömighausen die Bundesstraße 251.

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Neerdar erfolgte unter dem Namen Neyrthere im Jahr 1244. Ein Regenhardus de Neyrthere, Bürger zu Korbach, wird am 12. Juli als Zeuge der Grafen von Waldeck genannt. Staatsarchiv Münster - Westfälisches Urkundenbuch VII, Nr. 568

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Neerdar, Bömighausen, Eimelrod, Usseln und Welleringhausen zur neuen Gemeinde Upland. Bereits am 1. Juli 1970 war Usseln um das Gebiet der Gemeinde Hemmighausen vergrößert worden.

Diese wurde wiederum kraft Landesgesetz am 1. Januar 1974 mit der Gemeinde Willingen zur Großgemeinde Willingen (Upland) zusammengeschlossen. Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Willingen. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden der neuen Gemeinde Willingen wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Neerdar angehört(e):

vor 1712: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Waldeck, Amt Eisenberg ab 1712: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1806: Fürstentum Waldeck, Amt Eisenberg ab 1815: Fürstentum Waldeck, Oberjustizamt des Eisenbergs (Sitz in Kornbach) ab 1850: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (seit 1849), Kreis des Eisenbergs (Sitz in Korbach)Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Korbach) und Verwaltung. ab 1867: Fürstentum Waldeck-Pyrmont (Akzessionsvertrag mit Preußen), Kreis des Eisenbergs ab 1871: Deutsches Reich, Fürstentum Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1919: Deutsches Reich, Freistaat Waldeck-Pyrmont, Kreis des Eisenbergs ab 1929: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis des Eisenbergs ab 1942: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck, Gemeinde UplandAm 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Gemeinde Upland. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Waldeck-Frankenberg, Gemeinde Willingen (Upland)Am 1. Januar 1974 als Ortsbezirk zur Gemeinde Willingen (Upland).

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Neerdar 105 Einwohner. Darunter waren 6 (5,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 12 Einwohner unter 18 Jahren, 39 waren zwischen 18 und 49, 27 zwischen 50 und 64 und 24 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 48 Haushalten. Davon waren 12 Singlehaushalte, 15 Paare ohne Kinder und 18 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 12 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 24 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.

Einwohnerentwicklung Quelle: Historisches Ortslexikon 1541: 11 Häuser 1620: 16 Häuser 1650: 6 Häuser 1738: 18 Häuser 1770: 18 Häuser, 117 Einwohner

Religionszugehörigkeit • 1885: 147 evangelische (= 100 %) Einwohner • 1961: 162 evangelische (= 83,94 %), 24 katholische (= 12,44 %) Einwohner

Kirche miniatur|St. Pankratius

Die spätromanische dem Eisheiligen St. Pankratius gewidmete Kirche in der Ortsmitte stammt aus dem 13. Jahrhundert. Sie hat ein rechteckiges Schiff mit quadratischem Chor. Die ältesten Mauern bestehen aus verputzten Bruchsteinen, Sandstein und Schiefer mit Quaderkanten. Das Nordportal und das nördliche Chorfenster sind gotisch und stammen aus der Entstehungszeit. 1586 wurde die Südmauer des Kirchenschiffes erneuert. 1672 erhielt sie einen barocken Altaraufsatz, der von dem Waldecker Künstler Josias Wolrat Brützel geschaffen wurde und Das jüngste Gericht darstellt. (Auf der Rückseite des Altars befindet sich die Signatur Meister Josias Wolrat Brützel Anno 1692 den 9. Dezember) Beate Demolt, Götz J. Pfeiffer.: „gerichtet, ein jeglicher nach seinen Werken“ – Der Altaraufsatz mit dem Weltgericht des Josias Wolrat Brützel von 1692 in der evangelischen Kirche zu Neerdar, in: Geschichtsblätter für Waldeck, Bd. 103, 2015, S. 25–34.

Literatur Karl Thomas: Neerdar. Arolsen: Waldeckischer Geschichtsverein 1994 (= Waldeckische Ortssippenbücher 49); Bearbeiteter Zeitraum 1673–1987, 730 Familien

Weblinks Ortsteil Neerdar. In: Webauftritt der Gemeinde Willingen (Upland)

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Waldeck-Frankenberg Kategorie:Geographie (Willingen (Upland)) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Waldeck-Frankenberg) Kategorie:Ersterwähnung 1244 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971