Rolf Thiele (* 7. März 1915 in Prödlitz, Böhmen; † 9. Oktober 1994 in München) war ein deutscher Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent.

Leben mini|Empfang beim Kieler OB am Tag der Premiere von Ohrfeigen Rolf Thiele studierte in Berlin und Prag Philosophie sowie in Göttingen Soziologie. Am 4. Januar 1939 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. November 1938 aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.602.394).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/44480324 Mit Hans Abich gründete er 1946 die Filmaufbau Göttingen, eine Produktionsgesellschaft, die 1948 den ersten Film, Liebe 47, fertigstellte.

Ab 1951 inszenierte er selbst und schrieb auch häufig an den Drehbüchern zu seinen Filmen mit. 1951 führte er seine erste Regie in dem Filmdrama Primanerinnen, in dem Ingrid Andree und Walter Giller ihre erste Hauptrolle in einem Kinofilm hatten.

Er widmete sich mit Vorliebe humorvoll-satirischen Themen, in die er lange vor der sogenannten Sexwelle erotische Aspekte einfließen ließ. Stilbildend war seine Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Nadja Tiller, mit der er elf Filme mit ihr in der Hauptrolle drehte, darunter die Kassenschlager Das Mädchen Rosemarie und Lulu.

Als weitere Höhepunkte seines Schaffens gelten die Dürrenmatt-Verfilmung Grieche sucht Griechin (mit Heinz Rühmann, Irina Demick, Hanne Wieder und Charles Regnier), die satirische Komödie Die Ente klingelt um halb acht (mit Heinz Rühmann und Hertha Feiler) und die Sex-Satire Frisch, fromm, fröhlich, frei (mit Monika Berg und Horst Frank) sowie Die Halbzarte mit Romy Schneider und Magda Schneider.

Im Jahr 1963 erhielt er den Ernst-Lubitsch-Preis vom Club der Filmjournalisten in Berlin.

Mit seinem letzten, politisch kritischen Werk als Regisseur, Rosemaries Tochter, versuchte er an den Filmerfolg von Das Mädchen Rosemarie anzuknüpfen. Er arbeitete mit der Agentur Jäger im oberbayerischen Starnberg zusammen.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Münchner Ostfriedhof.knerger.de: Das Grab von Rolf Thiele

Filmografie

Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 7: R – T. Robert Ryan – Lily Tomlin. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 650 f.

Thiele, Rolf. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 1243.

Weblinks

Kristian Buchna, „Provoziere nicht die Gesellschaft“, Essay auf FilmGeschichte(n) des 19./20. Jahrhunderts (Univ. Augsburg) über „Das Mädchen Rosemarie“ (1958)

Einzelnachweise

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