Der Bezirk Treptow [] war ein Verwaltungsbezirk in Berlin. Er wurde im Rahmen des Groß-Berlin-Gesetzes am 1. Oktober 1920 gegründet. Nach 1945 lag er im Sowjetischen Sektor Berlins und gehörte bis 1990 zu Ost-Berlin. Am 1. Januar 2001 wurde er mit dem Nachbarbezirk Köpenick zum neuen Bezirk Treptow-Köpenick von Berlin zusammengeschlossen.
Gliederung Der Bezirk Treptow war in mehrere Ortsteile gegliedert: Adlershof Alt-Treptow Altglienicke Baumschulenweg (seit 1945), aus Gebietsteilen von Alt-Treptow Johannisthal Niederschöneweide Oberschöneweide (1920–1938), danach zum Bezirk Köpenick Wuhlheide (1920–1938), danach zum Bezirk Köpenick Bohnsdorf (seit 1938), vom Bezirk Köpenick Plänterwald (seit 1997), aus Gebietsteilen von Alt-Treptow und Baumschulenweg
Geschichte mini|Rathaus Treptow Der Bezirk Treptow entstand entlang der Görlitzer Bahn, die sich längs durch den ehemaligen Bezirk zieht. Diese Bahntrasse begann am ehemaligen Görlitzer Bahnhof am Nordende des Ortsteils Alt-Treptow und führt parallel zur Straßenmagistrale des Adlergestells nach Königs Wusterhausen. Der Bezirk Treptow erstreckte sich als langgestrecktes Gebiet von der Innenstadt Berlins bis zur Stadtgrenze.
Zu beiden Seiten der Görlitzer Bahn entwickelten sich Industriegebiete, und aus den dörflichen Ortschaften wuchsen Stadtteile Berlins heran, die 1920 eingemeindet wurden. Vom Besiedlungsanfang in Alt-Treptow liegen die Siedlungsgebiete im Wechsel links/rechts an der Bahnstrecke/Straßenstrecke, Plänterwald (östlich), Baumschulenweg (westlich), Niederschöneweide (östlich), Johannisthal (westlich), Adlershof (östlich), Altglienicke (westlich), danach Grünau (östlich, zum Stadtbezirk Köpenick) und Bohnsdorf (westlich). Auch hinter der Stadtgrenze Berlins läuft die durchgehende Besiedlung entlang der Görlitzer Bahn weiter, es folgen Eichwalde, Zeuthen, Wildau (je östlich) bis ins Siedlungsgebiet von Königs Wusterhausen.
Die letzten drei Ortschaften liegen schon im Grünen, jeweils im Osten den Zeuthener See, im Westen die Görlitzer Bahn mit den Kiebitzer Feldern und dem heutigen Flughafen Berlin-Schönefeld. Diese Ortschaften ohne Industriegebiete wurden daher bei der Eingemeindung 1920 nicht berücksichtigt und blieben eigenständige Gemeinden im Kreis Teltow in der Provinz Brandenburg.
Mit der Berliner Gebietsreform gab der Bezirk mit Wirkung zum 1. April 1938 den Ortsteil Oberschöneweide und die Wuhlheide an den Bezirk Köpenick ab. Gleichzeitig kam Bohnsdorf vom Bezirk Köpenick zum Bezirk Treptow. Vom Bezirk Neukölln fielen im Raum Späthsfelde die Gebiete nordöstlich des Teltowkanals an den Bezirk Treptow. Die Einwohnerzahl des Bezirks sank durch die Grenzänderungen um 20.024 und die Fläche des Bezirks verringerte sich um 45 Hektar.Berlin in Zahlen, 1949
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der Bezirk Treptow Teil des Sowjetischen Sektors von Berlin und gehörte bis 1990 zu Ost-Berlin. Von 1961 bis 1990 verlief entlang der Grenze zu seinen westlichen Nachbarbezirken Kreuzberg und Neukölln die Berliner Mauer.
mini|hochkant=2|Seit 2001: Der neue Bezirk Treptow-Köpenick in Berlin, gebildet aus den ehemaligen Bezirken Treptow (hellgrün) und Köpenick (mittelgrün)
Durch die Bezirksreform 2001 ging der Bezirk Treptow im neuen Bezirk Treptow-Köpenick auf.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner1925 bis 1933 Statistisches Jahrbuch von Berlin; ab 1946 Statistisches Jahrbuch der DDR (jeweilige Jahre) 1925 97.524 1933 124.534 1937 127.245 1939 118.159 1946 108.035 1950 112.702 1955 111.300 1960 113.263 Jahr Einwohnerab 1990 Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember (jeweilige Jahre) 1965 130.543 1970 132.348 1975 126.761 1980 122.969 1985 111.072 1990 102.295 2000 114.598
Politik Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung Stimmenanteile der Parteien in Prozent:
1921–1933 Jahr USPD KPD SPD DVP DNVP DDP1 Zen NSDAP 1921 20,5 12,7 23,8 16,0 10,9 7,5 3,5 1925 1,4 21,6 35,5 6,4 17,6 7,2 3,4 1929 26,9 30,9 6,3 15,6 5,2 3,9 4,3 1933 20,1 24,1 10,5 1,7 4,5 37,7 1 1933 DStP
1946 Jahr SPD SED CDU LDP 1946 40,7 31,2 19,3 8,8
1992–1999 Jahr SPD PDS CDU FDP Grüne 1992 35,4 27,2 14,7 3,4 11,5 1995 28,3 33,7 21,9 8,9 1999 24,7 36,3 27,4 1,0 4,1
Bezirksbürgermeister Zeitraum Name Partei 1921–1933 Julius Grunow USPD/SPD 1933–1945 Julius Koehne NSDAP 1945 Paul May KPD 1945–1946 Paul Donner KPD/SED 1946–1948 Erwin G. Bennewitz SPD 1948–1951 Paul Ickert SED 1951–1952 Elfriede Dallmann NDPD 1952–1959 Paul Gräfe SED 1959–1961 Joachim Hoffmann SED 1961–1963 Walter Sack SED 1963–1965 Fritz Strutzke SED 1965–1967 Horst Stranz SED 1967–1974 Walter Sack SED 1974–1977 Franz Stengl SED 1977–1981 Günter Scheel SED 1981–1986 Günther Manow SED 1986–1989 Günter Polauke SED 1990–1998 Michael Brückner SPD 1998–2000 Siegfried Stock SPD
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Bezirk Treptow-Köpenick Treptow Treptow Kategorie:Aufgelöst 2001